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Travel Community

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6 unterschiedliche Fragen an 6 verschiedene Reiseblogger

Das Projekt

Nach unserer Weltreise wurden wir von Katja und Nico angefragt, ob wir bei einem Reiseblogger-Projekt mitmachen wollen. Natürlich wollen wir das und so wurde im Hintergrund in den letzten Wochen viel gearbeitet.

6 verschiedene Reiseblogger sind mit am Start und allen wurden die gleichen Fragen gestellt. In den nächsten Wochen wird jeweils 1 Frage, die von allen 6 Reisebloggern individuell beantwortet wurde, auf einem der 6 Reiseblogs veröffentlicht. 

Wir stellen Dir hier zuerst mal alle 6 Reiseblogs vor und starten dann auch gleich mit allen Antworten auf die Frage Nummer 1 «Wir helfen bei Deiner Weltreisevorbereitung – Was wir gerne vor unserer Reise gewusst hätten».

Schau doch mal gerne bei allen Reiseblogs vorbei und lese Dir die Berichte durch. Natürlich sind auch alle Reiseblogs auf Instagram vertreten. Du findest unten alle Links zu den Reiseblogs wie auch zu den Instagram-Kanälen.

Wir freuen uns sehr, dass wir bei diesem Projekt mitmachen dürfen und danken auch an dieser Stelle nochmals Katja & Nico für die Einladung und die ganze Arbeit.

Aileentravel

Hi, mein Name ist Aileen!

Vor 2 Jahren habe ich mein Leben auf den Kopf gestellt: Von Krankenschwester auf Intensivstation ab auf Weltreise. Ruckack rauf und los. Gemeinsam mit meinem Freund Lukas habe ich in den letzten 2 Jahren 13 Länder bereist. Wir lieben das Reisen als Backpacker und mit Housesitting. Kürzlich sind wir auch gemeinsam mit unseren Eltern durch Australien gereist, denn hier sind wir aktuell: In Australien mit dem Working Holiday Visum zwischen Farmarbeit und Roadtrips.

Anker und Meer

Wir sind Anne und Marius

wir waren vom 23.04.2022 bis zum 24.04.2023 auf Weltreise und haben uns damit einen großen Traum erfüllt. Mit der Weltreise haben wir uns selbständig mit unserem Reiseblog Anker und Meer gemacht, denn es macht uns Spaß, Content zu kreieren, Videos zu produzieren und all unser Wissen weiterzugeben.

Die Weltreise hat in uns ausgelöst, dass wir weiterhin Vollzeit reisen wollen und dabei ortsunabhängig arbeiten. Seit Juni 2023 arbeiten wir nun auch noch für Kunden, um uns weiterhin diesen Lebensstil zu finanzieren. Im November 2023 ging es für unbestimmte Zeit wieder auf Reisen, diesmal ohne Wohnung in Deutschland und als digitale Nomaden.

Axel und Sue 

Wir sind Axel und Sue

Axel und Sue haben ihren großen Traum von einer Weltreise verwirklicht und sind im Oktober 2022 los ist die Welt gezogen. Dafür haben die beiden ihre Jobs gekündigt und sich selbstständig gemacht, um ohne Enddatum zu reisen. Als Digitale Nomaden arbeiten sie an den schönsten Orten der Welt und haken gemeinsam ihre Bucketlist ab. Ob Safaris im Krüger Nationalpark, Nordlichter bestaunen, Schwimmen mit Haien, Schnorcheln am Great Barrier Reef oder Heißluftballonfahren: Abenteuer und besondere Erlebnisse stehen an oberster Stelle. Dabei ist es den beiden besonders wichtig mit Einheimischen in Kontakt zu kommen, die lokale Küche zu probieren und außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten (von Baumhaus bis Iglu) auszuprobieren. Durch Sues psychische Erkrankungen spielt die Aufklärung um die Themen Mentale Gesundheit und Neurodiversität eine große Rolle in ihrem Leben. Auf Instagram und ihrem Reiseblog teilen sie ihre großen Abenteuer und kleinen Momente im Reisealltag und sprechen offen über Mental Health.

Postcard for You

Wir sind Diana und Dieter

Genussmenschen und naturverliebt. Seit wir uns kennen, reisen wir leidenschaftlich gern und entdecken die Welt innerhalb und außerhalb Europas. Wir würden uns selbst als bodenständige Abenteurer beschreiben, die die Freiheit lieben und deshalb Roadtrips allen anderen Reisearten vorziehen. Wir lieben Sonnenuntergänge, Wandern, schöne Cafés und Wohlfühlunterkünfte. Seit 2022 erfüllen wir uns einen Traum und reisen einmal um die Welt. Dabei haben wir unser Herz an Neuseeland verloren. Zudem bauen wir uns gerade ein alternatives Leben abseits von 9to5 auf, dass uns die Freiheiten liefert, die wir brauchen.

In X Tagen um die Welt

Wir sind Katja und Nico

von ‹In X Tagen um die Welt› – leidenschaftliche Globetrotter und Reisejunkies.

Im Jahr 2022 haben wir uns einen großen Traum erfüllt und sind 13 Monate lang um die Welt gereist. Insgesamt haben wir 12 Länder auf unserer Reise erkundet und sowohl uns selbst als auch die Welt ein kleines Stückchen besser kennengelernt.

Unser Reisedurst ist längst nicht gestillt, und das Reisen bleibt nach wie vor unsere größte Leidenschaft. Auf unserem Blog inxtagenumdiewelt.de nehmen wir Dich mit auf unsere Abenteuer und teilen unsere Reiseerlebnisse mit Dir.

Unser Ziel ist es, Dich zu inspirieren und bei Deinen eigenen Reise- und Weltreiseplänen zu unterstützen.

Denn die Welt ist einfach zu schön, um nur zuhause zu bleiben!

