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Autor: Tobi

Das Ende unserer 1. Weltreise

Wie Corinne im letzten Bericht geschrieben hat, sind wir pünktlich am Flughafen von Hong Kong angekommen. Und was soll ich sagen, es ist ein komisches Gefühl am Flughafen zu sein und zu wissen, wenn wir aus dem Flieger aussteigen, das sind wir wieder in Europa und das war es mit der Reise. Es ist ja nicht so, dass wir uns nicht auf all die Menschen freuen, die uns schon erwarten, aber das Gefühl, dass nun das Erlebnis zu Ende ist, ist schon sehr hart. Wir haben uns so lange darauf gefreut und uns so viel vorgenommen für unterwegs. Fragen wie soll es nachher weiter gehen, was wollen wir machen haben wir uns irgendwie nie gestellt. Und jetzt? Ehrlich gesagt sind wir nicht viel weitergekommen. Vor der Reise war die Planung und die Freude, unterwegs waren all die vielen Erlebnisse, aber was kommt jetzt?? Ja, es fühlt sich tatsächlich wie ein Loch an. So sitzen wir jetzt hier und können es kaum fassen. Einchecken und Security Check war auch in Hong Kong ganz einfach und wir waren eigentlich viel zu früh am Gate. Aber egal, wir nutzen die Zeit einfach und lenken uns ein wenig ab. Irgendwann ging es dann in den Flieger und wir sind fast pünktlich in den dunklen Himmel von Hong Kong geflogen. Der Flug an sich war mal wieder recht holprig, aber ok. Ich kann, glaube ich sagen, die vielen Flüge in den letzten 18 Monaten haben mich doch ein wenig verändert. Es fällt mir nicht mehr ganz so schwer mich zu entspannen. Und trotz allem habe ich auf dem Flug die eine oder andere Stunde geschlafen. Die Route war wegen dem Krieg in der Ukraine etwas länger, da mancher Flugraum einfach noch immer gesperrt ist. Aber wir haben den Weg gefunden und sind pünktlich in Zürich gelandet. Bisher sind wir immer über Innsbruck und das Rheintal Richtung Zürich gekommen. Diesmal nicht, irgendwie sind wir über Wien und dann Richtung Norden fast bis Prag, dann Richtung Nürnberg und dann über Stuttgart nach Zürich. Super mussten wir ja von Zürich noch nach Stuttgart fliegen und jetzt wären wir eigentlich schon da. Angekommen in Zürich dann die ersten Erfahrungen mit europäischen Zollbeamten. Hurra, ein «guten Morgen» war schon zu viel verlangt, der Tobi durfte mal wieder zum Drogentest und obwohl wir nur im Transit blieben, mussten wir wieder durch eine Sicherheitskontrolle. Keine Ahnung warum, weil es sind ja nur Menschen aus einem Flugzeug in dem Bereich… Und es waren viele Menschen und wenig Personal, was zu einer langen Warteschlange führte. War super, ich hatte direkt mal wieder Puls. 🙂 Nachdem wir hier aber durch waren, stand schon unser nächster Langstreckenflug auf dem Programm. Es ging von Zürich noch nach Stuttgart, was wir tatsächlich in ca. 20 Minuten geschafft haben. Ein Flug so ganz ohne Essen hatten wir schon lange nicht mehr. Es stimmt, man kann darüber streiten, wie sinnvoll ein Flug auf der Distanz ist, aber mir war das irgendwie noch wichtig. Ich wollte auf dem gleichen Flughafen ankommen, wie wir los sind. Nur dann kann ich wirklich sagen, wir sind einmal um die Welt.  Hat also geklappt. In Stuttgart angekommen mussten wir uns dann erstmal sammeln. Jetzt war es also so weit, das Ende ist definitiv da. Wir haben tatsächlich versucht, dass uns niemand direkt am Flughafen in Empfang nimmt, weil wir die Zeit einfach für uns brauchten. Ich glaube, das war für unsere Familien nicht ganz nachvollziehbar, aber wir wollten alleine sein. Corinne und ich haben also unser Gepäck geholt und sind durch den Zoll Richtung Ausgang. Am Ausgang haben wir dann noch ein Foto gemacht, unter der Tafel mit den Ankunft-Daten. Genauso wie wir es vor 554 Tagen unter der Tafel mit den Abflugdaten gemacht haben.

Wenn man beide Bilder nebeneinander legt, ist das schon ein besonderes Gefühl. Der gleiche Ort, aber gefühlt unendlich viele Erlebnisse und Erinnerungen dazwischen. Nun wurde es aber nochmal ernst. Ich habe auf der Reise nicht viel vermisst, aber eine gute Brezel, das musste jetzt sein. Und da heute ein Feiertag in Deutschland ist haben die Bäcker zu. Also haben wir uns auf den Weg gemacht, um am Flughafen eine Brezel bzw. ein Bäcker zu finden. Und wir hatten Glück, wir haben ein Café gefunden, welche recht grosse Butterbrezeln verkaufte. Dazu gab es noch einen Cappuccino für Corinne und der Tobi hat sich recht schnell für ein Weizenbier entschieden. Ok, es war ja auch schon 10 Uhr durch, da kann man das machen. Ich wollte ja auch erst einen Kaffee, aber dann war die Verlockung zu gross. 🙂 Tat das gut, so eine frische Brezel und das Bier. Da war dann mal wieder ein Gefühl von Heimat im Spiel. Nach diesem Highlight haben wir uns auf den Weg zur S-Bahn gemacht und damit bis nach Esslingen zu fahren, wo uns meine Eltern abholen wollten. Gegen diesen Plan hatte aber ein kleiner Mann etwas der uns am Eingang zur S-Bahn am Weiterlaufen hinderte. Auf die Frage, wo wir hinwollen, meinte ich «na zur S-Bahn». Da sagt der Typ voll im Ernst, die fährt heute nicht – aber morgen. WAS??? Yepp, wegen Stuttgart 21 war am heutigen Tag der Zugverkehr an den Flughafen eingestellt. Wahnsinn, da reist man so lange durch die Welt, kommt eigentlich immer an und dann sowas. Ich war kurz vor dem zusammenbrechen vor lauter lachen. Das Lachen hat der Gute glaub nicht verstanden, zumindest hat er mich recht schräg angeschaut. Ok, ich habe mich dann entschuldigt, aber trotzdem. Er meinte dann zwar noch, dass es einen Ersatzbus gibt, aber das war mir dann doch zu doof. Ich habe dann doch meinen Vater angerufen, der dann so lieb war, doch zum Flughafen zu kommen. So gab es dann doch noch ein Wiedersehen am Flughafen. Jetzt ging es mit dem Auto zu meinen Eltern, wo wir sehr lieb empfangen wurden und einen tollen Nachmittag bzw. Abend verbracht haben. Es gab ja auch so viel zu erzählen. Am Abend hiess es dann wieder packen, denn morgen ging es schon wieder los mit einer kleinen Reise.

Am Freitag, den 07.06.2023 ging es für uns weiter zu einem Familienausflug ins Allgäu. Der Grund war der anstehende runde Geburtstag von meinem Vater am kommenden Montag. Wir sind also zu Acht los, um ein schönes Wochenende zu verbringen. Neben Corinne und mir waren meine Eltern sowie meine kleine Schwester mit ihrer Familie dabei. Unser Ziel war ein kleines, aber schönes Hotel in Immenstadt im Allgäu. So ganz in der Nähe des Alpsee und somit in einer sehr schönen Region Deutschlands. Die Fahrt war gut, wenn für mich auch recht komisch. Wir waren jetzt über 6 Konate komplett nur in Ländern mit Linksverkehr und somit auch daran gewohnt mittlerweile. Ich war froh, musste ich nicht fahren, denn schon der erste Kreisverkehr wäre eine Herausforderung geworden. 

So sind wir aber gut und sicher angekommen und das erste Highlight wartete schon auf uns. Wir haben die grosse Skiflugschanze in Oberstdorf besucht. Ist schon ein krasses Gefühl ganz oben zu stehen, wo sonst die Springer stehen, und zu schauen, wie tief es da nach unten geht. Um nichts in der Welt würde ich mich da runter stürzen und dann noch über 200 Meter weit durch die Luft fliegen. Aber ok, so hat eben jeder sein Hobby. 🙂 Die Aussicht war aber grandios. 

Bei einem kleinen Rundgang um die Schanze haben wir viel über das Skifliegen und die Schanze gelernt. Am heftigsten fand ich die Bilder von den Anfängen, als die Schanze gebaut wurde. Ich meine, die Sicherheitsausstattung ist ja heute schon recht rudimentär, aber damals?? Die hatten nicht mal einen Helm oder so. Einfach die Ski unter die Füsse und los ging es. Kann man sich heute einfach nicht mehr vorstellen.

Im Anschluss ging es zurück ins Hotel und auf uns wartete ein super Abendessen. Was soll ich sagen, ich war überfordert mit der Speisekarte, weil es so viele Gerichte gab, welche ich einfach mag und schon soooo lange nicht mehr hatte. Eins war aber sicher, es muss ein Essen mit Spätzle und Sosse sein. Etwas anderes kommt mir heute nicht auf den Teller. Nach dem Essen haben wir mit meinen Patenkindern noch ein Spiel gemacht und sind dann recht früh ins Bett. Corinne und ich waren doch recht durch und nun so ein kultureller Unterschied kann auch stressen. Wenn man überlegt innerhalb von 30 Stunden von Hong Kong über Aichwald ins Allgäu… Das ist schon heftig. Aber irgendwie auch schön, weil es doch auch zeigt wie klein die Welt sein und wie schnell man heute von A nach B kommen kann. 

Der nächste Tag war dann eine Mischung aus Wandern, Sommerrodeln und Erholung. Der Morgen startete mit einem tollen Frühstück und dann ging es zur Alpsee Bergwelt. Hier gibt es eine tolle Sommerrodel-Bahn was natürlich für die mitreisenden Zwerge ein Highlight war. Zuerst hiess aber ab auf den Berg und das zu Fuss. Die Schlange am Sessellift war einfach so lange, da sind wir lieber so los. Der Weg war steil, aber gut zu laufen. Und ich meine die Aussicht entschädigt ja auch. 

Oben angekommen war es dann für den Tobi Zeit für ein Gipfelbier und eine leckere Suppe. Die Bergluft macht doch ganz schön hungrig. Danach ging es dann zur Rodelbahn und der Grossteil hat die rasende Fahrt angetreten. Ich bin mit meiner Mutter wieder zu Fuss hinunter. Das Ziel war unterwegs ein paar Bilder von den Rodlern zu machen, was aber nicht geklappt hat. Wir waren gerade in der einen Kurve etwas abseits der Bahn als alle an uns vorbei rauschten. Sprich genau die Stelle, an der man kein Bild machen konnte. Super!! Aber so ist es eben. Wieder unten angekommen gab es dann noch ein Eis, ehe wir weiter an den Alpsee sind, um noch ein paar Schritte zu laufen. Der Alpsee ist schon ein sehr schöner See und das Wasser ebenso klar wie wir es in Neuseeland gesehen haben.

Der Abend war dann wieder recht identisch zum gestrigen. Erst die schwere Auswahl des richtigen Essens und Dessert und dann wieder ein Spiel. War ein Vorteil, dass wir zwei Abende hier waren, so war die Entscheidung nicht ganz so schwer zu treffen. 

Der nächste Tag war dann der Sonntag und wir haben wieder unsere Sachen gepackt für die Heimreise. Zuerst wollten wir aber nochmal an den See. Ein Teil ist dem Tretboot auf den See, während Corinne und ich mit meinem Patenkind zum Minigolf sind. Alle hatten richtig Spass und das Wetter war einfach ein Traum. Unsere Partie Minigolf verzögerte sich ein wenig, weil wir nebenbei noch Unterricht in Sachen zählen von Schlägen machen mussten. 🙂 Denn der Zwerg hatte nach 10 Minuten spielen erst 3 Schläge gemacht 😉 Spass, es war so lustig. 

Danach hiess es dann Abschied nehmen vom Allgäu und wir haben uns wieder auf den Heimweg nach Aichwald gemacht. Dort angekommen hiess es dann noch ein wenig Aufbau für das Fest am Folgetag. Eigentlich sollte es kein grosses Fest geben, aber schlussendlich wurde es ein Aufbau für ein grösseres Gartenfest.

Montag war dann der grosse Feiertag. Der Vormittag verging wie im Flug und wir waren mit Vorbereitungen beschäftigt. Pünktlich um 15 Uhr kamen auch schon die ersten Gäste und es wurde ein richtig schönes und gemütliches Fest mit ca. 50 Personen. Nun ja, ich habe ja geschrieben, es war kein grosses Fest geplant. Für Corinne und mich war es noch schön nach so langer Zeit auf einen Schlag wieder ganz viele Menschen zu treffen. Ok, es war gleichzeitig auch total ungewohnt, wieder so viel Deutsch und Schwäbisch, aber eben sehr schön. Und bei tollem Wetter, selbstgemachtem Kuchen und einem kalten Buffet mit jeder Menge leckeren Sachen, kann man es ja auch wirklich aushalten. Und so ging das Fest doch auch bis in den späten Abend. 

Dienstag war dann für uns der Tag als wir uns wieder auf den Weg in die Schweiz gemacht haben. Wir wollten doch auch Corinnes Eltern wieder sehen und auch unsere neue Wohnung wartete schon auf uns. So ging es also am Morgen mit meiner Schwester los Richtung Bahnhof. Wir waren jetzt ja gewohnt mit Zug und Bus zu reisen, also warum auch nicht so zurück in die Schweiz? Wir hatten uns mit der Fahrzeit zum Bahnhof nach Untertürkheim leicht verschätzt, so dass Corinne und ich fast noch im Fahren auf einer Sperrfläche vor dem Bahnhof aus dem Auto springen und dann zum Zug rennen mussten. Aber zum Glück ist die DB ja nicht so pünktlich, so dass es knapp reichte. Also der Zug war schon mal sicher und die Fahrt nach Karlsruhe recht angenehm. Selbst das WLAN funktionierte die ganze Fahrt über – was für eine Überraschung. In Karlsruhe hatten wir dann ein paar Minuten Zeit zum Umsteigen, was auch sehr gut klappte. Ok, wir hatten etwas Verspätung aber ok. Ich war recht froh, muss ich nicht länger in Karlsruhe sein als unbedingt nötig. 😉 Nein, ich habe kein Problem mit Baden. Ok, vielleicht ein kleines, aber das Thema lassen wir jetzt. 🙂 So ging es also weiter mit dem ICE Richtung Basel. In Basel angekommen erwartete uns noch eine kleine Überraschung. Neben Corinnes Vater erwartete uns nämlich noch Eva und Caroline am Bahnhof, was uns sehr gefreut hat. Schön, dass die Beiden extra ihre Mittagspause geopfert haben, um uns direkt in die Arme nehmen zu können. Das war schon sehr lieb. Und Eva hat direkt noch dafür gesorgt, dass ichbei der Ankunft mein erstes Schweizer Bier trinken konnte. Eine gut gekühlte Dose Feldschlösschen passt einfach perfekt in die Handtasche einer modebewussten Frau. 🙂 Vielen Dank dafür Eva!!! Es ist sooo schwer sich nach so langer Zeit wieder zu sehen und dann nur ein paar Minuten Zeit zu haben. Man will so viel erzählen, so viel wissen und hat doch keine Zeit dafür. Das war schon seltsam. Aber die beiden mussten wieder zurück an den Schreibtisch und auf Corinne und mich wartete schon ein Mittagessen im Haus von Corinnes Eltern.

Also ging es nach Reinach, eigentlich zu unserem Wohnort seit 19 Monaten. Und wir waren nie da…  Aber wir waren vorschriftsmässig am Briefkasten angeschrieben. War schon irgendwie lustig. Nach dem Essen ging es dann mit Corinnes Eltern nach Solothurn und damit zu unserer Wohnung. Was waren wir gespannt. Wie sieht die Wohnung wirklich aus. Wie viel Kartons und Zeug warten auf uns, usw. So viele Fragen gingen uns durch den Kopf. Als wir angekommen sind, waren wir total überrascht. Zum einen war die Wohnung ein Traum zum anderen sind wir aber erschrocken wie viel Zeug wir noch hatten. Ich dachte wir hätten vor der Reise sooo viel aussortiert. Aber es waren noch immer Berge mit Sachen, die warteten ausgepackt zu werden. Also da wollte ich doch fast wieder gehen. Wer braucht all das Zeug noch??? Das gibt eine Menge Arbeit.

Aber jetzt mit etwas Abstand kann ich sagen, wir haben es geschafft. Wir haben uns richtig toll eingerichtet und fühlen uns in den 4-Wänden richtig wohl. Was uns überrascht, die Wohnung ist im Vergleich zu früher sehr viel kleiner, und trotzdem haben wir uns die ersten Tage fast verlaufen. Und auch hier mit etwas Abstand, ich frage mich wirklich, warum ich früher immer so eine grosse Wohnung haben wollte?? Ich brauche es echt nicht mehr und auch von einigen Sachen haben wir uns im Nachgang noch getrennt oder zur Entsorgung bereit gemacht. Man braucht nicht viel Zeug um glücklich zu sein, es gibt anderes, was viel glücklicher macht. Und das sind all die tollen Orte auf der Welt, die nur darauf warten, erforscht und besucht zu werden. Ich schliesse hiermit unseren Blog, bin mir aber sicher, nicht für immer. Wir haben uns verändert und wir wollen sicher wieder los und das Kapitel Reisen weiterschreiben. Es wird jetzt also nur eine Pause sein, ehe es mit neuen Geschichten und Erlebnissen weitergeht. Aber diese 554 Tage waren etwas ganz Besonderes für uns und wir werden die Tage nie vergessen. Es war ein Abenteuer und wir sind so stolz wie wir das alles gemeistert haben. Wir waren nie in Gefahr, nie krank, haben jede Herausforderung gemeistert. Wir haben so viel gelernt und werden davon immer profitieren. Reisen ist die beste Schule.

