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Kolumbien: Sprachkurs in Medellín & Guatapé

Geschrieben von Tobi am . Veröffentlicht in .

Wie im letzten Beitrag schon berichtet, sind wir gut in Medellín angekommen. Wir hatten die Stadt, wie ja das ganze Land nicht gross auf dem Schirm, haben aber irgendwann überlegt, wenn wir schon in Kolumbien sind, dann können wir die Zeit ja auch ein wenig nutzen, um einen Sprachkurs zu machen. Bei unserer ersten bzw. zweiten Planungsrunde für die Weltreise hatten wir das ja schon auf dem Schirm, so wie wir dann aber gestartet sind, hatten wir das irgendwie vergessen bzw. gehofft, dass wir auf den Gruppenreisen so viel lernen, dass wir auch alleine überleben würden. Ich glaube, das würden wir auch, aber es ist doch angenehmer, wenn man die Sprache ein wenig besser beherrscht. Möchten wir doch auch die Menschen kennen lernen und dann geht es eben nur über Spanisch. In Medellín wurde uns eine Sprachschule empfohlen, dafür nochmal vielen Dank Nathalia. Diese Sprachschule hat direkt angeschlossen ein kleines Hostel und ein Restaurant. Somit kann man ein Paket buchen, dass neben den eigentlichen Gruppenstunden noch zwei Privatstunden, die Unterkunft, Frühstück und Mittagessen enthält. Und das Ganze wirklich zu einem genialen Preis, wie wir finden. Wir waren also auf der einen Seite sehr gespannt, hatten aber auch einen hohen Anspruch. Wollten wir doch etwas lernen. Der erste Eindruck war aber recht positiv und bei all den Wanddekorationen zur spanischen Grammatik war uns klar, hier kann man was lernen.

Heute ist schon Donnerstag, der 01.09.2022 und damit tatsächlich unser 9-monatiges Reisejubiläum. Damit ist es jetzt offiziell, dass ziemlich genau die Hälfte der Zeit, welche wir uns für die Reise reserviert hatten, um ist. Das ist wirklich ein krasses Gefühl. Gefühlt sind wir erst seit ein paar Tagen unterwegs, dann kommen aber all die Erinnerungen, was wir erlebt und gemacht haben, hoch und man denkt, man muss schon Jahre unterwegs sein. Ist tatsächlich schwer zu beschreiben. Da der Schulalltag tatsächlich recht anstrengend ist, habe ich mich in den letzten Tagen schwer getan, mit diesem Beitrag zu starten. Jetzt sitzen wir aber in einem richtig schönen Café und ich nutze die Zeit. Corinne muss noch ein paar Hausaufgaben, ja so stressig ist die Schule, machen und ich hatte heute mehr Glück und bin damit schon fertig.

Wie waren jetzt aber die ersten Tage in der Schule, ausser anstrengend? Eigentlich macht es richtig Spass und wir lernen tatsächlich einiges. Es sind jetzt 4 Schultage um und ich habe das Gefühl, dass mir vieles viel klarer ist und ich vor allem bereits deutlich mehr Wörter kenne. Und das mit den Wörtern ist ja immer das Schwierigste, wenn man eine Sprache lernen möchte. Diese ständige überlegen nach Wörtern und dann rumstammeln, ist einfach nervig. Aber langsam funktioniert das ganz gut. Der erste Schultag, Montag, startete mit einer kurzen Einführung durch den Besitzer der Schule. Der Herr ist ca. in meinem Alter, also noch ganz schön jung, und hat die Schule vor 6 Jahren gegründet. Ursprünglich kommt er aus Kalifornien, ist aber irgendwie auch auf der halben Welt daheim. Er ist ein sehr charismatischer Typ, irgendwie hemdsärmelig und mit Leib und Seele bei der Sache. Ich glaube hier passiert nichts, ohne dass er involviert ist. Und so klein ist die Schule nicht, sind es doch immer so um die 80 Schüler, die jede Woche anwesend sind. Und da die Klassen nur max. 5 Personen sind, plus die Privatstunden, steckt da ein ganz schöner administrativer Aufwand dahinter. Allein jede Woche die Klassen einteilen und mit Lehrer ausstatten, da kommt was zusammen. Der Rundgang war eine kurze Sache, kurz das Schulgebäude gezeigt, das Restaurant erklärt und um 8 Uhr ging es schon los. Ok, der Tobi dachte, für ihn geht es um 8 Uhr los. Aber direkt die erste Erfahrung, wer lesen kann ist im Vorteil. Ich war eine halbe Stunde zu früh dran. 🙂 Egal. Corinne hatte etwas mehr Glück, sie musste erst um 9 Uhr starten. Gespannt wartete ich dann auf den Rest der Klasse und als wir vollzählig waren, merkte ich recht schnell, hurra ich bin im falschen Film. Wir waren 5 Schüler, wovon drei aus Frankreich waren und wirklich extrem gut Spanisch sprachen. Keine Ahnung wie ich in der Gruppe gelandet bin. Ich habe bis zur Pause mehr als geschwitzt und dann beschlossen, dass ich die Gruppe wechsle. Das war mir einfach zu heftig und ich habe nicht wirklich viel verstanden. Also bin ich in eine andere Klasse und dort war es dann auch angenehmer und ich hatte ab dem Tag auch jeden Tag erst um 9 Uhr Start. Also ein doppelter Gewinn. 🙂 Corinne hatte auch in den Fall etwas mehr Glück, sie wurde in eine recht coole Klasse eingeteilt. Waren zwar recht junge Leute, aber sie hatte eine super Lehrerin, und hat daher riesige Fortschritte gemacht. Bin ich ganz schön stolz. Es hilft einfach, wenn man schon etwas Französisch sprechen kann, um Spanisch zu lernen. Das habe ich schon in meiner ersten Gruppe gemerkt. Für die ist alles viel logischer als für mich. Nach dem Mittagessen im Restaurant, hatte ich dann tatsächlich direkt noch meine erste Privatstunde. Und was soll ich sagen, dass war dann nochmal eine richtige Herausforderung. Die Lehrer ziehen das voll durch und löchern einen auf Spanisch. Das ist mühsam, aber nur so lernt man auch etwas. Am Abend waren wir aber beide total fertig. Wir sind nur eine Kleinigkeit Essen gegangen und haben uns mal wieder mit Kay, unserer Reisebegleiterin aus London getroffen. Sie ist in der Zwischenzeit auch in Medellín angekommen und bleibt noch ein paar Tage hier, ehe sie am Wochenende in die Heimat fliegt. Danach sind wir recht früh ins Bett und sind erschöpft eingeschlafen.

