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Mexiko: Von Mexico City nach Oaxaca (Gruppenreise Teil 1)

Geschrieben von Tobi am . Veröffentlicht in .

Leider sind wir mit dem Verfassen unseres Tagebuches etwas in Verzug geraten. Wie im letzten Post angekündigt, sind wir in Mexico City zu einer Gruppenreise aufgebrochen. Die ersten Tage sind bereits um, da wir aber recht schlechtes Internet hatten oder ab und an auch gar keines, ist das Schreiben auf der Strecke geblieben. 

Da ich jetzt nicht die gesamte Reise in einem Post beschreiben möchte, gibt es jetzt mal den ersten Teil von mir. So lange Texte ist man heutzutage ja auch nicht mehr gewohnt zum Lesen. 🙂

Die gesamte Reise soll uns von Mexico City über Puebla, Oaxaca, San Christobal de las Casas, Palenque, Merida nach Playa del Carmen führen. So viel einmal zur Einleitung und nun zur eigentlichen Reise.

Tag 2

Ich weiss, komisch warum man mit Tag 2 beginnt, aber der erste Tag gilt laut Protokoll der Anreise und dem Gruppen-Meeting am Abend, welches ich im letzten Post beschrieben habe. Daher hat das anscheinend alles so seine Richtigkeit. 🙂

Der Tag stand nochmals ganz im Zeichen von Mexico-City mit unserem Guide Adriana. Dieses Mal haben wir die wichtigen Plätze und Gebäude der Stadt wie den Plaza de la Constitucion, Palacio Nacional und die Catedral Metropolitana de la Ciudad de Mexico, welche die älteste und grösste Kathedrale Lateinamerikas ist, besichtigt.

Die Stadt wurde vor vielen Jahren auf einem See, welcher extra trockengelegt wurde, gebaut. Der Grund dafür war, dass laut der Geschichte, die Stadt dort gebaut werden sollte, an welcher Stelle ein Adler auf einem Kaktus sitzt und eine Schlange im Mund hat.

Dummerweise hat sich der Adler die dafür ungünstigste Stelle, mitten zwischen den grossen Seen, ausgesucht. Das Problem heutzutage ist, dass die Stadt sich dramatisch senkt und viele Häuser stark beschädigt werden. Die Häuserfronten sind mittlerweile total verschoben und in unterschiedlichen Höhen. Es ist davon auszugehen, dass sich der alte Stadtkern nur, wenn überhaupt, durch technische Hilfe und neuen Fundamenten retten lässt.

Anschliessend ging es noch zu den Ruinen aus der Zeit der Azteken. Das historische Mexico-City wurde teilweise aus den Pyramiden der Azteken erbaut.

Zur Stärkung ging es auf den Markt zu typisch mexikanischem Fastfood. Nicht unbedingt fettfrei, aber sehr lecker und vor allem sehr würzig. Danach hat es uns in die Höhe gezogen, um die Aussicht über die Stadt zu geniessen. Dafür bietet sich der Torre Latinoamericana mehr als an. Dieses Gebäude ist das erste, welches erdbebensicher erbaut wurde und daher die letzten schweren Erdbeben überstanden hat. Das Gebäude ist 181,33 Meter hoch (44 Stockwerke) und wurde im Jahre 1956 erbaut. Das Alter merkt man dem Gebäude auch deutlich an. Dafür hat man eine atemberaubende Aussicht über die Stadt.

Auf dem Weg zurück zum Hotel wurden wir auf eine besondere Gestaltung des Sonntags in Mexico aufmerksam. Livemusik und Tanz im Park für Jung und Alt. Eigentlich eine sehr gemütliche Art und Weise den Sonntag zu verbringen, aber doch nichts für uns. 🙂

Tag 3

Der dritte Tag stand nochmals im Zeichen von Mexico City und Fahrt nach Puebla. Den Vormittag haben wir nochmals genutzt und die Umgebung auf eigene Faust erkundet, ehe es zum Busbahnhof für unsere erste Fahrt nach Puebla ging. Busfahren ist in Mexico eine gängige Art des Reisens, auch für sehr lange Strecken, wie wir im weiteren Verlauf noch bemerkt haben. Die Busse sind aber super bequem und machen Freude. Und im Vergleich zu anderen Ländern ist die Abfahrt sehr pünktlich… 🙂 Nach 2.5 Std. Fahrt erreichten wir auch schon Puebla und es ging los mit einer kleiner Erkundungstour. Die Tour wurde verfeinert durch einen Besuch in einer Bar, in welcher wir den lokalen Pasita probieren konnten. Ein süsser Likör aus Rosinen und darin ein Stück Käse eingetaucht. Getrunken wird das Ganze nach folgendem Prinzip: ein kleiner Schluck des Pasita gefolgt von einem kleinen Biss in den Käse. Ich sage mal so, der Käse war recht gut, das Getränk doch etwas zu süss für uns.

Tag 4

Der Tag begann mit einem typischen mexikanischen Frühstück in einem Foodmarket. Als Spezialität hat man uns den Jugo-Verde empfohlen. Ein Saft mit Orangen, Sellerie, Petersilie und Ananas. Fazit: «wenn es hilft – warum nicht» 🙂

Anschliessend und frisch gestärkt ging es zu einem kurzen Trip nach Cholula. Hier gibt es eine wunderschöne Kirche, welche auf einer alten Pyramide erbaut wurde. Die Pyramide wurde im Laufe der Zeit von der Natur überwuchert, so dass später die Kirche darauf errichtet wurde. Die Pyramide gilt als die grösste Pyramide der Welt, mit einer Grundfläche von 425 mal 425 Meter und einer Höhe von 66 Meter.