Singapur und Malaysia

Heute ist schon wieder Mittwoch, der 24.05.2023, sprich 5 Tage nachdem ich den letzten Bericht in Australien hochoffiziell beendet habe. Und was soll ich sagen, ich schaffe es einfach nicht jeden Tag ein wenig an dem Bericht zu schreiben. Ich komme immer wieder in den Rückstand und muss wieder aufholen. Und heute ist wieder so ein Tag. Den letzten Bericht habe ich in Australien beendet und jetzt sind wir schon den zweiten Tag in Malaysia und haben dazwischen noch einen kurzen Zwischenstopp in Singapur gemacht. Man sieht, es war wieder jede Menge los und uns war ganz sicher nicht langweilig.

Also nochmal zurück auf Start und die einzelnen Tage kurz beschrieben. Geendet habe ich in Australien mit dem Auschecken am Hotel. Unsere Fahrt zum Flughafen war ein Kinderspiel und wir waren mehr als pünktlich am Check-in. Auch das war, trotz etwas zu viel Gewicht im Handgepäck, kein Problem. Unsere Airline war sehr strikt und hat das Handgepäck extra gewogen. Wer mehr als 7kg hatte, musste umpacken. Wir haben die Dame am Schalter direkt informiert, dass unsere kleinen Rucksäcke unter Umständen etwas zu schwer sind, aber wir haben eigentlich nur Elektronik, wie Kamera, Laptop, Powerbank, etc. darin. Und das darf ja alles nicht in den grossen Rucksack. Zu unserem Erstaunen hat die Dame einfach aus etwas über 8 kg nur 7 kg auf den Zettel geschrieben und wir durften so durch. Das war sehr nett, weil wir schon überlegt hatten, was wir jetzt machen und wie umpacken. Da hatten andere weniger Glück, wie wir gesehen haben. Dann ging es durch den Security Check, was auch kein Problem war, ging am Samstagnachmittag doch nur eine Handvoll Flieger. Und wir waren sogar der einzige internationale Flug für den Rest des Tages. Der Flug an sich war ganz ok. Wir sind mit Singapore Airlines geflogen und man merkt den etwas teureren Tarif direkt. Ich hatte deutlich mehr Beinfreiheit und konnte meine Beine unter den Vordersitz strecken. Das ist schon ein sehr grosser Vorteil und mir ein paar Dollar Aufpreis wert. Was mich ein wenig beschäftigt, seit wir auf der Südhalbkugel unterwegs sind, sind alle Flüge recht turbulent. Auch dieser Flug war mal wieder nicht ohne und wir wurden teilweise ordentlich durchgeschüttelt. Das macht mir jetzt so langsam keinen Spass mehr, ich mag mal wieder einen richtig schönen und ruhigen Flug haben. Unser Pilot hat das aber super gemacht und wir sind gut nach etwas mehr als 4 Std. Flugzeit in Singapur gelandet. Wobei die Landung hat der gute Herr ordentlich schwungvoll auf das Parket gesetzt. So hart sind wir glaub noch nie gelandet, so dass sogar ein Abteil der Gepäckablage über unseren Köpfen aufging. Was er da gemacht hat, keine Ahnung. 🙂 Nach der Landung sind wir dann zur Gepäckausgabe und dann durch den Zoll, welcher komplett automatisch funktioniert. Man muss ja schon vorher seine Anreise durch eine Arrival Card anmelden und sämtliche Informationen hinterlegen. Bei der Einreise einfach den Pass auf einen Scanner legen, dann geht ein kleines Gate auf, da hindurch und in eine Kamera schauen, Fingerabdrücke abgeben und wenn alles gut ist, geht vorne wieder ein Gate auf. Das war die ganze Einreise. Schade, denn so gibt es keinen Stempel in den Pass, dafür höchst effizient. Vom Aussteigen aus dem Flieger, bis Einreise erledigt sind gerade 15 Minuten vergangen. Man muss nirgends warten, es funktioniert einfach. Danach sind wir dann in die neue Shopping-Mall direkt am Flughafen, zwischen den Terminals. Corinnes Kopfhörer waren kaputt und sie hat ein paar Neue zur Abholung bestellt. Das wollten wir direkt noch erledigen, ehe es in die Stadt geht. Und die Mall ist sowieso ein Highlight. Viele nehmen sich einen halben Tag Zeit, nur um diese Mall zu besichtigen. Das Besondere ist der grosse Wasserfall in der Mitte, welcher wirklich beeindruckend ist, vor allem mit den vielen Pflanzen und Bäumen am Rand. Leider war es schon ein wenig dunkel, aber die Bilder sind trotzdem noch ok, um die Ausmasse des Ganzen zu verstehen. Es ist einfach der Wahnsinn.

Jetzt ging es aber in die Stadt, denn wir hatten noch einen Termin. Wir sind kurz zu unserem Hotel, haben unser Zimmer bezogen und sind wieder los. Was wir hier in Asien jetzt lernen mussten, aus Uber wird Grab, weil Uber ist in Singapur verboten. Es ist von der Aufmachung und Bedienung komplett das Gleiche, heisst einfach nur anders. Wir sind ja nach Singapur gereist, um einen Freund zu besuchen, welcher vor ein paar Wochen für die nächsten 18 Monate nach Singapur gezogen ist. Marcel und ich kennen uns von einem ehemaligen Arbeitgeber und ich bin sehr froh, dass wir uns dort kennen gelernt haben. Wir sind zu Dritt los um noch eine Kleinigkeit zu Essen und natürlich, um mal wieder ausgiebig zu quatschen. Die ganz aufmerksamen Leser werden sich vielleicht erinnern, es ist nicht das erste Mal, dass wir Marcel auf dieser Reise treffen. Vor ziemlich genau einem Jahr, war er beruflich in Vancouver, zeitgleich wie wir und auch dort haben wir die Möglichkeit genutzt, uns zu treffen. Das macht das ganze so lustig, weil wir uns somit zweimal an ganz unterschiedlichen Richtungen auf der Welt getroffen haben. Das Essen war super und wir haben es noch ganz schön lange ausgehalten. Zum Glück hatten wir eine kleine Zeitverschiebung von 1.5 Stunden zu Darwin, was uns ein wenig mehr Zeit nach dem Flug einbrachte. Es war dann doch nach Mitternacht, als Corinne und ich wieder in unserem Hotel waren. Und die Nacht wurde nicht sehr lange.

Sonntag, 21.05.2023, war unser einziger Tag in Singapur. Damit war klar, wir hatten viel vor und wir mussten früh raus. Zum Glück kannten wir die Stadt aber bereits und wir sind vor allem wegen Marcel hier zwischengelandet. Er hat sich noch als Tour-Guide angeboten und uns die Stadt zeigen wollen. Leider musste er am Abend beruflich nach Sri Lanka fliegen, sonst wären wir sicher länger geblieben und hätten mehr Zeit gehabt. So haben wir uns aber schon um 8.30 Uhr getroffen und bevor wir los sind, gab es noch einen herrlichen Ausblick aus dem Hochhaus, in welchem er nun wohnt.

Dann sind wir los und sind quer durch die Stadt, etwas abseits der typischen Touristenpfade, was Corinne und mir sehr gefallen hat. Wir waren im Jahr 2018 schon mal hier, aber krass zu sehen, was sich schon wieder alles verändert hat, was wir aber auch direkt wieder erkannt haben. So sind wir zu den grossen Tempeln in der Stadt, sind durch Little India, Little Arab, durch Chinatown und andere Teile der Stadt. Singapur ist so eine spannende Stadt mit so vielen Kulturen, die einfach nebeneinander wohnen. Mich begeistert das sehr und ich finde die Stadt extremst lebenswert. Ich glaube hier würde ich mich auch wohlfühlen.

Gegen Nachmittag sind wir noch auf einen Kaffee, ehe wir uns von Marcel verabschieden mussten. Die Zeit verging einfach zu schnell, aber es war genial. Vielen Dank, lieber Marcel, für die vielen Eindrücke über die Stadt und das super Abendessen.

Nach der Verabschiedung sind sind wir kurz zurück zum Hotel, um etwas auszuruhen, sind dann aber doch nochmal los. Irgendwie wollten wir noch mehr von der Stadt erleben und haben uns jetzt auf die typischen Touristenpunkte gestürzt. Wir sind zur Marina Bay gelaufen, weil wir die Supertree Groves in den Gardens by the Bay sehen wollten. Wir waren hier vor 5 Jahren schon und fanden das sehr schön, vor allem wenn die Bäume am Abend leuchten und blinken. 

Leider waren wir etwas zu spät dran mit Tickets für den Tree Walk, welcher oben durch die Bäume führt, so dass wir uns entschlossen haben, zuerst die Lichtshow in der Bay anzuschauen und dann später nochmal zu kommen. Also ab durch die Lobby des berühmten Marina Bays Hotel und die angrenzende Mall ans Wasser.

Wir hatten einen tollen Platz und konnten die Lichtshow so richtig geniessen. Es ist nicht so spektakulär wie in Dubai aber dafür alles sehr präzise und aufeinander abgestimmt. Ich fand es genial.

Danach sind wir dann nochmals zurück zu den Trees und haben dort die zweite Show um 20.45 Uhr angeschaut. Für diese Show kann man nicht mehr auf den Walk oben gehen, so dass dies gar kein Thema war und wir uns einfach auf den Betonboden unter den Bäumen gelegt haben. Was eigentlich die viel bessere Position für die Show ist. Es war der Hammer, die Musik und die Lichter, alles war perfekt. Wir hatten tatsächlich Gänsehaut und ein paar Tränchen in den Augen, so toll hat uns das Gefallen.

Danach sind wir noch in eine kleine Brauerei für ein Bier und eigentlich etwas zum Essen. Leider war die Küche aber schon zu, so dass wir nur kurz blieben und dann weiter sind. Das Einzige, was noch offen hatte war eine Street Food Mall, welche aber genial war. Wir konnten hier noch koreanisch bestellen, was wir so auch noch nicht hatten. Es gab Hühnchen und Nudeln und das Ganze recht feurig. Sehr lecker. Jetzt waren wir aber echt bedient und es ging zurück zum Hotel.

Montag, der 22.05.2023 war dann schon wieder ein Reisetag. Wir sind sehr früh aufgestanden, wobei wir zuerst noch zu einem buddhistischen Tempel sind. Wir haben den gestern schon gesehen haben; ich wollte diesen aber noch von Innen sehen und die Atmosphäre spüren. Mir gefällt das immer sehr gut und der kleine Spaziergang hat sich mehr als gelohnt.

Nach einem kleinen Frühstück ging es zurück zum Hotel. Wir sind noch auf die Dachterrasse und dann hiess es auch schon auschecken. Das war sehr schade, weil Singapur und auch das Hotel waren echt toll. Wir hätten schon bisschen länger bleiben können.

Für uns hiess es aber ab Richtung Fährterminal und zum Bus, welcher uns in das nächste Land Malaysia bringen soll. Unsere Fahrt mit dem Grab hat super geklappt und wir konnten von unterwegs noch ein wenig mehr von der Stadt sehen. Am Terminal angekommen hatten wir ein wenig Mühe den Bus zu finden. Es gab eine Mall am Terminal und dort haben wir ein kleines Büro des Busunternehmen gefunden. Wir sollten draussen an einem Parkplatz warten und da war absolut kein Schild oder Hinweis auf einen Bus. Das waren wir von Südamerika anders gewohnt. Bis zum Schluss waren wir uns nicht sicher, ob wir tatsächlich richtig sind. Aber pünktlich um kurz vor 11 Uhr kam ein Bus und wir konnten einsteigen. Der Bus war richtig bequem und wir hatten ausreichend Platz. Wir wurden von einem Steward versorgt und das Ganze ähnelte einem Flug. Es gab eine Decke, dann Kopfhörer, dann eine kleine Flasche Waser usw. 

Die Fahrt ging zuerst Richtung Grenze und da wurde es etwas mühsam. Die Ausreise aus Singapur war ein Kinderspiel, wieder mit solchen automatischen Systemen. Die Einreise nach Malaysia hat sich aber extrem gezogen. Bei der Ausreise war weit und breit kein anderer Bus ersichtlich, bei Ankunft an der malaysischen Grenze standen ca. 20 Busse vor uns. Und jeder Bus wurde wie einzeln abgefertigt. Wir standen ewig im Stau, ehe wir dann endlich aussteigen durften und mit unserem Gepäck zum Schalter in ein Gebäude laufen konnten. Was ich hier noch erschwerend erwähnen muss. Die Dame auf der anderen Seite des Ganges im Bus hat über Stunden lautstark Musik gehört. Ich weiss nicht, ob ihre Kopfhörer kaputt waren aber es dran glaub ich mehr Musik nach aussen als nach innen. Und sie hat es geschafft immer das Gleiche Lied zu hören. Jede 3.56 Min hat sie nervös auf den Monitor getippt und das Lied neu ausgewählt. Es klang wie ein Verschnitt von Helene Fischer und ich war echt am Ende. Nun ja, nachdem wir ca. 1.5 Stunden an der Grenze gewartet hatten, war der eigentliche Grenzübertritt in 8 Minuten gemacht. Von uns wollte niemand etwas wissen und wir haben endlich mal wieder einen neuen Stempel in unseren Pass bekommen. Jetzt ging die Fahrt auch direkt weiter und es warteten nur noch knapp 400 km auf uns. Jetzt kam unser Steward wieder ins Spiel, denn er servierte uns ein leckeres Essen. Tatsächlich warm und mit Hühnchen und Reis. Schmeckte sehr gut und auch der Kaffee zum Nachtisch war ganz ok. So lässt sich Busfahren also aushalten. Unser Ziel Kuala Lumpur erreichten wir wegen der Verzögerung an der Grenze natürlich voll zur Rushhour so dass wir auch hier nochmal ewig im Stau standen. Zum Glück war aber unsere Unterkunft nicht weit weg von der Busstation, so dass wir nur ein paar Meter laufen mussten. Unsere Unterkunft ist eine kleine Wohnung, komplett möbliert, im 37. Stock eines Hochhauses mit einem Blick direkt auf die Petronas Towers. Wie genial ist das??? Nachdem wir eingecheckt hatten und in der Wohnung waren, waren wir echt platt. Es ist einfach der Hammer und wir fühlten uns direkt mega wohl. Am Abend sind wir noch kurz in eine Mall, um etwas kleines zu essen und ein wenig die Nachbarschaft zu studieren. Sind dann aber doch recht schnell zurück, weil wir die Wohnung geniessen wollten. Davor aber noch ein kleiner Blick von der Dachterrasse im 57. Stock genossen bzw. von der sechsten Etage, auf welcher sich ein zweiter genialer Pool befindet.

Der nächste Tag war dann eher ein etwas mühsamer Tag. Ich hatte es versemmelt mich rechtzeitig um eine Free Walking Tour zu kümmern und so sind wir selber los, um die Stadt zu erforschen. Schon nach den ersten Metern war ich irgendwie überfordert. Ich fand das Chaos in Südamerika einfach genial, hier ist es aber irgendwie anders. Ich kann es nicht beschreiben, es wirkt eher befremdlich auf mich. Vor allem die vielen Stände mit Essen sind krass. Vieles sieht sehr lecker aus, auf der anderen Seite möchte ich an vielen dieser Stände aber nichts essen, da es doch eher schmutzig wirkt. Und das dann direkt neben riesigen Wolkenkratzern. Die Stadt ist so widersprüchlich und unterschiedlich, wie ich es noch selten erlebt habe. Wir sind einfach drauflosgelaufen und haben ein paar Sehenswürdigkeiten angeschaut. Ohne aber irgendwie ein richtiges Gefühl und/oder Verständnis über die Stadt zu bekommen. Viele Orte haben mir mega gefallen, andere fand ich tatsächlich schrecklich. Das Highlight für mich sind ganz sicher die Petronas Tower. Diese Architektur ist einfach der Hammer.

Wir haben recht schnell bemerkt, dass wir so nicht weiterkommen und haben uns für den Folgetag zu einer Free Walking Tour angemeldet. Ich glaube man muss sich hier auch einfach wieder an vieles gewöhnen, ging mir ja in Südamerika auch so. Dort hat es mir auch nicht ab der ersten Sekunde so richtig gefallen. Wir sind ordentlich Schritte gelaufen und gegen Nachmittag waren wir komplett durch. Die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit waren einfach zu viel. Wir sind dann in unsere Wohnung und haben ein wenig ausgeruht. Ich musste für den Abend auch wieder fit sein, da mein neues Projekt in der Schweiz los ging und ich noch einen fast zwei-stündigen Call vor mir hatte. Dieser lief aber richtig gut und ich habe somit doch noch einen versöhnlichen Abschluss mit dem Tag gefunden. 

Am Folgetag gab es dann die erwähnte Free Walking Tour. Allerdings startete diese doch ein paar Schritte entfernt von unserer Unterkunft, so dass wir bis zum Start schon fast eine Stunde gelaufen sind. Wir sind früh los in der Annahme, dass wir unterwegs noch etwas frühstücken. Irgendwie haben wir da aber nichts gefunden, so dass die letzte Alternative war, am Startpunkt der Tour etwas zu kaufen. Nun ja, auch das hat nicht so ganz geklappt, der Treffpunkt war abgelegen in einem Park und sämtliche Restaurants, oder wie auch immer man das nennen mag, sahen jetzt nicht so einladend aus, oder hatten noch geschlossen. Einzig ein kleiner Shop hatte offen, wo wir zumindest ein Wasser und einen Fertig-Kaffee in der Dose kaufen konnten. Na, so kann das ja was werden.

