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Mexiko: Tulum

Geschrieben von Tobi am . Veröffentlicht in .

Bevor ich den Bericht beginne, möchten wir allen noch ein gutes und vor allem gesundes neues Jahr 2022 wünschen. Passt auf Euch auf und bleibt vor allem gesund. 

Wir möchten uns auch für die vielen Kommentare über unsere Berichte bedanken, welche sowohl über die Homepage aber auch direkt via Mail oder WhatsApp zu uns kommen. Es ist schön und freut uns sehr, dass mittlerweile so viele Menschen unsere Homepage besuchen und Freude an unseren Berichten haben. Vielen Dank dafür.

Am 27.12.21 haben wir ja unsere Reise nach Tulum fortgesetzt. Für uns war es die erste Busfahrt, auf welcher wir auf uns allein gestellt waren. Und wir haben das hervorragend gemeistert. Ok, Playa del Carmen hat nicht das ganz grosse Busterminal von ADO (so der Name des Busunternehmens mit welchem wir bisher immer gereist sind und welches man sehr empfehlen kann.) Wie gesagt, wir haben den richtigen Bus erwischt und uns auf den Weg Richtung Süden gemacht. Nach Tulum war die Fahrzeit mit etwas über einer Stunde angegeben und da wir sehr pünktlich los sind, sind wir auch on-time angekommen. Unser erster Eindruck von Tulum war etwas durchwachsen. Irgendwie wirkte alles sehr verfahren und auseinandergezogen. Diesen Eindruck wurden wir während der Tage dort auch nicht los. Irgendwie wurden wir mit der Stadt nicht so richtig warm. Aber vielleicht der Reihe nach.

Tulum kann man ganz, ganz grob wie in drei Teile einteilen. Der erste Teil, Tulum Strand, sind riesige Hotels und Ressorts direkt am Meer. Der zweite Teil, die eigentlich ursprüngliche Stadt Tulum, ca. 5 km weg vom Strand und als dritter Teil, die alten Maya-Ruinen direkt am Meer mit diversen Freizeitmöglichkeiten drum herum.

Unsere Ankunft und unser Hotel hatten wir in der ursprünglichen Stadt Tulum und das auch noch so ca. am A…. der Welt. Vom Busterminal hiess es erstmal ca. 35 Min laufen; mit unseren Rucksäcken nicht ganz einfach, vor allem bei tropisch heissem und feuchtem Klima. Aber wie der Schwabe eben so ist, wollte ich das Geld erstmal sparen. Es sei aber vorweggenommen, bei der Rückfahrt habe ich freiwillig in ein Taxi investiert. 🙂 Unser Hotel lag wie gesagt «etwas» abseits und war über recht «baufällige» Strassen zu erreichen, vor allem nach Regen eine Herausforderung bei der Unmenge an Schlaglöchern. Ansonsten wäre das Hotel aber eigentlich recht schön. Das Problem war, dass in der Umgebung jede Menge Baustellen waren, welche entsprechend Staub aufgewirbelt haben, so dass wir den Balkon und den darauf befindlichen Pool (ok, in Realität war es eine Badewanne) nicht nutzen konnten.

In der Umgebung gab es eigentlich nicht viel, ausser Baustellen und Wald. Das seltsame war aber, dass wenn man den «Strassen» weiter gefolgt ist, man immer wieder auf ganz neue Komplexe gestossen ist, welche gerade erst erstellt wurden. Ich habe keine Ahnung was man da so machen kann, ohne Auto oder Roller ist man aber aufgeschmissen. Wobei ich mir aber auch sehr gut vorstellen kann, dass sich das ganze riesige Areal einfach gerade in der Entwicklung befindet und in ein paar Jahren, wenn auch Läden und Restaurants gebaut sind, wirklich etwas Tolles entstehen kann. Für uns war es jetzt eher etwas komisch. Zum Vorteil kann ich aber sagen, wir hatten ein sehr tolles Restaurant, eigentlich auch das einzige, direkt neben dem Hotel. Das war für mexikanische Verhältnisse nicht unbedingt billig, das Essen aber dafür mega lecker.

Nach der Ankunft im Hotel haben wir uns dann am Pool, welcher auf dem Dach und damit etwas staubgeschützt, sehr gut entspannt. Den ersten richtigen Tag haben wir dann genutzt, um den Teil Tulum Stadt etwas zu erkunden. Wir sind recht viel gelaufen, aber so richtig vom Hocker hat es uns nicht gehauen. Es war zwar alles vorhanden, aber alles entlang einer 4 – 6 spurigen Strasse, welche durch den Teil Tulums geht. Ansonsten eben die üblichen Läden, Bars und Restaurants.

