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Kolumbien: Salento und die Kaffeeregion & Cali

Geschrieben von Corinne am . Veröffentlicht in .

Wir schreiben den Dienstag, 13. September 2022 und wir sind zeitig aufgestanden. Geschlafen haben wir die letzten 2 Nächte in einem super Hotelzimmer, ähnelte eher einer AirBnB-Wohnung, welche klein aber fein war. War richtig schön, wieder mal in Ruhe und in einem tollen Zimmer zu übernachten. Aber zurück zu heute. Wir sind kurz vor 8 Uhr losmarschiert zum Busterminal von Guatapé. Dieses Dörfchen ist so klein, es hat uns also keine 5 Minuten gekostet. Am Busterminal angekommen hiess es erstmals warten. Der Bus war noch nicht hier und so haben wir uns noch einen Kaffee gegönnt. Plötzlich ging dann alles sehr schnell. Bus kam, Gepäck wurde hinten eingeladen, wir sind eingestiegen und los ging die wilde Fahrt mit einer Verspätung von rund 15 Minuten. Wir haben dieses Mal Plätze 3 & 4 erhalten, was so viel heisst wie auf der Beifahrerseite gleich die erste Reihe nach der Türe. So hatten wir auch viel Frischluft, da die Tür meistens offen bleibt während der Fahrt. Hier in Kolumbien läuft es nämlich etwas anders als wir es uns gewohnt sind. Es gibt zwar Bushaltestellen und auch einen Fahrplan. Aber man kann auch einfach so irgendwo am Strassenrand stehen und wenn der richtige Bus kommt, dann gibt man einfach ein Zeichen. Dann hält der Bus an, man steigt ein und weiter geht es. Gerade vor einer grösseren Stadt oder zwischen 2 grösseren Städten kann der Bus doch öfters anhalten, weil immer neue Leute zusteigen wollen. Kommt man dann in die Region wo man wieder aussteigen möchte, dann schreit man das durch den ganzen Bus hindurch und sagt dem Fahrer, wo er dann bitte anhalten soll. Bezahlen tut man übrigens erst beim Aussteigen. Wenn man, wie wir, vorab online ein Ticket kauft, dann geht man im Busterminal zum entsprechenden Schalter (jedes Busunternehmen hat sein eigenes Häuschen) und wandelt seinen eVoucher in ein Papierticket um. Dieses geben wir dann bei unserem Aussteigen dem Busfahrer ab und das gilt dann wie Bargeld. Die gesamte Sache eigentlich richtig gut durchorganisiert und es wird einem als Passagier in der vordersten Reihe nie langweilig. Immer wieder drängen sich neue Menschen in den Bus rein oder hüpft bei noch halber Fahrt wieder raus. Die Frischluft konnten wir dieses Mal auch super brauchen. Einem Herr auf der anderen Seite wurde es etwas übel. Schnell wurde eine entsprechende Tüte organisiert. Der Bus stoppte übrigens nicht. Wir haben von diesem Phänomen schon mal gehört, denn anscheinend ist diese Strecke bekannt für Übelkeiten. Ebenso passiere das öfters in Kleinbussen, weil die einfach wie die Henker fahren.
Und weil wir auch mit 15 Minuten Verspätung losgedüst sind, hat der Busfahrer natürlich etwas aufzuholen. Dementsprechend ist er auch gefahren 😉 Leider aber waren die Stopps zu viel und wir kamen mit den gleichen 15 Minuten Verspätung, nach 2 Stunden Fahrzeit, in Medellín Terminal Norte an. Unser Anschlussbus nach Pereira fuhr leider in einem anderen Terminal, Del Sur am anderen Ende der Stadt (Norte = im Norden der Stadt, Del Sur = im Süden der Stadt). Also haben wir nach einer kurzen Toilettenpause ein Taxi geschnappt und wurden in ca. 15-20 Minuten durch die Stadt gefahren. Die Taxi’s hier haben übrigens alle Fixpreise, was es deutlich entspannter macht. Der Taxifahrer war sehr sympathisch und er fand es witzig, dass wir Spanisch am lernen sind. Also hat er in einem mega Tempo angefangen uns vollzuquatschen. Aber hey cool, die Schule hat sich echt gelohnt. Wir haben schon deutlich mehr verstanden und konnten auch in ganzen Sätzen antworten als noch vor 2 Wochen. Angekommen am südlichen Busterminal sind wir dann zuerst zum Schalter des Busunternehmens und haben unsere Tickets abgeholt. Witziger Fact: vor ein paar Tagen haben wir ja Maria, die Freundin von Nathalia (Tobi’s Spanischlehrerin in der Schweiz) kennengelernt. Im Gespräch sind wir auf dieses Busunternehmen gekommen und sie meinte, das gehöre ihren Eltern 😉
Trotz Verspätung auf der ersten Etappe sind wir zeitlich super durchgekommen, sodass wir noch genügend Zeit für ein Frühstück/Mittagessen hatten. Das haben wir uns dann in Form von Subway-Sandwiches gegönnt. Kurze Zeit später ging es durch die Sicherheits- und Billetkontrolle und das Boarding fing auch pünktlich an. Der Bus war echt mega schön und wir freuten uns auf eine weitere, längere Tagesfahrt durch die schöne Landschaft von Kolumbien. Wir wussten bereits vorher, dass es auf der Strecke oft zu Bauarbeiten und Strassensperrungen kommt und sich so die Fahrzeit verlängern kann. Geplant waren 6 Stunden. Wir stellten uns aber auf eine längere Fahrt ein. Dies war auch der Grund, weshalb wir überhaupt nach Pereira fahren. Eigentlich möchten wir nach Salento, was in der Nähe von Pereira ist. Dahin fahren aber von Medellín direkt nur Kleinbusse und das wollten wir nicht (aus oben genannten Gründen). Also entschieden wir uns für einen grösseren Bus nach Pereira mit Ankunftszeit am Abend, übernachten dort in der Nähe des Busterminals und fahren am nächsten Tag nach Salento. Geplante Ankunftszeit in Pereira wäre 18:30h gewesen. Bereits vor Abfahrt meinte der freundliche Fahrer aber, dass die Direktstrasse komplett gesperrt ist und wir einen Umweg von rund 1-2 Stunden machen müssen. Nach der restlichen Instruktion zu WLAN, WC und Ablauf der Fahrt ging es dann auch schon los. Der Bus war echt sehr bequem und wir hatten viel Platz. Aufgrund der Routenänderung sind wir übrigens wieder zurück durch die ganze Stadt, Richtung Norden gefahren 😉 Egal, so konnten wir nochmals einen Blick auf die Comuna 13 und auch das Busterminal Norte erhaschen. Danach ging es schnell hoch um in das nächste Tal zu kommen. Die Strassen waren erstaunlich gut ausgebaut und wir kamen auch gut voran. Wir sind immer wieder mal eingenickt oder haben Podcast gehört. So verging die Fahrt auch ziemlich schnell. Leider kam dann plötzlich ein Streckenabschnitt wo wir immer wieder längere Zeit standen. Auch auf diesem Abschnitt gab es grössere Bauarbeiten und oftmals konnte man nur auf einer Spur (ohne Gegenverkehr) fahren. So mussten wir immer wieder mal den Gegenverkehr abwarten, bevor wir dran waren. Hier in Kolumbien wird das etwas anders gehandhabt. Die Streckenabschnitte sind oftmals mehrere Kilometer lang. Cool, wenn man gerade fahren kann, aber eher doof, wenn man auf den Gegenverkehr warten muss. Das kann dann mal schnell 20 Minuten sein. So wurde die Fahrt etwas harzig und wir wussten, das wird nie was mit 18:30h. Beim Eindunkeln ist dann der Fahrer plötzlich an eine Raststätte gefahren. Er meinte, wir machen hier 30 Minuten Pause und man könne sich im Restaurant verpflegen oder die Bäder aufsuchen. Wir haben dann die Zeit genutzt und schnell ein paar Empanadas verdrückt. Wir hatten schon Bessere, müssen wir gestehen, aber sie waren dennoch lecker. Nach rund 50 Minuten ging die Fahrt dann auch schon weiter. Leider ist es in der Zwischenzeit bereits dunkel geworden und von der restlichen Fahrt haben wir nicht mehr viel gesehen. Dennoch gingen die Stunden schnell vorbei und wir sind dann nach gut 8 Stunden um ca. 20:30 Uhr in Pereira angekommen. Zum Glück hatten wir ein Hotelzimmer gleich in der Nähe des Terminals, sodass wir schnell zu Fuss hinlaufen konnten. Auch wenn wir uns körperlich nicht wirklich verausgabt haben, waren wir doch etwas müde. So haben wir nur noch rasch ein paar Arbeiten erledigt und diesen Blog gestartet, bevor es jetzt bereits in Bett geht.

