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Honduras und El Salvador (Gruppenreise Teil 3)

Geschrieben von Corinne am . Veröffentlicht in .

Pünktlich um 18 Uhr am Montag 04.07.2022 waren (fast) alle am vereinbarten Ort im Hotel zum Welcome Meeting der neuen Gruppe zusammengekommen. Es wird sich sehr viel ändern für uns auf der restlichen Reise. Wir sind neu 16 Teilnehmer:innen und unser Tourleader ist neu Dennis. Dennis kommt aus Antigua Guatemala und hatte somit eine kurze Anreise. Wir reisen jetzt seit 24 Stunden zusammen, ich bekomme aber die Gruppe nach wie vor nicht ganz zusammen. Probieren wir es mal: Es ist ein anderes Pärchen dabei (beide Engländer, er wohnt jedoch in Doha), eine Kalifornierin und eine von Boston, 2 Herren aus Chile wobei einer davon in Schweden lebt, 4 Damen aus Irland, ein Tessiner und unsere ursprüngliche Gruppe bestehend aus 3 Engländerinnen, Tobi und mir. Um alle Formalitäten (Health Check, Prüfung Impfstatus, Passkontrolle sowie Ausfüllen der Versicherungsangaben und des Notfallkontakts) von 16 Personen abzuschliessen hat es einige Zeit gedauert. Auch haben wir die ersten Informationen über die bevorstehenden 29 Tage von Antigua Guatemala bis nach Panama-City erhalten. Die bereits übliche WhatsApp-Gruppe für Informationen haben wir auch noch schnell erstellt (zumindest die Meisten sind dabei) und wir gingen alle gemeinsam los zum Welcome Dinner. Dennis hat uns zu einem typischen, guatemalischen Restaurant geführt. Wir wurden herzlich willkommen geheissen und durften verschiedene lokale Vorspeisen probieren. Die waren echt lecker. Auch der Hauptgang hat uns geschmeckt. Wir haben Pépian versucht. Es ist eine Art Suppe worin das Fleisch gegart wird. Ebenso hat es viele grosse Gemüsestücke (Kartoffeln, Kürbis, Karotte, etc.) in der dunkelbraunen Suppe drin. Dieses nimmt man aber zu Beginn alles wieder raus und fügt dafür den dazu erhaltenen Reis der Suppe zu. Und dann wird gespachtelt. Das Fleisch isst man dann einfach mit der Hand, weil die Suppe nur mit Löffel gegessen wird. Dazu gibt es, wie praktisch zu jedem Essen, Tortillas. An unserem letzten Guatemala-Abend haben wir also nochmals ein typisch lokales Gericht versucht. Danach ging es schnell zum Hotel zurück. Wir waren schon weit über unserer normalen Bettgehzeit (21 Uhr) drüber. 🙂 Wir mussten noch unsere Rucksäcke fertig packen und hofften auch sehr, dass unsere abgegebene Wäsche vom Vortag nun doch endlich bereit lag. Lag sie und wir konnten die Rucksäcke packen. Das Welcome-Meeting und die neue Gruppe haben uns dann aber gedanklich noch beschäftigt, sodass wir erst nach Mitternacht eingeschlafen sind. Suboptimal, denn um 03:11 Uhr klingelte bereits wieder unser Wecker. Die gesamte Gruppe hat es aber pünktlich zur Abfahrtszeit um 04:00 Uhr an die Rezeption geschafft. Die grossen Rucksäcke wurden auf den Dachträger des Busses gespannt und wir sind alle eingestiegen. Eine Fahrt von ca. 7 Stunden sowie ein Grenzübertritt stand uns bevor.