Unser Guide Ian ist dann pünktlich um 10 Uhr erschienen und legte direkt los. Was konnte der reden und vor allem wie schnell. Mir klingelten nach ein paar Minuten schon die Ohren. Aber es war super, wir waren die beiden einzigen Teilnehmer und konnten somit wieder vieles fragen. Unsere Tour startete am Kriegsdenkmal mit der Geschichte Malaysias und den Kriegen.

Danach ging es zu einer grossen Statue, an welcher die Wappen der verschiedenen Regionen Malaysiens angebracht sind. Mit Hilfe der Wappen und einer Karte erklärte uns Ian jede einzelne Region und ihre Spezialitäten. Ich habe nicht gewusst, dass Malaysia so abwechslungsreich und verschieden ist.

Nach dieser fast 30-minütigen Einführung machten wir uns hinunter zur Stadt. Dabei durchquerten wir den Park der ASEAN-Skulpturen. Die Skulpturen sind von jedem Mitgliedsland der ASEAN Staaten gespendet und repräsentieren das jeweilige Land und deren Kultur.

Danach ging es dann quer durch die Stadt zu den verschiedenen Plätzen, Tempeln usw. Es waren viele Örtlichkeiten, welche wir schon gestern gesehen haben, aber diesmal haben wir einfach etwas dazu gehört. Und was wir gehört haben, war einfach nur spannend. Ian war ein Guide, der sämtliche Fragen beantwortete und sehr offen über das Leben im Land sprach. Ich möchte hier gar nicht zu viel schreiben, denn es waren so viele Infos und manche haben uns teilweise schockiert oder sehr zum Nachdenken gebracht. Ich denke es ist mehr als lohnend, sich mit diesem Land und dem Leben hier zu beschäftigen. Vieles hat uns Ian im Vertrauen erzählt und das möchte ich nicht auf diesem Weg teilen. Das Leben hier ist für viele Menschen nicht einfach.

Besonders gefallen hat mir die Region um den Unabhängigkeitsplatz mit seinem hohen Fahnenmast. Es ist mit 90 Meter einer der höchsten Fahnenmasten überhaupt. Die Gebäude um den Platz erinnern mehr an religiöse Gebäude, sind aber eher Gebäude von Ämtern und Behörden. Der Grund liegt darin, dass die Architekten, welche das Gebiet rund um den Platz entworfen haben, davor in Indien gearbeitet und daher den Stil mit Kuppeln und Dächern mitgebracht haben.

Danach ging es nochmal zum Central Market, wo wir etwas über die malaysische Batik gelernt haben. Im Gegensatz zu der Batik aus Indonesien, welche hier auch verkauft wird, enthalten die Stoffe mit malaysischen Mustern keine Tiere, sondern nur Pflanzen. Aufgrund des hier gelebten Islam dürfen keine Augen auf den Stoffen sein, womit Tiere ausseiden. Dies wird sehr streng kontrolliert, bei der Herstellung. Der Verkauf der Batik aus Indonesien, welche Tiere enthält, ist dagegen erlaubt.

Während unserer Tour hatten wir immer wieder einen besonderen Blick auf ein bestimmtes Hochhaus. Den Merdeka 118, ein Wolkenkratzer, der gerade im Bau ist und wohl Ende des Jahres eröffnet werden soll. Das Gebäude hat 118 Stockwerke und ist mit 678.9 Metern das zweithöchste Gebäude der Welt, nach dem Burj Khalifa mit 828 Metern. Also zumindest so lange dieser noch das höchste Gebäude ist, da sind ja schon andere in Bau, die ihn übertreffen werden. Das Gebäude ist mit einer Mischung aus rautenförmigen Glasfassaden gestaltet, um die Vielfalt der Malaysier zu symbolisieren. Das Design wurde in Anlehnung an die Geste der ausgestreckten Hand von Tunku Abdul Rahman entworfen, als er am 31. August 1957 die Unabhängigkeit Malaysias ausrief. Im Gebäude wird es eine Mischung aus Büroflächen, Hotels und Einzelhandelsgeschäften sowie einem Observatorium, das die höchste Aussichtsplattform in Südostasien sein wird, geben. 

Danach ging es dann noch durch Chinatown, wo es noch ein paar spannende Tipps für gutes Essen gab. Ich weiss aber nicht, ob ich an den Ständen tatsächlich etwas Essen mag. In den Gassen hat es teilweise echt übel gestunken und auch die Stände sahen nicht so sauber aus. Ich weiss auch nicht, das ist mir in Südamerika leichter gefallen. Hier tue ich mir noch etwas schwer.

Unsere Tour ging knapp über 3 Stunden und damit mehr als 30 Minuten länger als geplant. Es hat sich aber mehr als gelohnt, denn wir haben echt viel gelernt und erfahren. Und mit Ian haben wir mal wieder einen richtig tollen Menschen auf unserer Reise kennen gelernt.

Nach der Tour sind Corinne und ich noch etwas essen gegangen, aber in einem normalen Café. Das Essen war richtig gut und die Gewürze ganz schön scharf. Mir schmeckt das wieder richtig gut, habe ich das in den letzten Monaten doch etwas vermisst. Danach sind wir dann wieder knapp 45 Minuten zurück zum Hotel gelaufen und haben dort den Nachmittag bzw. Abend verbracht. Das Laufen in der Hitze und Luftfeuchtigkeit ist einfach mehr als anstrengend, da tut es gut auch mal in der Wohnung zu sitzen.

Am Donnerstag, den 25.05.2023 haben wir dann ein unterschiedliches Tagesprogramm gemacht. Corinne fühlt sich hier nicht ganz so wohl wie ich. Für sie ist die Stadt und Kultur eher eine Herausforderung und macht ihr nicht ganz so viel Spass. Sie hat die Tour gestern sehr genossen, einfach um etwas neues zu lernen, aber jetzt nochmal durch die Stadt ziehen, wollte sie nicht. Ich bin also alleine los, um die Batu Caves zu besuchen. Diese Kalksteinhöhlen liegen rund 15 Kilometer nördlich von Kuala Lumpur und beherbergen mehrere Hindu-Tempel. Ein in der Nähe gelegenes Dorf trägt denselben Namen. Beide erhielten ihn vom Fluss Batu, welcher in der Region vorbeifliesst.

Obwohl die Höhlen den lokalen Stämmen schon seit langem bekannt waren, wurden sie erst im Jahre 1878 durch den Amerikaner William Temple Hornaday berühmt. Die grösste ist die 100 Meter hohe sogenannte Tempel- oder Kathedralenhöhle, in der später mehrere Hindu-Schreine errichtet wurden. 272 steile und in der Zwischenzeit bunt angemalte Treppenstufen führen vom Vorplatz hinauf zum Eingang dieser Haupthöhle. Unterwegs trifft man auf unzählige Affen, welche heute ebenfalls rund um die Höhle leben. Mir war nicht ganz wohl mit den Tieren, wirkten sie doch teilweise recht aggressiv. Viele der Schreine hier erzählen die Geschichte vom Sieg des Gottes Murugan über den Dämon „Soorapadam“. Die 42.7 Meter hohe Statue Murugans auf dem Vorplatz wurde im Januar 2006 nach drei Jahren Bauzeit fertiggestellt. Ich bin mit einem Grab dorthin gefahren, weil es einfach schneller geht als mit dem Zug. Und bei 3 Euro für 20 Minuten Autofahren, musste ich nicht lange überlegen. Zum Glück war ich noch recht früh am Tag hier, so dass noch nicht ganz so viele Touristen hier waren. An manchen Tagen muss das teilweise heftig sein wie viele Menschen sich die Treppe hinaufbewegen. Und ich muss sagen, man spürt die 272 Stufen bei dem Klima.

Nachdem ich den oberen Bereich angeschaut habe, bin ich die Treppen wieder hinunter und hab mir die kleinen Tempel am Fusse des Bergs angeschaut. Vieles wirkt für uns einfach kitschig, aber dafür sind die vielen Farben auch wieder irgendwie schön.

Nach diesem Abenteuer habe ich wieder ein Grab gerufen und bin damit wieder in die Stadt gefahren. Ich bin zum botanischen Garten gefahren und einmal quer durch den Park. Das Ganze ist eine tolle Anlage, aber richtig überzeugt hat es mich nicht. Ich habe den Tipp noch von unserem Guide gestern bekommen und auch im Internet liest man den Park immer als Empfehlung. Es war ok, aber für mich kein Highlight.

Ich habe den Park einmal durchquert und dann beschlossen, anstatt wieder zurück zum Haupteingang einen Seitenausgang zu nutzen, um von dort wieder Richtung Zentrum zu laufen. Unterwegs bin ich dann am Nationalmuseum und der Nationalmosche vorbeigekommen. Beides hätte mich irgendwie interessiert, vor allem die Mosche. Man kann diese besichtigen, muss sich aber an viele Regeln halten. Ich kenne mich da einfach nicht so aus und hab daher auf einen Besuch verzichtet. Ich finde es auch immer doof, wenn ich sehe, wie sich andere in christlichen Kirchen benehmen, dann muss ich nicht auch so sein. 

Ich bin dann lieber wieder zum Unabhängigkeitsplatz und dort in eine Gallery, welche wir gestern schon im Laufe der Tour besucht hatten. Diesmal bin ich aber in den ersten Stock, da man hier verschiedene Modelle der Stadt Kuala Lumpur anschauen kann. Gestern hat es uns dafür nicht gereicht. Genial was manche Menschen für eine Geduld haben, um solche Modelle bauen zu können. Ich war echt beeindruckt.

Danach bin ich nochmal nach Chinatown, weil ich einen chinesischen Tempel besuchen wollte. An diesem sind wir auch schon mal vorbeigekommen und hatten da keine Lust mehr. Ich bin also hinein und es war eine ganz besondere Stimmung im Tempel. Ich fand die Zeremonien der Menschen, die Farben und Formen sehr beeindruckend und der Geruch der Räucherstäbchen war einfach extrem. Mir hat es sehr gut gefallen.

Danach hatte ich aber genug und ich bin wieder Richtung Hotel gelaufen. Unterwegs noch etwas Kleines gegessen und dann musste ich erstmal Mittagsschlaf machen. Ok, es war schon später Nachmittag, aber egal. Ich war echt bedient.

Am Abend sind wir dann nochmal los, um in die grosse Mall an den Petronas Towers zu gehen. Wir wollten nicht shoppen, sondern nur etwas Essen. Danach sind wir nämlich zur Lichtshow, welche jeden Tag um 20 Uhr zwischen der Mall und den Tower stattfindet. Die Show war jetzt nicht vergleichbar mit den Shows in Singapur oder Dubai, aber trotzdem sehr schön. Sie war vor allem sehr farbenfroh, was mir noch sehr gut gefallen hat.

Am darauffolgenden Freitag haben wir es eher ruhiger genommen. Am Morgen haben wir noch die letzten Hotels und Busse gebucht und uns dann wieder an die Arbeit gemacht. Jetzt bin ich zumindest mit diesem Beitrag wieder up-to-date, mit den ganzen Berichten aus Australien aber noch immer im Hintertreffen. Wir haben so viele Bilder gemacht, dass jetzt die Auswahl der Bilder für die Homepage echt mühsam ist. Das kostet unfassbar viel Zeit. Aber ich habe es geschafft und zumindest der erste Teil von Australien ist fertig und auf der Homepage. Nun ja, der Text ist da, aber jetzt spinnt unsere Homepage. Mal schauen, wann der Bericht dann tatsächlich gelesen werden kann. Ich habe den Text aber auch nur wegen dem Wetter fertigbekommen. Eigentlich wollten wir ja gegen Nachmittag los und in die Mall bei Petronas Towers. Ausserdem stand ein Besuch auf der Aussichtsplattform auf den Tower auf dem Programm. Dies haben wir aber wegen schlechtem Wetter canceln müssen. Wir haben auf der Free Walking Tour gelernt, dass Kuala Lumpur die Stadt mit den meisten Blitzen auf der Welt ist. Und das haben wir heute Nachmittag heftig erfahren. Wahnsinn, was da für ein Gewitter über die Stadt gezogen ist. Es hat geschüttet und geblitzt, das war schon krass. Und aus dem 37. Stock wirkt das nochmals irgendwie heftiger. Laut unserem Guide gibt es an über 200 Tagen im Jahr Blitze in der Stadt, und noch heute gibt es viele Unfälle deswegen. Die Gewitter sind also nach wie vor nicht ganz ungefährlich hier. Für uns war es aber eher ein Erlebnis als eine Gefahr. Wir haben die Aussicht sehr genossen.

Daher sind wir erst zum Abend los und haben die Aussichtsplattform gestrichen. Wir sind nur etwas Essen gegangen und dann doch noch ein wenig shoppen. Manche Sachen sind eben doch deutlich billiger hier und wir haben nochmal ein paar schöne neue T-Shirts usw. gefunden. Das hat sich doch noch gelohnt. Und wegen des schlechten Wetters haben wir ja Geld gespart für die Aussichtsplattform, also sozusagen ein Nullsummenspiel. 🙂 Danach ging es dann aber wieder zurück ins Appartement und wir haben den Tag beendet.

Am Samstag, 27.05.2023 war dann wieder ein Reisetag und wieder stand uns eine Busfahrt bevor. Unser Tagesziel war die Stadt Ipoh, ca. 170 km nord-östlich von Kuala Lumpur. Wir haben am Morgen unsere Sachen gepackt und unser Appartement zurückgegeben. Auch die Aussicht aus dem Fenster war wieder ein wenig besser.

Die Rückgabe des Appartement war eine etwas schwierige Angelegenheit, da ein anderer Herr geschickt wurde, welcher nicht unbedingt Englisch sprach. Was er aber sagen konnte war, dass ich ihm doch jetzt bitte ein Trinkgeld geben soll. Habe ich jetzt gar nicht kapiert, weil sein Job war jetzt nur in die Lobby kommen und uns unser Depot für die Zimmerkarte geben und diese in Empfang nehmen. Dabei hat er noch in der falschen Lobby gewartet und wir mussten ihn ewig suchen. Ich habe mich dann auch mal doof gestellt und ihn einfach nicht verstanden. Fand er jetzt nicht so witzig, aber das war einfach frech. Sonst bin ich ja nicht so, sondern gebe gern ein Trinkgeld, aber das habe ich einfach gar nicht verstanden. Nun ja, egal. Wir haben uns ein Grab gerufen und sind zum Busterminal. Und das war jetzt schon anders als in Singapur. Unsere erste richtige Busreise in Asien und eigentlich vergleichbar mit Südamerika. Nur das wir hier teilweise gar nichts verstanden haben, wenn nicht Englisch gesprochen wurde oder in Englisch angeschrieben war. Aber wir haben es geschafft, sind durch alle Checks gekommen und waren pünktlich am Gate. Unser Bus war jetzt nicht so der Brüller, aber ok. Immerhin hat die Fahrt auch nur 4.50 Euro pro Person gekostet. Aber ich würde vorschlagen, dass an dem Bus die Stossdämpfer hinten dringendst geprüft werden sollten. Jede Unebenheit hat voll durchgeschlagen und es gab einen ordentlichen Schlag. War nicht so gemütlich, aber ok. Dafür hatten wir eine Sitzreihe mit 3 Einzelsitzen. Sprich ich sass in der Mitte des Busses und links und rechts war ein Gang zum Durchlaufen. Das war noch recht speziell. Die Fahrt startete pünktlich, verzögerte sich dann aber im Laufe der Fahrt deutlich. Wir hatten auf der Autobahn recht viel Verkehr und oftmals stockte der Verkehr. Warum er stockte, weiss aber kein Mensch. Es gab keinen Unfall oder so. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen hier einfach so ein wenig nach Gefühl fahren und nicht immer genau wissen, was sie tun. Also sie wissen wie Gas geben, Bremsen und Lenken, aber was teilweise die Ergebnisse ihrer Handlungen sind, wissen sie nicht. Da wird kräftig gegen die Einbahnstrasse gefahren, rote Ampeln sind teilweise wieder Dekoration, abgebogen wird einfach mal frei Schnauze, usw. Trotzdem passiert aber nicht viel, sprich wir haben keinen einzigen Unfall bisher gesehen. Es funktioniert, weil es glaub jeder so macht und man sich anpasst. Ich bin froh muss ich nicht fahren. Nun ja, die Fahrzeit war auf 3 Stunden ausgelegt, schlussendlich haben wir etwas über 4 Stunden benötigt. Wir sind dann nach der Ankunft einfach direkt ins Hotel, wobei wir eher in einem schönen Gästehaus schlafen. Ist wirklich noch cool und es gibt unten ein kleines Café bzw. Bar, was uns sehr entgegenkommt. Nach dem Einchecken und dem Bezug unseres Zimmers haben wir das natürlich gleich mal testen müssen. Wir hatten ja noch kein Frühstück und kein Mittagessen, da kam das gerade richtig. Und wer um 16.30 Uhr erst frühstückt, braucht auch kein Nachtessen mehr. So spart man Geld. 🙂 Aber das Essen war echt super und auch sonst fühlen wir uns hier recht wohl. Wir sind nachher noch eine Runde um den Block gelaufen und hoffen, dass die Innenstadt etwas mehr zu bieten hat als die Umgebung um das Gästehaus. Sonst sind wir mit unserem Tagesprogramm morgen und am Montag schnell durch. Aber sind wir mal optimistisch. Wir haben heute nicht mehr viel gemacht, haben noch gelesen und dann dem Bundesligafinale entgegengefiebert. Anpfiff ist für uns um 21.30 Uhr und ich werde sicher versuchen im Liveticker das Ganze zu verfolgen. Vor allem das der VfB die erste Liga halten kann und dann natürlich auch die grosse Frage, wer deutscher Meister wird. Wobei nach 10 Jahren immer nur München, könnte es ja schon Dortmund werden. Ich habe heute noch mit Andi, einem Kumpel von mir, geschrieben und er meinte, sein Sohn fiebert voll mit dem BVB, denn er kennt die Bundesliga nur, immer mit dem Meister München. Der Kleine ist erst 8 Jahre alt und ich meine, dass ist schon heftig. Immer nur dieser Verein, hoffentlich hinterlässt das nichts. 🙂 So, genug gelästert, schauen wir was passiert. Mehr zu unserem Aufenthalt in Ipoh dann morgen. Gute Nacht.