Der nächste Tag war eigentlich wieder ein Reisetag, wobei diese Reise mit 1 Stunde Busfahrt sehr kurz ist. Deshalb haben wir den Morgen noch damit verbracht, Pereira zu erkunden. Pereira ist bei vielen Reisenden eher ein Durchgangsort auf dem Weg nach Salento. Bei uns eigentlich auch. Aber weil wir nun mittlerweile 2 Personen kennen von hier (Nathalia und Maria), haben wir gedacht, wir schauen uns die Stadt schnell an. Wahrscheinlich nicht die schönste Stadt, welche wir bis jetzt besichtigt haben, dennoch war es toll, mal wieder auf eigene Faust loszugehen und etwas Unbekanntes zu besichtigen. Ebenso tat es gut, nach den 2 Wochen Schulbank und einer langen Busfahrt wieder mal etwas zu laufen. So waren wir dann ca. 3 Stunden unterwegs und haben ein paar Denkmäler, Stadtparks und Kirchen besichtigt. Gegen Ende wurden wir dann so richtig schön verregnet. Wir sind klatschnass in das Hotel zurückgekommen, wo wir unser Gepäck noch eingelagert haben.

Der Himmel machte auch keinerlei Anstalten, dass es bald besser werden würde. Also haben wir unsere Regenhüllen um die Rucksäcke geschnürt und den kurzen Weg zum Busterminal in Angriff genommen. Dort angekommen, waren wir dann schön nass. Dann haben wir einer der vielen Verkaufsstände aufgesucht um noch 2 Tickets nach Salento zu ergattern. Man hat uns dann ganz hektisch zu einem kleinen Bus gebracht und gemeint, wir können nach der Fahrt beim Chauffeur bezahlen. Auch gut, also sind wir schnell eingestiegen und merkten erst dann, dass die Abfahrt erst in 30 Minuten ist. Auch nicht schlimm, so konnten wir dem Treiben im Busterminal noch etwas zuschauen. Pünktlich um halb 2 ging es dann mit der Fahrt los. Der kleine Bus war bis auf den letzten Platz belegt und während der Fahrt sind immer wieder Leute ein- und ausgestiegen. Wir kennen das Spiel ja mittlerweile. Nach rund einer Stunde sind wir dann oben in Salento angekommen. Wir haben unsere Rucksäcke geschnappt und sind zu unserem Hostel gelaufen. Zum Glück hat es dann nicht mehr geregnet. Wir waren jedoch immer noch nass vom Vormittag und die Temperaturen hier oben sind doch etwas kühler. Wir waren also froh, als wir dann unser Hostel erreicht haben und uns umziehen konnten. Salento ist ein härziges «Bergdörfchen», welches sehr überschaubar ist. Viele Touristen, auch Inländische, verschlägt es hierher, weil es zum einen die Kolumbianische Kaffeeregion ist und auch das Valle de Cocora von hier aus in kürzester Zeit zu erreichen ist. Den restlichen Nachmittag haben wir ruhig angehen lassen. Wir sind ganz kurz durch’s Städtchen geschlendert und haben noch was gegessen. Am Abend haben wir dann für den Folgetag noch eine Tour in das Tal der Palmen (Valle de Cocora) gebucht. War mal wieder ein Spontan-Entscheid, welcher sich als richtig super erweisen soll.