Dienstag war dann schon der zweite Schultag und wir waren beide recht fleissig. Nach der Schule und dem Mittagessen hatte Corinne ihre erste Privatstunde, was der Tobi für einen kurzen Mittagschlaf genutzt hat. Danach sind wir in ein Café und haben dort ein wenig gelernt. Ausserdem haben wir begonnen verschiedene Podcasts auf Spanisch zu hören oder unsere Vokabeln in Apps zu erfassen, damit wir immer lernen können. Am Abend sind wir nochmal mit Kay zum Essen. Es war unser «Sicherheits-Abschiedsessen». Ich nenne das mal so, weil wir noch nicht genau wissen, ob wir sie vor ihrer Abreise nochmal sehen. Sie hat verschiedene Ideen wie sie die letzten Tage verbringen mag und ist sich nicht sicher, ob sie in Medellín bleibt. Daher haben wir uns am Abend mal verabschiedet, um sicher zu sein, dass wir das auch gemacht haben. 🙂 Es war recht emotional, sind wir jetzt doch seit einigen Wochen mehr oder weniger gemeinsam gereist und haben viel zusammen erlebt. Es ist aber ein schönes Gefühl, dass wir Freunde finden, welche überall verteilt leben. Und wir sind uns sicher, irgendwann treffen wir uns wieder. Aber damit sind Corinne und ich jetzt aktuell die letzten aus unserer tollen Gruppe, welche gemeinsam am 18.06.2022 in Playa del Carmen gestartet ist. Wird auch für uns ein neues Gefühl sein. Danach sind wir zurück ins Hostel und wollten eigentlich nur noch schlafen. Leider war die Nacht etwas lärmig, hatte doch ein Gast noch eine Party mit dem Rezeptionisten. Und da unser Zimmer direkt neben der Rezeption liegt, hatten wir auch etwas davon. 🙂 War etwas unangenehm, aber damit muss man in einem Hostel eben auch mal rechnen und aufregen bringt ja auch nichts. Wir sind trotzdem irgendwann eingeschlafen.

Der Mittwoch war dann wieder Schultag und der Nachmittag war wieder Zeit im Café mit Lernen. Wir haben direkt neben der Unterkunft ein so tolles Café, das ist mega. Der Cappuccino schmeckt super und es gibt süsse Teile, welche einfach der Hammer sind. Schoko-Croissants, Muffins, Zimtschnecken, usw. Alles frisch gebacken und handgemacht. Der Hammer und dann ist es für uns auch noch super billig. Wir laufen da nicht raus mit einer Rechnung über 4 bis 5 Euro. Wäre in der Heimat unvorstellbar. Am Mittwochabend war dann noch die erste Aktivität, welche von der Schule organisiert wird. Wir sind alle gemeinsam mit diversen Taxis zu einem Aussichtspunkt über der Stadt gefahren, an welchem man neben der tollen Aussicht auch tolles, lokales Essen und Getränke kaufen kann. Vor allem verschiedene Würste und Kartoffeln mit Fleischstücken, Mais, verschiedenen Saucen und überbacken mit Käse. Es war der Hammer, so eine tolle Aussicht. Auf das Angebot, sich an Gummiseilen angebunden, in die Höhe katapultieren zu lassen, haben wir verzichtet. Ebenfalls auf das Angebot auf einem gesicherten Fahrrad auf einem Hochseil zu fahren.

Wir haben viel mehr das Essen genossen und hatten eine gute Zeit. Bevor wir los sind, hat uns der Besitzer noch informiert, in welche Gegend wir fahren. Und diese hatte es in sich. Ist es doch eine Gegend, in die man vor 3 Jahren noch nicht reisen konnte. Medellín war lange eine der gefährlichsten Städte der Welt und der Krieg zwischen verschiedenen Banden legendär. Natürlich ging es immer um Drogen, da muss man sich nichts vormachen. Die Regierung der Stadt hat alles versucht, um der Sache Herr zu werden und hat vor allem in den öffentlichen Nahverkehr und öffentliche Plätze investiert. So wurde z.B. ein Busnetz aufgebaut, welches die verschiedenen Vororte verbindet. Dies nahm den Banden die Gelegenheit, ihre Drogen mit den bisher örtlichen Bussen zu transportieren bzw. diese für Geldsendungen oder andere Kurierdienste zu missbrauchen. Allein die Einführung dieser Busse führte dazu, dass erst vor 3 Jahren 8 Busfahrer erschossen wurden, welche sich nicht an die Regeln der Gangs halten wollten. Das ist schon krass, weil sich hier erst in den letzten Jahren alles zum Sicheren gewendet hat. Man muss trotzdem aufpassen, wohin man geht und auch was man aussteigt. Ich meine, wenn man in manchen Gegenden seine teure Kamera oder eine goldene Uhr überschwänglich präsentiert, muss man sich nicht wundern. Daher einfach alles etwas verstecken und nicht um jeden Preis auffallen. Wir haben uns aber absolut nicht unsicher gefühlt am Aussichtspunkt, sondern wir waren mal wieder mehr eine Attraktion für die Einheimischen. Viele kamen mit uns ins Gespräch und wir konnten tatsächlich unser Spanisch üben. Für die Einheimischen sind wir eben auch eine Geldquelle, welche man in Ruhe lässt und so die Einnahmen schützt. Es war ein super Abend und ich persönlich habe es mehr als genossen das Flair und die Atmosphäre zu geniessen. Gegend 22.30 Uhr waren wir dann wieder im Hostel und waren echt fertig. So viele neue Eindrücke, dass muss man auch erst verarbeiten.

Der Donnerstag war dann eher wieder ein normaler Tag mit Schule, von 9:00 bis 13:00 und am Nachmittag lernen und Blogschreiben im Café. Da macht das Arbeiten schon mehr Spass in so einer Umgebung. Heute morgen gab es noch das obligatorische wöchentliche Fotoshooting. 🙂 Daher auch direkt zwei Bilder, da wir ja zwei Wochen in der Schule waren. Ist schon schön wie auf so kleinem Raum, so viele Menschen aus so vielen verschiedenen Ländern zusammenkommen, sich unterhalten, sich gegenseitig beim Lernen helfen, zusammen lachen und Freundschaften entstehen. Für mich könnte es eigentlich immer und überall so sein und für mich mit der Hauptgrund, warum mir unsere Reise so gut gefällt. Den Abend haben wir recht kurz gehalten, wollten wir doch einfach nur noch eine Kleinigkeit essen und ein wenig Netflix schauen. Das muss auch mal wieder sein.