HEESS onTour

Wir sind Tobi und Corinne

und sind im Dezember 2021 auf unsere erste Weltreise aufgebrochen. Wir waren etwas mehr als 18 Monate unterwegs und haben während dieser Zeit 23 Länder bereist. Unseren Reiseblog haben wir vor allem für uns als eine Art Tagebuch aufgesetzt. Bei uns auf dem Blog oder auch auf dem Instagram-Profil findet man eher weniger spezifische Reise-Tipps, sondern vor allem Berichte von unserem Erlebtem (ungefiltert und unbearbeitet). Da wir eine Kommunikation mit anderen Reisenden lieben, geben wir unsere Empfehlungen lieber im direkten Austausch weiter.

Wir helfen bei deiner Weltreise Vorbereitung

Was wir gerne vor unserer Reise gewusst hätten

Aileentravel 

Könnt ihr von einem besonders herausfordernden Moment während eurer Reisen berichten?
Als kerngesunder Mensch auf Weltreise zu starten und irgendwo auf Hawaii eine ultra fiese chronische Infektion einzufangen, die sich in Symptomen einer Blasenentzündung äußert, aber nie eine war. Eine Handvoll Krankenhausaufenthalte, paar Tausend Euro für CT und MRT später kam die unklare Diagnose einer Entzündung der Außenwände von Blase und Gebärmutter. Fazit: Schmerzen über Monate hinweg und kein Antibiotika hat geholfen.
Gab es eine Situation, in der euer Flug so richtig schiefgelaufen ist?

Eine ist gut, lass gleich 3 daraus machen.

Erster Flug Fail) Lukas hat einmal einen Flug für den richtigen Tag aber für den falschen Monat gebucht. Zack, paar hundert Euro komplett weg. Das passiert, wenn man mitten in der Nacht kurz vorm Einschlafen buchen will. Merke: klarer Kopf beim Flug buchen.

Zweiter Flug Fail: Stell dir vor, du denkst dein ESTA (Einreiseformular für die USA) ist noch gültig, am Flughafen wirst du aber aufgerufen und darauf aufmerksam gemacht, dass es ungültig ist. Keine Einreise in die USA möglich. Nach wahrer Begebenheit passierte folgendes: Für ein ESTA benötigst du deine Reisepassnummer. Ein ESTA ist für 2 Jahre gültig, ich habe es vor 1 1/2 Jahren beantragt und genehmigt bekommen. Auf Heimatbesuch beantrage ich einen neuen Reisepass und denke mit keiner Silbe daran, dass damit auch mein ESTA neu beantragt werden müsste, wenn ich die Einreise, wenn sogar nur Transit in die USA plane. Ich bekomme also einen neuen Reisepass, stehe in Zürich am Flughafen für den Stopover nach Washington DC und weiter nach Guatemala. Werde aufgerufen, werde nach dem ESTA gefragt, zeige es vorbildlich vor inklusive meines nagelneuen Reisepasses und dann macht es Klick: Mein ESTA ist ungültig, weil ich einen neuen Reisepass inklusive Passnummer habe. Lange Rede, kurzer Sinn, Einreise in die USA nicht erlaubt, Flug dadurch verpasst. Konnte aber innerhalb von 30 Minuten ein neues ESTA beantragen und wir haben einen Flug später bekommen über New York City nach Guatemala. In Guatemala war dann übrigens auch noch das Gepäck über mehrere Tage verschwunden, durch das hin und her am Flughafen in Zürich. Die Geschichte des Flug Fails könnten wir also noch ein wenig weiterfortführen.

Dritter Flugfail: Ich dachte, ich hätte mein Visum für Sri Lanka nach einem Monat im Land verlängert. Ich war wirklich sicher, dass ich die 90€ für 4 weitere Wochen im Land bezahlt habe. Bis ich dann eben Sri Lanka verlassen wollte in Richtung Südafrika und von einem der Flughafenofficer ins Büro gebeten werde, ich solle doch bitte mein erweitertes Visum vorlegen. Doof gelaufen, habe es nie bezahlt und schulde dem Land jetzt 600€. Durfte mit einer Warnung das Land verlassen und betrete ich Sri Lanka je wieder ist das Geld fällig.

Welche Tipps und Empfehlungen würdet ihr jenen geben, die gerade eine Weltreise oder Langzeitreise in Betracht ziehen?

Setze dir kein Tagesbudget. Das ist wirklich was, was wir nie gemacht haben und auch nie machen wollten. Weil der Stress, den du dir damit auferlegst, einfach unnötig ist. Das macht das Langzeitreisen, dass so schon anstrengend sein kann noch anstrengender. Also natürlich musst du auf das Budget und dein Geld achten (Wir haben ja schließlich alle hart dafür gearbeitet) aber versuche doch einfach so günstig wie möglich generell zu Reisen und setze dir lieber die 800-1000€ Faustregel pro Monat. Damit du einfach an Tagen, an denen du nun mal Lust hast auf ein cooles Café, Restaurant oder eine Aktivität hast, das auch einfach machen kannst, ohne dir zu denken du hast dein Tagesbudget überschritten.

Packe nicht so viel. Du findest immer coole Sachen auf Reisen, die du dir holen möchtest und dann bietet sich ein wenig freier Platz im Rucksack / Koffer durchaus an. Andersrum musst du dich auch wohl fühlen, also nehme dir mit, was du gerne dabei haben möchtest. Am Ende bist du einfach der / die jenige/r, der es tragen muss. 😉

Verzichte auf helle Sachen. Die werden doch immer gelblich durch Sonnencreme oder Luftfeuchtigkeit, Schweiß, Dreck. Hör auf unsere Worte, wir haben es versucht. Sinnlos. Versuche es mit Housesitting! WIR LIEBEN ES. Ungelogen, dadurch haben wir mehrere tausend Euro gespart. Von 2 Jahren Weltreise haben wir 8 Monate ohne die Kosten für Unterkünfte als Housesitter in 6 Ländern verbracht. Unter anderem 4 Wochen New York. Tue mir den Gefallen, schaue doch mal nach wie teuer 4 Wochen New York im günstigsten Hostel wären und setze es gleich mit den circa 140€ Anmeldegebühr pro Jahr bei Trusted Housesitters.