Am nächsten Morgen ging es dann beizeiten los. Zuerst ein kurzes Frühstück im Hostel und dann wurden wir um 8 Uhr bereits abgeholt. Es stand ein Jeep mit einem Fahrer vor der Türe und er meinte, in 5 Minuten gehe es los. Kurze Zeit später kam unser Tourguide Andrea und wir stiegen ein. Ein kurzer Stopp bei einem Restaurant haben wir noch eingelegt, denn wir haben Lunchboxen oder besser gesagt Lunchsäckchen bekommen. Richtig cool. Und dann ging es bereits in das Tal rein. Hm….komisch, es waren nur wir Zwei im Jeep. Haben wir tatsächlich so viel Glück, dass wir die Einzigen auf der Tour sind? Ja, so war es tatsächlich. Wir hatten Andrea ganz alleine für uns. Genial!!! Nach ca. 30 Minuten Fahrt sind wir beim Touristencenter des Tals angekommen und wir sind ausgestiegen. Andrea meinte, es gäbe 2 Touren zum laufen und wir könnten aussuchen. Da es aber die ganze Nacht geregnet hat, sollen wir uns auf etwas matschige Wege vorbereiten. Ach kein Problem, trocknet ja wieder und Tobi’s Schuhe waren nach wie vor voll mit getrocknetem Matsch von der Ciudad Perdida. Wir haben dann Andrea die Wahl überlassen und sind kurze Zeit später losgezogen. Andrea hat uns viel erzählt über die Region, über die Menschen, die hier wohnen und einfach über dies und das aus Kolumbien. Wir haben rasch einen Draht zueinander gefunden, da auch sie «digitale Nomadin» ist und Dank ihrem guten Englisch an diversen Orten eine Stelle als Tourguide angeboten bekommt. Aktuell ist sie auch noch mit dem Marketing von Salento beauftragt. Sie sagte uns zum Beispiel, dass sehr viele Europäer hierherkommen, jedoch praktisch keine Amerikaner. Sie versucht herauszufinden warum und dem mit einer geeigneten Marketingstrategie entgegenzuwirken. Sie fand es natürlich auch interessant von unserer Geschichte zu erfahren und so haben wir die ganze Zeit sehr tolle Gespräche geführt. Nach einem kurzen Abstecher in den Wald hinein zu einem Fluss gingen wir wieder zurück zum eigentlich Eingang des Rundwegs des Tals. Das Valle de Cocora ist berühmt für seine hohen Wachspalmen, übrigens der Nationalbaum von Kolumbien. Ebenso befindet sich gleich am Anfang der Tour der ganz bekannte Touristenhotspot, wovon wir bereits so viele Fotos auf Instagram gesehen haben. Andrea meinte aber, dass wir zuerst einen anderen Weg gehen und dann zum Schluss zu diesem Hotspot zurückkehren werden. Für uns super, finden wir diese Hotspots meistens sowieso nicht so toll. Trotzdem war es ein cooles Gefühl an dem Ort zu sein, wovon man schon so viele Foto’s gesehen hat.

Wir sind also langsam losmarschiert und waren komplett überwältigt von diesem tollen Wald und der Aussicht in und über das Tal. Es waren unterschiedliche Grüntöne, unterschiedliche Baumarten und zwischendrin immer wieder mal wunderschöne Blumen. Und die Luft und Stille; es war einfach herrlich. Gerade nach 2 Wochen Schulbank drücken hat uns das Reisefieber hier komplett wieder überrannt. Auch wenn es stetig bergauf ging ist die Zeit sehr schnell verflogen. Vorbei an einem weiteren Checkpoint ging es dann weiter zur Finca de Montaña. Der Checkpoint war die Grenze von einem Grundstück zum Nächsten. Die Region hier gehört nämlich ausschliesslich einzelnen Familien und die Einen verlangen Eintritt, die Anderen nicht. Nach einer weiteren halben Stunde sind wir dann im Paradies angekommen. Auf rund 2’900 m.ü.M. findet man die Finca. Die Dame des Hauses hat uns freundlich begrüsst und uns ihren Kaffee angeboten. Gerade ich, der den Kaffee immer mit Milch trinkt, war es eine neue Erfahrung, schwarzen Kaffee zu trinken. Gesüsst war er nicht mit Zucker sondern mit einem Zuckerersatz, der bei Einheimischen sehr beliebt ist. Leider habe ich den Namen zwischenzeitlich wieder vergessen. Ich kann aber sagen, der Kaffee schmeckte genial und ich habe diesen sehr genossen. Auf der Finca haben wir dann auch unser Lunchpaket ausgepackt und wir waren echt überrascht. Richtig liebevoll wurden ganz viele Leckereien eingepackt und es lag sogar noch ein kleiner Brief dabei. Richtig süss, alles sehr nachhaltig und vor allem gesund. Genüsslich haben wir das Sandwich mit Pollo (Poulet) verdrückt. Es war alles viel zu viel. Ehrlich gesagt hat mich dann auch meine Fotografie-Leidenschaft gepackt. Bewaffnet mit meiner Kamera bin ich losgezogen. Die Finca hatte nämlich einen wunderschönen Garten mit den buntesten und verschiedensten Blumen. Und natürlich waren die Kolibris auch nicht weit weg. Man brauchte etwas Geduld aber dann konnte man den Vögeln so wunderbar zuschauen. Ich war völlig gedankenversunken als Tobi plötzlich wieder ankam mit meinem Rucksack. Wir mussten langsam zurück. Schade, aber ich bin schon gespannt, ob die Bilder was wurden und ich allenfalls mit meiner kleinen Kamera einen guten Schnappschuss hinbekommen habe. Es waren nicht viele Touristen vor Ort, vielleicht 15 andere Leute, aber die einen hatten echt geniale Kameras und Objektive dabei. Da konnte ich natürlich nicht mithalten. Wir sind praktisch den gleichen Weg wieder zurückgegangen als wir hochgekommen sind. Nur beim Mirador 1 (Mirardor = Aussichtspunkt) sind wir dann abgebogen und plötzlich standen wir dann vor diesem Touri-Instagram-Hotspot. Und da waren dann auch deutlich mehr Leute. Andrea hat sich die ganze Zeit etwas lustig gemacht, dass nur wenige Touristen hier eine Wanderung machen und die meisten einfach nur zu dem Fotospot wollen. Vor allem die Kolumbianer wären die Faulsten, meinte sie. Man konnte sich sogar noch ein Pferd ausleihen, dann musste man nur ein paar wenige letzte Stufen hochgehen. Wir haben dann natürlich auch ein paar wenige Bilder geschossen, aber wir müssen sagen, wir hatten bereits viel bessere und schönere Aussichten während der Wanderung gehabt. Die hier wachsenden Palmen sind teilweise bis zu 300 Jahre alt und werden zwischen 80-90 Meter hoch. Die höchsten, die man in Kolumbien findet. An den Jahresringen konnte man das Alter gut erkennen. Die Palmenstämme innen sind hohl. Dank des Wachses zwischen den Ringen sind die Palmen jedoch sehr stabil und halten den starken Regenschauern, vor allem im April gut stand. Stirbt dann eine Palme mal wirklich ab, verbreiten sich die Kerne der Früchte auf dem Boden und es wachsen neue Palmen.