So, und schon wieder habe ich es geschafft deutlich in den Rückstand zu kommen mit unserem Blog. Was soll ich sagen, es ist schon Sonntag der 11.09.2022 und wir sind nicht mal mehr in Medellin, sondern bereits in Guatapé, aber dazu dann irgendwann im Verlauf mehr. Jetzt ist es erstmal wichtig, dass ich all das Erlebte wieder zusammen bringen kann. Und man glaubt es kaum, auch während einem Aufenthalt in einer Sprachschule kann recht viel passieren. Aber der Reihe nach, aufgehört habe ich ja mit letzter Woche Donnerstag. Und was folgt auf einen Donnerstag? Genau, ein Freitag, nämlich der 02.09.2022. Der Tag begann eigentlich ganz normal mit Schule, von 9 Uhr bis 13 Uhr bzw. für den Tobi etwas länger. Was aber nicht am Tobi lag, sondern daran, dass wir mit unserer Klasse nur 2 Stunden Unterricht gemacht haben und dann mit der Metro zu einem Museum in der Stadt gefahren sind. Wir haben das Museum «Museo Casa de la Memoria» (Haus der Erinnerung) besucht. Es ist ein Museum in Medellín, welches in einer grossen Dauerausstellung an die Drogen- und Bürgerkriege in Kolumbien seit 1948 erinnert. Das Museum wurde 2011 eröffnet und widmet sich an die Erinnerung an die Opfer und Täter des Krieges. Für mich war es ein besonderer Besuch, weil die Geschichte von Medellín noch eine sehr junge Geschichte ist. All die Taten, welche begangen wurden lagen teilweise nur ein paar Jahre zurück. Die Geschichte der Stadt ist durchzogen von Gewalt und Drogen. Noch vor 30 Jahren haben jedes Jahr über 10’000 Menschen in der Stadt ihr Leben verloren, weil sie ermordet wurden. Mittlerweile sind es nur noch ca. 600 – 700 Menschen im Jahr. Das sind noch immer viel zu viele, wenn man das aber mit anderen Städten, z.B. in den USA vergleicht, dann sind es sehr wenige. Wie es dazu gekommen ist, dann später mehr. Das Thema hat uns eigentlich über unseren ganzen Aufenthalt begleitet. Unser Besuch konzentrierte sich auf eine extra Ausstellung mit dem Titel «Asche im Mund». Das Thema war, dass Menschen von Ihren Erfahrungen und Erlebnissen aus dem Bürgerkrieg ein Lied singen. Dabei wurden Ihre Gesichter in Grossaufnahme gefilmt und das ganze läuft auf einer Leinwand. Nicht dass ich viel verstanden habe, da alles auf Spanisch war, aber das was ich verstanden habe, war nur brutal. Im Garten der Anlage und auch davor, wird mit Pflastersteinen, versehen mit Namen der Opfer an eben jene gedacht. Das Problem ist ein wenig, die Menschen in Kolumbien sind sehr optimistisch und vergessen recht schnell. Man sagte immer, ja da ist Krieg, ja da sind Probleme, aber das ist weit weg und man versuchte es immer zu verharmlosen. Daher wurde das Museum gebaut, um zu zeigen, wie schlimm es wirklich ist und dass kein Opfer vergessen wird. Direkt am Eingang hängt eine Liste mit Namen. Alles Menschen die in den letzten Jahren in Leben verloren haben, nur weil sie helfen wollten. Es sind Namen von Menschen, welche sich sozial engagiert haben und etwas verändern wollten. Wie lange die Liste heute ist – keine Ahnung, aber es sind bereits mehrere Tausend, welche in den letzten Jahren dazu gekommen sind.

Nach diesem doch recht harten Thema sind wir noch ein wenig durch die Stadt gezogen, haben etwas gegessen und getrunken, ehe es wieder zurück zum Hostel ging. Am Nachmittag sind Corinne und ich noch in ein Café, mussten wir diese Woche noch mit einem leckeren Kaffee abschliessen. Den Abend haben wir dann ganz gemütlich verbracht und nichts grosses unternommen.

Am Samstag ging es dann auf einen kleinen Ausflug mit unserer Schule bzw. einer Lehrerin der Schule als Guide. Auf dem Plan stand wieder eine Fahrt mit der Metro in die Stadt und anschliessend ein kleiner Rundgang. Auf dem Rundgang durch die Stadt haben wir die diversen Highlights der Stadt angeschaut wie die Kathedrale (Catedral Metropolitana de Medellín), den Plaza Botero mit den bekannten und teilweise recht lustigen Skulpturen von Fernando Botero, das «Museo de Antioquia» welches ein Natur- und Kulturmuseum ist, die «Basilica of Our Lady of Candelaria» oder den Plaza Cisneros mit seinen 300 Lichtsäulen, welche Nachts den Platz erhellen. Ausserdem sind wir noch durch diverse Einkaufsstrassen gelaufen und haben uns angeschaut, was man hier so alles kaufen kann. Es waren teilweise schon recht spezielle Läden dabei, vor allem im Bereich Partyausstattung und Kostüme. Das gibt es bei uns nicht so in der Form und Grösse. Begeistert war ich von der Anzahl an Schuhgeschäften bzw. Strassenverkäufer, welche Schuhe verkauften. Teilweise waren das Läden an Läden und davor noch fliegende Händler. Ich kann mir nicht vorstellen, wer diese Schuhe alle kaufen soll, so unfassbar viele Schuhe gab es hier.

Der Abschluss der Tour war dann beim Placita de Flórez, einem traditionellen Markt für Blumen, Früchte, Fleisch usw. Der Markt wurde am 25. Januar 1891 auf einem von Herrn Rafael Flórez gestifteten Grundstück eingeweiht, daher auch der Name. Ursprünglich hiess der Markt einmal «Mercado de Oriente» (Markt des Ostens), später wurde er dann «Plaza de Buenos Aires» genannt. Seit 2005 hat der Markt sein heutiges Erscheinungsbild und ist bekannt als Placita de Flórez. Es handelt sich um den ersten überdachten Platz von Kolumbien, der aufgrund seiner architektonischen, städtebaulichen, geschichtlichen Qualität zum Kulturerbe der Stadt erklärt und in das städtische Erbe aufgenommen wurde. Unser Ziel war es, an einem der ersten Stände die verschiedenen Früchte des Landes zu kaufen und zu probieren. Unser Guide kaufte immer ein paar Früchte, welche von den Personen am Stand gewaschen, geschält und geschnitten wurden. So konnten wir die verschiedensten Früchte wie Sternfrucht, Lulo, Maracuya, Passionsfrucht, Pitaya, und andere probieren. Das war sehr lecker und die Intensität wie die Früchte schmecken einfach unbeschreiblich.

Nach diesem gesunden Happen, sind wir mit der Metro wieder zurück Richtung Hostel. Da wir nicht mit so einem langen Marsch gerechnet hatten, waren wir entsprechend müde und mussten erstmal ein wenig ausruhen. Der Tag war eigentlich noch ein besonderer Tag. Es war nämlich noch unser Hochzeitstag, also von der standesamtlichen Trauung. Nach dem Vormittagsprogramm und dem Mittagsschlaf habe ich das aber irgendwie nicht mehr richtig auf die Reihe bekommen und wir waren an dem Abend nur eine Kleinigkeit Essen. Das Essen war lecker aber jetzt nichts Besonderes für so einen Anlass. Vielleicht müssen wir das zum Jahrestag der kirchlichen Trauung nochmal ein wenig anders machen.