Der nächste Tag war dann Sonntag der 28.05.2023 und damit der Pfingstsonntag. Das gestern noch erwähnte Thema Fussball lassen wir an dieser Stelle einfach mal wieder direkt beiseite. Lief ja mal wieder alles nicht so optimal. München doch wieder Meister und Stuttgart in der Relegation. Hurra, das läuft. Kommen wir zu den schöneren Sachen. Wir haben nämlich heute wieder einiges gesehen. Wir sind am Morgen los und sind Richtung Innenstadt gelaufen. Der Weg in die Stadt war direkt vorbei an den tollen Street-Art Kunstwerken der Stadt. Ipoh ist ja sehr bekannt dafür und die Stücke waren auch echt genial.

Nach den ersten Kilometern war dann Zeit für ein Frühstück. Es gab Nudelsuppe und einen «White Cafe». Das ist ein typischer Kaffee für die Region. Es wird zwar mit Milch serviert, ist aber durch ein spezielles Herstellungsverfahren schon recht hell und wird daher «White Cafe» genannt. Hat noch sehr gut geschmeckt. Das Café an sich war noch recht cool eingerichtet und irgendwie muss es ein besonderes Café gewesen sein, denn es kamen immer mehr Leute rein, welche einfach auch nur ein Foto gemacht haben. 

Danach ging es dann weiter in einen Park um das Café, Richtung Mosche und dann wieder zu den Street Art Motiven.

Auch die Innenstadt kann sich wirklich sehen lassen. Es gibt hier noch viele Gebäude im Kolonialstil die richtig gut erhalten sind. Auch sind wurde vieles richtig schön renoviert, was aber teilweise auch wieder einen krassen Kontrast innerhalb einer Strasse erzeugt. Da kommt dann ein sehr schönes Gebäude neben einer Bruchbude. Macht es aber auch umso spannender.

Natürlich durfte auch ein Besuch auf der Concubine Lane nicht fehlen. Diese Strasse hatte früher eher einen schlechten Ruf. Hier gab es vor allem Opium, Glückspiel und Prostitution. Der Ursprung war, dass in Ipoh sehr viel Zinn angebaut wurde. Der gesamte Reichtum der Stadt führt sich auf dieses Material zurück. Der Abbau wurde vor allem von ausländischen Billigarbeitern durchgeführt, meist aus Thailand und Bangladesch. Da die Herren ohne Familie angereist sind, führte eben das eine zum anderen und zur Entstehung der Strasse. Betrieben wurden die Häuser an der Strasse natürlich von den Millionären, welche schon die gesamten Minen besassen. So konnten sie sich einen Teil des ausgezahlten Lohnes gleich wieder zurückholen. Heute gibt es in der Strasse sehr viele Souvenirshops, Eisdielen und sonstige Geschäfte. Als wir durch die Strasse sind, waren es einfach unfassbar viele Touristen, wobei wir glaub ich mal wieder die einzigen Europäer waren.

Danach hatten wir dann die glorreiche Idee, dass wir ausserhalb der Stadt noch den Perak Cave Tempel zu besuchen. Wir haben uns auf den Weg gemacht und ein Grab bestellt. Die Fahrt war super, denn unsere Fahrerin hat uns direkt noch mit weiteren Tipps versorgt. Aber zuerst mal zum erwähnten Tempel. Wir sind am Fuss des Berges angekommen und mussten nur ein paar Stufen nach oben laufen, um in die grosse Eingangshöhle zu kommen. Es war der Hammer wie viele Schreine hier aufgebaut waren und wie gross die verschiedenen Statuen waren. Wir waren direkt wie in einer anderen Welt und einer ganz anderen Stimmung. Ein weiteres Highlight des Tempels sind die vielen Wandmalereien. Diese sind teilweise einfach riesig und sehr schön zum Anschauen.

Am Ende der Höhle habe ich eine Treppe entdeckt, welche nach oben zu einem Aussichtspunkt führte. Ich habe mir nicht viel gedacht, sondern war der Meinung, ok das kann nicht so weit sein. Wie man sich täuschen kann. 🙂 Ok, es war nicht wirklich weit, aber steil. Nach den ersten Treppen ist man aus der Höhle herausgekommen und ist dann am Berg weiter nach oben gelaufen. 

Die Aussicht wurde aber immer besser und als wir völlig verschwitzt oben angekommen sind, gab es einen hammer Ausblick.

Danach mussten wir die Stufen wieder hinunter, nicht aber ohne unterwegs nochmal an einer Abzweigung abzubiegen und nochmal ein paar Stufen nach oben zu steigen. Dort gab es dann noch eine sehr schöne Statue eines Elefanten und einen Blick in die andere Richtung des Berges.

Danach war es aber an der Zeit wieder nach unten in die grosse Höhle zu gehen und noch ein wenig herumzulaufen. Es ist faszinierend mit wie vielen Details hier gearbeitet wurde und wie schön das alles angelegt wurde. 

Zum Schluss mussten wir uns natürlich noch die Umgebung um den Tempel anschauen und sich hier alles so in den Berg integriert.

Nachdem wir uns einigermassen erholt hatten, folgten wir dem Tipp unserer Fahrerin, welche uns hierherbrachte. Wir haben ein neues Grab bestellt und sind zu der berühmten Kek Look Tong Höhle bzw. Tempel gefahren. Hier war dann doch etwas mehr los, was dem Ganzen aber kein Abbruch tat. Allein der Eingangsbereich hinauf in die Höhle ist einfach riesig. 

Und auch im Inneren der Höhle sprechen wir von einer ganz anderen Dimension. Alles ist riesig und weitläufig, die Wege komplett betoniert und teilweise die Wände gefliest. Hier hat man sich richtig Mühe gegeben. Hat zwar den Charakter bestimmt etwas verändert, aber sieht trotzdem genial aus. 

Was hier anders ist, man kann vorne in die Höhle laufen und im hinteren Teil die Höhle wieder verlassen. Über ein paar Treppen geht es wieder hinunter in einen Garten, welcher komplett umrahmt ist von Bergen. Es gibt einen grösseren See und das Ganze wirkt schon recht cool. Auf der anderen Seite wird es hier recht touristisch. Man kann sich so grosse Familienfahrräder ausleihen oder ein Tretboot für den See usw. Das hat uns jetzt nicht ganz so gefallen, aber gehört hier eben irgendwie dazu. Wir sind einfach einmal um den kleinen See gelaufen und haben die Atmosphäre genossen.

Danach ging es dann wieder durch die Höhle zurück zum Parkplatz, wo wir uns wieder zum Hotel haben fahren lassen. Damit war der erste Tag in Ipoh auch schon um und in meinen Augen ein voller Erfolg. Die Tempel haben mir sehr gut gefallen und ich freu mich darauf, von solchen noch einige in Malaysien zu sehen. Wobei der Tag auch wirklich anstrengend war, mit der Hitze und der Feuchtigkeit kämpfen wir noch immer.

Am Montag haben wir dann ein geteiltes Programm gemacht. Corinne kämpft noch immer etwas mit dem Land an sich und wollte nicht eine weitere Tour machen. Ich wollte gerne noch in die naheliegende Region der Cameron Highlands gehen und dort vor allem eine der grossen Teeplantagen besuchen. Ich habe mich mit dem Thema schon vor ein paar Tagen beschäftigt und eine tolle Tour gefunden, diese aber nicht gebucht. Als ich das am Samstag machen wollte, war aber für diesen Montag keine mehr verfügbar. Ich habe dann mit dem Eigentümer des Tour Anbieter geschrieben und er meinte er kann mir trotzdem eine Tour anbieten. Montags hätte normalerweise eine der grossen Plantagen geschlossen, weshalb er am Montag keine Touren offiziell anbietet. Es sind aber Ferien, seit heute, und daher ist die Plantage offen und wir könnten die Tour zusammen machen. Cool, das klang super. Wir sprechen da von einem ganzen Tag und nur der Guide und ich. Das wird sicher super, aber eben auch sehr anstrengend. Ich wurde pünktlich um 8 Uhr abgeholt und los ging die Fahrt. Zuerst aber gab es, ganz wichtig, noch ein kleines landestypisches Frühstück unterwegs. Wir sind in ein kleines Restaurant bzw. so eine Halle mit diversen Ständen, wo ich eine leckere Nudelsuppe mit zusätzlichen Einlagen, wie Auberginen, Tofu und irgendwie Eier in einer speziellen Konsistenz bekommen habe. Hat aber super geschmeckt und ich hatte Kraft für den Tag. Danach ging die Fahrt dann los in die Highlands. Unterwegs hat mir Jaies schon so viele Informationen an den Kopf geworfen, dass mir die Ohren klingelten. Wie soll ich mir das alles merken, weil es war alles so interessant. Ich muss zugeben, ich habe es nicht geschafft, aber egal. Die Highlands sind Teil der Bergkette, die die malaysische Halbinsel in Nord-Süd-Richtung durchzieht. Aufgrund der Höhenlage (um 1500 m) bietet die Region ein für tropische Verhältnisse angenehm kühles Klima. Tagsüber gibt es Temperaturen um 25 Grad, jedoch sinken diese nachts auf 10 bis 15 Grad. Wegen der relativ kühlen Temperaturen wachsen in den Highlands aber dafür andere Pflanzen als in der malaysischen Ebene. Neben Erdbeeren, (grünem) Spargel, oder sonstigem Blattgemüse und Rosen wird vor allem Tee angebaut. Nach einer Weile kamen wir an ein Gebäude, welches als Lavendel Garten beschrieben war. Ich dachte mir schon, Hurra, darauf habe ich jetzt so gar kein Bock. Aber dann erklärte mir Jaise warum wir da nicht hingehen. Das Ganze ist ein Gebäude, wo alle Arten von Pflanzen und Früchten angebaut werden. Es gibt aber auch Lavendel, welcher aber nicht aus der Region stammt, sondern in Töpfen aus Holland importiert wird. Jetzt klingt es aber besser, wenn man das Ganze Lavendel Garten nennt als irgendwie anders. Zieht bei den asiatischen Touristen zumindest wie Bolle. Es war einiges los. Mir war das extrem sympathisch, den auf so etwas hatte ich absolut keine Lust, zeigte mir aber, dass ich den richtigen Anbieter gewählt habe, der mir die wirklich wichtigen und identischen Sachen zeigen mag. Wir haben aber den Stopp genutzt, um für den Tobi eine erste Runde an Nahrungsmitteln, die ich über den ganzen Tag verteilt immer wieder testen mussten, zu kaufen. Jaise kam nach ein paar Minuten mit einer kleinen Tüte gefüllt mit frittierten Bällchen aus Süsskartoffeln und frittierten Kürbisblättern zurück. Und was soll ich sagen, beides hätte ich selber nicht bestellt, schmeckte aber richtig gut. Vor allem die Kürbisblätter waren wie Chips, nur eben grün. Und damit ja schon automatisch gesund. 🙂 

Den ersten Richtigen Stopp machten wir dann auf der Teeplantage der Firma BOH, welcher der grösste Hersteller von Schwarztee in ganz Malaysien ist. Zum Unternehmen gehören insgesamt 4 Plantagen, welche zusammen über 1’200 Hektar gross sind und über 4 Mio. Kilo Tee jedes Jahr produzieren. An diesem Stopp habe ich alles zum Thema Tee gelernt und ich bin ja wirklich kein Teetrinker. Bin ja grundsätzlich gesund und nicht krank – also warum soll ich dann Tee trinken? 🙂 Aber das war sogar für mich wahnsinnig interessant. Eine Teepflanze kann nach 4 Jahren zum ersten Mal geerntet werden. Dabei werden immer die frischen, kleinen leuchtend grünen Blätter geerntet. Diese Ernte wird alle 21 Tage gemacht. Wenn an einer Pflanze also grosse dunkelgrüne Blätter sind, dann wurden diese unter Umständen vergessen, oder sind noch aus den ersten 4 Jahren, bis zur ersten Ernte. Immer nach 3 Jahren werden die Pflanzen mit einer Säge wieder gestutzt, so dass diese nicht weiterwachsen, sondern immer nur so ca. hüfthoch, bei den lokalen Menschen. Ausserdem konnten wir in der Plantage noch die zur weiteren Verarbeitung benötigten Maschinen anschauen in denen z.B. der Tee zerschnitten wird bzw. gab es auch verschiedene Maschinen, welche die Ernte etwas beschleunigen sollen. Trotzdem laufen die Pflücker noch heute mit grossen Säcken durch die steilen Hänge und machen die Ernte meist von Hand. Dabei schafft ein Pflücker ca. 200 kg pro Tag, was 5 Säcken entspricht. Später wird er dann nach kg bezahlt, wobei er umgerechnet 0.06 Euro pro kg bekommt. Das ergibt bei 200 kg am Tag einen Tageslohn von etwas 12 Euro. Und dabei muss wirklich was geleistet werden. Die Arbeit an den steilen Hängen in dem Klima, ist mehr als heftig. Nur wenn er wirklich jeden Tag Leistung bringt, kommt er mit 25 Arbeitstagen im Monat nur knapp über den Mindestlohn von 1’500 RM (306 Euro) pro Monat. Und so ein wenig Tee musste ich dann doch probieren. Es gab einen Eistee – aber aus frischem Tee natürlich, dann einen Tee mit Milch und eine Mischung aus Kaffee und Tee, was tatsächlich noch sehr spannend war.

Auf dem Gelände gibt es eine tolle Aussichtsterrasse, welche einen tollen Blick über die Plantage gibt. Die Plantage liegt übrigens an einem Berghang, da die Pflanzen zwar viel Wasser benötigen, dieses jedoch immer abfliessen muss. Die Pflanzen würden in der Ebene, wenn sich das Regenwasser am Boden staut, nicht wachsen.

Nach dieser Plantage ging es in einen nahegelegenen Pflanzen- und Orchideen Garten. Hier wurden tatsächlich nur Sachen angebaut, welche auch hier wachsen. Das Ziel war, dass ich möglichst viele einheimische Pflanzen auf einem kleinen Raum anschauen kann, weil diese sich wirklich lohnen. Die Pflanzen sind so voller Farben, das kann man sich nicht richtig vorstellen. Und zum meinem Glück, habe ich dort auch den ersten Schneemann seit vielen Monaten gesehen. 🙂 Ok, war nur einer aus alten Reifen, aber ich fand die Idee noch lustig. 

Danach ging es dann auf einen lokalen Markt und jetzt hiess es neue Sachen probieren. Ich habe diverse neue Früchte kennen gelernt, konnte in einen frischen Maiskolben (roh) beissen, der einen Geschmack nach Mais und Milch hatte, ich probierte verschiedene getrocknete Früchte und Blumen und bei all dem hatte ich einen mega Spass. Es tat so gut mal wieder etwas ganz Neues zu probieren und es hat alles richtig gut geschmeckt. Zum Abschluss gab es noch ein selbstgemachtes Eis aus frischen Erdbeeren, welche hier in der Region wachsen. Man muss vielleicht sagen, es gibt hier keine Saison für Erdbeeren, sondern die wachsen einfach immer. Sie werden nicht direkt im Boden angebaut, sondern in Töpfen aus Spänen von Kokosnussschalen, welche auf einem Regal stehen und dort durch Leitungen mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden. Neben dem Zeug, das ich probieren durfte, hat mein Guide noch fleissig Sachen eingekauft, welches ich später mit heimnehmen sollte zum Probieren. Dazu gehörte z.B. noch eine Orange, eine Mango usw. Er hat sogar an Corinne gedacht und gemeint, dass ich manche Sachen unbedingt für sie noch mitnehmen muss. Fand ich richtig nett.

Danach ging es zu einer weiteren Teeplantage, wo ich ein wenig herumlaufen, Bilder machen und die Stimmung geniessen konnte. Nach dem vielen probieren tat das Laufen tatsächlich gut.