Unten wieder angekommen hat unser Fahrer auch schon wieder auf uns gewartet. Nach einer kurzen Zeit sind wir zurück in unserem Hostel angekommen und wir mussten ganz schnell die Foto’s auf dem Laptop anschauen. Doch, ich war zufrieden. Ich bin kein Profi im Fotografieren und die Kamera ist nicht die Allerbeste, aber einige Foto’s können sich meiner Meinung nach wirklich sehen lassen. Nach einer kurzen Verschnauf-, Arbeits- und Duschpause sind wir dann nochmal losgezogen. Wir wollten das Städtchen Salento noch genauer unter die Lupe nehmen. Als hätten wir nicht schon genügend Treppenstufen gehabt am Vormittag, mussten wir natürlich auch noch zum Aussichtspunkt (Mirador) hochlaufen. Die Knie waren dann ganz schön wackelig nach den vielen Stufen. Unten wieder angekommen wollten wir dann zu einem Café und uns einen guten Schluck gönnen. Andrea hat uns ihr Lieblingsort empfohlen, wo sie den Kaffee frisch am Platz zubereiten. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Dort angekommen war niemand ausser uns dort und wir wurden etwas merkwürdig begrüsst. Also wir dann unseren ausgewählten Kaffee bestellen wollten, meinte der Herr, dass es heute leider keinen Kaffee gibt. Alles Andere auf der Karte wäre möglich, aber Kaffee nicht. Denn der Barista sei nicht im Haus. Naja gut, das war mal auch was Neues. Ok, dann haben wir halt einen Fruchtsaft bestellt. Ich sah auf der Karte «Jugo natural con fresa y hierbabuena y ….». Also natürlicher Fruchtsaft aus Erdbeeren, Minze und noch einer dritten Zutat. Dieses Wort kannte ich aber nicht, aber was kann das schon Schlimmes sein. Es dauerte dann tatsächlich ca. 20 Minuten bis wir unsere Säfte bekamen. Keine Ahnung, vielleicht mussten sie die Erdbeeren zuerst pflücken gehen. Naja und dann waren wir sehr überrascht und mussten lachen. Die 3. Zutat war «cuje» INGWER!!! Und der war auch noch in kleine Stücke gepresst oben auf dem Saft. Aber rausnehmen wollten wir ihn dann auch nicht, ist ja nicht gerade höflich. Uff, das war echt ein spezielles Getränk. Ich mag absolut keinen Ingwer aber irgendwie gab es der ganzen Sache einen würzigen Geschmack. Zum Ende hin wurde das Trinken dann schwieriger weil immer wieder ganze Ingwerstücke durch den Strohhalm kamen. Schon etwas gewöhnungsdürftig, vor allem wenn man sich auf einen frisch zubereiteten Kaffee gefreut hat 😉

Wir sind dann anschliessend noch durch die einzelnen Läden geschlendert bevor wir dann noch kurz was zu Abend gegessen haben. Es gab mal wieder Mexikanisch: Quesadilla für Tobi und Chilli con carne y frijoles (Bohnen) für mich. Danach sind wir dann ziemlich früh und kaputt aber glücklich eingeschlafen.
Am nächsten Morgen nahmen wir es entspannter. Wir hatten noch eine Kaffeetour gebucht, die beginnt aber erst um 11 Uhr. Wir haben also wieder lecker gefrühstückt und sind dann kurz vor 10 Uhr losgelaufen. Wir wollten den Weg zur Kaffeefarm nämlich spazieren. Wir hatten zwar etwas Muskelkater von gestern, aber die letzten Wochen sind wir (abgesehen von Tobi’s Wanderung zur Ciudad Perdida) einfach nicht so viel gelaufen wie sonst üblich. Der Spaziergang war richtig schön und wir haben die frische Luft wieder sehr genossen. Leider führte der Weg immer weiter den Hügel hinunter. Wir wussten schon, was uns nach der Tour erwarten wird……Hab ich schon mal erwähnt, dass ich bergauf laufen extrem toll finde??? *nicht*

Auf der Farm angekommen ging es dann schon bald los. Unser Guide Juan hat uns und die anderen Teilnehmern (4 aus Holland und 2 aus Deutschland) begrüsst und schon ging es los. Wir haben Sammelkörbchen bekommen und wurden zu den Kaffeesträucher gebracht. Wir sollten nur ganz Rote und Gelbe pflücken. Gar nicht so einfach, da aktuell nicht Saison ist und es fast keine mehr zu finden gab. Aber es hat trotzdem richtig Spass gemacht. Juan erklärte uns, dass ein Profi rund 2-3 Minuten benötigt um das Körbchen zu füllen und somit 2 Kilo zu pflücken. Die Pflücker werden per Kilo bezahlt und erhalten pro Kilo rund 20 Cents. Es ist eine sehr harte Arbeit für wenig Geld und vor allem gibt es nur 2 Zeitspannen, wo richtig geerntet werden kann. Es sind also alles Saisonarbeiter. Eine Kaffeepflanze braucht übrigens nur 3-4 Jahre, bevor die ersten Kaffeeblüten entstehen. Pro Jahr blühen die Sträucher einmal. Nach rund 20 Jahren nimmt die Qualität der Früchte laufend ab und nach 30 Jahren wird die Pflanze meistens ersetzt. Ein Strauch wirft jährlich rund 4-8 Kilogramm Kaffeebohnen ab. Für eine Tasse Kaffe braucht es übrigens 80 Kaffeebohnen. Nach dem Pflücken werden die Schalen mit einer Maschine entfernt. Pro Frucht sind 2 Kaffeebohnen drin. Es gibt auch spezielle Früchte mit nur einer Bohne. Die werden anschliessend von Hand verlesen, haben mehr Aromastoffe und der Kaffee kostet am Schluss deshalb auch mehr. Ob die Pflücker dafür mehr Geld bekommen, bezweifle ich. Nachdem die Kaffeebohnen gewaschen wurden, werden sie getrocknet. Dazu gibt es verschiedene Techniken. Entweder man legt sie auf Holzbretter in eine Art Gewächshaus und lässt sie dort für 1-3 Wochen trocknen oder aber man legt sie über einen Ofen und dann sind sie bereits nach 1-2 Tage trocken. Der Ofen wird übrigens nicht etwa mit Holz, Kohle oder Gas beheizt sondern mit Schalen von Kaffee. So wird vermieden, dass ein anderes Aroma während des Trocknungsprozesses in den Kaffee gelangt. Nach dem Trocknen werden die Bohnen dann geröstet. Je nach Sorte des Kaffees dauert der Röstprozess länger oder kürzer. Den Kaffee, den wir heute gesehen haben, brauchte 12 Minuten.
Witziger Nebenfact: Die Kolumbianer produzieren am drittmeisten Kaffee auf der ganzen Welt (1. Brasilien, 2. Vietnam , 3. Kolumbien, 4. Indonesien, 5. Äthiopien), jedoch aber gibt es in Kolumbien keine wirkliche Kaffeekultur. Die Kolumbianer trinken gar nicht viel Kaffee und wenn dann nicht denn sehr Guten. 90% des Kaffee’s wird nämlich exportiert.