Am Sonntag hatten wir einen ganz intensiven Tag. Zuerst haben wir uns nochmal mit Kay getroffen um uns diesmal auch wirklich zu verabschieden. Wir haben es noch auf ein leckeres Frühstück geschafft, ehe es für sie dann zum Flughafen und zurück nach London ging. Für Corinne und mich stand noch ein ganz besonderes Ereignis auf dem Programm. Für uns ging es zum Fussball. Es war Derby und damit ein Spiel zwischen den beiden Vereinen von Medellín. Uns wurde schon im Vorfeld klar gemacht, dass dies mit Abstand das intensivste und krasseste Fussballspiel in Kolumbien ist. Uns ich sage mal so, uns wurde nicht zuviel versprochen. Es war tatsächlich einfach nur krass was da am und im Stadion abging. Und ich habe doch schon einige Fussballspiele live gesehen, so etwas aber noch nie. Da wir inmitten der Fankurve unsere Karten hatten, wurden wir noch im Hostel informiert, wie wir uns zu verhalten haben und das wir auf keinen Fall die Farben grün oder weiss tragen sollten. Das waren die Farben des Gegners und ich glaube wir hätten das in dem Bereich nicht ohne bleibende Schäden überstanden. Das Spiel, auch «Clásico Paisa» genannt, ist die spanische bzw. vielmehr kolumbianische Bezeichnung für das Derby zwischen den Fußballvereinen Atlético Nacional und Deportivo Independiente. Da der Eigentümer der Schule Anhänger von Deportivo Independiente ist, hatten wir für eben jenen Fansektor unsere Karten. Deportivo Independiente Medellín, kurz DIM, wurde bereits 1913 gegründet und ist somit der älteste noch bestehende Fußballverein Kolumbiens. DIM versteht sich selbst als Volksverein und gilt traditionell als „proletarisch angehaucht“, während der erst 1947 gegründete Stadtrivale Atlético Nacional bürgerliche Wurzeln hat. Atlético National erlangte eine traurige Berühmtheit, als bei einem Flugzeugabsturz im Jahr 2016 22 Spieler des brasilianischen Fußballvereins Chapecoense auf dem Weg zum Hinspiel des Finales der Copa Sudamericana nach Medellín, zu Tode kamen. Bei dem Absturz starben insgesamt 71 Menschen. Atlético Nacional kündigte unmittelbar nach dem Unglück an, auf den Titel zu verzichten und forderte stattdessen, Chapecoense zum Titelträger der Copa Sudamericana zu küren, was der südamerikanische Fussballverband anschliessend auch tat. Der neue Titelträger Chapecoense bekam danach zwei Millionen USD als Siegprämie ausgeschüttet und als Fair-Play-Auszeichnung wurde Atlético Nacional eine Million US-Dollar zugesprochen. Ein anderer wesentlicher Unterschied zwischen den Vereinen ist, dass Atlético Nacional von Beginn an auf einheimische Spieler setzte und viele seiner Titel mit einer ausschließlich aus Kolumbianern gebildeten Mannschaft gewann. Dagegen absolvierte DIM die ersten Spielzeiten der 1948 eingeführten Profifußballmeisterschaft Kolumbiens mit einer Reihe von peruanischen Spielern, die die Fußballfans derart entzückten, dass diese Mannschaft den Beinamen La Danza del Sol (Der Sonnentanz) erhielt. Ausgetragen wird das Spiel jeweils im Stadion Estadio Atanasio Girardot, benannt nach einem Helden des kolumbianischen Unabhängigkeitskrieges zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Das Stadion wurde 1953 eingeweiht und hat eine Kapazität von ca. 45.000 bis 52.500 Zuschauern. Ehrlich gesagt gibt es so viele unterschiedliche Zahlen zur Kapazität, dass ich das also nicht wirklich bestätigen kann. Es sind zwar alles Sitzplätze, es sitzt aber im ganzen Stadion niemand. Uns so eng wie es war, kann es nicht sein, dass nur die Anzahl Personen im Stadion war, welche einen Sitzplatz hätten. Die beiden Mannschaften teilen sich das Stadion über die Sasion, so dass hier doch recht viele Spiele zu sehen sind. Zusammengefasst nach dem Spiel lässt sich sagen, es war der Hammer. Das Spiel war recht intensiv und die Stimmung noch viel intensiver. Das Resultat war, dass DIM mit 4:3 gegen Atlético Nacional gewann. Das Spannende war, dass DIM in der ersten Halbzeit schon 4:1 geführt hat, direkt in der zweiten Hälfte aber nur noch mit 10 Mann zu Ende spielen musste. Es gab eine rote Karte, was man dem Spiel dann doch sehr anmerkte. Es war mehr ein Kampf und gegen Ende dann sehr glücklich. Es war der erste Sieg für DIM seit mehreren Jahren und die Stimmung daher noch ausgelassener. Es war ein perfekter Abend und wir hatten jede Menge Spass. Und eigentlich war das ganze sogar recht friedlich. Ok, beim Einlass zu unserem Bereich der Männer, Frauen und Männer hatten verschiedene Eingangstore direkt zum Aufgang im Stadion, gab es ein paar Probleme, weil sich nicht alle in der Schlange anstellen wollten sondern versuchten direkt vorne reinzudrängen, was dazu führte, dass es ein paar handfeste Auseinandersetzungen gab. Aber das war dann schon alles. Im Vergleich zum Vorjahr, als es vor dem Spiel zu grösseren Auseinandersetzungen kam, welche teilweise direkt mit Macheten ausgefochten wurden, war das doch harmlos. Wobei man sagen muss, Angst hatten wir keine. Es war immer Polizei anwesend und der Grossteil der Fans war absolut friedlich und viele haben gemerkt, dass wir nicht von hier sind und haben sich mit uns unterhalten oder wollten helfen. Das war schon richtig cool. Auf der anderen Seite konnte man aber auch sehen, wie gefährlich das Leben hier sein kann. Viele Anhänger sind im Verlauf des Abends mit freiem Oberkörper im Stadion gestanden. Einige davon waren deutlich gezeichnet mit Wunden von Stichverletzungen usw. Das war dann schon erschreckend, weil viele davon doch recht jung waren. Viele der Fans kommen aus den Vororten wo jeder Verein seine Fanclubs hat. Und da herrschen teilweise einfach noch andere Regeln und Gesetze. Das war schon heftig.

Nach dem Spiel gab es noch ein oder zwei Bier in einer Bar neben dem Stadion ehe wir wieder mit einem UBER zurück zum Hostel sind. Die Nacht war entsprechend kurz und noch völlig aufgeputscht von der Stimmung, konnten wir eh nicht richtig schlafen.

Und dann war auch schon wieder Montag und unsere Woche wurde noch ein wenig stressiger. Nachdem wir in der Vorwoche nur 2 x 1 Privatstunde am Nachmittag hatten, wollten wir es dieses mal wissen. Wir haben uns direkt für 5 x 1 Privatstunde angemeldet und hatten somit jeden Nachmittag nochmal Schule. Dazu noch Hausaufgaben, da war ganz schön was los. Der Montag war dann auch recht schnell durch und wir haben ausser Schule, Lernen, Kaffeetrinken und Abendessen nicht viel gemacht. Ähnlich verlief eigentlich auch der Dienstag zumindest bis zum Abend. Am Abend hatten wir nämlich noch eine ganz neue Erfahrung für den Tobi. Wir hatten uns für einen Salsa-Kurs angemeldet. Dieser sollte eben an diesem Dienstag und zwei Tage später am Donnerstag stattfinden. Das Ganze ging über je 90 Minuten und sollte eigentlich Spass machen. Sagen wir mal so, dass ich nicht tanzen kann, wusste ich schon. Jetzt weiss ich auch, dass ich nicht Salsa tanzen kann. 🙂 Ich habe mich mehr oder weniger gut über die Zeit gerettet und war froh als es um war. Das T-Shirt war aber tatsächlich richtig verschwitzt. 🙂 Um es vorweg zu nehmen, wir haben die Stunde am folgenden Donnerstag verfallen lassen und sind nicht mehr hin. 🙂 Es hat zwar Spass gemacht, aber die Trainerin war einfach zu schnell und für mich auch etwas unmotiviert. Ich hatte nicht das Gefühl das sie wirklich Interesse hatte, einem etwas beizubringen. Ich kann so aber sagen, dass ich auf dem Höhepunkt meiner Salsakarriere die Tanzschuhe an den Nagel gehängt habe. 🙂 Wobei warten wir mal ab, vielleicht haben wir im Verlauf unserer Reise nochmal wo anders eine Chance das zu probieren. Zu guter Letzt zu diesem Thema, ich bin sooo froh gibt es zu diesem tänzerischen Unglück kein Bildmaterial. 🙂