Wenn ihr eure Weltreise heute noch einmal antreten würdet, welche Veränderungen würdet ihr vornehmen?

LANGSAMER REISEN. NICHT ZU VIEL PLANEN. Punkt 1 war unser absoluter Fehler, Punkt 2 war eigentlich nie unser Problem, weil wir zu geizig waren, irgendwas zu buchen und lieber kostenfreie Alternativen gesucht haben. 😀

Aber ja, langsamer Reisen, um sich auch die Zeit zu gönnen erlebtes zu verarbeiten. Am Anfang ist das alles lustig: schnell reisen, viel sehen, viel erleben bis dann der Punkt kommt, an dem du wirklich müde bist und nichts neues mehr aufnehmen kannst und möchtest. Plane nicht zu viel um Platz für spontane Aktionen zu lassen ABER du solltest dich für Highlights und deren Touren in Ländern vorher informieren, damit du dir einen Platz sicherst.

Sofort eine Sim-Karte holen! Es nervt so sehr, wenn man sich denkt, man macht es einfach später und dann rennt man erstmal ohne Internet rum. Google Maps ist echt essenziell fürs Reisen.

Versuchs mal mit Housesitting. Wir lieben das Reisen mit Housesitting = Du hast die Verantwortung für Haus und Tiere während der Besitzer selber im Urlaub sind. Aber wir haben gelernt, dass die perfekte Zeit für einen Housesit für uns auf Reisen maximal 3 Wochen aber allerhöchstens 4 Wochen an einem Ort sind, weil es sich, ansonsten anfühlt als ob du dort lebst.

Anker und Meer

Welches war das unangenehmste Ereignis während eurer Weltreise?

Kuba war unsere erste Fernreise, wo wir einen Roadtrip gemacht haben. Wir sind dort einigen kleinen Betrügereien zum Opfer gefallen. Das Schlimmste war die Masche eines jungen Kubaners, der uns geholfen hatte, unsere Unterkunft zu finden. Er hat uns mit seinem “Kollegen” den Weg gezeigt, da wir in einer sehr verwinkelten Stadt (Camagüey) mit dem Navi nicht weiterkamen.

Kurz bevor wir da waren, sollten wir halten und Marius wurde die Unterkunft gezeigt. Als er zurückkam, sollten wir seinem Komplizen Geld zahlen. Nachdem wir noch diskutiert haben, aber den Ernst der Lage nicht einschätzen konnten, haben wir die 20 CUC bezahlt, die verlangt wurden. Der Herr, der sich als Sohn ausgab, hatte sich in unser Auto gesetzt und Anne reagierte noch und hat unsere Rucksäcke nach vorne geholt. Er leitete uns noch bis zu der Unterkunft und hat uns unser Gepäck hochgebracht, wo wir dann im Wohnzimmer von den Gastgebern standen.

Wir haben bis zu diesem Moment nicht richtig gecheckt, was da passiert ist. Als die Dame den vermeintlichen Sohn anschrie und er dann runter ging, half er Marius noch beim Auto und ist dann verschwunden, Marius hat noch gefragt, warum wir das Auto nicht mehr zur Garage bringen.

Die Gastgeberin war total aufgebracht, konnte kein Englisch und wir kein spanisch. No Chico, haben wir dann aber doch verstanden. Das war ein Betrüger mit einer ziemlich guten Masche, der am nächsten Tag nochmal kam und uns die Luft aus den Reifen gelassen hat. Er kam dann später nochmal zufällig vorbei und wollte gegen Zahlung den Reifen wechseln. Wir haben ihn lautstark vertrieben und gesagt das wir es alleine machen.

Könnt ihr von einem totalen Flug-Desaster berichten, das euch widerfahren ist?

Oh ja, wir hatten mehrere Flug-Desaster, von fünf Tagen ohne Gepäck, bis hin zum Stranden in einem anderen Land. Eines unserer Lieblingsstorys kommt jetzt. Wir haben einen Dschungeltrek, im Leuser Nationalpark gemacht und als wir aus dem Dschungel kamen, haben wir in unseren Mails eine Flugstornierung gesehen. Aus der Not heraus mussten wir, mit sehr schlechtem Internet, einen neuen Flug buchen.

Nach drei Tagen Dschungel hatten wir uns eigentlich auf eine ordentliche Mütze Schlaf gefreut, daraus wurde dann aber nichts. Wir mussten mitten in der Nacht losfahren und hatten noch etwa 3 Std Zeit, etwas Schlaf aufzuholen.

Als wir am Flughafen ankamen, hatten wir noch sehr viel Zeit. Uns ist da dann aufgefallen, dass wir einen Flug gebucht hatten, der über Malaysia geht und wir da offiziell ausreisen, um dann weiter nach Bali zu fliegen. Wir haben den Herren von der Immigration noch versucht zu erklären, dass wir nur einen ganz kurzen Transit in Malaysia haben, der lachte uns aus, gab uns den Stempel für die Ausreise und fertig war er mit uns. Das Visa hat uns schlappe 65€ für 3 Tage gekostet, um dann in Bali genau dasselbe nochmal zu zahlen.

Es ging aber noch weiter, unser Flug hatte Verspätung, sodass unser Anschluss in Malaysia darin endete, dass wir zuerst über den ganzen Flughafen rennen sollten und den Flug doch verpasst haben. Da das ein Verschulden der Airline war, mussten wir uns um nichts kümmern und sie haben uns ein Hotel am Flughafen gestellt und den Flug umgebucht, für den nächsten Morgen. In dem Moment sind wir dann tatsächlich total fertig und unerwartet in ein wunderschönes Hotel gekommen und wir konnten den Schlaf nachholen. Das Bett war ein Traum, genauso wie das Frühstück am nächsten Morgen.

Rückblickend, gibt es Dinge, die ihr auf eurer Weltreise anders angehen würdet, wenn ihr das Wissen von heute hättet?