Wir sind extra um 4 Uhr losgefahren, da wir Guatemala City komplett durchqueren mussten. Und diese Stadt hat es verkehrstechnisch echt in sich. Unser frühes Aufstehen hat sich aber gelohnt und wir kamen gut durch. Ein kurzer «technical stop» aka Pippi-Pause haben wir um 6 Uhr eingelegt, um 8 Uhr waren wir dann bereits am Frühstücksrestaurant angekommen. Auch hier müssen wir uns umgewöhnen. Mit 17 Leuten findet man halt nicht so einfach ein Restaurant. Oder besser gesagt, die kleinen, lokalen Restaurant können in dem Fall nicht besucht werden. Das ausgewählte Restaurant wo alle darin Platz hatten war dann eher ein Reinfall. Es war eher eine Kantine mit extrem schlecht gelauntem Personal. Immerhin konnten wir unsere Mägen füllen und es konnte dann auch bald weitergehen. Um 10 Uhr nochmals ein kurzer «technical stop» und danach begann unsere Vorbereitung für den Grenzübertritt. Geplant war, dass Dennis und jemand aus der Gruppe alle Pässe einsammelt, von jedem 10 Guatemala Quetzales für die Ausreise und je 3 USD für die Einreise in Honduras bekommt und die Beiden für alle den Immigrationprozess machen. Funktionierte bisher jeweils so. Heute aber wollten es die Grenzbeamten ganz genau wissen. Wir sollen alle in’s Office kommen. Haben wir natürlich gemacht und jeder durfte ein Foto machen lassen und seine Fingerabdrücke abgeben. Als Entschädigung bekamen wir dafür einen Stempel in den Pass. Dies ist nicht mehr die Normalität, wenn man nach Honduras einreist, sagte uns Dennis. Wir waren natürlich alle happy, dass wir nun doch einen Stempel bekamen. Als alle wieder im Bus sassen kam Dennis nochmals hektisch zurück. Die Grenzbeamten wollten heute doch keine USD (obwohl sie uns dafür jeweils eine Quittung ausgestellt haben) und wir mussten auf die Schnelle weitere Quetzales besorgen. Nicht ganz einfach, bei 17 Leuten und alle haben ihre Quetzales am Vorabend verbraucht, da wir ja weiter reisten. Schlussendlich hat es aber doch geklappt und die Grenzbeamten verzichteten dafür auf die Gepäckkontrolle. Alle waren froh, dass der Grenzübergang geschafft war und die Fahrt ging weiter in’s Landesinnere von Honduras.

Wir mussten uns eingestehen, dass wir über das Land so rein gar nichts wussten. Ist ja auch nicht ein wirklich typisches Reiseland aufgrund der Sicherheitsprobleme. Deswegen bleiben wir auch nur eine Nacht in der Grenzregion und werden morgen bereits in das nächste Land weiterreisen. An der Unterkunft wurden wir herzlich willkommen geheissen. Der grösste Teil der Gruppe machte sich dann gleich wieder auf zu einem Ausflugspunkt mit «Hot Springs». Tobi, Amillie und ich haben uns aber gegen die optionale Aktivität entschieden. Wir waren noch etwas müde, hatten Muskelkater und gerade nicht so Bock auf die gesamte Gruppe. Wir sind dann zu Dritt durch Copán gezogen. Ein herziges kleines Dörfchen, voller Farben und netten Menschen. Die «sichere» Touristenzone erstreckte sich auf ganze 4 Blocks. Man konnte sich also nicht verlaufen. Auf dem Weg zum Plaza, so nennt man in Zentralamerika jeweils die Stadtmitte, haben wir noch kurz in einem Café Halt gemacht und uns einen unglaublich köstlichen Kuchen (Snikers-Kuchen) sowie einen lokalen Kaffee gegönnt. Herrlich! Anschliessend sind wir wie gesagt durch das Städtchen gelaufen. Wir waren die einzigen ausländischen Touristen, die wir sehen konnten. Zurück in der Unterkunft haben wir uns etwas ausgeruht und warten nun auf den Rest der Gruppe. Da es wieder stark angefangen hat zu regnen (aktuell ist in Zentralamerika Regenzeit, also alles normal) verspätet sich die Gruppe. Wir wurden soeben informiert, dass ein Fluss übergelaufen ist und sie die Strasse nicht passieren können. Mal schauen, ob es heute noch ein Abendessen gibt. 🙂