Lustig wurde es dann am Mittwoch. Also nicht wegen der Schule, das war wie am Montag und Dienstag, aber der Abend war cool. Wir sind mit der Metro los und sind Tejo spielen gegangen. Tejo ist ein altes kolumbianischen Spiel das im wahrsten Sinne des Wortes richtig knallt. Eigentlich sogar in doppelter Form. Zum einen wegen dem Alkohol den man beim Spiel trinkt. Es spielt sich am besten mit einem Bier oder Rum in der einen Hand (nicht ohne Grund sind Brauereien die grössten Sponsoren für das Spiel :-)) und dem Spielstein in der anderen Hand. Zum anderen knallt es aber auch richtig, weil wenn man mit seinem Stein die Täschchen mit Schwarzpulver trifft, eine kleine aber laute Explosion ertönt. Was ist aber Tejo und wie spielt man es? Tejo ist eine moderne Version eines südamerikanischen Indianerspieles namens Turmequé. Es wird hauptsächlich in Kolumbien, aber auch in Ecuador und Venezuela gespielt. Das Spiel wurde schon vor 500 Jahren in Kolumbien gespielt. Man verwendete dazu ursprünglich eine 1,5 Pfund schwere goldene Platte, die sogenannte Turmequé. Später wurden Stein- und schließlich Metallplatten benutzt. Im Jahr 2000 wurde Tejo vom kolumbianischen Kongress zum Nationalsport ernannt. Beim Spiel versucht man, eine eiserne Scheibe, welche auf der einen Seite einen grösseren Durchmesser hat, den Tejo in den Massen 9 cm × 4 cm, in einen 19.50 m entfernten und 15 cm durchmessenden Kreis (genannt Bocín) zu werfen und so die dort an dessen Rand aufgelegten dreieckigen Schwarzpulvertaschen, die Mechas, zu treffen und explodieren zu lassen. Wenn eine Mecha getroffen wird, gewinnt der Einzelspieler oder das Team, unabhängig davon, wer der Mitte am nächsten liegt. Falls keine Mecha explodiert, gewinnt die Person oder das Team, dessen Tejo näher am Bocín liegt. Wenn man es schafft, eine Tasche explodieren zu lassen und der Tejo noch im Kreis liegen bleibt, bekommt man sogar 9 Punkte, was sehr viel ist. Ich habe das tatsächlich einmal geschafft, hätte es aber gar nicht bemerkt, hätte mich der Typ, welcher die Tejos immer aus dem Lehm befreit hat, gesagt. 🙂 Es war wirklich lustig und wir hatten einen tollen Abend. Zurück ging es dann wieder mit verschiedenen UBER. Ein Teil der Gruppe hatte danach tatsächlich noch Lust tanzen zu gehen, wir sind aber lieber ins Bett.

Der Donnerstag war dann wieder ein normaler Schultag. Ok, nicht für jeden. Diejenigen die am Abend vorher noch tanzen waren, sind doch ordentlich versumpft. Unter anderem auch mein Lehrer… 🙂 Er musste zur Begrüssung erstmal zwei Aspirin einwerfen. Unterricht war aber trotzdem gut und ich war überrascht wie er das gemacht hat. 🙂 Am Abend sind wir aber mit einer Kollegin etwas Essen gegangen im einem sehr coolen Restaurant. Es ist das erste Avocado-Restaurant das ich besucht habe. In dem Restaurant war alles aus Avocado, sogar der Cheescake und das Tiramisu zum Nachtisch. Aber das Ganze war alles so lecker, unfassbar. Lustig war, dass die Kollegin tatsächlich eine ehemalige Arbeitskollegin von mir ist. Sie arbeitet für Deutsche Post DHL in Bonn, welchem Verein ich persönlich ja auch fast 6 Jahre zugehörig war. 🙂 Die Dame ist ursprünglich aus Russland, lebt aber seit über 6 Jahren in Deutschland. Das war dann doch alles recht spannend und wir haben uns eine Ewigkeit unterhalten.

Der Freitag war dann unser letzter Schultag und das war auch gut so. Wir waren wirklich bedient mit Spanisch und unser Kopf wollte nicht mehr so richtig. Es hat wahnsinnig Spass gemacht, aber nach zwei Wochen so intensiv, war einfach genug. Man muss aber sagen, dass wir beide einige Fortschritte gemacht haben, und unser Spanisch doch ein wenig besser wurde. Es hiess aber auch Abschied nehmen von unseren Leidensgenossen. Wir haben wieder viele tolle Menschen kennen gelernt aus den verschiedenen Ländern der Welt. Dieses Mal verstärkt aus den USA, Kanada und Grossbritannien. Am Abend waren wir noch kurz etwas Essen, sind dann aber recht früh schlafen gegangen.

Der Samstag war dann für mich wieder ein besonderer Tag. Ich hab mich tatsächlich tätowieren lassen, was ich eigentlich schon lange machen wollte, mich aber nie getraut habe. Ich war aber gestern (Freitag) schon in einem tollen Studio und hab ein Design erstellen lassen. Hätte nicht gedacht das ich vor unserer Abreise noch einen Termin bekommen würde. Aber so kann man sich täuschen, war doch tatsächlich für heute noch etwas frei. Also habe ich mich dazu durchgerungen und den Termin bestätigt und bin tatsächlich hin. In meinem Kopf hatte ich schon lange den Wunsch mir einen Kompass und eine Taschenuhr stechen zu lassen. Das Ganze habe ich dann noch mit einer Tintenfeder und einer Karte von Südamerika ergänzt und fertig war das Tattoo. Ich hatte meinen Termin am Samstag um 10 Uhr und war entsprechend nervös. Ok, man könnte es auch verängstigt nennen, bin ich doch nicht der grosse Held wenn es um Nadeln geht. Aber ich glaube, ich habe mich ganz gut geschlagen. Zwischen 10 und 11 Uhr ist erstmal nicht viel passiert. Der Tätowierer hat das Design noch fertig gemacht und da noch 4 weitere Kollegen im Studio waren, muss man sich ja auch ausgiebig unterhalten. 🙂 Ich fand das Ganze mega witzig und ich hatte ja auch Zeit. Man muss vielleicht dazu sagen, dass in dem Studio nur der Herr am Empfang Englisch spricht. Alle anderen nur Spanisch. Das bedeutet, ich hab zwar meinen Termin auf Englisch ausgemacht, alles was aber mit Design usw. zu tun hatte ging nur auf Spanisch. Ich war selten so froh über Google-Translator. 🙂 Weil das war mir doch etwas zu heiss mich nur auf meine Spanisch-Kenntnisse zu verlassen. 🙂 Um 11 Uhr hab ich dann eine Creme bekommen, welche verwendet wird, dass die Schmerzen etwas geringer sind und die Haut etwas betäubt ist. Dumm nur, dass man diese dann eine Stunde einwirken lassen muss. Warum wir das Ganze nicht etwas früher gemacht haben und sich die Herren dann unterhalten hätten? Keine Ahnung… 🙂 So sass ich eben nochmal eine Stunde rum und hab zugehört. Um kurz vor 12 Uhr ging es dann aber los und ich muss sagen, ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Es war kein tolles Gefühl, an manchen Stellen tat es auch weh, aber nicht so schlimm wie gedacht. Ursprünglich war vereinbart, dass alles zusammen ca. 5 Stunden brauchen wird. Nun ja, kurz nach 17.15 Uhr war ich dann tatsächlich fertig. Hat also etwas länger gedauert, aber egal. Ich hab gemerkt, dass sich der Herr sehr viel Zeit nimmt, alles genau kontrolliert usw. Das war es mit absolut wert. Und trotz der längeren Zeit hat sich am vereinbarten Preis nichts geändert. Da war ich dann doch erstaunt, war das Tattoo doch recht günstig. In der Schweiz hätte ich locker das 6-fache dafür bezahlt. Und hier war ich nicht in irgendeinem Studio sondern in einem der Besten von ganz Medellín. Es war allgemein alles sehr sauber und richtig gut gemacht. Da kann man also wirklich nichts sagen. Im Nachhinein bin ich sehr froh, habe ich das hier noch gemacht und mit somit meinen Traum erfüllt. Auch wenn es für ein erstes Tattoo vielleicht ein etwas grosses Motiv war, bin ich recht stolz darauf.