Weiter ging die Fahrt wieder Richtung Ipoh. Die ganze Region kann man wie in einer Art Kreis durchfahren, so dass man nie an einer Stelle zweimal vorbeikommt. Das fand ich super, denn so bleibt es immer spannend. Den nächsten Stopp machten wir direkt an der Strasse an einer kleinen Hütte. Diese Hütte ist gebaut, wie sie seit vielen Jahrhunderten von den Ureinwohnern im Dschungel gebaut wird. Und es gibt auch in Malaysien noch Menschen, die wie die damaligen Ureinwohner im Dschungel leben. So konnte ich einen kleinen Einblick in diese Kultur bekommen, auch wenn einer der beiden anwesenden Herren nicht in der Hütte lebt, sondern in einem normalen Haus in der Umgebung. Vorgestellt wurde mir hier der Michael Jackson von Malaysien. Anscheinend kennen den Herren unter diesen Namen sehr viele. Er hat auch eine Ähnlichkeit zum ehemaligen King of Pop, mit seinen Haaren und dem Gesicht. Ich konnte mich ein wenig mit dem Herren unterhalten und erfuhr, was er so den Tag über macht. Er geht tatsächlich noch jeden Morgen in den Dschungel zum Jagen. Dabei nutzt er kein Gewehr, sondern ein langes Spuckrohr, aus welchem kleine und teilweise sehr giftige Holzpfeile kommen. Für die giftigen Pfeile wird ein besonderer Stoff verwendet welcher hier in der Natur vorkommt. Dabei ist das Zeug wirklich sehr giftig und wirkt auch bei einem Menschen. Nach den ganzen Infos zeigte mir der Herr, wie man mit dem Spuckrohr umgeht und ich durfte auch selbst probieren. Ich war aber nicht so erfolgreich und hab die Puppe, welche als Ziel aufgehängt war, verfehlt. Hat aber trotzdem Spass gemacht. Ich fand den Stopp eigentlich sehr cool, wobei ich grundsätzlich sowas nicht so mag. Man hat gemerkt, dass die Herren ein Alkoholproblem haben, und ich bin mir sicher, meine Spende wurde nicht in gesundes Essen investiert. Ich weiss auch nicht so recht, lass es einfach mal so stehen.

Danach ging es dann zum Abschluss noch zu einem tollen Wasserfall und einem angrenzenden Markt. Der Wasserfall hatte leider auch nicht ganz so viel Wasser und die Sonne stand etwas doof für Fotos, aber es war einfach ein toller Ort. Auf dem Markt ging das Probieren dann weiter mit diversen Früchten. Ich habe aber echt nicht genau verstanden was es für welche waren, weil mir völlig unbekannt. Geschmeckt haben sie aber super und vertragen habe ich auch alles. Kann also nichts Schlimmes gewesen sein.

Nach diesem letzten Stopp ging es dann vollgepackt mit Erinnerungen, neuem Wissen und ein paar weiteren Sachen zum Probieren zurück zum Hotel. In Summe waren wir über 10 Stunden unterwegs und auch wenn die Tour nicht billig war, es hat sich mehr als gelohnt. Ich habe keine Ahnung wie viele Kilometer wir gefahren sind und auch sonst habe ich kein weiteres Geld gebraucht. Alles, was Eintritt gekostet hat, wurde übernommen, Essen und Trinken wurde bezahlt ebenso all die Sachen zum Probieren. Auf eine andere Art und Weise hätte ich nie so viel an einem Tag gesehen und erlebt. Und da wir nicht mehr Zeit hatten, war es die perfekte Entscheidung. Und auch bei der Auswahl des Anbieters alles richtig gemacht, ich glaube wir haben wieder einen neuen Freund gefunden, diesmal in Malaysien. Zurück im Hotel hat Corinne schon auf mich gewartet und wir haben noch etwas Kleines zum Nachtessen zu uns genommen. Erschreckend wie müde man nach so einem intensiven Tag sein kann. 🙂

Am darauffolgenden Dienstag war dann wieder ein Reisetag. Wir sind am Morgen mit dem Grab zum Busterminal gefahren und haben dort auf den Bus gewartet. Im Vergleich zu Südamerika stehen wir jetzt teilweise echt doof da, weil wir kein Wort verstehen, wenn keine englischen Durchsagen gemacht werden. Aber man kann sich ja durchfragen und so haben wir unseren Bus pünktlich gefunden und sind eingestiegen. Abfahrt war mal wieder oberpünktlich aber die Fahrt eher nicht so optimal. In Malaysien habe ich einfach kein Glück bei der Auswahl des Busunternehmens. Der Bus war schon etwas in die Jahre gekommen und der Fahrer hatte es etwas eilig. Das grösste Problem war aber, dass ständig ab einer gewissen Geschwindigkeit ein lauter Piepston ertönte, der nicht mehr aufhörte. Ich weiss nicht, ob das etwas damit zu tun hatte das wir etwas zu schnell gefahren sind, oder ob es einen anderen Grund gab. Der Fahrer hat das Problem dann so gelöst, als dass er sich Kopfhörer in die Ohren gemacht hat. Super Sache, das Problem einfach nicht an der Wurzel gelöst. Ich wurde mit der Zeit leicht aggressiv, weil mir der Ton so richtig weh tat. Zu meinem Erstaunen hat sich aber niemand der anderen Passagiere gestört gefühlt. Ich habe dann irgendwann auch Kopfhöherer aufgezogen und Musik gehört. Praktischer Nebeneffekt, es hat nicht lange gedauert und ich habe geschlafen. 🙂 Nach 2 Stunden sind wir dann in Penang, direkt am Fährterminal, angekommen. Hier gab es ein kleines Frühstück/Mittagessen für uns, ehe wir mit der Fähre nach Georgetown übergesetzt haben. Die Fähre war jetzt nichts spezielles und die Überfahrt auch wirklich keine lange Sache. Ich sag mal so, für 0.60 Euro, für zwei Personen inkl. Trinkgeld, kann man auch nicht so viel erwarten.

Nach der Ankunft auf der anderen Seite ging es dann mit einem Grab zum Hotel. Nach dem Einchecken sind wir noch eine kleine Runde gelaufen, ehe wir dann aber doch wieder zurück aufs Zimmer sind. Es ist unfassbar warm und schwül gewesen, dass machte keinen Spass. Stattdessen haben wir gearbeitet und für den Folgetag eine Tour gebucht. Ich habe von dem Guide aus Ipoh einen Kontakt hier bekommen und der Herr hatte tatsächlich Zeit. Am Abend sind wir dann nochmal los und haben die Umgebung um die Unterkunft angeschaut und was gegessen. Ist schon alles sehr touristisch hier und es gibt im Vergleich zu den anderen Städten auch sehr viel westliches Essen. Es gibt hier eigentlich alles, was man sich zum Essen nur so vorstellen kann. Nach der Rückkehr ins Zimmer haben wir bemerkt, dass wohl eine unruhige Nacht werden könnte. In unregelmässigen Abständen gab es ein lautes metallisches Geräusch, wie wenn man mit zwei Metallrohren aufeinanderschlägt. Um 22.30 Uhr habe ich dann mal eine Nachricht an die Unterkunft, Rezeption ist nur bis 20 Uhr besetzt, geschrieben. Es gab sogar eine Antwort, leider wisse man nicht, woher der Lärm kommt, und kann daher nichts machen. Wir könnten aber ein anderes Zimmer haben. Da wir aber schon im Bett lagen hatte ich darauf auch keinen Bock, aber es sei vorweggenommen, wir sind am Folgetag umgezogen. Die Nacht war tatsächlich nicht ganz so erholsam. Wir sind beide öfters aufgewacht. 

Mittwoch, der 30.05.2023 war dann der Tag der grossen Tour durch Georgetown und Umgebung. Lustigerweise hiess mein Guide für den Tag auch George, oder vielleicht nennt er sich auch einfach nur so. 🙂 Wir hatten eigentlich nicht viel ausgemacht für den Tag, einfach nur einen Preis pro Stunde. Was aber der Inhalt des Tages wird, dass wusste ich noch nicht, sondern liess mich einfach mal überraschen. Die erste Überraschung war, dass wir nicht zu Fuss los sind, sondern pünktlich um 9 Uhr direkt mit dem Auto. Unser erstes Ziel war der Wat Chaiyamangalaram Thai Buddhist Tempel. Ich habe keine Ahnung wie man den Namen ausspricht und auch nicht, ob ich ihn jetzt richtig geschrieben haben. Aber zumindest in der Richtung heisst er. Die Besonderheit des Tempels ist die Statue eines liegenden Buddha, welches glaub ich mit 33 Metern der grösste liegende Buddha ist. An den Füssen hat der Buddha ein Rad, welches symbolisiert, dass der Buddha nie an einem Platz steht, sondern sich durch die Welt bewegt. Ich fand dieses Merkmal an der Stelle noch sehr schön. Auch sonst ist der Tempel einfach riesig und dank den vielen Farben gibt es eine ganz besondere Atmosphäre. Ich hätte glaub ich stundenlang hierbleiben können. George hat mir alles sehr gut erklärt und anhand von Bildern vom König und Präsidenten auch noch Infos zur Politik im Land bzw. der Provinz gegeben. Richtig spannend mal wieder.

Nach diesem Tempel ging es direkt zum nächsten. Und das war ein kurzer Weg, den der Burmese Buddhist Temple liegt, einfach genau auf der anderen Strassenseite. Auch hier gab es wieder verschiedene Buddha Statuen und auch hier, wow was für eine Atmosphäre. 

Danach ging es dann mit dem Auto weiter zum Kek-Lok Tempel. Und was soll ich sagen, dieser Tempel war der Hammer. Ich dachte nicht, dass es nach den ersten beiden noch grösser geht, wurde hier aber eines Besseren belehrt. Der Bau des Tempels begann 1890 und dauerte mehr als 20 Jahre, ehe der Tempel eingeweiht werden konnte. Im Jahr 1930 wurde dann die Pagode der 10’000 Buddhas fertiggestellt, die über mehrere Jahrzehnte das Highlight der Anlage war. Diese Pagode ist ein siebenstöckiges, 30 m hohes Gebäude, das Baustile verschiedener buddhistischer Länder in sich vereinigt: die Basis gilt als chinesisch, der Mittelbau der thailändischen und die Spitze der burmesischen Architektur entlehnt. Man kann im Inneren die Pagode hinaufgehen, was ich gemacht habe, und hat dabei einen super Blick über die Anlage und die Stadt.

Im Jahr 2002 konnte eine 30 m hohe Bronzestatue eingeweiht werden, die gemeinsam mit der Pagode nachhaltig das Erscheinungsbild des Tempels prägt. Von 2005 bis 2009 wurde ein Pavillon zum Schutz der Statue erbaut. Die aufwändige Konstruktion ruht auf 16 mit Reliefs geschmückten sogenannten Drachensäulen und besteht aus drei achteckigen Dächern, die mittig übereinander angebracht sind. 

Auch sonst hat es auf dem gesamten Areal einfach wunderschöne Tempelräume, Statue, Brunnen, usw. dass ich das gar nicht alles aufzählen kann. Auch eine wunderschöne Glocke habe ich gesehen, welche man mit einem Kolben zum Läuten bringen kann. Ich habe das natürlich gemacht und dann meine Hand auf die Glocke gelegt, um die Schwingungen zu spüren. Mir wurde das von George so gesagt und das Gefühl der Schwingungen war unbeschreiblich. Ich kann es tatsächlich schwer in Worte fassen, aber die Glocke hatte eine besondere, irgendwie beruhigende Wirkung. 

Ich habe im Tempel herausgefunden, dass ich im Jahr des Affen geboren bin. Corinne dagegen ist im Jahr des Hundes geboren. Im Buddhismus gibt es 12 Tiere, die sich immer wieder wiederholen und die Menschen so je nach Geburtsjahr einteilt. Nach der Beschreiung bin ich damit, schlagfertig, anpassungsfähig, charismatisch, erfinderisch und lebhaft. Ja, ich denke das passt ganz gut. Corinne würde man hier jetzt als loyal, freundlich, geradlinig, verantwortungsbewusst und ehrlich beschreiben. Ich finde auch diese Eigenschaften passen perfekt zu ihr. Muss also irgendwie etwas dran sein.

Nach dem Besuch dieser 3 Tempel war ich echt bedient, so was tolles habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Ich wäre gern noch länger geblieben, aber wir hatten schon das nächste Ziel. Wir sind zum Penang Hill gefahren, weil wir dort mit der Standseilbahn nach oben wollten. Hier habe ich dann zum ersten Mal bemerkt, dass tatsächlich Ferien sind. Es war so viel los und vor der Bahn eine ewige Schlange, das wollten wir uns nicht antun. Fand ich noch fair, weil ich die Tour ja pro Stunde bezahle, wäre es also für den Guide ein leichtes gewesen. Aber so sind die Menschen hier nicht, die wollen einfach das Beste für ihre Kunden. Daher haben wir beschlossen, dass wir zuerst Richtung Nationalpark fahren und damit entlang der Küste. Wir sind nicht in den Park, sondern das Ziel war einfach der Weg dorthin, die Vororte, die Küstenstrasse usw. Ich fand das super, so viel zu sehen und dazu noch Infos zu bekommen. Was ich gar nicht mehr auf dem Schirm hatte, neben Thailand war ja auch Malaysien von dem schweren Tsunami im Dezember 2004 betroffen. Wir sind genau an der Strasse gefahren, welche vom Tsunami am schlimmsten getroffen wurde und einige Menschen am Strand ihr Leben verloren haben. Das macht dann schon wieder mal sehr nachdenklich. Auf unserer Fahrt sind wir dann an einem riesigen Wasserreservoir vorbeigekommen, ehe es zu einer Fabrik für Batik-Kleider ging. Hier konnte ich kurz in die Produktion gehen und eine nette Dame hat mir im Schnellverfahren erklärt, wie das funktioniert. Es war schon der Hammer zu sehen, wie mit heissem Wachs die Blumen und Ornamente vorgezeichnet werden. Das Wachs dient dann dazu, dass die Farben, welche nun aufgetragen werden, nicht ineinander verfliessen, sondern getrennt bleibt. Das Wachs ist sozusagen die Grenze. Wenn alles fertig ist, wird der Stoff heiss gewaschen und das Wachs löst sich auf. Daher ist das dann nachher nicht mehr sichtbar. Neben der Möglichkeit die Motive wirklich von Hand vorzuzeichnen, gibt es auch Stempel, mit welchen das Wachs direkt auf den Stoff gestempelt werden kann. Das geht natürlich deutlich schneller, vor allem wenn oftmals das Gleiche hergestellt werden soll. Ausgemalt wird aber trotzdem alles per Hand, so dass jedes Stück nachher ein Unikat ist. Das hatte ich so auch noch nie gesehen und fand das recht spannend.

Danach gab es dann wieder an der Küste entlang zurück in die Stadt. Unterwegs konnten wir ein paar Mal stoppen, so dass ich noch ein paar Bilder vom Strand um Meer machen konnte. Das Wasser hat auch hier wieder ganz tolle Blautöne, wenn es am Strand doch auch leider etwas dreckig aussah. Trotzdem ein toller Anblick.

Nach einem Besuch in einem indischen Restaurant und einem feinen Essen, ging es wieder zum Penang Hill. Leider war die Schlange noch nicht ganz weg, sondern es wurde mit Wartezeit von einer Stunde gerechnet. Wir haben uns dann einfach Expresstickets gekauft und konnten damit die ganze Schlange passieren und einfach mit der nächsten Bahn fahren, Durften da dann sogar als erste einsteigen und so noch die Besten Plätze aussuchen. War ein dummes Gefühl, da an allen Wartenden einfach vorbeizulaufen, aber wenn ich pro Stunde bezahle, dann hilft es mir ja nichts, wenn ich in der Schlange stehe. Unterm Strich war es dann besser die Mehrkosten für das Express-Ticket zu bezahlen. Das Warten an der Talstation war nämlich nur die eine Seite der Medaille, bei der Talfahrt später war die Schlange nämlich noch länger. Also alles richtig gemacht. Die Bahn an sich war super und modern. Ich bin glaub noch nie eine so steile Bahn so schnell gefahren. Für die 750 Höhenmeter waren wir nur knapp 3.5 Min unterwegs, was ich noch sportlich fand. Oben auf dem Berg kann man diverse Sachen machen, wir haben uns aber erstmal mit der Aussicht begnügt. Die war nämlich von einigen Stellen der Hammer. Vor allem weil von einer Seite recht tiefe dunkle Wolken noch reingezogen sind, sah das über dem Meer richtig genial aus.

Danach sind wir noch zu einem indischen Tempel gelaufen, der ebenfalls auf dem Berg liegt. Hier war jetzt wieder alles kitschig und bunt, aber trotzdem cool.

Danach hiess es auch schon wieder ab zur Bahn und wieder hinunter. Wir hatten nämlich noch das Ziel die Stadt zu besichtigen. Zuerst sind wir einige Sachen mit dem Auto abgefahren, dass hiess es aber tatsächlich noch Laufen. Wir haben verschiedene Motive von Street-Art besucht und sind zu einem Teil der Stadt, der auf dem Wasser gebaut ist. Es handelt sich um ein altes Fischerdorf, welches heute eher aus Häusern besteht in den Shops, Bars und Läden untergebracht sind. Trotzdem wohnen hier noch Menschen, was ich mir noch lästig vorstellen kann. Mich würde es stören jeden Tag Touristen auf der Veranda stehen zu haben. Ausserdem darf einem hier kein Handy oder so hinunterfallen. Die Dielen im Boden haben teilweise recht breite Spalte und darunter kommt einfach direkt das Meer. 

Als nächster Punkt stand der Besuch eines Clan Hauses auf dem Programm. Es handelt sich um den Khoo Clan, welcher ein riesiges Areal in der Stadt besitzt und das für Besucher öffnet. Die Architektur der Gebäude bzw. Tempel war genial. Und auch sonst ein sehr interessanter Ort und man kann sich nur schwer vorstellen, was innerhalb dieser mauern schon alles besprochen wurde. Immerhin gab es hier doch ebenfalls eine lange und schwierige Opiumzeit, in der jeder sein Geld verdient hat.