Die Gruppe hat es dann tatsächlich mit fast 90 Minuten Verspätung in die Unterkunft geschafft und wir sind im Regen noch kurz in ein wunderschönes Restaurant gelaufen und haben uns verköstigt.
Am nächsten Morgen ging es zeitig los. Auf dem Plan standen die Maya Ruinen in Copan. Davor gab es einen Kaffee und für Tobi frische Früchte mit Müsli. Gestärkt wurden wir dann in Tuk Tuk’s abgeholt. Wir hatten mit Carlos den weltbesten Fahrer und hatten auf der kurzen Strecke richtig viel Spass. Ob die Sache sicher ist??? Wahrscheinlich käme es nicht durch den TÜV, aber wir haben überlebt. 🙂

An der Maya-Stätte angekommen haben wir unseren lokalen Guide kennengelernt und sind gestartet. Die Maya Stätte hatte vor allem im 9. Jahrhundert seine Blütezeit und wird seit dem 19. Jahrhundert erforscht. Seit 1980 gehört sie zum UNESCO Weltkulturerbe. Bis heute ist noch nicht die ganze Stätte erforscht und man weiss noch nicht alles. Im Vergleich zu Mexico dürfen die Bauten auch hier in Honduras betreten werden. Von oben hat man meistens einen super Überblick über die ganze Stadt und natürlich in die Hügellandschaften von Honduras. Ein kleines Highlight hat sich aber direkt am Eingang ergeben. Wir haben Ara’s in deren freien Welt gesehen. Diese bunten Vögel sind einfach wunderschön anzuschauen. «Leider» wurden sie dort zugefüttert, weshalb wir ihnen auch sehr nahe kommen konnten. Wir haben uns aber für die Tiere in den Bäumen entschieden. Als diese dann über unsere Köpfe weggeflogen sind war das schon ein wunderschöner Anblick.

Nach der Besichtigung der Maya-Stätten sind wir dann kurz Mittagessen gegangen bevor es auf die nächste aufregende Reiseetappe ging. Es standen uns rund 7 Stunden und 2 Grenzübergänge bevor. Unser Gepäck war wieder auf dem Dach des Vans untergebracht, zum Glück richtig gut abgedeckt. Es hat nämlich pünktlich zur Abfahrt richtig stark zu regnen begonnen. Nach kurzer Fahrtzeit sind wir an der gleichen Grenze wie gestern zwischen Honduras und Guatemala angekommen. Dieses Mal wollten sie wieder Fingerabdrücke von uns, dafür bekamen wir einen Ausreisestempel. Ab zum nächsten Schalter und dort gab es erneut einen Einreisestempel von Guatemala. Unser Pass füllt sich langsam 🙂 Die Fahrt ging dann weiter durch Guatemala und wir haben uns die Zeit mit lesen, netflixen, Podcast hören oder aus dem Fenster schauen vertrieben. Nach ca. 2 weiteren Stunden fahren sind wir an der Grenze zu El Salvador angekommen. Im strömenden Regen raus und ab zum ersten Schalter, noch auf der guatemalischen Seite. Dort wurden all unsere Pässe eingezogen. Immer noch ein komisches Gefühl, aber irgendwie gewöhnt man sich langsam daran und vertraut halt, dass die dann wieder zurückkommen. Kamen sie auch und es ging zurück in den Bus. Der Grenzübergang war eine grosse Baustelle. Die El Salvadorianer (nennt man die so?) bekommen einen neuen schönen, grossen Grenzübergang. Auf der Seite von El Salvador wurden wir dann extrem freundlich begrüsst. Der Grenzbeamte kam zu uns in Zoll und hat uns mal schnell mit Handschlag begrüsst. Er wollte alle Pässe sehen und weil es doch 18 Stück sind, haben wir ihm geholfen, die richtigen Seiten rauszusuchen. Er hat dann alle persönlich mit Namen begrüsst, Tobi bekam sogar die Ghetto-Faust. Zum Schluss hat er uns noch viel Spass in seinem schönen Land gewünscht und wir durften weiterfahren. Herrlich!!! Keine Diskussionen und ein Spässchen, dafür leider auch keinen neuen Stempel. Die Länder Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua bilden eine Gemeinschaft. Man darf in den 4 Ländern gesamthaft 90 Tage am Stück verbringen und weil es eben eine Gemeinschaft ist, wird oftmals kein neuer Stempel gemacht, wenn man innerhalb dieser 4 Länder reist. Bei Honduras gab es einfach kurzfristig eine ungewohnte Änderung. Mal schauen, wie es dann in Nicaragua sein wird. Ein Reiseteilnehmer, der Tessiner, hat mit El Salvador sein 50. Land bereist. Wow nicht schlecht. Wir haben dann alle unsere Listen rausgeholt und ich, Corinne, habe festgestellt, dass El Salvador doch auch tatsächlich mein 30. Land ist. Auch nicht schlecht, aber noch viel viel gilt es zu bereisen. Nach dem Grenzübergang ging es dann noch weitere 3 Stunden über Hügel und enge Strassen. Ehrlich gesagt, kann ich nicht viel darüber berichten…..ich hab geschlafen. Gegen 20 Uhr sind wir dann in Suchitoto angekommen. Klingt eher nach Japan, ist aber El Salvador. Die Stadt war am Abend sehr ausgestorben, scheint aber nett her zu sein 😉 Die Unterkunft ist auch der absolute Hammer. Die Zimmer sind alle ziemlich neu und wir haben eine schöne Aussenanlage. Und es gibt sogar WiFi in den Zimmern und dann erst noch richtig Gutes. 🙂