Wir haben uns bei unserer ersten Reise fest darauf eingeschossen, nur ein Jahr unterwegs zu sein, obwohl wir eigentlich von vornherein vorhatten, als Nomaden zu leben. Dadurch, dass wir uns dieses eine Jahr eingeschossen haben, haben wir die Hälfte unserer Flüge vorgebucht. Das hat uns nicht mehr so flexibel reisen lassen, sodass wir es im Nachhinein anders machen würden. Also wir können nur jedem raten, nicht so viel einzuplanen und vorzubuchen, dadurch kann man einfach besser reagieren.

Wenn ihr Ratschläge für angehende Weltreisende hättet, welche wichtigen Erkenntnisse würdet ihr teilen?

Seid euch bewusst, dass es zu unerwarteten und manchmal auch unschönen Situationen kommen kann. Reisen kann anstrengend sein, deswegen lieber etwas länger an einem Ort bleiben und achtsamer mit seinem Körper umgehen.

Wichtig zu erwähnen, es gibt für alles eine Lösung und man muss nicht so viel vorplanen.

Axel und Sue 

Welches Erlebnis hat euch am meisten herausgefordert und Euch auf die Probe gestellt?

Unsere bisher schlimmste Übernachtung hatten wir in einem (sehr gut bewerteten!) Hostel in Südafrika. Die Toilette stand ohne Wände und ohne Tür einfach mitten in unserem Zwei-Personen-Zimmer. Vom Bett aus konnte man so hautnah den andern beim Pinkeln beobachten. Und Sauberkeit wurde insgesamt nicht großgeschrieben, was man in der Gemeinschaftsküche vor allem an den Bergen an schmutzigem Geschirr und verschimmelten Lebensmitteln gesehen hat. Außerdem gab es direkt in der Nähe eine Kneipe mit fragwürdiger Musikauswahl. Da wurden einige deutschen Schlagerklassiker mitten in der Nacht auf voller Lautstärke gespielt. In den Bewertungen wurde das Hostel wegen seiner Sauberkeit und ruhigen Lage gelobt, haha!

Ansonsten wurden wir in Vietnam mal von einem Taxifahrer ausgeraubt, Axel hatte eine üble Magen-Darm-Geschichte in Thailand und Sue ist auf Bali in einem Gitter im Boden eingebrochen, was es auch auf unsere Hitliste der schlimmsten Erlebnisse geschafft hat.

Habt ihr jemals eine wirklich misslungene Flugreise erlebt?

Ohja! Da fällt uns direkt der Flug von Bali über Jakarta und Doha nach Deutschland ein. Der erste Flug hatte so viel Verspätung, dass wir in Jakarta den Anschlussflug verpasst hatten. Total übermüdet haben wir uns in einem Kapselhotel angemietet, da der nächstmögliche Weiterflug erst 12 Stunden später war. Währenddessen lief natürlich unser Visum ab und wir mussten pro Person rund 60 € Strafe für die Überziehung bezahlen.

Die Kosten für die neue Flugbuchung haben wir leider nicht erstattet bekommen, da die erste Airline bis heute behauptet, dass der Flug pünktlich ging. Unterwegs waren wir fast 2.5 Tage am Stück und waren noch nie so glücklich wieder in Deutschland zu sein.

Was würdet Ihr auf der Weltreise mit dem Wissen von Jetzt anders machen?

Wir buchen mittlerweile sehr gerne alle Flüge mit mehreren Stopps über eine Fluggesellschaft, da es so leichter ist im Notfall neue Tickets zu bekommen. Und wir dokumentieren jede Flugverspätung, damit wir einen Beweis an der Hand haben.

Ansonsten sind wir, was Betrug und Kriminalität angeht, durch unsere Reisevorbereitung für Südafrika sehr informiert. Dabei ist es uns wichtig, trotzdem erstmal Menschen zu vertrauen und nicht in jede Situation mit allen möglichen Szenarien im Kopf reinzugehen. Gleichzeitig sind wir aber vorsichtiger und brechen alle Zelte ab, wenn wir uns irgendwo unwohl fühlen. Wir lernen mit jedem Land und jeder neuen Herausforderung viel dazu und denken, dass wir spätestens in drei Jahren absolute Supergurus werden.

Welche Dinge sollten Reisende beachten, die gerade dabei sind, ihre Weltreise zu planen, basierend auf euren eigenen Erfahrungen?

Lass dir von niemand anderem sagen, wie eine Weltreise auszusehen hat. Egal ob du lieber langsamer oder schneller unterwegs bist, einen Kontinent intensiv bereisen oder die Welt dabei einmal umrunden möchtest. Dein Reisestil ist so individuell wie du selbst und sollte sich nach deinen eigenen Bedürfnissen ausrichten und nicht für andere Sinn ergeben. Und plane nicht allzu viel konkret im Vorfeld, damit du vor Ort nach deinem Bauchgefühl entscheiden kannst. Das ist für uns pure Freiheit.