Danach sind wir noch zur Town Hall, zum Rathaus und zum Kriegsdenkmal. Auch hier sieht man wieder, dass hier teilweise sehr schöne und alte Bauwerke zu bestaunen sind.

Den Abschluss der Tour gab es nochmal in einem chinesischen Tempel. Es ist schon raffiniert, wie immer am Eingang in die Tempel eine sehr hohe Schwelle angebracht ist. Das Ziel ist, dass man sich beim Überqueren bücken muss um zu sehen wohin man tritt. Damit verbeugt man sich direkt und erweist den Göttern im Tempel Respekt. Ich finde das ist noch schlau gemacht.

Jetzt war es aber an der Zeit nach Hause zu gehen. Corinne hat sich schon Sorgen gemacht, war ich jetzt doch 9 Stunden unterwegs. Ja, damit wurde die Tour teurer als gedacht, aber absolut wert. Ich habe viel gesehen und viel gelernt. Und mit dem ÖV oder einem Grab hätte ich auch einiges bezahlt und mindestens 3 Tage für alles gebraucht. So war es ein teurer, dafür aber auch intensiver Tag, der sich mehr als gelohnt hat. Corinne und ich sind dann noch etwas essen gegangen, denn um 20 Uhr stand noch ein Business Call für mich an. Haben wir aber auch hinbekommen und wir können den Tag als vollen Erfolg verbuchen. Während ich unterwegs war, hat Corinne übrigens mit der Unterkunft verhandelt und wir haben ein neues Zimmer bekommen. Jetzt haben wir keinen Lärm mehr, dafür aber auch kein Fenster. Das fühlt sich noch komisch an und trotzdem haben wir ein Upgrade bekommen. Haben jetzt ein Zimmer auf zwei Stockwerken, mehr Platz und sogar zwei Fernseher. Ok, die brauche wir eh nie, aber immerhin. 🙂 Zumindest haben wir jetzt Ruhe und können nun friedlich ins Land der Träume entfliehen.

Donnerstag, der 01.06.2023, unser letzter kompletter Tag in Malaysien, den morgen geht es ja schon wieder weiter. Ausserdem ist ja heute mal wieder ein Jubiläumstag, nämlich seit 18 Monaten auf Reisen. Ja, und das war ja unser Ziel als wir los sind. 18 Monate sollten es werden und ich würde sagen, das haben wir hervorragend hinbekommen. Was wir alles erlebt haben – Wahnsinn. Ich glaube aber auch wie wir uns verändert haben, was wir alles gelernt haben, das kann man gar nicht richtig beschreiben. Aber ich kann nach der Zeit wirklich behaupten, Reisen ist die beste Schule. Und ich habe mir vorher überlegt, wie viele tolle Menschen wir in dieser Zeit kennen gelernt haben. Aus unterschiedlichen Ländern, unterschiedlichen Kulturen, unterschiedlichen Alters, unterschiedlichsten Schichten und trotzdem haben wir uns super verstanden, haben getratscht, gelacht, Pläne geschmiedet und gegenseitig geholfen usw. Warum kann das nicht immer so sein? Nach der Zeit verstehe ich manche Sachen einfach noch weniger als davor. Zu unserem Tag heute aber. Nein, etwas Besonderes habe wir heute nicht gemacht. Es war zwar ein Jubiläum, aber irgendwie war uns nicht nach feiern zumute. Wir haben den Tag eher etwas still verbracht. Am Morgen sind wir los zu einem leckeren Frühstück und dann durch die Stadt gezogen. Eigentlich hatten wir keinen Plan, sondern haben nochmal versucht ein paar Street-Art Kunstwerke zu finden. Ich glaube wir waren auch recht erfolgreich damit.

Ausserdem sind wir noch durch verschiedene Tempel gelaufen und haben diese besichtigt. Und davon gibt es hier wirklich viele.

Auch nochmal so ein Clan-Haus wie am gestrigen Tag haben wir gefunden und uns angeschaut. 

Sonst gab es nochmal ein paar schöne Häuser und sonstige Gebäude, welche wir einfach fotografieren mussten. Besonders zu erwähnen ist natürlich das erste Gerätehaus der lokalen Feuerwehr aus dem Jahr 1908.

Nach der Runde sind wir wieder ins Hotel und haben ein wenig gearbeitet. Heute war es mal wieder extrem heiss, so dass ein wenig Erholung im klimatisierten Zimmer sehr gut tat. Am Abend sind wir dem Tipp von George gefolgt und waren in einem Restaurant in der Nachbarschaft. Es soll dort sehr leckere Dim Sum geben, was wir probieren wollten. Das Essen war super, auch wenn wir recht grosse Probleme hatten den genauen Ablauf im Restaurant zu verstehen. Irgendwie war das nicht ganz einfach mit bestellen und allem. Teilweise konnte man manche Sachen direkt vorne holen, andere musste man in der Karte auswählen und dann das gewünschte Gericht in einem extra Zettel eintragen. Dieser musste man beim Kellner abgeben, obwohl am Tresen vorne stand, Bestellzettel hier abgeben. Ich hatte es versucht, wurde von der freundlichen Dame aber lautstark zurechtgewiesen. 🙂 Egal, am Ende des Tages haben wir unser Essen bekommen und das war sehr super. Danach sind wir wieder zur Unterkunft und haben unsere Sachen gepackt und den Abend gemütlich ausklingen lassen. 

Freitag, 02.06.2023 und wir sitzen schon wieder am Flughafen. Wir sind heute morgen aufgestanden und mit einem Grab an den Flughafen gefahren. Unser Flieger geht um 13 Uhr und da wir wieder 3 Stunden vorher am Schalter sein mussten, war der Morgen schon wieder recht schnell gelaufen. Wir waren aber punkt 9.57 Uhr am Schalter und konnten direkt unser Gepäck abgeben. Danach noch einen kleinen Kaffee und dann durch die Sicherheitskontrolle. Wobei diese Kontrolle jetzt schon sehr speziell war. Ein Herr vor mir hatte doch die eine oder andere Glasflasche mit dabei und konnte alles problemlos mitnehmen. Ich habe keine Ahnung nach welchen Regeln hier gearbeitet wird, aber war noch speziell. In anderen Ländern wäre er sicher nicht so durch die Kontrolle gekommen. Nun ja, soll nicht unser Problem sein. Wir sitzen jetzt schon am Gate A6 und warten auf unseren Flieger aus Hongkong, der uns dann wieder mitnehmen wird. Sind wir mal gespannt, ich hoffe es gibt keine grosse Verspätung. Somit habe ich es jetzt tatsächlich geschafft, den Beitrag ohne grossen Zeitverlust abzuschliessen. Ich weiss aber noch nicht, wann er tatsächlich online geht. Wir sind da noch immer ein wenig hinterher und ich muss erst noch die Bilder vollends für Australien hochladen. Das Ganze muss ja schon in Reihenfolge bleiben. Aber immerhin, der Text ist fertig. Somit verabschieden wir uns von Malaysien und auch wenn der Start etwas schwierig war, vor allem mir hat es im Verlauf der Zeit immer besser gefallen. Man muss sich einfach erst wieder an eine neue Kultur gewöhnen. Was ich aber in den Tagen hier alles gesehen und erlebt habe, das war schon richtig genial. Ich möchte diese Tage auf keinen Fall missen. Wie dann unser Flug war und was wir in Hongkong, dem letzten Stopp auf unserer Reise, erlebt haben, berichtet dann Corinne im nächsten Beitrag. Vielen Danks für Lesen und bei Fragen stehen wir natürlich jederzeit zur Verfügung. 🙂

Von Airlie Beach bis Darwin

Nachdem ich ja den letzten Beitrag mit dem Besuch in der Brauerei beendet hatte ging es heute, Freitag mit unsere Fahrt dann wieder weiter. Wir wären gerne noch auf dem tollen Campingplatz am Airlie Beach geblieben. Es hat uns einfach so gut gefallen und wir fühlten uns so wohl dort. Wir haben uns noch einen Kaffee gemacht und unsere Sachen zusammengepackt. Dann ging es los zu unserem ersten Stopp in Airlie Beach. Unser Campingplatz war bisher etwas ausserhalb und wir wollten doch noch so ein wenig von der Stadt sehen. Bisher haben wir sie ja nur vom Boot oder aus dem Flugzeug gesehen. War aber nicht so der Brüller die Stadt, ganz anders als der Hafen oder die Umgebung um die Küste. Dort war es also wirklich super und da könnte man es glaub ich noch ein paar Tage aushalten. Wir sind einfach so ein wenig spaziert und haben dann in einem kleinen Café noch eine sehr gute Açai Bowl gegessen.

Gegen 11.15 Uhr waren wir dann wieder am Auto und unsere Fahrt zu unserem Tagesziel Townsville ging los. Es lagen etwas mehr als 3 Stunden Fahrt vor uns, welche wir aber problemlos heruntergespult haben. Wir waren voll im Zeitplan und haben kurz vor 15 Uhr an unserem neuen Campingplatz eingecheckt. Diesmal haben wir nicht so viel Glück gehabt mit dem Platz, aber trotzdem ok. Wir waren jetzt einfach 4 Tage verwöhnt. Nachdem wir alles installiert hatten, sind wir noch an den Strand direkt auf der anderen Strassenseite vor dem Campingplatz gegangen. Dort sind wir ein paar Schritte hoch und runter gelaufen und haben ein paar Bilder gemacht. Auf den Bildern ist Magnetic Island zu erkennen, der Grund warum wir eigentlich hier stoppen. Wir werden morgen eine gemütliche Tour auf die Insel machen. Dazu dann aber später mehr. Für heute haben wir es noch ausklingen lassen und die Sonne genossen.

Samstag, der 06.05.2023 war dann unser Tag auf Magnetic Island. Wir sind am Morgen mit dem Bus zum Fährterminal gefahren. Die Bushaltestelle war direkt vor unserem Campingplatz und so konnten wir die Parkplatzsuche und die Parkgebühren wieder sparen. Angekommen am Terminal mussten wir auch nur ein paar Minuten warten, dann setzten wir schon auf die Insel über. Die Fahrt dauert nur knapp 25 Minuten und ist noch recht schön. Vor allem die Ankunft auf der Insel gibt noch einen tollen Blick auf die Natur.

Die Insel wurde 1770 vom britischen Kapitän James Cook entdeckt. Als er mit seinem Schiff Endeavour vorbeisegelte, spielte der Kompass verrückt, weswegen Cook vermutete, die Insel bestehe aus magnetischem Gestein. In jener Zeit lebten auf der Insel Aborigines, die Wulgurukaba oder Nyawaygi, welche die Insel „Yunbenun“ nannten.

1864/1865 wurde an der nahegelegenen Mündung des Ross River die Siedlung Townsville gegründet, zu der die Insel heute gehört.

Bedeutend wurde die Insel im Zweiten Weltkrieg als Townsville zum wichtigen Standort für das Militär, um eine mögliche Invasion Australiens durch die japanische Armee abzuwehren, wurde. In dieser Zeit wurden auf der Insel Festungsanlagen gebaut, welche der Überwachung und Sicherung von Luft und Meer dienten. Die Gegend wurde jedoch von japanischen Angriffen verschont. Die Überreste dieser Befestigungen, „The Forts“ genannt, die sich im Nordosten der Insel befinden, können noch heute besichtigt werden, was wir im Verlaufe des Tages auch machten. Die Insel ist doch knappe 52 km2 gross und es leben heute rund 2’300 Menschen darauf. Ist also eine etwas grössere Geschichte, wobei ich die Anzahl der Menschen so nicht bestätigen würde. Vielleicht sind da einige Menschen dabei, welche nur in den sonnigen Monaten hier ihre Ferienhäuser beziehen oder so. Auf mich wirkte das Ganze eher ein wenig verschlafen und absolut gemütlich. Der Vorteil der Insel ist aber, dass es ein richtiges Busnetz gibt, mit welchem man verschiedene Buchten und Punkte der Insel problemlos erreichen kann. Da wir kein Auto dabei hatten, die Fähre für PKWs ist einfach abartig teuer, haben wir lieber auch dort den Bus genommen. Wir sind direkt los und einmal quer über die Insel in die Horseshoe Bay gefahren.

Dort angekommen gab es erstmal einen frischen Kaffee und dann begann unser Tagesprogram. Unser Ziel war es, von hier aus zurück zum Fährterminal zu laufen. Es gibt verschiedene Wanderwege und wenn man diverse davon verbindet, kommt man so auch zurück zur Fähre in Nelly Bay. Eigentlich dachten wir, dass es eher ein etwas längerer, aber gemütlicher Spaziergang werden wird, womit wir aber deutlich daneben lagen. Wir mussten ordentlich bergab und wieder bergauf laufen, unzählige Treppen steigen und mit der Hitze kämpfen. Es hat sich aber am Ende wirklich gelohnt, denn wir haben traumhafte Plätze gefunden. 

Nach dem Kaffee an der Horseshoe Bay ging es zuerst zur Balding Bay. Um hierzu kommen mussten wir von unserer Route abbiegen und wir wussten, alles, was wir jetzt zur Bucht laufen müssen wir auch zurück. Und das war weniger schön, es ging über hohe Steine und schmale Wege hinunter zur Bucht. Da freut man sich tierisch auf den Rückweg. Die Bucht war aber sensationell schön und es hat sich gelohnt.

Zurück auf dem richtigen Weg ging es dann weiter zur Radical Bay. Hier kommt man leichter hin, wobei es auch hier richtig schön ist. Einige Menschen waren hier sogar schon kräftig am Baden. Wobei man auch hier wieder einen dieser Schutzanzüge tragen sollte, wenn man ins Wasser geht. Wir haben uns mit dem Blick über das Meer begnügt und sind dann zum nächsten Punkt weiter.

Es ging zur nächsten Bucht, der sogenannten Florence Bay, welche mir am besten gefallen hat. Hier könnte man es tatsächlich den ganzen Tag aushalten.

Nach dieser Bucht haben wir den Wanderweg gewechselt und sind zu den bereits oben erwähnten Forts gelaufen. Von diesen Militäranlagen hat man einen tollen Blick über das Meer und die Insel.

Ein weiterer Grund warum wir diesen Weg, The Forts, gelaufen sind, ist die Chance hier nochmals wildlebende Koalas zu sehen. Und wir hatten mal wieder sehr grosses Glück. Haben wir doch unterwegs wieder ein paar dieser knuffigen Freunde gefunden und konnten sogar wieder ein paar recht schöne Bilder machen.

Danach kamen wir noch zu einem tollen Lookout über die Arthur Bay und so dann in das Dorf Arcadia. 

Dort mussten wir uns erstmal mit ein paar Getränken eindecken, endlich mal etwas anderes als Wasser. Wir haben hier noch kurz überlegt für den letzten Abschnitt doch den Bus zu nehmen, aber uns dann doch für die gesunde Lösung entschieden. Und die 30 Minuten zurück zur Fähre schaffen wir auch noch. Wir hatten von unterwegs nochmal einen tollen Blick auf das Meer.

So sind wir dann erschöpft, aber zufrieden wieder in Nelly Bay angekommen und hatten noch genug Zeit bis zu unserer Fähre um 17 Uhr. Wir haben die Zeit genutzt, um in einem Supermarkt noch etwas einzukaufen und um in einem Restaurant ein kleines Bier zu trinken. Um uns ein wenig zu erholen haben wir uns dann am Terminal auf eine Bank gesetzt, mal wieder einen kleinen Pie gegessen und die Aussicht genossen. 

Pünktlich um 17 Uhr ist dann unsere Fähre auch los und der Hinweis des Kapitäns, die Überfahrt könnte etwas wellig werden, daher bitte während der Überfahrt sitzen bleiben, war nicht übertrieben. Auch wenn die Fahrt wieder nur knapp 25 Minuten war, die Fähre schaukelte ganz schön. Ich wollte draussen noch ein paar Bilder machen, musste aber immer vor dem Spritzwasser flüchten. Erst beim Einlaufen in den Hafen von Townsville konnte ich dann noch ein paar schöne Bilder machen.

Vom Terminal aus ging es dann mit dem Bus zurück zum Campingplatz. Diese Fahrt hatte es nochmal in sich, der gute Herr wollte glaub ich Feierabend machen. Es war 17.48 Uhr und das ist an einem Samstag auch der letzte Bus des Tages, der noch in diese Richtung fährt. Gefühlt sind wir einfach durch die Strassen geflogen, so zackig war der Herr unterwegs. Wobei ich denke, er wird in 3 Wochen auch pensioniert, da hat man nicht mehr die Zeit es gemütlich anzugehen. Egal, wir haben es überstanden und sind dann zurück zu unserem Van und ab unter die Dusche. Das war so richtig wohltuend und nach einem kleinen Abendbrot war der Tag dann auch schnell beendet.

Der darauffolgende Sonntag war dann wieder ein Reisetag bzw. ein Tag zum Erholen der schweren Beine. Wir hatten lange überlegt, ob wir noch eine Nacht in Townsville bleiben wollen, um die Stadt zu besichtigen, aber irgendwie hatten wir nicht die richtige Motivation. Lieber haben wir uns auf den Weg Richtung Norden gemacht. Wir haben in der Umgebung von Cairns einige tolle Sachen gefunden und wollen lieber heute ein gutes Stück fahren, um dann am Montag nochmal einen Arbeitstag einlegen zu können. Gesagt getan, sind wir also gegen 8.45 Ihr aufgebrochen mit dem Ziel, den Strand von Mission Beach gegen Mittag zu erreichen. Wir waren auch tatsächlich gegen 11.30 Uhr schon dort und haben ein kleines Frühstück genossen. Immer am Sonntag ist in diesem Dorf ein Markt, direkt am Strand, zu welchem wir aber tatsächlich ein wenig zu spät gekommen sind. Die Menschen waren schon am Zusammenpacken, so dass wir hier zum Glück nicht in Versuchung gekommen sind, etwas zu kaufen. Wobei es tatsächlich einige schöne Sachen gegeben hätte. Wir sind dann an den Strand und dieser hat uns im wahrsten Sinne des Wortes fast umgehauen. Jetzt haben wir tatsächlich das Gefühl, wieder in den Tropen zu sein. Der Strand, die Palmen, die ganze Natur schon auf dem Weg, erinnerte uns sehr an Zentralamerika. Uns gefällt das einfach. Und dazu noch dieser breite und fast menschenleere Strand, einfach super. Wir haben unsere Decke ausgepackt und erstmal noch eine längere Pause gemacht und danach ein kurzer Strandspaziergang.