Das Highlight ist aber die Aussicht von der Kirche auf die Vulkane rund um die Stadt. Unter anderem auf den berühmten Popocatépetl, welcher nach wie vor sehr aktiv ist und zurzeit mit ca. 5’452 Meter einer der höchsten Berge Mexico’s ist.

Der Nachmittag bot nochmals die Gelegenheit Puebla zu besichtigen. Die Altstadt ist seit 1987 UNESCO Weltkulturerbe und bietet daher jede Menge schöne Möglichkeiten zur Besichtigung. Seien es Kirchen, Gebäude oder Plätze. Für jeden ist etwas vorhanden.

Tag 5

Der Tag begann wieder recht früh mit dem Transfer zum Busbahnhof. Dieses Mal stand die Fahrt nach Oaxaca, welche doch 5 Std. dauerte, auf dem Programm. Die Tour war ein Vorgeschmack, was auf den nachfolgenden Fahrten auf uns zukommt. Sehr viele Kurven über Pässe, teilweise doch an recht steilen Abhängen und eine Fahrweise, welche nicht immer Magenschonend daherkommt. Dafür bot die Fahrt aber auch unglaubliche Ausblicke auf die Natur. Angekommen und im Hotel eingecheckt ging es auch schon wieder los mit einer Erkundungstour. 

Die historische Altstadt von Oaxaca steht seit 1987 auf der World Heritage List der UNESCO. In der Begründung zur Aufnahme heisst es, die historische Altstadt sei ein gutes Beispiel für die Stadtplanung in den spanischen Kolonien und einfach absolut sehenswert.

Tag 6

Den sechsten Tag habe ich mit einem Ausflug auf den Monte Alban verbracht. Monte Albán war die Hauptstadt der Zapoteken und liegt zehn Kilometer entfernt von der Stadt Oaxaca. Monte Albán liegt 2’000 Meter über dem Meeresspiegel auf einer künstlich abgeflachten Bergkuppe und war das religiöse Zentrum der Zapoteken, später der Mixteken. Seinen Höhepunkt hatte die Stadt zwischen 300 und 900 n. Chr. Die Anfänge der Besiedlung liegen nach bisherigen Erkenntnissen im 8. Jahrhundert v. Chr. Bis heute sind umfangreiche Reste von Wohn- und Kultbauten, ein Observatorium, Grabkammern mit Skulpturen und Wandmalereien erhalten. 1987 wurde Monte Albán ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Absolut verblüffend für mich war es, dass die Stadt nicht im Tal am Fluss gebaut wurde, sondern auf dem Berg. Dadurch mussten Unmengen an Wasser hinaufgetragen werden, aber die damaligen Menschen werden sich etwas dabei gedacht haben. Wie in den bisherigen Ruinen ist auch hier erst ein Teil der gesamten Stadt erforscht und niemand weiss ganz genau was unter der Erde noch alles verborgen ist.

Im Anschluss ging es nach El Tule zur Besichtigung des Baumes mit dem grössten Stamm-Umfang der Welt. 

Der Baum ist über 2’000 Jahre alt und es ist unglaublich sich vorzustellen, was um den Baum herum schon so alles passiert sein muss. Vor einigen Jahren ging es dem Baum recht schlecht und man hat deswegen die Hauptstrasse verlegt und ein Kanalsystem angelegt, um den Baum täglich zu giessen. Seitdem wächst und gedeiht der Baum prächtig und er könnte noch viele Jahre dort so stehen.

Anschliessend gab es noch ein leckeres Mittagessen gefolgt von einem Mescal Tasting. Mescal ist ein Schnaps, welcher aus der Kaktee Agave gewonnen wird. Auch hier muss ich sagen, nicht mein Ding. Aber die Besichtigung des Agavefeldes und die Erklärung des Herstellungsprozesses waren sehr interessant.

Zum Abschluss ging es dann noch zu einer lokalen Weberei, in welcher man uns gezeigt hat, mit welchen natürlichen Mitteln man Garne färben kann ohne das diese verbleichen oder sich anderweitig verändern. Es war spannend zu sehen mit welchen einfachen Mitteln man etwas färben kann und das ganz ohne Chemie. Und auch welche faszinierenden Muster die Menschen in die Teppiche weben können, so ganz ohne Vorlage, sondern einfach nur nach Vorstellungskraft.

In Summe war es ein toller Tag mit vielen Eindrücken und einigen Sachen, über die man nachdenken kann. Für mich ein kleines Highlight des Tages war noch, dass wir auf dem Weg zur Mescal Distillerie ein ganz kleines Stück auf der berühmten Panamericana Route gefahren sind. Diese verbindet Alaska mit Patagonien im Süden Argentiniens. Wenn nicht ein kleines Stück mit ca. 90 km in Kolumbien fehlen würde, welches noch nicht gebaut ist, wäre diese Route mit fast 25’700 km die längste zusammenhängende Strasse der Welt.

Tag 7

Der Tag war nochmal zur freien Verfügung und wir haben uns die Stadt weiter angeschaut, wobei auch ein Besuch auf dem Markt sehr lohnenswert ist.

Am Nachmittag war dann wieder ein Treffen im Hotel angesagt, um zum Busbahnhof zu fahren. Für den Abend stand unsere Fahrt mit einem Overnight Bus nach San Christobal de las Casas auf dem Programm. Schon im Vorfeld wurden wir informiert, dass die Strecke sehr, sehr, sehr kurvig sein soll und wenn man unter Reisekrankheit leidet, man doch bitte ein paar Medikamente einwerfen sollte und ungefähr 13 Stunden dauert. Wie verrückt die Fahrt aber werden sollte, war uns nicht bewusst und dazu im nächsten Post dann mehr. 🙂

Tobi

Tobi

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