Nach dem vielen Zuhören ging es dann natürlich auch zum Zubereitungsprozess und zum Degustieren. Wir haben gelernt, welche Mahlgrade, welche Sorten und welche Zubereitungsarten es gibt. Anschliessend haben wir die Bohnen von Hand gemahlen, dann mit Wasser aufgegossen und dann konnten wir endlich probieren. Der Kaffee schmeckte ganz anders als wir den gewöhnt sind. Er war überhaupt nicht bitter, für meinen Geschmack aber auch zu wenig stark. Eigentlich komisch, denn den bisherigen Kaffee, den wir unterwegs hatten, war meistens ziemlich stark. Nach der Tour haben wir dann noch im Hauseigenen Café etwas bestellt und mit einer Sicht über das Tal den Kaffee genossen, bevor wir uns auf den Rückweg begaben. Was soll ich sagen? Es ging bergauf und ab der Mitte hat es auch noch angefangen zu regnen. Nichtsdestotrotz hatten wir einen wunderschönen Ausflug und haben es sehr genossen. Am Abend ging es dann nur kurz zum Abendessen und wieder zurück. Wir sind etwas hinterher mit unserem Blog und haben uns vorgenommen, noch etwas daran zu arbeiten.

Heute ist bereits wieder Reisetag. Unsere Zeit in Salento ist vorbei und auf geht es zu unserer letzten Destination in Kolumbien. Für das, dass Kolumbien eigentlich gar nicht auf unserem Plan stand, sind wir jetzt doch schon ganz schön lange hier. Wir sind also aufgestanden, haben kurz gefrühstückt (übrigens zum ersten Mal mit Sonnenschein in Salento – super Planung….) und dann sind wir mit unseren Rucksäcken zum Bus. Heute für uns eine Premiere. Wir haben mal keine Tickets vorab gekauft und haben auch keine Ahnung, wann die Busse genau fahren. Wir vertrauen einfach der Tatsache, dass es schon irgendwie klappen wird. Und was soll ich berichten? Wir kamen am Busterminal an (klingt grösser als es wirklich ist in so einem kleinen Dorf), 2 ältere Herren haben gefragt, wohin die Reise gehen soll und 10 Minuten später ist unser Bus losgefahren 😉 Wir müssen, um nach Cali zu kommen, zuerst nach Armenia, dort in einen neuen Bus steigen (wir haben auch für diesen noch keine Tickets) und der bringt uns dann in ca. 3 Stunden nach Cali. Also eigentlich eher ein kurzer Reisetag. Die Fahrt nach Armenia war dann auch kurz und schmerzlos. Es war einigermassen gemütlich und wir sind gut durchgekommen. Am Busterminal angekommen haben wir unsere Rucksäcke geschnappt und sind einfach mal zu den Verkaufsständen gelaufen. Es dauerte keine Minute und ein junger Herr fragte, ob wir nach Cali wollen. Perfekt, ja wollen wir. Wann fährt der nächste Bus und was kostet es? In 20 Minuten und für COP 70’000 sind wir Beide dabei. Klingt super! Busanbieter kannten wir zu dem Zeitpunkt nicht und somit wussten wir auch nicht, was für ein Bus es sein wird. Lustig, vor 4 Wochen hätten wir uns das noch nicht getraut. So schnell verändert man sich auf Reisen, wenn man sich etwas besser auskennt im Land. Wir haben die Tickets bezahlt, sind durch die Sicherheitskontrolle und da stand auch bereits der Bus. Ok, eher klein, aber sah nett aus. Auch der Chauffeur, der unser Gepäck hinten verstaute war sehr freundlich. Uff, aber die Sitzreihen im Bus waren doch etwas sehr eng. Ich glaube, Tobi war sehr froh, dass wir keine 17-Stunden-Fahrt vor uns hatten 😉 Und was leider noch dazukam war unser Sitznachbar. Der hatte ein Organ und der wusste auch viel zu erzählen. Er hat uns zugetextet ohne Punkt und Komma. In solchen Situation können wir plötzlich gar kein Spanisch mehr und stellen uns voll ein auf Touri-Sein. Hat ihn wenig interessiert und er hat einfach weiter erzählt. Irgendwann habe ich dann einfach meine Kopfhörer reingetan und habe angefangen meine Netflix-Serie weiterzuschauen. Mir war sein Gelabber einfach zu viel. Tobi hatte da mehr Geduld. Aber er war auf jeden Fall auch froh, als wir dann nach 3 Stunden in Cali angekommen sind und er ausgestiegen ist.
Dort am Busterminal haben wir dann noch kurz unsere Weiterreise in 3 Tagen organisiert. Wir haben uns bereits einen Bus nach Ipiales (Grenzstadt zu Ecuador) ausgesucht, aber wir haben es auch nach mehreren Versuchen nicht geschafft, unsere Tickets online zu buchen. Auf der einen Homepage konnten wir unsere Personalien nie speichern und auf der Anderen musste man sein Ausweisdokument angeben, aber «Passport» stand nicht zur Auswahl. Somit konnten wir einfach nicht buchen. Also haben wir das gleich am Busterminal von Cali gemacht und haben glaube ich, die letzten 2 Plätze im Bus ergattern können. Nochmal Glück gehabt. Obwohl, wir hocken in der hintersten Reihe und das bekommt mir oftmals nicht so gut, wenn es so viele Kurven hat. Naja, sind wir gespannt, wie es gehen wird. Mit den Tickets im Gepäck haben wir uns ein Uber bestellt, welcher uns dann zum Hotel gefahren hat. Wir haben uns für eines in der Altstadt von Cali entschieden und wir müssen sagen: es war eine sehr gute Wahl. Wir haben ein wunderschönes und grosses Zimmer, Warmwasser (was übrigens in Kolumbien eher eine Seltenheit ist) und es ist sehr sauber. Den restlichen Nachmittag haben wir noch genutzt einen leckeren Kaffee zu trinken und endlich mal wieder Tobi’s Haare zu schneiden. Nach einem kurzen Abendessen sind wir dann wieder zurück in’s Hotel um die Blogbeiträge (mittlerweile arbeitet jeder an einem) weiter zubearbeiten.