Am nächsten Tag sind wir dann wieder getrennt unterwegs gewesen. Kurz einen lokalen Kaffee getrunken und dann ging es für mich in’s Büro und Tobi ging auf einen Ausflug, den «War-Hike». Er wollte mehr über die Geschichte von El Salvador erfahren und hat sich daher mit dem Rest der Gruppe auf den Weg in die Pampa gemacht. Sie wurden gegen 8.30 Uhr abgeholt und dann hiess es erstmal 1 Stunde Auto fahren. Es ging durch sehr schöne Landschaften aber auch sehr arme und heruntergekommene Dörfer. Teilweise gab es einen einen tollen Blick auf den See. Im National Park angekommen, wurden wir von einem ehemaligen Mitglied der Guerilla Kämpfer begrüsst. Rafael, so sein Name hat dann knapp eine Stunde aus seinem Leben erzählt. Man konnte ihm die hinterlassenen Spuren aus 12 Jahren Bürgerkrieg wirklich ansehen. Die Menschen in El Salvador sagen aber, es waren keine 12 Jahre Krieg sondern 17 Jahre. Für sie hat der Krieg bereits damit angefangen, als eine Protestaktion von Studenten blutig niedergeschlagen wurde. Damals wurde einfach von Hochhäusern auf die Studenten geschossen. Die Leichen wurden dann mit grossen Bulldogs zusammengeschoben und einfach schnell entsorgt. Anschliessend wurden die Strassen gereinigt und behauptet, es ist nichts passiert und es gab keinen Aufstand. Für uns einfach unvorstellbar… Bis heute weiss niemand, wie viele Menschen bei diesem  Masaker damals gestorben sind… Rafael hat uns erzählt, wie es war im Alter von 15 Jahren zu beschliessen, dass er von nun an für die Revolution einsteht und dafür kämpft. Dafür hat er dann seine Familie verlassen und war auf sich gestellt. Besonders überrascht hat mich, dass einige Kämpfer für Ausbildungen in militärischen Sachen nach Kuba reisen konnten und dort trainiert wurden. Die staatliche Armee wurde mit viel Geld und Equipment aus den USA versorgt. Es steht im Raum, dass die USA über 12 Jahre, jeden Tag eine Million Dollar an El Salvador bezahlt haben. Für dieses Geld muss der Staat und damit die Menschen heute noch aufkommen und die Schulden begleichen. Es war schon verrückt wie Rafael uns berichtet hat, mit welchen einfachen Mitteln sie gekämpft haben und was für Erfolge sie doch verbuchen konnten. Es war sehr interessant, wobei es glaub auch hier zwei Seiten der Medaille gibt. Wir haben jetzt eben die eine Seite gehört.