Wir hätten tatsächlich länger bleiben können und bereuten es fast ein wenig, dass wir nicht hier die nächste Übernachtung gebucht hatten. Aber wir hatten einen anderen Plan und mussten nun leider weiter. Wir fuhren nochmal eine Stunde Richtung Norden, bis wir unser zweites Etappenziel erreichten. Wir fuhren zu den Babinda Boulders. Hierbei handelt es sich um ein natürliches Flussbecken mit schönen, runden Felsblöcken darin. Man kann dort schwimmen oder einfach die tolle Landschaft geniessen. Schon bei den Ureinwohnern hatte diese Region eine spezielle und spirituelle Bedeutung. Bei unserer Ankunft haben wir dann aber direkt die Erfahrung gemacht, dass Babinda nicht umsonst kontinuierlich zur «nassesten Stadt» von ganz Australien gewählt wird. Es schüttete wie aus Eimern, aber ja, wir waren ja in den Tropen. Wir konnten unseren Van zuerst gar nicht gross verlassen, sondern standen einfach auf dem Parkplatz. Ok, war nicht besonders schlimm, hatten wir ja unser Bett dabei. Wir haben einfach eine Pause gemacht und uns ausgeruht bzw. gelesen. Muss man ja ausnutzen, wenn alles vorhanden ist. Als es nur noch regnete und nicht mehr schüttete sind wir zumindest den kurzen Weg zur Badestelle gelaufen, um das Ganze anzuschauen. 

Es ist wirklich ein schönes Gebiet und das Wasser war so klar, dass man sicher super darin schwimmen kann. Leider konnten wir aber nicht weiter zu den Devil Pools, da der Untergrund über die Steine recht rutschig war. Das wollten wir uns dann doch nicht antun. Wir sind einfach wieder zu unserm Van und haben die letzten 30 Minuten bis zu unserem Campingplatz in Angriff genommen. Dort angekommen war unsere Stimmung, trotz weiterhin leichtem Regen gleich viel besser. Wir hatten einen ganz tollen Platz erwischt, so ein richtiger Tropengarten mit vielen Palmen und Blumen. Und das Beste, aktuell ist hier fast nichts los. Wie ich am Check-in erfahren habe, ist gerade noch Nebensaison, die Hochsaison beginnt erst in 3 bis 4 Wochen. Netter Nebeneffekt, der Platz ist aktuell deutlich billiger, was uns auch endlich mal wieder zugutekommt. Waren wir an vielen Plätzen jetzt doch in der absoluten Hochsaison bzw. durch Ostern und sonstige Feiertage, waren die Preise immer überall sehr hoch. Neben den vielen Palmen und Blumen haben wir auch direkt Bekanntschaft mit den anderen Bewohnern der Tropen gemacht. Wir haben auf dem Weg zum WC eine Spinne gesehen, die sicherlich so gross wie meine Handfläche war. Ein riesiges Teil und ich war mir sicher, in der Nacht gehe ich sicher nicht aufs WC. 🙂 Wir haben am Abend noch gekocht und die tropische Stimmung genossen.

Am Montag, 08.05.2023 haben wir dann den bereits erwähnten Arbeitstag eingelegt. Zumindest was den Blog angeht bin ich wieder auf dem aktuellen Stand und auch, was die weitere Reise angeht, sollten wir so langsam durch sein. Aber neben all dem Reisen haben wir ja auch noch unsere Firmen und da haben wir gerade auch wieder einiges zu tun. Daher ist so ein Tag auch mal wieder gut, weil man einfach dranbleiben kann und nicht erst alles aufbauen und wieder abbauen muss, etc. So ist der Tag effektiver genutzt und morgen geht es dann wieder weiter. Morgen übrigens ein Tag, auf den ich mich heute schon ganz besonders vorbereiten muss. Ich denke für mich wird der Tag extrem hart, für andere dafür umso witziger. Lassen wir uns überraschen, aber versprochen ist versprochen und da muss ich jetzt durch. Der Tag verging wie im Flug, aber wir konnten einiges erledigen und nach einem leckeren Abendessen gab es wieder einen gemütlichen Netflix Abend.

Dienstag, der 09.05.2023 war dann ein Tag mit leicht erhöhtem Puls für Tobi. Ich muss hier kurz ausholen und meinen Blogbeitrag vom 28.12.2021 zitieren.

«Für mich war es sehr toll so neben Corinne zu tauchen und gemeinsam die Unterwasserwelt zu erforschen. Ich habe nie damit gerechnet, dass wir das mal zusammen machen, daher bin ich sehr stolz auf sie, dass es jetzt so ist. Ich bin mir sicher, dass ich mir da etwas ganz Besonderes suchen muss, um das wieder auszugleichen. Ehrlich gesagt sehe ich mich schon hoch auf einem Pferd am Strand entlang galoppieren… Ok, das in der Theorie, die Praxis wäre dann eher ein sich krampfhaft festhaltender Tobi auf einem Pony, so, dass ich zur Not noch mitlaufen kann. 🙂 Hoffentlich kann ich dann aber auf den weissen Anzug verzichten. 🙂 Sind wir mal gespannt, ich denke es wird aber noch Möglichkeiten auf der Reise geben.»

Ja, ich habe mich damals wohl weit aus dem Fenster gelehnt, aber heute war es so weit. Ich muss aber zugeben, dass ich die Idee hatte und auch den Anbieter herausgesucht habe. Ich wollte nicht auf dem Versprechen sitzen bleiben. Wir sind an dem besagten Tag also recht früh aufgestanden und haben eine kleine Henkersmalzeit eingeworfen. Dann ging es auch schon los und wir machten uns auf den Weg zum Reiterhof. Ok, Reiterhof war jetzt etwas übertrieben, aber es war eine schöne Anlage mitten in der Natur und nur ca. 20 Minuten zum Fahren entfernt. Wir waren sehr pünktlich dort und wurden auch sehr freundlich begrüsst. Unser Guide war eine junge Dame aus Irland, welche gerade so ein Working-Visum für Australien hat und so ein Jahr dort arbeitet und ein wenig reist. Unterstützt wurde sie von einer Japanerin, welche mit dem gleichen Visum unterwegs ist. Als erstes mussten wir wieder unterschreiben, dass wir gesund sind und alle Haftungsansprüche aussen vor sind. Dann wurde es aber ernst und wir bekamen ein schickes Haarnetz und einen Helm. Wir wurden ausserdem gefragt, ob es etwas ausmacht, wenn wir etwas nass werden würden vor allem an den Schuhen, sonst könnten wir Gummistiefel haben. Nö, war uns eigentlich egal, wenn wir nass werden, wobei wir hier noch nicht genau wussten wie nass wir werden würden. Nachdem das geklärt war, gab es einen kurzen Einführungsfilm auf einem TV, sozusagen «Reiten für Trottel». Und trotzdem, ich habe nichts verstanden. Auch meine Erwartung, dass ich so ein kleines Pony bekomme, erfüllten sich leider nicht. Nachdem wir den Film geschaut hatten, wurden wir unseren Pferden vorgestellt. Corinne bekam den Woody und ich Ben. Ben war schon etwas älter und kennt laut Guide nur zwei Geschwindigkeiten, stehen oder ganz langsames Laufen. Ok, das stimmt mich, trotz der Grösse wieder etwas zuversichtlicher. Corinne und ich hatten mal wieder richtig Glück. Wir waren die beiden einzigen Teilnehmer für den 9 Uhr Ausritt, was es für mich irgendwie angenehmer gemacht hat. Pünktlich um 9 Uhr sind wir dann auch langsam los. Der Guide vorneweg, dann Corinne und dann Tobi. Ja, die ersten Meter waren jetzt nicht sehr erholsam für mich. Ich habe das nicht kapiert, wie ich da sitzen soll ohne ständig hin und her zu rutschen. Und dann ging es auch noch quer Feld ein und bergab und dann wieder rauf. Ich habe ganz schön geschwitzt.

Irgendwann hiess es dann, dass wir jetzt durch einen Fluss reiten und die Pferde ggfs. anfangen werden zu schwimmen. Wir sollen einfach gemütlich sitzen bleiben. WHAT??? Ich dachte ich hör nicht richtig, aber schon ging es weiter. Jetzt war ich froh, war Ben doch ein wenig grösser. Ich wurde nur nass bis zu den Knien. Corinne hingegen wurde fast bis zum Bauch nass. Aber war lustig. Nach dieser Erfrischung ging es dann wieder durch den Regenwald und verschiedene Wiesen. Es war ein tolles Gefühl so durch die Natur zu gehen und mal eine andere Perspektive zu haben.

Nach knapp 75 Minuten war unsere Tour dann auch zu Ende und wir sind wieder am Ausgangspunkt angekommen. Nun noch die letzte Herausforderung, wie komm ich von dem Gaul wieder runter. Im Video sah das recht einfach aus, aber das war ja schon wieder 75 Minuten her und ich hatte es vergessen. Mein Abgang war dann zwar erfolgreich, ich glaube in der B-Note hätte ich aber deutliche Abzüge bekommen. Egal, ich war wieder unten und hatte den Trip überlebt. Was will man mehr? Ich habe Corinne eine grosse Freude gemacht, denn sie liebt das Reiten. Und so hatten wir mal wieder ein richtig cooles Erlebnis für uns beide. Was bei der Tour ein wenig schade war, wir durften kein Handy und Kameras mit auf den Ritt nehmen. Dafür hat uns die Japanerin begleitet und unterwegs Bilder gemacht. Sie hat richtig coole Bilder gemacht, das Problem einfach, wir mussten diese später kaufen, was nicht ganz billig war. Ich denke, das hat einfach immer so einen faden Beigeschmack, aber ok. Immerhin konnten wir sie direkt auf den Laptop ziehen und nicht per Mail schicken lassen. So haben wir zumindest die Originalgrösse und damit eine gute Qualität.

Zum Abschluss gab es dann noch einen Orangensaft und ein paar Kekse für uns. Wir haben uns von den beiden Guides und den Pferden verabschiedet und sind dann weiter Richtung Norden gefahren. Heute wollten wir nochmal an einen neuen Ort, nördlich von Cairns, nach Port Douglas. Port Douglas ist bekannt, da sich hier der älteste Regenwald der Welt befindet und dieser in dieser Stadt sozusagen auf das Great Barrier Reef trifft. Wir hatten vom Stall etwas mehr als eine Stunde zum fahren und sind daher schon kurz nach dem Mittag angekommen. Das haben wir genutzt, um am Nachmittag noch ein wenig zu Laufen. Zuerst ging es an den 4 Milles Beach, der direkt neben dem Campingplatz lag.

Von dort aus sind wir auf einen Costal-Walk, welcher immer entlang der Küste leicht bergauf und bergab ging. Unterwegs gab es verschiedene Aussichtspunkte mit toller Aussicht.

Das Ende des Walks war dann auf der anderen Seite von Port Douglas, vom Campingplatz aus gesehen. Hier gab es noch tolle Stellen an der Küste sowie ein kleiner Steg auf das Meer. Vor allem die Palmen und Bäume entlang der Küste haben uns sehr gut gefallen.

Leider war es heute Nachmittag recht wolkig, so dass das Meer nicht so schön blau war. Zudem gab es noch eine ordentliche Brise Wind, was es etwas ungemütlich machte. Aber egal, es war noch immer sehr warm und trotzdem sehr schön. Zurück ging es dann durch Port Douglas wieder Richtung Campingplatz. Damit war der Tag auch schon fast beendet. Ich war aber auch tatsächlich geschafft. Wir haben es einfach noch gemütlich genommen und ein paarmal die Bilder vom Ausritt angeschaut – so lustig.

Für Mittwoch haben wir uns ein richtiges Touristenprogramm zusammengestellt. Hier in Port Douglas hat man die Möglichkeit Salzwasserkrokodile zu sehen, was wir unbedingt machen wollten. Ausserdem wollten wir in den Daintree Regenwald und haben dafür eine Tour in der Mossman Gorge gefunden, welche von Indigenen angeboten wird. Man startet an einem Kulturzentrum, wo die Menschen Ausbildungen für Indigene aber auch Andere anbieten. Uns interessiert ja die Geschichte, auch vor 1770 in Australien sehr und so hofften wir, dass wir noch ein paar Infos bekommen. Wir sind also nach einem guten Frühstück los und haben uns auf den Weg nach Mossman gemacht.

Unsere Tour startete pünktlich um 10 Uhr am Kulturzentrum. Wir waren eine kleine Gruppe von 10 Personen und es ging mit einem kleinen Bus in den Regenwald. Die Indigenen haben nie direkt im Regenwald gelebt, haben diesen aber als ausgiebig genutzt, um zu jagen, zu ernten, Dinge zu lagern usw. Die ersten Menschen hier gab es schon vor ungefähr 30’000 Jahren. Damit sind die australischen Ureinwohner die älteste bekannteste Menschenart. Diese alte Kultur hat es geschafft, ihr Wissen über viele Jahre und Generationen weiterzugeben. So ist es noch heute, dass immer die Grosseltern das Wissen an die Enkel weitergeben. Nachdem wir aus dem Bus ausgestiegen sind, waren wir in einem privaten Areal, welches den Menschen hier gehört und man nur mit Ihrer Zustimmung Zutritt hat. Wir waren jetzt im berühmten Daintree Regenwald, dem ältesten Regenwald der Welt ca. 130 – 150 Mio. Jahre alt, während der Amazonas erst 10 – 20 Mio. Jahre alt ist. Bevor wir auf unseren Rundgang gegangen sind, gab es noch eine kleine Rauchzeremonie an einer Feuerstelle. Wir mussten durch den Rauch laufen und unser Guide hat ein paar Worte zu den Vorfahren gesprochen. Durch den Rauch wurden wir sozusagen gereinigt und sollen ab jetzt als Freunde willkommen sein.

Auf der Tour haben wir viel über Pflanzen gelernt, welche eine heilende Wirkung haben, aber auch Pflanzen, die man nicht berühren sollte. Ausserdem gab es den Hinweis, dass 35 verschiedene Schlangen in dem Gebiet leben und daher, wenn sich eine Wurzel bewegt, ist es keine Wurzel. Macht noch Sinn.

Schwerter und Bumerang werden aus roten Zedern gewonnen. Es wird aber immer nur aus einer Wurzel Holz abgesägt, um ein Stück zu bauen. Bei einem anderen Stück muss ein neuer Baum gesucht werden – es wird nur so viel aus der Natur entnommen, was wieder wachsen kann oder einen Baum z.B. nicht tötet. Die Wurzeln dienten auch als Telefon. Der Guide hat mit einem Stein dagegen geklopft was weithin hörbar war. Kommuniziert wurde mit einer Art Morsecode. Leider ging das Wissen über den Code verloren. Mädchen wurden damals immer nach ausserhalb des Tribe verheiratet, um die Blutlinie zu durchbrechen. Ausserdem hatte man so Verbündete in einem anderen Tribe. Wenn an den Grenzen eines Tribe gejagt wurde, malten sich die Jäger wie eine Kennung auf den Arm. Somit war es wie ein Ausweis und man wusste, wohin sie gehörten.  

Zum Abschluss gab es eine Art Brot mit Marmelade und Butter. Dazu einen Tee, welcher direkt an der Küste wächst. Es ist der einzige Küstentee auf der Welt. Alle anderen Tees werden in den Bergen angebaut. Während des Frühstücks haben wir noch zwei «kleine» Spinnen in der Umgebung gefunden. Es ist schon Wahnsinn, wie gross manche Tiere hier einfach sind.

Nach der Tour ging es mit dem Bus zurück zum Zentrum oder zu einem Startplatz von kleinen Wanderungen zur eigentlichen Mossman Gorge. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen und haben diese Strecken natürlich auch noch gemacht. Es war sehr schön so durch den Wald zu laufen und der Blick auf den Fluss war schon der Hammer.

Nachdem wir am Lookout waren, ging es zurück und wir haben noch einen weiteren kleinen Rundweg gemacht.

Im Anschluss ging es dann mit dem Shuttlebus zurück zum Zentrum. Neben der Bildungseinrichtung gibt es noch diverse Souvenirshops und ein Café. Über 90% der Angestellten und Guides hier sind tatsächlich Indigene aus der Region und man merkt, wie stolz sie auf ihr Gebiet sind. Auch unser Guide, mit all seinem Wissen, das war schon wieder eine tolle Erfahrung. Wir sind zwar noch immer nicht ganz zufrieden mit dem Wissen, dass wir jetzt haben, aber schon mal ein gutes Stück weiter. Es ist schade, dass es diese Menschen heute noch so schwer haben und vor allem, dass man so viel der Geschichte und Kultur kaputt gemacht hat. Ich glaube wir könnten vieles von den Menschen lernen vor allem im Umgang mit der Natur und der Welt. 