Den ersten Tag in Cali haben wir komplett entspannt angehen lassen. Wir haben mal wieder, seit Wochen das erste Mal, ohne Wecker geschlafen. Tja, wir sind wohl nicht mehr die Jüngsten, denn wir waren bereits vor 6 Uhr morgens beide wach. Wir haben es dann aber genossen, einfach noch im Bett zu bleiben. Frühstück gab es sowieso erst ab 8 Uhr am Sonntag. Und wow, das hatte es in sich. Wir konnten aussuchen aus verschiedenen Eiern, Waffeln, Brot, Muffins und dazu gab es Früchte, Fruchtsaft und einen sehr leckeren Kaffee. Wir haben fürstlich gespiesen. Den restlichen Tag haben wir dann für die Planung der bevorstehenden Grenzüberquerung und die Bearbeitung unseres Blogs genutzt. Wir möchten da endlich fertig werden respektive à jour sein. Zudem haben wir noch mit Zuhause telefoniert. Hat auch sehr gut getan und wir haben wieder viele Neuigkeiten erfahren 😉
Am nächsten Tag haben wir uns etwas aufgeteilt. Ich (Corinne) hatte nicht meinen besten Tag und hab beschlossen, diesen eher in Ruhe zu verbringen und Dies und Das zu erledigen. Tobi hatte mehr Motivation und ist alleine losgezogen. Er hat sich für eine Free-Walking-Tour angemeldet und am Abend hat er sich mit Alexandra getroffen. Sie ist eine weitere Freundin von Nathalia und wohnt in Cali. Aber am besten berichtet er gleich selbst davon:

Ich hatte mich für die Free Walking Tour recht spontan entschieden. Irgendwie hatte ich keine Lust die Stadt alleine zu besichtigen, hat mich doch mein Orientierungssinn in der Stadt etwas im Stich gelassen. Daher wollte ich auf Nummer sicher gehen. Ich bin dann frühzeitig mit einem UBER los um an den Treffpunkt in der Nähe der bekannten Kirche Iglesia La Ermita zu kommen. Dort sollte eigentlich ein Herr mit roter Mütze warten. Komisch, da waren zwar viele Menschen, aber keiner mit roter Mütze. Irgendwann hab ich eine WhatsApp bekommen mit einem Bild von einem Herrn, es war der Tour Guide. Leider hatte er seine Mütze vergessen und hat uns auf diesem Weg gezeigt, wie er aussieht. Hat nicht jeder verstanden, aber nachdem immer mehr Menschen um den Herrn herumgestanden sind, haben es andere Wartende auch begriffen. 🙂 Die Tour begann mit der Geschichte der Kirche Iglesia La Ermita. Diese Kirche wurde nach einem schweren Erdbeben eben an jener Stelle gebaut. Davor war an gleicher Stelle bereits eine kleine Kirche, welche aber vollkommen zerstört wurde. In der ehemaligen Kirche war aber ein grosses Gemälde, welches auf wundersame Weise erhalten blieb. Dies wurde als Zeichen erkannt und es sollte dort eine neue und grosse Kirche entstehen. Als Vorbild für die Kirche wurde nicht irgendeine Kirche genommen, sondern der Dom von Ulm. Einfach ein paar Nummern kleiner, aber im selben Stil. Ob das jetzt so hingehauen hat, kann ich gar nicht sagen. Ich habe den Dom in Ulm erst einmal gesehen und das ist auch schon 15 Jahre her. 🙂 Aber ich glaube dem Guide einfach mal. Den ersten Stop nach der Kirche machten wir direkt auf dem Platz hinter der Kirche. Dort gab es einen grossen Platz mit einigen Bäumen und Sträuchern und auf dem Platz verteilt standen ein paar Sonnenschirme. Unter den Sonnenschirmen gab es einen Schreibtisch mit einer Nummer, dazu zwei Stühle und auf jedem Tisch eine sehr alte Schreibmaschine. Ich konnte das erst nicht richtig zuordnen, wurde dann aber recht schnell schlau. Das waren offizielle Personen, an welche man sich wenden kann, wenn man ein bürokratisches Anliegen hat. Diese Personen helfen dann, Dokumente, wie Steuererklärungen auszufüllen, oder wenn man ein Haus verkaufen mag, usw. Ich fand das noch recht lustig, aber die Menschen sind sehr froh darüber, können doch nicht alle lesen und schreiben bzw. haben auch nicht das Verständnis. Die Personen, die hier hier Büro haben, müssen dafür in einer Art Verein sein, wofür sie einen Beitrag bezahlen müssen. Dann dürfen sie auf dem Platz Ihre Dienste anbieten und arbeiten. Ich finde das einfach super. Die Schreibmaschinen waren heftig im Einsatz benötigt man hier doch noch viele Dokumente mit einem Durchschlag. 🙂 Danach sind wir dann weiter durch die Stadt gelaufen und haben diverse Parks und Gebäude gesehen. Das Tolle an den Touren ist immer, dass man auch gleich Infos bekommt, wo es in der Stadt sicher ist und welche Regionen man meiden soll oder auch welche Parks ab Anbruch der Dunkelheit nicht mehr so sicher zu besuchen sind. Das macht das Leben doch irgendwie einfacher. Wir sind dann weiter zu einem typischen Strassenverkäufer. Dort konnten wir wieder lokale Sachen probieren. Dieses Mal eine Art Marshmallow sprich eine Art Schaumzuckerware aus Zucker, Eischnee und Geliermittel. Und dieses Geliermittel besteht hier zu 100% aus Kuh. Daher das Ganze für Vegetarier oder Veganer ungeeignet. Ich habe es probiert und es schmeckte nach nicht nach viel, war aber recht süss. Danach gab es noch einen Keks, welcher etwas trocken war, aber sonst ganz lecker. Als Nachtisch konnte man eine Frucht probieren, welche geschält wurde und dann mit Salz und Limettensaft übergossen wurde. Eine eher komische Kombination, weshalb ich mich erstmal zurückgehalten habe. Die Frucht wirkte eher trocken und hölzern und erinnerte eher an eine Süsskartoffel oder einen Kürbis. Ich habe dann doch meine Finger davon gelassen, das war mir nicht geheuer. 🙂 Schon toll solche Touren. 🙂 Weiter ging es dann in den historischen Teil der Stadt, mit vielen Museen und zum kulturellen Teil mit all den tollen Theatern. Hier wirkte die Stadt ganz anders und war richtig schön. Cali ist tatsächlich eine recht kulturelle Stadt und hat über das Jahr diverse Festivals und andere Events zu bieten. Vor allem zwischen Weihnachten und Silvester ist so richtig was los. Dann findet eine Art Karnevals mit viel Tanz, Musik und Alkohol statt.