Postcard for You

Kannst du uns von einer herausfordernden oder schwierigen Gegebenheit erzählen, die während eurer Weltreise aufgetreten ist?
Unser herausforderndstes Erlebnis auf Reisen war der Autokauf und Umbau in Chile, ohne, dass wir die Sprache hundertprozentig beherrscht haben zu dem Zeitpunkt. Wenn man denkt, dass es in Deutschland bürokratisch zugeht, dann muss man tatsächlich einfach als Ausländer ein Auto in Chile kaufen. Es ist möglich, aber sehr kompliziert und alles muss notariell beglaubigt werden. Im Endeffekt haben wir es tatsächlich innerhalb von zwei Wochen geschafft, ein Auto zu finden und nach unseren Wünschen selbst umzubauen. Die Tage waren lang und die Nächte kurz, aber all die Mühen haben sich hundertprozentig gelohnt.
Hat euch schon einmal ein Flug richtig im Stich gelassen?
Unser größter Flug Fail hatte mit der Zeitumstellung in Amerika zu tun und, dass sie uns den Flug, obwohl wir schon eingecheckt waren, mitten in der Nacht gecancelt haben. Durch einen Zufall sind wir aufgewacht und haben aufs Handy geschaut, sonst wären wir wahrscheinlich ahnungslos an den Flughafen in San Francisco am Morgen gefahren. Die Airline hatte uns bereits umgebucht, aber über Kanada, wo wir gar keine Einreiseerlaubnis hatten. Sodass wir mitten in der Nacht umbuchen mussten. Das Witzigste war allerdings, dass man unseren neuen Flug am nächsten Tag am ganzen Flughafen nicht mehr gefunden hat. Er war weder am ursprünglich angekündigten Boarding Gate, noch auf den großen Anzeigetafeln. Er war plötzlich weg. Nicht mal die Mitarbeiter wussten was los war. 10 Minuten vor Abflug haben wir mit Hilfe von Flughafenmitarbeitern dann doch noch den Flug gefunden und mussten nur noch über den ganzen Flughafen rennen, um unseren Flug zu bekommen. Doch unser Flugtag war noch nicht zu Ende. Durch Unwetter saßen wir ewig im Flugzeug, ohne loszufliegen, dabei mussten wir unseren Anschlussflug in Texas bekommen. Im Endeffekt hatten wir nur noch 15 Minuten Umstiegszeit. Netterweise ließen uns alle Passagiere vor, sodass wir eine Chance hatten, den anderen Flug noch zu bekommen (denn auch hier mussten wir wieder über den ganzen Flughafen rennen). Als wir schon fast am anderen Flugzeug waren, bemerkte Dieter, dass sein Ausweis noch im letzten Flieger war. Also musste er den ganzen Weg zurück. Derweil versuchte Diana die Mitarbeiterin am Gate zu überzeugen, dass der Flieger nicht ohne sie abheben darf. Dieter sprintete also den Weg zurück, kam irgendwie wieder in das andere Flugzeug, ergatterte den fehlenden Ausweis und rannte wieder zum neuen Flug. Kurzgesagt. Wir haben ihn gerade noch so bekommen.
Was hättet ihr gerne im Voraus gewusst, bevor ihr eure Weltreise begonnen habt, und wie hätte das eure Entscheidungen beeinflusst?

Das ist eine schwierige Frage für uns, weil wir in allen Herausforderungen Wachstumsmöglichkeiten sehen und, auch wenn es vielleicht doof klingt, im Nachhinein alles irgendwie seinen Sinn hatte. Ganz nach dem Sprichwort: Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden. Wenn wir an irgendwelchen Geschehnissen was ändern würden, hätten wir vielleicht den einen Moment verpasst, besondere Menschen nie kennen gelernt oder eine Gelegenheit nicht wahrnehmen können.

Beispielsweise konnten wir wegen schlechtem Wetter einige geplanten Dinge in Neuseeland nicht machen und sind deshalb zurück zu unserem Herzensort nach Wanaka, wo wir den ganzen Tag und einen ganzen Weinflaschenabend mit zwei wunderbaren Menschen verbringen durften. Aus diesem Moment ist eine ganz tolle Freundschaft entstanden, die es vielleicht sonst nicht gegeben hätte.

Oder viel krasser eigentlich, wollten wir unsere Weltreise bereits 2020 machen, das hat aus gegebenen Ursachen nicht geklappt. Damals waren allerdings nur 8 Monate geplant. Wie das Schicksal so wollte, ging 2022 als es dann endlich mal losgehen sollte, aber ziemlich viel schief. In der Vorbereitungsphase wurden wir plötzlich aus unserer Wohnung gekündigt, die wir nur untervermieten wollten. Was bedeutet hat, dass wir innerhalb von 2 Monaten unser ganzes Hab und Gut verkauft haben. Die Anfangszeit war somit viel nervenaufreibender und stressiger als gedacht, aber durch viele Fügungen haben wir nun 2 Jahre statt 8 Monate Zeit.

Man kann nie sagen, dass das andere zu dem Zeitpunkt besser gewesen wäre, weil man es nicht erlebt hat. Manchmal muss man sich einfach in das Unbekannte fallen lassen, im Vertrauen, dass alles zu seinem Höchsten und Besten passiert. Und vielleicht würden wir uns genau dies als Erinnerung mitgeben für die schwierigeren Zeiten 😊

In Anbetracht eurer Erfahrungen jetzt, welche Ratschläge würdet ihr Jemanden geben, bevor dieser auf Weltreise geht?

Wenn du gerade deine Langzeitreise planst, bist du bestimmt sehr beschäftigt und hast viele Fragen. Es gibt super viele und tolle Blogs, die dir ausreichend Tipps mit an die Hand geben. Mache einfach einen Schritt nach dem anderen, dann wirst du all die offenen Themen bald gelöst haben. Lass dich dabei nicht aus der Ruhe bringen und behalte den Spaß an der Sache. Denn egal, ob du eher jemand bist, der alles vorbereitet haben möchte oder jemand, der einfach mal so drauf los reist, es wird immer etwas passieren, dass du nicht kommen sehen hast oder auf das du dich nicht vorbereiten konntest. Denn das gehört bei einer Langzeitreise nun mal dazu. Du hast dich mit diesem Schritt schon weit aus deiner Komfortzone herausbewegt und befindest dich nun quasi permanent in der Wachstumszone. Es werden Herausforderungen kommen. Diese wirst du meistern. Und damit deine Komfortzone Schritt für Schritt erweitern. Und plötzlich fühlst du dich in Bereichen wohl, die dir vorher vielleicht sogar Angst gemacht haben.

Darüber hinaus geben wir dir noch vier Tipps mit, die zwar banal klingen, aber super essentiell für deine perfekte Langzeitreise sind.