Den nächsten Tag haben wir uns aufgemacht, die alte Maya Stadt von Tulum zu erkundigen. Wir sind schon direkt am Morgen los, um den grossen Warteschlangen zu entgehen, und ja – mit dem Taxi. 🙂 Das frühe Los war die richtige Idee, wir konnten den Ausblick auf das Meer zu Beginn noch richtig geniessen. Der Besuch der alten Stadt ist sehr zu empfehlen. Obwohl wir jetzt doch schon einige solcher Städte besucht haben, ist es immer wieder beeindruckend und sehr schön. In diesem Fall einfach die Nähe zum Meer, was ein besonderes Flair entwickelt.

Nach der Besichtigung machten wir uns zu Fuss auf den Rückweg Richtung Tulum. Eigentlich war die Idee der Strasse direkt am Meer zu folgen. Leider ist diese doch ca. 100 Meter weg von der Küste und durch diverse Beach-Clubs und Wälder, ohne eine Möglichkeit das Meer zu sehen. Von einem Gehweg hat man da auch noch nichts gehört, so dass wir immer der Strasse entlang mussten. Da viele Menschen zum Strand wollten, und im Gegensatz zu uns alle mit Roller oder Auto unterwegs waren, war das doch eher mühsam als irgendwie romantisch. Wir haben dann an einem öffentlichen Strand eine Pause gemacht, wobei es an dem Tag recht windig war. 

Nachdem wir genügend Sand in den Ohren hatten und anschliessend eine Kleinigkeit gegessen und getrunken hatten, sind wir wieder weiter mit dem Ziel Tulum Strand. Nach ca. einer Stunde haben wir dann den Teil erreicht und waren auch da eher enttäuscht. Sicher, es gibt wunderschöne Ressorts in denen man glaub ich wahnsinnig schön Urlaub machen kann, aber dafür auch nicht ganz billig. Für unser Budget auf dieser Reise war es einfach nicht drin, da wir nicht unbedingt vorzeitig nach Hause wollen, weil das Geld aus ist. Somit haben wir uns dann auf den Weg zu unserem Hotel gemacht und sind wieder einer Strasse folgend Richtung Tulum Stadt. Am Schluss des Tages hatten wir rund 26’000 Schritte auf dem Tacho.

Für Silvester hatten wir uns für einen Ausflug zu einer weiteren Maya Stadt und anschliessendem schwimmen in den Mangrovenwäldern in der grossen Lagune vor der Küste angemeldet. Die Region gehört zum Sian Ka’an Nationalpark und Biosphärenreservat, welches ursprünglich ebenfalls von den Mayas bewohnt wurde. Sian Ka’an bedeutet in der Sprache der Maya sinngemäss so viel wie «Ort, wo der Himmel geboren wurde». Und ich muss sagen, es ist ein sehr eindrücklicher Ort. Theoretisch sind in der Region sehr viele Tiere zu besichtigen von Delphinen, Meeresschildkröten, Kormorane, Pelikane, Krokodile, aber auch Jaguar, Puma und Hirsche. Wie gesagt, so weit die Theorie. Wir haben nicht viel davon gesehen, was aber teilweise am durchwachsenen Wetter gelegen haben könnte. War für uns daher auch nicht so schlimm, sondern wir haben nochmals die Führung durch eine weitere Maya Stadt genossen. In diesem Fall hatten wir auch einen mega guten Guide, welche uns nochmals so viel neues über die Mayas erklärte. Diese etwas kleineren Orte haben einfach etwas mehr Charme, da zwar kleiner dafür aber auch deutlich weniger Touristen und die Hintergrundinformationen stehen mehr im Vordergrund als der Versuch durch diverse Händler etwas zu verkaufen. 

Anschliessend sind wir durch den Dschungel gelaufen auf der Suche nach dem einen oder anderen Tier bzw. war es auch direkt der Weg zur Anlegestelle der Boote, welche uns in die Lagune gefahren haben. Spannend war unterwegs zu erfahren, nach welchem System die Mayas gerechnet haben. Sie haben hierfür eine eigene Methode erfunden, welche sich durch Punkte und Balken darstellen lässt. Ein Punkt ist gleich einer 1, ein Balken quer entspricht 5. Und das ganze System ist aufgebaut bis 20. Danach geht es immer um ein Vielfaches von 20 weiter in der Darstellung. Schwierig so zu beschreiben, aber absolut lohnend sich das mal anzuschauen. Ah ja, was noch zu erwähnen ist. Von der grossartigen Tierwelt haben wir gesehen: Ameisen und Mini-Fischli….that’s it. 🙂

Nach der Ankunft am Bootssteg gab es ein kleines Mittagessen, ehe es in die Lagune ging. Wir sind mit einem Boot hinausgefahren, um uns dann in den Mangrovenwäldern treiben zu lassen. Das Wasser zwischen den Mangroven ist Süsswasser und sehr klar, so dass dies sehr erfrischend war. Um sich stylisch durch die Mangroven tragen zu lassen werden die Rettungswesten leicht zweckentfremdet. Man schlüpft mit den Beinen in die Weste und verschliesst diese dann am Bauch. Eigentlich trägt man die Weste dann wie eine Art Windel, was zwar sehr doof aussieht, sich aber hervorragend eignet, um sich so treiben zu lassen. Corinne war wieder voll in ihrem Element (Wasser)……das Pony, auf dem ich zu reiten habe wird wohl immer wie grösser. 🙂