Danach ging es in eine alte Werkstatt in welcher Plakate gedruckt werden. Und das in sehr altertümlichen Verfahren, nämlich noch richtig mit Druckplatten wie zu Gutenbergs Zeiten. Die Maschinen waren sehr alt und kommen aus Europa. In Cali ist es verboten neuartige Plakate zu drucken, ausser man macht das in diesem alten Verfahren und auf Papier, welches einen sehr hohen Anteil an Zuckerrohr haben muss, damit es umweltfreundlich ist. Dabei haben wir auch erfahren, dass die Region Cali sehr bekannt für den Anbau von Zurckerrohr ist. Es war sehr spannend diese alte Technik zu sehen und auch die Plakate sehen nachher extrem cool aus. Irgendwie sehr modern aber doch auf alt gemacht.

Damit war die Tour dann auch schon wieder um und wir haben uns vom Guide verabschiedet. Es war wirklich wieder super und sehr zu empfehlen. Leider endete die Tour nicht da wo sie begonnen hat, was ich eigentlich dachte, sondern im Stadtteil San Antonio. Das war auf der einen Seite gut, denn dort hatten wir unser Hotel, auf der anderen Seite schlecht, weil ich mich noch an der Kirche für einen Drink verabredet hatte. Jetzt was tun? Zum Glück konnte ich das alles noch regeln und ich habe Alexandra ganz in der Nähe von unserem Hotel treffen können. Alexandra ist ebenfalls eine Freundin von meiner Spanischlehrerin Nathalia und wohnt seit einigen Jahren in Cali. Ich wollte mir die Chance nicht entgehen lassen mehr über die Stadt und das Leben hier zu erfahren. Vor allem wie sich das Thema Sicherheit in den letzten Jahren hier verändert hat. War doch nach dem Tod von Pablo Escobar das Cali-Kartell das grösste und gefährlichste Kartell in Kolumbien. Entsprechend gab es auch hier viel Gewalt und Tote. Alexandra und ich haben in einem typisch kolumbianischen Lokal noch etwas gegessen, sehr leckere Shrimps in Kokossauce mit Reis und Plantain. Danach sind wir noch in eine Bar auf einen Drink. Es war super und sehr interessant all die Geschichten aus erster Hand zu erfahren. Nochmals vielen Dank an Alexandra!!!

Am nächsten Morgen sah die Welt schon etwas besser aus und ich (Corinne) hatte etwas mehr Lust die Welt zu erkunden. Wir haben wieder mal herrlich gefrühstückt, haben unsere abgegebene Wäsche von der Wäscherei abgeholt und unsere Rucksäcke gepackt. Heute Abend geht es nämlich für uns auf eine grosse Reiseetappe. Der Bus fährt jedoch erst um 20 Uhr los und somit haben wir den ganzen Tag noch frei. Dies ein weiterer Vorteil, wenn man mit dem Bus reist und nicht mit dem Flugzeug. Günstiger, umweltschonender, Busterminal ist meistens in der Stadt und kommt man schnell und günstig hin und man muss keine 3 Stunden vor Abflug vor Ort sein. Unsere Rucksäcke konnten wir den ganzen Tag an der Rezeption des Hotels stehen lassen, was für uns natürlich Luxus war. Also sind wir zu Fuss losgezogen. Ehrlich gesagt hatten wir kein grosses Ziel. Alexandra hat Tobi gestern noch ein paar schöne Sachen empfohlen und da wollten wir einfach hinschlendern. Es war eher die Lust auf einen ausgiebigen Spaziergang, vor allem weil wir auch wussten, dass wir danach rund 20 Stunden in Bussen verbringen werden. Wir sind zum «Katzenpark» gelaufen. Dieser befindet sich am Rio Cali und es sind diverse Katzenskulpturen ausgestellt. Sieht echt mega härzig aus und mittlerweile verstehen wir auch Plus/Minus die in Spanisch geschriebenen Erklärungstafeln. Wir sind dann weiter am Fluss entlang gelaufen und haben immer wieder gestaunt, wie grün es auch in dieser Stadt ist. Und auch wie viele Stadt-Mitarbeiter sich um die Pflege kümmern. Die Anlagen der Städte sind immer sehr sauber und werden ordentlich gepflegt. Bei den Privatgrundstücken ist dies leider immer so eine andere Sache… Als wir plötzlich um ein Eck kamen sahen wir noch die Christus-Statue von Cali. Sie sieht ähnlich aus wie die Bekannte in Brasilien. Jeder hat uns gesagt, dass wir da unbedingt hin müssen, wenn wir in Cali sind. Auf der Walking-Tour hat Tobi aber herausgefunden, dass die Statue aktuell geschlossen sei. Ebenso sei es etwas blöd, weil viele Uber- und Taxifahrer da nicht gerne hochfahren. So kann es sein, dass man da oben ist und kein Taxi oder Uber mehr bekommt für den Rückweg. Irgendwie hatten wir am heutigen Tag keine Lust auf Abenteuer oder Chaos, wir wollten es einfach ruhig angehen lassen. Also haben wir aus der Ferne Bilder gemacht von der Statue und waren damit auch zufrieden. Irgendwie hat uns Cali gesamt nicht ganz so in den Bann gezogen wie die anderen Städte. Wir können es uns auch nicht richtig erklären. Ich für meinen Teil bin gedanklich auch glaube ich einfach durch mit dem Land. Ich mag weiterziehen. Kolumbien hat mir gefallen, aber ich denke immer öfters an die nächsten Stationen. Und ja es klingt doof, wir haben noch 9 Monate vor uns, aber ich bekomm schon langsam Panik, dass wir nicht genügend Zeit haben um alles zu sehen. Zurück zu unserem Ausflug (ihr merkt schon, ich schweife immer wieder ab). Wir sind an der anderen Flussseite wieder langsam zurück geschlendert und merkten auch wieder mal, wie sehr sich das Wetter zu Salento verändert hat. In Cali ist es wieder richtig warm (rund 27 Grad hatten wir). Im Gegensatz zur Karibikküste war es dafür nicht ganz so drückend und auch nicht so feucht. Es war richtig angenehm und wir haben die ganzen Sonnenstrahlen richtig aufgezogen. Angekommen am Bulevar del Rio haben wir ein tolles Café gefunden und uns erstmal gestärkt 😉 Zum Abschluss sind wir dann noch zum Parque Simon Bolivar, zur Iglesia La Ermita und zur Plazoleta Jaira Varela gelaufen. Es war schlussendlich ein wunderschöner Spaziergang mit rund 15’000 Schritten 😉