  • Plane nicht zu viel im Voraus: Einfach, weil sich Pläne ständig ändern. Das kennst du vlt. schon vom normalen Alltag zu Hause. Gerade eine Langzeitreise heißt, ständige Veränderung. Sei offen, für alles, was kommt und behalte dir die Flexibilität auf Veränderungen spontan reagieren zu können.
  • Plane Puffertage ein: Eben auch, um spontan länger an einem Ort bleiben zu können, wenn du das willst oder was ganz anderes zu machen, als du eigentlich geplant hattest.
  • Plane Ruhephasen ein: Am besten nach jeder Actionreichen Phase. Wie häufig und wie lange diese Phasen sein müssen, hängt an deinem individuellen Reisestil. Doch auch Schnellreisende brauchen ab und zu mal Zeit, das Erlebte zu verarbeiten. Wir haben uns am Anfang in Südostasien keine Zeit zwischen den Stationen gegönnt, sodass wir nach 2 Monaten unterwegs schon derart ausgebrannt waren, dass wir alles Neue nicht mehr so richtig genießen konnten.
  • Für keinen anderen muss deine Reise Sinn ergeben. Das gilt für die Wahl deiner Orte, wie du reist, wie viel du ausgibst, wo es dir gefällt und wo eben nicht. Deine Reise, deine Regeln.

Und schlussendlich bleibt eigentlich nur, dir viel Spaß zu wünschen bei deinem neuen Abenteuer.

In X Tagen um die Welt

Gab es einen Augenblick, der euch auf eurer Weltreise besonders schwer getroffen hat?

Rückblickend müssen wir sagen, dass wir kaum ein richtig schlimmes Erlebnis auf unserer Weltreise hatten. Manchmal haben wir uns in einer Stadt nicht so wohlgefühlt, oder es war auch mal eine Busfahrt anstrengend, aber wirklich schlimm war kaum etwas.

Unser schwerster Augenblick hing mit dem Mietwagen in Costa Rica zusammen. Die Straßen in Costa Rica sind einfach nur schlecht und leider haben wir es auf der Nicoya-Halbinsel geschafft, einmal mit dem Unterboden so richtig aufzusetzen. Danach streikte das Auto, und wir setzten uns mit unserer Mietwagenfirma in Verbindung. Zum Glück gab es in dem kleinen Ort an der Straße genau ein Hotel, das gerade eröffnet hatte, und wo wir als erste Gäste fix einziehen durften. Die Mietwagenfirma wollte uns nur helfen, wenn wir nochmals eine Kaution für ein neues Auto auf der Kreditkarte hinterlegen würden und zusätzlich auch schon einmal 2000 Euro für den vermeintlichen Schaden am Getriebe. Denn aufgepasst, Getriebe und Motor sind so gut wie nie bei Mietwagen mitversichert, auch nicht wenn ihr Vollkasko mit Rückerstattung der Selbstbeteiligung gebucht habt. Und dafür wollten sie sich schon einmal absichern. Wir hatten eine Patt-Situation: Wir standen irgendwo im Nirgendwo mit einem kaputten Mietwagen und sollten viel Geld bezahlen, damit wir einen neuen Wagen bekommen, und die Mietwagenfirma bekam es nicht hin, diesen Betrag auf der Kreditkarte zu blocken. Im Nachhinein vielleicht unser Glück, denn sonst wäre das gesamte Geld wohl weg gewesen. Nach vielen Tränen, Telefonaten mit der Bank und Nachrichten mit der Mietwagenfirma entschieden wir uns gegen einen Ersatzwagen und teilten ihnen mit, dass sie das kaputte Auto abholen sollen, und wir mit dem Bus weiterreisen würden. Im Zweifel würden wir den Schlüssel beim Hotel hinterlegen und gut… Ja, und schon kam ein Abschleppwagen und holte das kaputte Auto ab. Das ging plötzlich ganz fix. Noch ein Erinnerungsfoto mit dem Abschleppdienst und unserem Schlüssel in seiner Hand, damit wir irgendwas als Beweis hatten, und schon waren wir es los. Die Kaution war natürlich weg, und wir waren froh, nicht noch mehr gezahlt zu haben, aber andererseits waren wir auch traurig, dass es jetzt mit dem Bus weiterging und wir einige Dinge in Costa Rica von unserer Liste streichen mussten, da diese ohne Auto nicht erreichbar waren.

Erzählt uns von einem Flug-Fiasko, das Ihr, während eurer Reisen erlebt habt.

Schon einmal am Flughafen gestanden und plötzlich kein Ticket mehr gehabt? So erging es uns.

Wir holen ein wenig aus: Im Oktober 2019 buchten wir Flüge nach Bangkok und Chiang Mai für Oktober 2020. Ihr alle wisst, was dann kam, und natürlich wurden die Flüge storniert. Unser Fehler war, bei Opodo gebucht zu haben. Damals taten wir das noch regelmäßig über solche Plattformen, seitdem nur noch bei der Fluglinie. Denn es war unmöglich, Opodo irgendwie zu erreichen. Wir hatten das Geld schon abgeschrieben.

Im Januar 2021 hat sich dann Thai Airways plötzlich bei uns gemeldet und uns angeboten, die stornierten Flugtickets in «Gutscheine» zu verwandeln. Einzige Bedingung: Sie müssen bis Ende 2022 eingelöst sein, und wir konnten nur wieder genau die gleiche Flugstrecke buchen. Wir waren absolut begeistert und haben im August 2022 noch in Costa Rica mit Thai Airways telefoniert und unsere Flugtickets für den Dezember nach Bangkok und dann weiter nach Chiang Mai klargemacht. Ein paar Tage vor Abflug habe ich noch unsere Sitze reserviert und hätte Snacks buchen können. Auch über eine Änderung der Flugzeit wurden wir ordentlich informiert.

Am 9. Dezember standen wir dann also, pünktlich wie wir sind, 3,5 Stunden vor Abflug am Check-In und bekamen gesagt: Sie haben keine Tickets. Sie haben im Oktober eine Rückerstattung erhalten!