Nach ca. 1 Stunde floaten stand der Rückweg zu Fuss via einen Holzsteg zurück zum Boot an. Das Ganze war so entspannend und zum geniessen, dass wir richtig müde waren. Wir haben uns dann auf den Weg Richtung Hotel gemacht, um dort nochmals am Pool eine Mütze Schlaf zu nehmen, ehe wir zu unserem Silvester-Dinner gegangen sind. Dieses war zwar nicht typisch mexikanisch, sondern eher italienisch, dafür aber teilweise mit Meeresfrüchten und sehr lecker. Da der Tag mit traurigen Nachrichten aus der Heimat begonnen hat, hatten wir auch keine Lust auf Party, sondern waren mit unserem kleinen Dinner mehr als zufrieden. Vor lauter Entspannung habe ich dann den eigentlichen Start ins neue Jahr verschlafen. Macht aber nichts, hab ja jetzt wieder 365 Tage Zeit, um das Jahr zu gestalten und Neues zu erleben.

Neujahr und den 02.01.22 haben wir dann eher genutzt, um zu arbeiten bzw. den Pool im Hotel ausführlich zu testen und zu geniessen. Ausserdem haben wir den weiteren Verlauf unserer Reise geplant und gebucht. Den Abschluss für Mexiko werden wir ab dem 03.01.22 auf der Isla Mujeres verbringen, eine kleine Insel vor Cancun, ehe es dann am 07.01.22 nach Miami geht. Es war unglaublich, wie viel Zeit man heute investieren muss, bis man alle Dokumente und Zertifikate beisammen hat für die Einreise in die USA. Dann noch eine App installieren und dort Fragen beantworten und Dokumente hochladen, etc. Alles etwas mühsam. Daher ging da auch richtig Zeit dafür drauf. Aber dafür haben wir das jetzt fast alles fertig und können entspannt nach Isla Mujeres fahren. Gebucht haben wir den Bus für den 03.01.22 bis Cancun und dann die Fähre.

Wenn ich so über den Aufenthalt in Tulum nachdenke, ist es extrem schwer zu beurteilen, was ich von den 6 Tagen dort halten soll. Irgendwie war es sehr schön mit den Maya Städten und den Mangroven, auf der anderen Seite auch seltsam. Ich denke die Region eignet sich einfach mehr für einen Aufenthalt in einem tollen Ressort mit diversen Ausflügen ab dem Hotel. Soweit einfach mein persönlicher Eindruck. Viele werden sich jetzt vielleicht auch fragen, ob wir tatsächlich keine Cenote, wofür die Region sehr bekannt ist, besucht haben. Ja das ist so. Wir haben uns das aufgehoben, da wir ab Mitte Mai planen nochmals nach Mexiko zu kommen, um von hier eine Gruppenreise durch ganz Zentralamerika bis Panama zu machen. Dabei werden wir auch nochmal in Tulum vorbeikommen und werden das dann nachholen. Man muss der Stadt ja auch eine zweite Chance geben. 🙂 Cenoten sind tiefe Wasserlöcher, meistens im Dschungel, welche vor vielen, vielen Jahren durch den Einschlag eines Meteoriten entstanden sind und in denen man teilweise auch schwimmen und tauchen kann. Dieser Einschlag hat eigentlich erst zur Entstehung der Halbinsel Yucatan geführt. Wenn man heute auf der Halbinsel läuft, läuft man eigentlich auf dem ehemaligem Grund des Meeres. Daher kann man an manchen Stellen im Dschungel noch an diversen Abbrüchen Muscheln entdecken, welche aus der Zeit der Dinosaurier stammen.

Ein kleines Highlight für mich in Tulum waren unzählige VW-Käfer, welche dort noch im Einsatz sind. Manche davon sind so rostig und verschlissen, dass es ein Wunder ist, das diese noch fahren. Aber wie hiess es früher schon « er läuft und läuft und läuft …». Das kann man hier wirklich bestätigen. Selbst wenn Türen oder andere Elemente mit Kabelbinder am Auto befestigt werden müssen. Und einen TüV scheint es hier eh nicht zu geben. 🙂 Das Auto wurde in Europa bis 1978 und dann in Mexiko noch in der ursprünglichen Ausführung bis Anfang 2003 produziert. Insgesamt sollen über 21.5 Mio. Fahrzeuge in der Urversion des Käfers produziert worden sein.

So viel zu unserem Aufenthalt in Tulum. Was wir auf Isla Mujeres so alles erlebt haben, dann im nächsten Beitrag.

Tobi

Tobi

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