Neben unserem Hotel haben wir dann noch ein tolles Restaurant gefunden. Es war ein syrisches/italienisches Fusion-Restaurant. Wir hatten herrlichen Humus und danach eine Art Pizza. So waren wir für die bevorstehende Reise super gestärkt. Wir haben im Hotel unsere Rucksäcke geholt und sind mit dem Uber zum Busterminal gefahren. Dort hat Tobi noch erfolgreich unsere Tickets umgetauscht. Als wir diese vor 3 Tagen direkt beim Busanbieter gekauft haben, haben Sie uns Plätze für die hintersten Reihen verkauft (gleich neben dem WC) mit der Mitteilung, dass dies die einzigen freien wären. Sonst haben wir immer im Internet gebucht, aber dieses Mal wollte es einfach nicht klappen, weil wir das Formular mit der Passnummer nicht korrekt ausfüllen konnten. Was haben wir Zeit und Nerven verbraucht wegen diesen Tickets. Und in einem 12 Stunden Overnight-Bus will man einfach nicht neben dem WC sein, da hatte Tobi schon recht. Er ist dann nochmals zum Schalter und mit etwas Druck aufbauen hat es plötzlich geklappt und wir bekamen unsere Wunschsitze in Reihe 3. Hat Tobi super gemacht! Um kurz vor 20 Uhr ging dann das Boarding los und anhand der Deuter-Rucksäcke haben wir noch ein weiteres Paar aus Deutschland gesichtet. 99% aller Reisenden mit Deuter-Rucksäcken kommen aus Deutschland 😉 Witzig, sie sassen gleich hinter uns. Wir aber waren einfach zu müde und wollten nur noch schlafen. Wir wussten, der nächste Tag wird genügend anstrengend, wir müssen versuchen, wenigstens ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Hat auch mehr oder weniger geklappt. Ich glaub, Tobi hat relativ schnell geschlafen. Ich hatte etwas Mühe mit dem Fahrstil vom ersten Fahrer. Er fuhr doch sehr ruckartig und es ging gefühlt immer hoch und runter und so bin ich immer wieder von meinem Sitz hin und hergerutscht. Und wenn man sich überall versucht festzuhalten, dann findet man einfach keinen Schlaf. Zwischendurch hat es mich immer mal wieder für kurze Zeit genommen. Wir müssen aber sagen, im Grossen und Ganzen war die Fahrt sehr gut. Es war ruhig und es kamen nicht ständig Verkäufer rein. Auch hielt der Bus nur ganz selten und es stiegen keine neuen Leute ein oder Leute aus. Nur einmal um glaub 4 Uhr am Morgen war ein offizieller Halt in Pasto. Tobi hat mich ganz aufgeregt geweckt, weil er verstanden hat, dass es eine Polizeikontrolle gibt und wir die Pässe zeigen müssen. Einen kurzen Blick später auf Google Maps sahen wir dann, dass wir in Pasto sind und hier eine Haltestelle ist. Also nochmals Glück gehabt, wir können weiterschlafen. Haben wir auch gemacht. Das Nächste an was ich mich erinnere war eine laute Stimme mit «Ipiales»! Uff was, da müssen wir raus. Endstation. Einen Blick auf die Uhr zeigte, es war erst 6:50 Uhr und somit sind wir über eine Stunde zu früh am Ziel. Ok, auch nicht schlecht. Bei der ersten Bewegung merkte ich schon, wie ich komplett durchgefroren war. Komisch, die Klimaanlage lief schon, aber so stark auch wieder nicht. Einen kurzen Blick nach draussen zeigte dann, dass es von aussen kam. Es war bitterkalt (halt gefühlt nach 30 Grad in Cali). Einen weiteren Blick auf den Kompass zeigte dann auch warum. Wir waren tatsächlich über 2’600 m.ü.M. Es war ein wunderschöner Morgen mit Sonnenschein aber halt einfach kalt. Ehrlich gesagt, weiss ich nicht wie kalt. Ich würde jetzt mal schätzen um die 6-8 Grad. Zum Glück hatten wir lange Hosen, einen Pullover und unsere Regenjacke an. Andere Reisende waren da weniger gut vorbereitet. Beim Aussteigen haben wir uns noch mit den beiden Deutschen unterhalten. Carmen & Philipp aus München und seit 2 Monaten auf Reisen. Wir haben dann schnell gemerkt, dass wir die gleichen Tagespläne haben und haben uns kurzerhand zusammengeschlossen. Es macht sowieso Spass sich mit anderen Reisenden auszutauschen, es spart aber auch etwas Geld, weil man sich die Taxikosten aufteilen kann. Ebenso konnten wir uns für den bevorstehenden Grenzübergang etwas unterstützen. Von den Beiden haben wir dann auch erfahren, dass es am Busterminal eine gesicherte Gepäckaufbewahrung für nur 3’000 Pesos gab. So konnten wir die Rucksäcke am Terminal lassen und die berühmte Kirche in Ipiales in Ruhe besichtigen. Wir haben uns dann zu Viert ein Collectivo (eine Art Taxi aber Grösser, welches gerne auch von Einheimischen benutzt wird und vor allem deutlich günstiger ist) genommen. Es waren nur rund 15 Minuten und schon waren wir angekommen. Nach ein paar Treppenstufen erblickten wir auch bereits die Santuario de Las Lajas. Eine im gotischen Stil erbaute katholische Kirche und beliebte Pilgerstätte aus dem 18. Jahrhundert. Da es noch vor 8 Uhr war, waren entsprechend wenig Leute vor Ort. Richtig herrlich, richtig ruhig. Wir konnten das gesamte Areal ausgiebig bestaunen und auch viele Fotos ohne grossen Menschenmassen machen. Danach ging es die ganzen Treppen wieder hoch und da merkten wir, dass wir etwas höher sind. Unsere Lungen waren noch nicht ganz so vorbereitet und wir mussten echt stark schnaufen 😉

Nach einer kurzen Fahrt im Collectivo sind wir dann wieder am Busterminal angekommen. Hier hiess es dann Rucksäcke wieder abholen, nochmal ein Collectivo nehmen und ca. 15 Min. ab an die Grenze fahren. Dort kommt dann der spannende Teil der Geschichte. Es geht zu Fuss von Kolumbien über die Landesgrenze nach Ecuador inkl. Ausreise und Einreise. Wie das abgelaufen ist, verraten wir erst im nächsten Blogbeitrag.

Corinne

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