Wir waren baff. Rückerstattung? Davon wussten wir nichts. Die Dame von Thai Airways erklärte uns, dass Opodo gerichtlich die Summe der Tickets bei Thai Airways eingeklagt hat und diese am 19. Oktober an uns erstattet wurde. Nur hat Opodo wohl vergessen, uns auch darüber zu informieren.

Die haben dann am Check-In eine Nummer von Opodo rausgekramt, und wir konnten dort anrufen. Damit wir mit jemandem sprechen konnten, musste ich meine Buchungsnummer aus der Mail von Oktober 2019 eingeben… was ein Glück, dass ich die noch hatte.

Die Dame am Telefon bestätigte uns, dass das Geld bei Opodo angekommen wäre, aber wir die Rückerstattung einleiten müssten, sonst bekommen wir das nicht. Klar… warum sollte ich eine Rückerstattung anfordern, wenn wir nichts davon wissen und denken, wir hätten unsere Flugtickets, für die wir zwei Tage vorher auch online noch alles dazubuchen konnten, was wir wollten. Opodo wollte wohl hier klar das Geld einstreichen, weil sie sich nie bei uns gemeldet haben. Aber helfen konnten die uns in dem Moment auch nicht.

Wir hatten also keine bezahlten Flugtickets und standen wohnungslos am Frankfurter Flughafen und wollten einfach nur nach Thailand.

Das Ende der Geschichte: Wir haben die Tickets komplett neu kaufen müssen, und wir sagen euch, da schwitzt man ganz schön, denn die Bezahlung mit Kreditkarte am Check-In-Schalter und das Umschreiben neuer Tickets kann echt lange dauern. Der Check-In hatte bereits geschlossen, nur eine Mitarbeiterin blieb für uns extra da.

30 Minuten vor Boarding hatten wir dann endlich Flugtickets und durften unser Gepäck einchecken. Durch die Sicherheitskontrolle und zum Gate ging es dann im Galopp, und wir durften doch noch nach Thailand fliegen.

Puh, so einen Stress wollen wir nie wieder. Das Geld von Opodo haben wir inzwischen tatsächlich wiederbekommen, aber wir haben wieder gelernt: Buche nie über Buchungsplattformen, sondern immer bei der Airline direkt. Da hast du wenigstens einen Ansprechpartner.

Ansonsten liefen all unsere Flüge bisher reibungslos. Wir buchen aber immer bei einer Airline direkt, am liebsten Direktflüge und wenn es mal ein Gabelflug sein muss, dann achten wir darauf, dass beide Flüge von der gleichen Airline durchgeführt werden. So hatten wir noch nie Stress mit der Umsteigezeit oder verloren gegangenes Gepäck.

Falls ihr die Chance hättet, eure Weltreise neu zu planen, welche Anpassungen würdet ihr vornehmen?

Wir würden definitiv noch langsamer reisen und auch immer wieder Pausen an einem Ort einplanen. Unterwegs ist für uns der Blog sehr auf der Strecke geblieben. Das würden wir beim nächsten Mal anders machen und 2-3 Wochen intensiv reisen und dann mindestens 2 Wochen an einem Ort bleiben, um alles für den Blog und YouTube aufzuarbeiten. Während des «schnellen» Reisens haben wir das einfach nicht geschafft.

Wir würden auch immer empfehlen, bereits vorher eine Selbstständigkeit aufzubauen, falls das der Wunsch ist. Wir haben festgestellt, dass das unterwegs nicht geht, ohne dass man am Reisen oder der Selbstständigkeit Abstriche macht. Unser Anspruch war es immer zu reisen und die Welt zu sehen, und plötzlich saßen wir tagelang an einem Ort, der uns manchmal auch nicht gefiel, um selbstständig zu werden und Geld zu verdienen, damit die Reise nicht endet. Irgendwie ein fauler Kompromiss für uns… Also am besten vorher darauf konzentrieren und die Selbstständigkeit bereits auf sichere Füße stellen, dann ist es unterwegs entspannter.

Der dritte Punkt mag sich widersprüchlich zu dem vorher Anhören, aber wir empfehlen, sich mehr auf das Reisen zu konzentrieren, wenn es das ist, warum du auf Weltreise gehst. Mach dir nicht so viele Gedanken darüber, wie lange das Geld am Ende reicht, sondern sei im Hier und Jetzt. Gib das Geld auch aus und spare nicht an den Dingen, die du schon immer machen wolltest, nur weil dir andere ein Bild vermitteln, dass du sparsamer reisen kannst oder länger mit Betrag XY unterwegs sein könntest. Social Media drückt einen da oft einen Vergleich auf. Nicht jeder muss von unterwegs Geld verdienen, und Remote zu arbeiten bedeutet eben auch nicht, jeden Tag die Länder zu entdecken, sondern auch oft einfach nur langweilig im Hotel am Laptop zu sitzen.

Was sind eure wichtigsten Hinweise für diejenigen, die sich auf eine Weltreise begeben möchten, basierend auf dem, was ihr selbst gelernt habt?

Überlege dir vorher, was du willst. Warum möchtest du reisen, und halte daran fest. Egal, was andere dir auf Social Media zeigen, finde deinen Weg und mache das, was für dich richtig ist. Du hast schon immer davon geträumt, eine Bootsfahrt durch die Halong-Bucht zu machen, dann mache es. Du wolltest schon immer den Tauchschein, dann mache ihn… Lass dich nicht davon abbringen, nur weil andere günstiger reisen oder mit dem gleichen Geld länger unterwegs sind. Jeder ist anders, und jeder ist aus anderen Gründen unterwegs.

Behalte immer die politische Lage in den Ländern im Blick und reagiere darauf. Gerade in Süd- und Mittelamerika haben wir erlebt, wie sich Länder von heute auf morgen destabilisieren können, und du als Tourist hast das große Privileg, einfach in den Flieger zu steigen und im Zweifel bei Unruhen das Land zu verlassen. Vorausgesetzt, du hast die politische Lage im Blick und kannst das noch rechtzeitig tun.