Am Abend haben wir uns noch mit zwei Kolumbianern getroffen und hatten einen mega Abend. Es war mal wieder eine ganz lustige Gegebenheit und zeigt, wie einfach man Menschen auf der ganzen Welt treffen kann. Der Ursprung für dieses Treffen liegt zurück, als wir noch in Solothurn gewohnt haben und unsere Reise geplant haben. Ich hatte zu der Zeit bereits diverse Sprachkurse für Spanisch belegt, war aber nicht ganz zufrieden. Über Umwege habe ich dann von Corinne’s ehemaligem Arbeitskollegen erfahren, dass seine Freundin aus Kolumbien kommt, in der Schweiz wohnt und eine Sprachlehrerin ist. Um es kurz zu machen, ich habe dann im weiteren Verlauf noch einige Stunden bei Nathalia genommen und mein Spanisch für die Reise noch weiter zu verbessern. Ok, also was es da eben gab zum verbessern. 🙂 Wir hatten das Ganze damals über Videocalls organisiert und ich fand das richtig cool. Als wir nun in Kolumbien angekommen sind, habe ich mich natürlich bei ihr gemeldet und erzählt wie genial das Land ist und dass wir in Medellín gerne einen Sprachkurs machen wollen. Daraufhin hat sie uns die Schule empfohlen, da sie diese ebenfalls vom Freund einer Freundin empfohlen bekommen hat. Yepp, ganz schön komplex die Angelegenheit. 🙂 Da wir uns nun für die Empfehlung direkt hier vor Ort bedanken wollten, hat uns Nathalia mit ihrer Freundin in Medellín in Verdingung gebracht und wir haben uns für einen Drink in einer Bar in der Nähe unserer Schule verabredet. Es war mal wieder lustig vor einem Restaurant zu stehen und auf jemanden zu warten, den man nicht kennt. Zum Glück hatte Maria, so der Name der Frau, ein Bild von sich als Profilbild bei WhatsApp. So haben wir einfach gewartet bis jemand kommt, der aussieht wie das Profilbild und dann einfach angesprochen. 🙂 Hat super funktioniert und wir haben uns gefunden. Zusammen mit Maria ist ihr Freund John, welcher tatsächlich mal Lehrer an unserer Sprachschule war, und damit auch die Empfehlung gegeben hat, gekommen. Wir hatten einen super Abend in einer Bar für Craft-Bier. Ja, damit konnte ich auch noch direkt ein wenig Recherche für meinen Bierblog machen. Was ich getrunken habe, könnt ihr also auf der Seite «Beer around the world» lesen. :-)Wir hatten es mega lustig und haben ewig getratscht. Es war super noch von weiteren Personen über Kolumbien und die Transformation der Stadt Medellín zu hören. Es war brutal was die beiden teilweise berichtet haben. Immerhin haben sie das Ende des Drogenkrieges mitbekommen und mussten erleben wie viele Menschen ihr Leben gelassen haben. Es muss schlimm sein, wenn man als Jugendlicher die Schüsse gehört hat und sich vorstellen konnte, was jetzt wohl im anderen Stadtteil passiert. Es war wirklich interessant und eigentlich hätten wir noch gerne mehr Zeit verbracht. Vielleicht schaffen wir es ja ein anderes Mal nochmal oder man sieht sich mal wieder irgendwo auf der Welt. Wir bleiben sicher in Kontakt. An der Stelle nochmal vielen Dank den beiden für den tollen Abend, die spannenden Geschichten und die vielen tollen Empfehlungen, welche sie uns noch für die weitere Zeit in Kolumbien gegeben haben.

Am Sonntag war dann unsere Weiterreise nach Guatapé. Bevor wir aber los sind, gab es noch einen Ausflug mit der Schule in den berühmten und ehemals mehr als gefürchteten Stadtteil «Comuna 13». Wir sind wieder mit der Metro und dem Bus los und waren extrem gespannt was uns erwartet.
Die Comuna 13 hat spätestens seit dem Erfolg der Netflix-Serie “Narcos” traurige Berühmtheit erlangt und ist jetzt auch ausserhalb Kolumbiens bekannt. Ihre Geschichte ist düster, blutig und lädt nicht unbedingt dazu ein, dass man die Comuna 13 besuchen möchte. Die Comuna 13, deren öffentliche Bezeichnung San Javier lautet, ist eine von 16 Comunas (Stadtteile) in Medellín. Alles ist sehr dicht bebaut und dieser Bezirk gilt als eine der am dichtesten besiedelten Stadtteile. Durch ihre Lage war die Comuna 13 schon immer ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für alles, was man schmuggeln kann, vor allem Drogen und Waffen. Kein Wunder also, war das Viertel unter den Drogenkartellen sehr wichtig und umkämpft. In den 80er Jahren herrschte der Drogenbaron Pablo Escobar über Medellín und insbesondere hier. Aufgrund der Beliebtheit des Viertels, herrschte ein ständiger Kampf zwischen den Drogenkartellen um die Vorherrschaft. Dies ging Hand in Hand mit Morden, Entführungen, Korruption und allgemeiner Gewalt. Die Zivilisten der Comuna 13 waren voller Angst, eingeschüchtert und trauten sich kaum auf die Strasse. Die hohe Arbeitslosenquote machte es den Kartellen einfach junge Männer “anzuwerben” für das dreckige Geschäft. Sie arbeiteten dann als Drogendealer, Spitzel oder sogar Auftragskiller. Die Comuna 13 rutschte sozial immer weiter ab und an ein normales Leben war nicht zu denken. Das Viertel galt weltweit als eines der gefährlichsten Viertel in der gefährlichsten Stadt der Welt. Zwischen 1980 und 1991 verzeichnete Medellín mit knapp 400 Morden auf 100 000 Einwohner die angeblich höchste Mordrate der Welt. Niemand kam es in den Sinn freiwillig in die Comuna 13 zu gehen, weder Taxifahrer noch Polizei. Es war vielmehr ein Kriegsgebiet. Nach Escobars Tod im Jahr 1993 eskalierte die eh schon schreckliche Situation weiter. Die Guerilla, Paramillitärs und die Farc kämpften um das Gebiet. Bis 2002 war die Guerilla in dem Stadtviertel präsent, welches damit das letzte Stadtviertel in ganz Kolumbien war, welches von der Guerilla besetzt war. Im Jahr 2002 wurde die wohl brutalste Militäroperation in der Comuna 13 durchgeführt, Operación Orión. Ziel war es die Guerillakämpfer zu vertreiben und das Stadtviertel zu “reinigen”. Zwei Hubschrauber, mehrere Panzer und bis zum Hals bewaffnete Soldaten mit der Unterstützung des Paramilitärs nahmen das Viertel unter Beschuss. Es wurde auf alles geschossen, was sich bewegte. Drei Tage herrschte hier kompletter Ausnahmezustand und zu den Opfern zählten vor allem Zivilisten. Grundsätzlich wurde auf alles geschossen was männlich und zwischen 14 und 50 Jahren alt war. Die Guerillakämpfer zogen sich bereits Tage vor dem Angriff in die Berge zurück. Was blieb waren viele Tote, unzählbar viele Verwundete und 300 Verschwundene, die bis heute vermisst werden. Während der brutalen Auseinandersetzungen baten die Anwohner um eine Feuerpause. Sie schwangen weisse Bettlaken und Taschentücher doch der Alptraum sollte 3 Tage andauern und etliche Opfer fordern. Die Anwohner versuchten mit Matratzen vor den Fenstern, um nicht durch Kugeln durch die Fenster getroffen zu werden, sich in den Häusern in Sicherheit zu bringen. Um die Tötung der Zivilisten zu rechtfertigen, zogen die Soldaten den Leichen nachträglich die Uniformen der Guerillas an. Die offizielle Statistik spricht von 16 getöteten Menschen. Die Zahlen spiegeln nie und nimmer die Realität, was mittlerweile auch die Regierung eingesehen hat. Nach der Operation blieben unzählige Witwen und Waisen oder Halbwaisen zurück. Noch heute hat das Quartier einen Frauenanteil von rund 73%. Diese Frauen waren es dann auch, die für den Wandel im Stadtteil, neben den Sachen durch die Regierung, verantwortlich sind. Sie haben die Kinder ermutigt zu tanzen, zu singen und sich malerisch auszudrücken, anstatt mit Gewalt oder sich Drogenbanden anzuschliessen.