Nach den Erzählungen ging es für die Gruppe in den Wald zu einer kleinen Wanderung. Auf dieser Wanderung sind wir an verschiedenen Stellen aus dem Krieg vorbei gekommen. So haben wir das Krankenhaus, einfach ein kleines Gerüst aus Holz mit einem Tisch daneben, dann die Schule und auch eine Küche besucht. Die Küche war ein Ort, von wo aus immer 30 Personen versorgt wurden. Das Problem war, das kein Rauch aus der Küche aufsteigen durfte, um die Siedlung nicht an die Luftwaffe der Armee zu verraten. Gelöst hatte man das Problem erst, als die Kämpfer auf die Küchen in Vietnam aufmerksam wurden. Dort hatten die Guerilla Kämpfer das gleiche Problem und das mit Hilfe langer Rohre, welche ca 100 Meter durch den Wald liefen, gelöst. Die Rohre gingen immer einen Hügel hoch und waren nicht komplett dicht sondern hatten ganz kleine Öffnungen, welche mit Laub und Steinen abgedeckt waren. Damit konnte der Rauch aus der Küche über die Distanz ganz langsam und unsichtbar entweichen. Es war schwer sich vorzustellen, wie die Menschen hier im Wald gelebt haben. Zum Schutz vor der Armee lebten auch viele Menschen, die nicht gekämpft haben, im Wald. Die gesamte Region war früher Agrarland bis hoch hinauf in die Berge. Erst durch den Krieg hat die Natur wieder die Oberhand bekommen und den Menschen Schutz gegeben. Wenn es heute Stellen ohne Wald in den Bergen gibt, dann häufig weil der Boden komplett verseucht ist. Wie in Vietnam wurde hier besonders heimtückische chemische Mittel gegen die Menschen eingesetzt. Im Anschluss ging es noch ein kurzes Stück steil den Berg hinauf zu einem Aussichtspunkt. Von hier hatten wir einen tollen Blick über die Umgebung und vor allem die tolle Landschaft.

Nach der Tour sind wir zu einem Wasserfall gelaufen wo wir uns alle abkühlen konnten und ein tolles Barbecue für die Gruppe gemacht wurde. Leider hat es die Tage zuvor stark geregnet, so dass das Wasser recht braun und dreckig war. Für die meisten war es dann genug, die Füsse ein wenig abzukühlen und zu entspannen.

Nach dem Essen ging es in ein kleines Dorf direkt daneben, welches im Krieg komplett zerstört wurde. Dort hat der Guide noch ein wenig mehr erzählt, was den Menschen im Dorf so alles passiert ist. Wirklich keine schöne Geschichte. Was aufgefallen ist, wie schmutzig und heruntergekommen das Dorf schon wieder war. Wir wurden vorher informiert, dass wir in das Dorf gehen und kein Gebäude ist älter als 25 bis 28 Jahre. Tobi hatte da dann so eine Art Dorf vor seinem inneren Auge, wie eben eine Siedlung nach 25 Jahren in Deutschland aussieht. Das war einfach mal wieder komplett falsch. Ehrlich gesagt habe ich keinen Unterschied zu anderen Dörfern gesehen. Die gesamte Bausubstanz und so weiter ist einfach alles nichts langanhaltendes. Es ist brutal wie schnell alles wieder zerfällt und einfach auch nichts gepflegt wird. Im Zentrum kann man heute noch Erinnerungsstücke aus dem Krieg besichtigen. So sind dort stilgelegte Gewehre, Reste eines abgeschossenen Hubschrauber der Armee und ein paar Bombenkörper ausgestellt. Die Bombenkörper sind von nicht explodierten Bomben, welche entschärft wurden und das explosive Material zum Gegenangriff verwendet wurde. Die Körper hatten nach dem Krieg noch eine weitere Bedeutung. So hat der Pfarrer der Kirche mit einem Hammer darauf geschlagen um die Messe einzuläuten. Die eigentlichen Kirchenglocken wurden im Krieg zerstörrt.

Danach ging es dann wieder ins Hotel und wir konnten uns noch ein wenig ausruhen. Das war auch dringend notwendig. Es war schon schwere Kost das alles zu sehen und erzählt zu bekommen. Und für Tobi persönlich einfach ungewohnt, weil wenn wir bisher etwas besucht haben das mit Krieg oder so zu tun hatte, dann waren das immer alte Sachen von vor 80 Jahren oder wirklich aus der Geschichte. Hier reden wir aber von Sachen die 1992 passiert sind und Tobi doch auch schon 11 Jahre alt war. Das war ein komisches Gefühl für ihn.