Und weil es uns getroffen hat: Checke immer genau deinen Mietwagenanbieter. Sind Getriebe und Motor mitversichert? Denn das ist wohl oft nicht die Regel und kann ganz schön teuer werden.

HEESS onTour

Was war euer Schlimmstes Erlebnis auf Weltreise?
Wir mussten tatsächlich etwas länger überlegen, was unser schlimmstes Erlebnis auf der Weltreise war. Es sind sicherlich nicht alle Pläne so aufgegangen, wie wir wollten, aber jetzt rückblickend gesagt, sind diese negativen Erinnerungen verblasst. Ein richtig schlimmes Erlebnis auf der Weltreise gab es bei uns zum Glück tatsächlich nicht. Ein Erlebnis, auf welches wir auch heute noch gut verzichten hätten können, war unsere Corona-Erkrankung in Mexico. Gleich in unserem ersten Land auf der Weltreise, im ersten Monat, haben wir uns mit Corona angesteckt. Wir waren jedoch nicht krank und haben es auch nur gemerkt, weil wir für die Weiterreise in die USA einen negativen Corona-Testergebnis vorweisen mussten. Die Überraschung bei uns war dann riesig, als wir diesen Test nicht bestanden haben. Die Flüge waren gebucht, unser Visum für Mexico sollte in ein paar Tagen auslaufen und wir konnten den Flieger nicht besteigen. Das war für uns anfangs ein doofes Gefühl und als Reiseneulinge hat uns das kurze Zeit etwas aus dem Konzept gebracht. Da wir aber glücklicherweise gesundheitlich fit waren, haben wir aus den 2 Wochen Zwangspause das Beste gemacht und sind 16 Tage später in den nächsten Flieger gestiegen und haben die Reise fortgesetzt. Das ausgelaufene Visum war gerade am Abflugtag das stressigste Erlebnis. Wir hatten vorab mit der Botschaft Kontakt und haben uns informiert, wie wir uns verhalten sollen bei der Ausreise. Alle Aufregungen und schlechten Gedanken waren jedoch völlig unbegründet. Der nette Herr bei der Ausreise hat es nämlich nicht interessiert und es war kein Problem. Als wir dann 6 Monate später für einen kurzen Transfer zurück nach Mexiko gereist sind, hatten wir erneut etwas Bammel, ob unsere Visa-Überschreitung wohl irgendwo vermerkt war. Aber anscheinend nicht, denn die Einreise ging noch viel einfacher als beim ersten Mal und wir haben sogar eine noch längere VISA-Dauer erhalten.
Hattet Ihr Mal so einen richtigen Flug Fail?

Das Thema Fliegen war/ist bei uns ein kompliziertes Thema. Einer von uns Beiden kämpft mit starker Flugangst, was dazu führt, dass wir nicht einfach schnell nach dem günstigsten Flug Ausschau halten und am nächsten Tag losfliegen können. Zum anderen wurde uns auf der Reise immer wichtiger, dass wir auf möglichst viele Flugreisen verzichten möchten, wenn andere Fortbewegungsmittel zur Verfügung stehen.

Wenn wir fliegen, dann wählen wir sowohl die Fluggesellschaft, die Route (am besten Direktflüge), die Flugzeugtypen ganz bewusst aus und wir benötigen für einen Flugtag ein paar Tage Vorbereitungszeit. Der Preis spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Und so können wir heute sagen, dass wir bis jetzt tatsächlich keinen Flug-Fail hatten.

Was würdet Ihr auf der Weltreise mit dem Wissen von Jetzt anders machen?

Wir haben sehr schnell während der Weltreise gemerkt, dass zu viel Planen und zu langes Vorausplanen überhaupt nichts bringt, sondern schon fast verlorene Zeit ist. Klar, die wichtigsten Dinge wie VISUM, Einreisebestimmungen, etc. sind immer wichtig, vorab zu wissen. Aber zum Beispiel schon 3 Länder im Voraus zu planen hat bei uns absolut keinen Sinn mehr gemacht. Und das sagen 2 Leute, die vor der Weltreise ein ganz anderes Leben geführt haben. Es war strukturiert, geplant – sogar teilweise weit voraus – und durchgedacht. Wir hätten es nie für möglich gehalten, dass wir 45 Tage nach Weltreisestart schon ganz anders leben und denken. Auch wenn es plakativ klingt, wir würden mit dem jetzigen Wissen nach Weltreise, deutlich entspannter an die nächste Planung gehen. Und dieses Nicht-Planen genießen wir auch tatsächlich. Dies gibt uns die Freiheit, einfach spontan zu reisen und das zu machen, auf was man gerade Lust hat. Und diese „Freiheit“ ist wohl für uns das absolute Plus eines Weltreise-Lebens. Und natürlich hilft dies auch beim Arbeiten auf Reisen. Und Ja, wir sind uns sehr bewusst, dass für Reisende, die noch vor ihrer Weltreise stehen, das sehr schwierig zu verstehen ist. Man liest es gefühlt überall in der eigenen Vorbereitung, denkt sich seinen Teil dazu und wir glauben, dass dann 99% der Reisenden irgendwann denken „ah ja, stimmt ja doch. Hätten wir nicht so viel geplant im Voraus“.

Was sind Dinge, die ihr anderen mit auf den Weg geben würdet, die gerade eine Weltreise oder Langzeitreise planen.
Da fallen uns sofort folgende Wörter ein „JUST DO IT“. Es gibt kein Richtig und Falsch. Es gibt kein „so muss man es machen“. Und jeder reist anders. Andere Reisende (Reiseblogger, Influencer, etc.) können eine Hilfe sein, aber am Schluss ist jeder unterschiedlich und jeder wird sein „Way of Travelling“ selber herausfinden. Man macht eine solche Reise allein für sich und für niemand anderen und es müssen auch nicht alle Menschen (Familien, Freunde, andere Reisende) verstehen, warum man was, wie macht. Solange es sich für einen gut anfühlt, dann ist es der richtige Weg.

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