Seit dem Jahr 2002 ist viel passiert und die Comuna 13 hat sich verändert. Sie wurde von einem der gefährlichsten Viertel zu einem Viertel im Aufschwung. Überall begegneten wir sehr freundlichen Menschen, Kinder spielen Fussball zwischen den eng gebauten Häusern, überall dröhnt laut Musik und bunte Graffitis schmücken die Häuserwände. Es war für uns schwer vorstellbar, was sich hier noch vor ein paar Jahren abgespielt haben muss. Wir liefen von einem Graffiti zum Nächsten und jedes hat seine eigene Geschichte bzw.  ist die Art der Anwohner die grausame Geschichte zu verarbeiten. 

Doch wie hat die Comuna 13 diesen merklichen Wandel geschafft?
Die kolumbianische Regierung hat nach der Militäroperation viel investiert und verschiedenste Förderprogramme tragen nach und nach zur Resozialisierung des Stadtteils bei. Eigentlich hat ganz Medellín diese Transformation geschafft, wobei folgende Sachen für die gesamte Stadt umgesetzt wurden.

Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs:
Es wurde eine Metro gebaut, welche die einzelnen Stadtteile verbindet. Ausserdem fahren Gondeln über die Häuser und erschliessen die Stadtteile an den steilen Berghängen. Unzählige Busse bringen die Menschen von ausserhalb in die Stadt und zur Metro. Die Menschen in Medellín sind sehr stolze Menschen und sie wissen, was sie an ihrem Nahverkehr haben. Ich habe noch selten so saubere U-Bahnstationen und Züge gesehen wie hier. Da gibt jeder Acht und wenn sich jemand erlauben sollte, seine Füsse in der Metro auf einen Sitz zu legen, dann wird er garantiert angesprochen und recht deutlich gebeten, dies bitte sein zu lassen. Egal wie schmutzig es in Medellín sein mag, alles, was im Bereich Nahverkehr liegt, ist extrem sauber. Zum Vergleich, in Bogota gibt es bis heute keine Metro und das, obwohl Bogota nochmals deutlich grösser ist als Medellín. Traurige Randnotiz. Die Einführung des Nahverkehrs und einer einheitlichen Karte, mit der man überall bezahlen kann, hat dazu geführt, dass viele Busfahrer regelrecht hingerichtet wurden. Die Banden und Gangs haben hatten bemerkt, was es bedeutet, wenn die Menschen plötzlich nicht mehr auf ihre Dienste angewiesen sind und wollten die Einführung, vor allem der Bezahlkarten, verhindern. Die Transorte waren für die Gangs eine gute Gelegenheit, neben Menschen, eben auch Drogen, Waffen und Geld zu transportieren und sich bezahlen zu lassen. Daher hat es jedes Mal wenn ein neuer Stadtteil aufgenommen wurde, Schiessereien gegeben und viele Busfahrer mussten das mit dem Leben bezahlen.

Aufbau von Shopping Malls und sicheren Möglichkeiten zum Essen:
In vielen Bereichen wurde eine Infrastruktur geschaffenen in welchen Menschen sicher einkaufen und Essen konnten. Früher musste man überall, sei es für ein Laden oder Restaurant Schutzgeld an die Banden bezahlen. Hat man das nicht gemacht war das Geschäft sehr schnell geschlossen und der Inhaber musste um sein Leben fürchten oder sogar damit bezahlen. Die Malls werden noch heute streng bewacht.

Es wurde sehr viel Geld in Sport- und Freizeitstätten investiert:
Ich habe noch selten so viele Anlagen gesehen für Sport und Freizeit. Sei es für Fussball, Beachvolleyball, BMX, Kraftsport, usw. Für alles gibt es so viele Einrichtungen, welche vor allem Kinder und Jugendliche in Anspruch nehmen können.

Was hat sich direkt in der Comuna 13 geändert?
Die HipHop und Streetartkultur wird gefördert und viele der Jugendlichen tanzen sich auf der Strasse das Herz aus der Seele. Ausserdem wurden viele Sport- und Freizeitplätze geschaffen. Das Stadtviertel ist an das öffentliche Nahverkehrssystem angebunden, wie oben beschrieben. Mit der Metro kann man bis zur Station “San Javier” fahren und von da aus weiter mit dem Bus in das Stadtviertel hinein. Ausserdem gibt es auch die Seilbahn, die über das Stadtviertel schwebt. So ist die Comuna 13 zu einem der hervorragend erreichbaren Stadtviertel geworden und ermöglicht den Anwohner unkompliziert und günstig die Fortbewegung innerhalb und ausserhalb des Viertels. Ein richtiger Meilenstein, der international von vielen Medien gefeiert wurde, sind die Freiluftrolltreppen. Seit 2011 sind die Rolltreppen fester Bestandteil des Stadtviertels. Sie schlängeln sich weit nach oben in das Viertel und sind perfekt integriert. Die sechs Rolltreppenabschnitte erleichtern vor allem den älteren Bewohnern (und den faulen Touristen) den Zugang zu ihren Häusern, die oftmals am steilen Hang gebaut sind. Ausserdem haben die Rolltreppen Arbeitsplätze geschaffen. An jedem Abschnitt stehen 1-2 Anwohner des Viertels, um sicherzustellen, dass nichts kaputt geht oder einfach um Passanten zu helfen. Während unserer Zeit haben wir uns nie unsicher im Viertel gefühlt. Touristen sind eine sichere Geldquelle und jeder im Viertel weiss das. Daher sind Touristen zumindest am Tag sehr sicher. Von einem Besuch des Viertel während der Nacht würden wir aber abraten. Es ist aber schön, all die fröhlichen und wirklich mega freundlichen Leute zu beobachten und man kann sich nur schwer vorstellen, welche Erfahrungen diese Menschen in ihrem Leben wohl schon gemacht haben. Heute gilt Medellín und im Besonderen die Comuna 13 als grosses Vorzeigeprojekt und viele Menschen kommen hierher, um zu schauen, was in anderen Städten gemacht werden kann, um ebenfalls so einen Wandel zu realisieren.