Den späteren Nachmittag haben wir dann wieder gemeinsam in einem lokalen Kaffee verbracht und sind dann direkt zum Abendessen gegangen. Die Anderen aus der Gruppe waren noch auf einer Sonnenuntergangs-Bootsfahrt auf dem See und so haben wir in kleiner Runde gegessen. War auch wieder mal schön, etwas in ruhigerer Runde zu essen. Leider gab es heute auch den ersten Covid-Fall in der Gruppe. Somit gilt ab sofort wieder Maskenpflicht, aber wir dürfen erstmal weiterreisen zum Glück.
Am nächsten Tag ging es dann kurz vor Mittag weiter. Den Morgen haben wir noch damit verbracht uns zu erholen und eine kleine Runde an den See zu laufen. Es war ein bizarres Bild am See. Auf der einen Seite ein wunderschöner See in einer tollen Landschaft. Wenn man aber genau hingeschaut hat, dann hat man den ganzen Müll am Ufer liegen sehen. Das war dann wieder eher sehr traurig. Es könnte alles noch viel schöner hier sein, wenn die Menschen besser mit dem Müll und vor allem dem Plastik umgehen würden. Auf dem Rückweg sind wir noch kurz durch den lokalen Markt geschlendert um das Angebot zu überprüfen. War jetzt nichts spezielles, aber trotzdem schön.

Es lag eine Fahrt durch fast das ganze Land vor uns. Immer mal wieder gab es Technical Stopps und nach ca. 6 Stunden Fahrzeit haben wir in San Miguel bei einer Mall Halt gemacht. Es galt Snack’s einzukaufen für die nächste lange Fahrt in 2 Tagen. Uns ist sofort die Hitze eingefahren. Wir haben uns definitiv vom Hinterland verabschiedet und es geht Richtung Pazifik. Wow, wir müssen uns wieder zuerst daran gewöhnen. Wie abgemacht waren wir nach 30 Minuten zurück beim Bus. Leider wieder nicht alle, somit verzögert sich die Abfahrt erneut. Wir sind es uns ja mittlerweile fast gewohnt…..Nach einer weiteren Stunde sind wir dann in El Cuco am Pazifik angekommen. Wir haben unsere Condo’s bezogen. Wieder ähnlich wie im Dschungel haben wir kleine Häuschen. Dieses Mal scheint es aber ohne grosse Geziefer. An die kleinen Spinnen und Ameisen haben wir uns sowieso schon lange gewöhnt, das macht uns nichts mehr aus. Wir haben die ersten Schritte am dunkelgrauen Sandstrand genossen und aus der Ferne einen Sonnenuntergang gesehen. Danach kam noch ein weiterer Programmpunkt auf uns zu. Wir gingen zum Kochen. Wir sollen lernen, die Nationalspeise El Salvador’s, die Pupusas selber zuzubereiten. Wir haben uns echt Mühe gegeben und ich glaube, es hat auch einigermassen geklappt. Aber bei rund 30 Grad am Grill zu stehen mit 20 anderen Menschen……es war einfach heiss.

Uff, der nächste Tag, ich kann euch sagen, wir hatten Stress!!!! Wir mussten am Strand spazieren, uns von einer Hängematte in die Nächste bewegen, ab und an mal eine Abkühlung im Meer (obwohl bei diesen warmen Wassertemperaturen nicht von Abkühlung gesprochen werden kann) und dann auch noch das viele Essen und die Happy Hour. Wir sind echt erschöpft und lassen daher die Bilder sprechen. 🙂

Da es am nächsten Tag bereits um 3.45 Uhr weiter ging, war der Abend entsprechend kurz. Nach dem vielen nichts tun, sind wir früh ins Bett um zumindest einigermassen fit zu sein. Auf dem Programm stand die Weiterfahrt nach Nicaragua. Wie die Fahrt dann war uns was uns in Nicaragua alles erwartete dann im nächsten Bericht.

Corinne

Corinne

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