Nach dem Rundgang ging es mit dem Bus zurück zur Metro. Dort konnten wir dann noch eine Fahrt mit einer Cable-Metro machen. Sprich wir sind mit einer Gondel durch bzw. über die Stadt gefahren. Ich muss sagen, so eine coole Art durch die Stadt zu kommen. Eigentlich ideal und ein Vorbild für moderne Infrastruktur in einer Stadt.

Danach ging es dann zum Hostel, wo wir unsere Rucksäcke geschnappt haben und mit einem UBER zum Busterminal aufgebrochen sind. Dort ging es dann in den Bus und es hiess wieder 2 Stunden Fahrt zu unserem nächsten Ziel. Und was soll ich sagen, pünktlich nach 2 Stunden erreichten wir Guatapé und damit unser nächstes Ziel. Da es bei Ankunft aber doch schon 18.30 Uhr war und damit schon stock dunkel, haben wir von unserem neuen Ziel nicht mehr viel gesehen. Wir haben in unserer Unterkunft eingecheckt und uns noch auf den Weg in die Stadt gemacht um etwas zu Essen. Hier sind wir das erste Mal erschrocken, als wir in ein Restaurant wollten und man uns gesagt hat, dass nur Bargeld und keine Karten akzeptiert wird. Das haben wir auf unserer Reise so nur ganz selten erlebt und dummerweise hatten wir heute auch nicht genug Bargeld dabei. Also ging die Suche nach einem Restaurant weiter. Bei der grossen Auswahl hier wurden wir aber schnell fündig und haben uns ein ganz tolles Stück Fleisch in einem Steakhouse gegönnt. Danach ging es zurück in die Unterkunft, wollten wir doch mal wieder richtig gut schlafen und vor allem ausgeschlafen sein für den nächsten Tag. Wir hatten viel vor.

Der Montag war ein recht anstrengender Tag. Wir sind schon um kurz nach 8 Uhr losgelaufen, um vor dem grossen Ansturm der Tagestouristen aus Medellín am bekannten Piedra del Peñol zu sein. Der Piedra del Peñol ist ein sehr grosser Felsen, über 200 Meter hoch, den man über 708 Stufen besteigen kann. Von dort hat man eine herrliche Aussicht auf die Umgebung. Schon der Weg dorthin war anstrengend, gibt es in Kolumbien doch recht wenig Gehwege, vor allem nicht ausserorts. Aber wir haben das geschafft und dabei sogar noch eine recht rostige und alte Hängebrücke lebend überquert.

Angekommen am Fels hiess es erstmal Eintritt bezahlen und dann die Stufen in Angriff nehmen. Eigentlich war es ganz ok zum Laufen, aber anstrengend war es trotzdem. Dafür wurden wir mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Und beim Aufstieg spricht uns plötzlich noch eine Frau an und es war tatsächlich eine Teilnehmerin aus meinem Spanischkurs. So schnell trifft man sich wieder. 🙂 Sie ist ebenfalls gestern hier angereist, allerdings schon am Morgen und nicht wie wir am Abend.

Nachdem wir wieder vom Fels abgestiegen sind, mussten wir uns erstmal stärken. Da es doch schon 10:30 Uhr war, war es die optimale Zeit für ein kühles Bier. Wir haben uns eine Terrasse ausgesucht, welche sogar Eintritt kostete, dafür konnten wir aber von da aus noch tolle Bilder machen.

Danach ging es dann vollends hinunter zu einer Tankstelle, an welcher sich die ganzen Tuck-Tucks versammeln. Wir haben uns das für den Rückweg in die Stadt gegönnt und hatten jede Menge Spass bei einer rasanten Fahrt.

Danach sind wir zum See um eine kurze Bootstour zu machen. Es gibt viele Anbieter, welche eine Tour von einer Stunde anbieten, was genau richtig war. Wir haben leider nur eine Tour auf Spanisch bekommen, aber vieles haben wir auch so verstanden. Wir wissen jetzt zumindest, dass in der Umgebung am See sehr viele Promis leben, vor allem Fussballspieler. Ausserdem haben wir das alte Anwesen von Pablo Escobar gesehen. Hier hatte er seine Ferienresidenz bzw. seine private Diskothek in welcher er seine berühmt und berüchtigten Partys feierte. Was uns aber am meisten beeindruckt hat war die Landschaft rund um den See. Das sieht wirklich toll aus, wie die ganzen Berghänge so herrlich grün sind und die verschiedenen Pflanzen am Ufer blühen. Wir hatten eine tolle Zeit auf dem Boot und haben die Fahrt sehr genossen.

Zurück an Land haben wir uns einen Kaffee gegönnt und wollten auf unseren 14 Uhr Termin warten. Wir hatten uns mal wieder für eine Free-Walking-Tour angemeldet. Diese sollte zwei Stunden gehen und uns die Geschichte der Stadt erklären. Dummerweise meinte es der Wetterfrosch aber nicht so gut mit uns und es begann kurz vorher zu Regnen. Leider finden die Touren bei Regen nicht statt, sondern alles wurde abgesagt. Wir sind dann kurz zurück ins Hotel um ein wenig auszuruhen und wollten einen zweiten Versuch mit der Tour um 16 Uhr wagen. Leider wurde das Wetter nicht besser, so dass auch dieser Termin abgesagt wurde. Da es unser letzter Tag in der Stadt war, sind wir einfach zu Zweit los und haben die farbenfrohe Stadt auf eigene Faust erkundet. Wir sind ja nicht aus Watte und zu was schleppen wir seit Monaten eine Regenjacke mit?! Es war trotz leichtem Regen ein super Spaziergang durch die Stadt. Die Stadt ist tatsächlich so bunt und alle Häuser sind anders. Viele sind geschmückt mit Blumen oder wie einer Art Schild, welches häufig das Business im Haus beschreibt. Sprich bei einem Bäcker sind ganz schöne Figuren mit Bäckerkleidung oder kleine süsse Teilchen abgebildet. Wir haben mal wieder unzählige Fotos gemacht. 🙂

Nach unserem Rundgang wollten wir noch etwas Essen gehen. Davor sind aber noch kurz an den See um die Aussicht zu geniessen und zum grossen Schild von Guatapé für ein paar Bilder. Dieses Mal war das Essen leider nicht ganz so toll. Irgendwie hatten wir bei der Auswahl des Restaurants ein wenig Pech. Aber ok, kann auch mal passieren. Sind wir danach eben noch in ein Café und haben uns einen richtig guten Cappuccino gegönnt. Damit sah die Welt doch gleich wieder perfekt aus.

Anschliessend sind wir wieder zum Hotel und haben einen gemütlichen Abend im Zimmer verbracht. Müssen wir doch morgen wieder fit sein. Es geht nämlich zurück nach Medellín und das schon mit dem Bus um 8.30 Uhr. Das wird dann aber nur der erste Teil unserer Fahrt morgen sein. Wir wollen dann nämlich direkt weiter nach Pereira und damit an den Rand der bekannten Kaffeeregion. Von der Fahrt und unserem Aufenthalt in der Kaffeeregion dann mehr im nächsten Bericht.

Tobi

Tobi

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