Zum Abschluss haben wir im Shop noch ein wenig eingekauft und uns einen Kaffee gegönnt. Dann ging unsere Fahrt auch schon weiter, noch ein Stück Richtung Norden an den Daintree River. Dort haben wir uns für eine Tour angemeldet bei einem speziellen Anbieter. Dieser ist der einzige Anbieter mit Elektroboot, was wir noch cool fanden. Vor allem weil das Boot sehr leise ist und daher auch etwas angenehmer für die Tiere. Das wichtigste Fazit gab es gleich zu Beginn, jedes Jahr sterben mehr Menschen durch Kokosnüsse, die vom Baum herabfallen als durch Krokodile. Das hat uns doch schon mal ein wenig beruhigt. Trotzdem möchten manche Menschen hier die Tiere wieder zum Abschuss frei geben. Die ersten Krokodile gab es schon vor 200 Mio. Jahren, sogar schon vor den Dinos – und sie sind immer noch da. Machen wohl was richtig.

Es heisst hier in den Medien, die Krokodile kommen zu nah an die Menschen usw. Nur war es eben schon so, dass die Krokodile bis in die 1970er Jahre gejagt werden durften. Langsam nimmt die Anzahl eben wieder zu. Die Frage ist nur, wer war zuerst da?!?! Und man kann eigentlich sehr gut neben den Tieren leben, man darf einfach nicht ins Wasser gehen. Ist ja nicht so schwer. Die meisten Angriffe gibt es auf Menschen, die einfach zu dumm sind. Die Krokodile stehen hier am Kopf der Nahrungskette, genau wie wir Menschen. Trotzdem frage ich mich, welches Recht wir haben zu beschliessen, dass man diese Spezies ausrotten muss, da sie uns gefährlich wird? Es gibt genug Platz auf der Welt. Ja, es gibt Unfälle, aber wegen Dummheiten. Ausserdem fahren wir täglich Auto oder wie oben geschrieben werden von Kokosnüssen erschlagen. Die Krokodile haben einfach eine schlechte Reputation und jeder Unfall wird in den Medien ausgeschlachtet. Schon nach wenigen Metern auf unserer Tour haben wir das erste Krokodil gefunden.

Ein Krokodil kann bis zu 7 Std unter Wasser direkt am Ufer liegen. Es ist riesig und trotzdem sieht man es von aussen nicht, da keine Luftblasen und nichts. Ist das Opfer nah genug am oder im Wasser kommt das Krokodil mit bis zu 40 km/h auf die Beute zu. Da ist auch für ein Mensch kein entkommen. Das Krokodil zieht die Beute dann unter Wasser und tötet sie so. Als wir noch ein sehr kleines Krokodil sahen, gab es noch weitere unfassbare Infos. Ab einer Länge von ca. 2.5 m greifen Krokodile auch nach einem Menschen zur Nahrungsaufnahme. Bei Geburt sind sie 50 gr. schwer und können dann bis zu 1‘000 kg schwer werden. Sprich das 20‘000 fache an Gewichtszunahme, was ich absolut krass finde. Man müsste sich das mal bei einem Menschen vorstellen. Was würden wir für Riesen sein? Die grössten Salzwasserkrokodile hier werden ca. knapp 7 m lang. Können aber auch über 8 sein.

Neben all den Krokodilen gab es aber noch mehr zu sehen. Wir haben einige spannende Vögel zu Gesicht bekommen und auch ein paar knallig grüne Frösche.

Unser Guide hat die Tour deutlich überzogen. Eigentlich sollte das ganze nur 60 Minuten gehen, ich denke wir waren aber sicher 80 Minuten unterwegs. Der gute Herr hat so viel erzählt, man war richtig erschlagen. Aber es war so interessant. In solchen Fällen wünschte ich mir ein Diktiergerät, um das alles irgendwie festhalten zu können. Oder eben ein besseres Gedächtnis. Nach der Rundfahrt ging es zurück zum Steg und es folgte der wohl hundertste Hinweis, dass man nicht in das Wasser gehen soll, wenn Krokodile in der Nähe sein könnten. Immer nur dann ins Wasser, wenn es explizit erlaubt ist. Dann ist man sicher vor den Tieren und die Menschen und die Krokodile können bestens nebeneinander leben. Ich hoffe, der Schutz der Tiere bleibt erhalten und wir können solche Tiere noch lange, auch in der freien Natur, sehen. Nach dieser zweiten Tour waren wir echt durch. So viele spannende Geschichten, Erkenntnisse, etc. das macht müde. Wir haben uns daher auf den Weg zurück zum Campingplatz gemacht und den Abend früh beendet.

Donnerstag, der 11.05.2023, ja so langsam geht es dem Ende unserer Rundreise zu. Heute machten wir uns auf den Weg zurück Richtung Cairns. Wir haben gestern noch gesprochen, was wollen wir noch sehen, bis wir am Samstag das Auto abgeben müssen. Irgendwie konnten wir die Frage gar nicht beantworten. So vieles wäre noch offen, wir haben aber auch schon sooo vieles gesehen, das war schwer. Wir haben uns daher entschieden, es heute etwas gemütlich zu nehmen und die Küste entlang Richtung Cairns zu fahren. Dort gehen wir auf unseren letzten Campingplatz und bleiben zwei Nächte. Von dort aus können wir dann am Samstag direkt das Auto abgeben gehen und morgen (Freitag) noch etwas Kleines machen. Wir haben am Morgen also wieder alles eingepackt und sind los, jetzt mal wieder Richtung Süden. Wir sind entlang der Küste Richtung Palm Cove und haben unterwegs an diversen Punkten einfach Pause gemacht. Wir haben nochmal verschiedene Fotos gemacht und die Sonne genossen.

An einem wirklich tollen Strand haben wir nochmals unsere Stranddecke rausgeholt und uns unter eine Palme gelegt. Nach der Geschichte von gestern, dass mehr Menschen von Kokosnüssen erschlagen werden als von Krokodilen angegriffen werden, habe ich tatsächlich zuerst geschaut, ob die Palme Kokosnüsse gerade hat. Hatte sie nicht und ich war beruhigt. 🙂

Danach ging die Fahrt dann weiter nach Palm Cove, wo wir am Jetty einen kleinen Stopp gemacht haben. Wir sind über den Steg hinaus aufs Meer gelaufen, was wieder richtig schön war. 

Danach sind wir mit dem Auto auf der Promenade durch das Dorf, welches uns noch recht gut gefallen hat. Ist glaub ich etwas kleines als Port Douglas aber wohl auch etwas langweiliger. Und ich glaube preislich können wir uns hier auch nicht jedes Restaurant leisten. Wir sind dann weiter zu unserem letzten Campingplatz und haben dort unsere Stube geparkt und eingerichtet. Heute machen wir nicht mehr viel. Ich muss an diesem Beitrag schreiben und habe am Abend noch einen geschäftlichen Call. Corinne muss auch noch ein wenig Arbeiten und so bringen wir die Zeit auch um.

Freitag der 12.05.2023 war dann unser letzter kompletter Tag auf unserem Roadtrip durch Australien. Wir hatten nochmal eine Kleinigkeit geplant für den Tag und sind daher extra früh aufgestanden. Nach dem Frühstück haben wir uns auf den Weg gemacht zu den Barron Wasserfällen. Diese Kaskadenwasserfälle sind ca. 250 Meter hoch und vor allem in der Regenzeit ein echtes Highlight. Nun ja, wir sind ja am Ende der Regenzeit und daher haben wir schon im Vorfeld nicht mit den riesigen Wassermassen gerechnet. Unsere Fahrt führte uns für knapp eine halbe Stunde in das Hinterland von Cairns durch verschiedene Nationalparks und eine sehr schöne Landschaft. Alles war so grün und die vielen Palmen und Sträucher, einfach toll. Als wir angekommen sind haben wir uns auf den Weg zur Aussichtsplattform gemacht. Um dort hin zu gelangen gibt es wieder einen tollen Wanderweg quer durch den Regenwald. Der Wald sieht einfach so unberührt und wild aus, was man auf den Bildern leider gar nicht so festhalten kann. 

Der Aussichtspunkt liegt direkt neben einem kleinen Bahnhof, an welchem der historische Zug, welcher noch heute Cairns mit Kuranda, einem kleinen Dorf neben den Fällen, verbindet, hält. Die Bahnlinie wurde 1891 eröffnet und fährt seitdem jeden Tag diese 37 km lange Strecke. Zu unserem Glück ist gerade als wir am Bahnhof angekommen sind, ein Zug eingefahren. Problem, jetzt waren wir nicht mehr ganz so einsam auf der Plattform, da mit dem Zug doch noch einige weitere Touristen gekommen sind. Aber egal, der Zug macht nur einen kurzen Stopp und so schnell wie die anderen Menschen da waren, waren sie auch wieder weg. Wir hatten eine tolle Aussicht auf den Wasserfall, aber unsere Befürchtung bewahrheitete sich doch ein wenig. Es ist eben schon Beginn der Trockenzeit und es kam nicht allzu viel Wasser die Fälle herab. Dafür hatten wir aber wieder einen Blick auf das Gestein, welches sonst vom Wasser verborgen wird. Und diese Formationen waren also ebenfalls sehr sehenswert.

Nachdem wir den Wasserfall von sämtlichen Perspektiven fotografiert hatten, ging der Weg wieder zurück zum Van. Vom Parkplatz aus ging es dann noch zu einem Aussichtspunkt mit dem Namen Wrights Lookout. Ok, der Kilometer zum Fahren hat sich nicht so gelohnt, da die Aussicht nur mittelprächtig war. Leider sind ein paar dunkle Wolken aufgezogen und auch sonst war es nicht ganz so spannend. Aber wir waren dort und haben es gesehen.

Was man aber vom Lookout gesehen hat war ein Lift zum Wasserskifahren auf einem künstlichen See. Das fand ich irgendwie spannend und wir sind da später noch hin. Zuerst ging es aber in das Dorf Kuranda. Das Dorf ist sehr bekannt für seine kleinen Märkte und die waren wirklich speziell. Es gab viele verschiedene Sachen und man fühlte sich umgeben von lauter Aussteigern. Irgendwie scheint da die Zeit ein wenig stehen geblieben zu sein und alles fühlte sich extrem entspannt an. Es war aber lustig die verschiedenen Stände anzuschauen, auch wenn mir der Geruch nach Kräutern, Räucherstäbchen und sonstigen ätherischen Aromen teilweise etwas zu viel war.

Nachdem wir eine Zeit über die Märkte gelaufen sind, meldete sich der Hunger. Wir haben nochmal einen Stand mit verschiedenen Pies gefunden und hier gab es sogar welche mit Känguru- bzw. Krokodilfleisch. Und also Känguru musste ich ja schon noch probieren. Der Pie hat sehr gut geschmeckt, dass es aber Kängurufleisch war, habe ich nicht bemerkt. Es schmeckte und fühlte sich eher wie Rinderhackfleisch an. Aber ok, probiert habe ich es. Auf dem Rückweg haben wir noch einen kurzen Stopp an einem Aussichtspunkt gemacht und sind dann an den künstlichen See gefahren um die dort fleissig übenden Wasserskifahrer zu beobachten. Das war noch recht interessant und teilweise auch lustig, vor allem für Zuschauer. Wobei ich schon Respekt vor den Leuten hatte, denn der Kreis, welcher der Lift fuhr, war doch recht gross. Und wer am falschen Punkt stürzte, der musste zuerst ein gutes Stück ans Ufer schwimmen und dann vor allem noch eine ganze Strecke zurück laufen.

Da jetzt aber der Regen sehr stark einsetzte, haben wir beschlossen zurück zum Campingplatz zu fahren und den Nachmittag dort zu verbringen. Wir haben noch am Platz die Fische und Schildkröten im Fluss besucht und uns dann auf Netflix und Instagram fokussiert. Der Regen wurde immer schlimmer, so dass wir den Tag einfach abhakten und nichts mehr gemacht haben.

Am Samstag, 13.05.2023 sind wir dann wieder früh raus, weil wir wegen dem Regen von gestern nichts mehr wegen unserer Fahrzeugrückgabe gemacht haben. Wir mussten noch alles packen, innen ein wenig sauber machen, Abwasser leeren und den Grill putzen. Eigentlich waren da einige Sachen gestern noch geplant, aber wegen Regen verschoben. Dumm nur, heute war das Wetter nicht besser und wir konnten das Ganze doch im Regen erledigen. Ok, wir haben es nicht übertrieben, aber trotzdem den Van in einen ordentlichen Zustand gebracht. Schweren Herzens haben wir unsere Rucksäcke gepackt, unsere Lichterkette abgehängt und alles andere verstaut. Dann ging es, mit einem frischen Kaffee to-go los Richtung Cairns. Unser Plan war noch ein wenig an den Strand zu fahren und noch ein wenig Zeit zu schinden.

Wir haben für die nächste Nacht ein Hotel gebucht, können aber offiziell erst ab 14 Uhr einchecken. Die Idee war, nach dem Kaffee einfach mal zu schauen und ggfs. zumindest unser Gepäck abgeben, ehe wir den Van abgeben. Der Plan hat perfekt funktioniert, denn als wir um 12 Uhr am Hotel waren, war unser Zimmer gerade fertig und wir durften direkt einchecken. Perfekt, also alle unsere Sachen ins Zimmer und dann los zur Rückgabe. Die Rückgabe war sehr einfach. Man wollte das Auto nicht mal anschauen, sondern war vielmehr an unseren Geschichten interessiert. Für uns natürlich auch gut, denn so kommen zumindest keine weiteren Kosten oder doofen Fragen auf uns zu. Jetzt war es amtlich, nach 76 Tagen oder 75 Nächten und 8’415 km waren wir wieder ohne Fortbewegungsmittel. Es war eine tolle Zeit in unserer Büchse. Auch wenn es ab und an etwas eng war, ich mag die Zeit nicht missen. Und für die Route war es das perfekte Transportmittel. Ja, teilweise etwas gross, wenn wir einen Parkplatz gebraucht haben, aber wir haben uns auch daran gewöhnt.

Auf dem Parkplatz vor der Vermietung haben wir noch ein Paar aus Deutschland getroffen, die ihre Reise gerade starten. Wir haben Ihnen einfach unsere grossen Plastikboxen und sonstige Sachen, die wir gekauft haben in die Hände gedrückt. Die waren völlig perplex, da sie nun eine Lichterkette und Stauboxen usw. haben. Aber was sollen wir damit machen, wir hätten sie weggeworfen und so haben noch andere eine Freude. Ich finde das toll, wenn man Sachen mehrmals nutzen kann und nicht jeder etwas Neues kauft. Mir wird der Van tatsächlich fehlen und ich überlege schon, wie ich einen Van in der Schweiz nach unserer Rückkehr selber ausbauen kann. Ich bin mir zwar noch unschlüssig, aber wäre ein super Projekt und wir könnten damit noch ganz viel von Europa sehen. Mal schauen, was die Zeit bringt. Jetzt war es Zeit nochmal zu winken und wir sind wieder zurück in die Stadt gelaufen. Angekommen im Zimmer musste ich erstmal das Bett und eine ausgiebige Dusche geniessen. Wir hatten zwar immer tolle Campingplätze, aber einfach mal wieder so ein Bad für sich alleine zu haben, war schon toll. Unser Zimmer ist im Vergleich zum Van riesig, ich komme mir etwas verloren vor. 🙂 Wobei das mit dem vielen Platz nur temporär ist, ab morgen wird es für ein paar Stunden wieder deutlich enger, aber dazu dann später mehr. Am Abend sind wir im Hotel noch ins Restaurant und haben ein thailändisches Essen genossen. War schön, danach nicht spülen zu müssen. 🙂 Ansonsten sind wir früh ins Bett, nachdem wir unsere Tagesrucksäcke für die nächsten Tage gepackt hatten. Wir gehen morgen nämlich auf ein Schiff, welches uns zum Great Barrier Reef bringt zum Tauchen. Und wir werden sogar eine Nacht draussen auf dem Meer bleiben, ehe wir dann am Montag wieder zurück im gleichen Hotel einchecken werden. Es bleibt also spannend und zu diesem Abenteuer dann später mehr.

So, eben noch Samstag, der 13.05.2023 und heute schon der 18.05.2023. Im letzten Text noch Cairns – heute schon in Darwin gemütlich am Pool. Ja, die letzten Tage ist also schon einiges los gewesen. Daher jetzt mal ein kurzer Rückblick. 

Wie geschrieben wollten wir auf eine Tauchsafari am Great Barrier Reef. Dazu wurden wir am Sonntag, 14.05.2023 pünktlich um 7.30 Uhr an unserem Hotel in Cairns abgeholt. Wir konnten zum Glück unsere grossen Rucksäcke dort lassen und sind nur mit dem Nötigsten los. Mit einem kleinen Minibus ging es an den Hafen, wo bereits ein Schiff und ein paar weitere Touristen warteten. Der Plan war, dass wir mit dem Boot hinaus aufs Meer fahren und unterwegs zweimal tauchen gehen. Nach einem anschliessenden Mittagessen geht es zu einem grösseren Schiff der gleichen Firma, welches immer am Reef ist und verschiedene Kabinen hat zum Übernachten. Auch ein paar Tage nach der Tour weiss ich noch immer nicht genau wie ich den Tripp beschreiben soll. Das Problem war das Wetter bzw. die Bedingungen im Meer, welche uns alles abverlangt haben. Man muss wissen, wir haben vor 1.5 Jahren unseren PADI-Tauchschein gemacht und waren seitdem nicht mehr tauchen. Wir hatten ein ruhiges flaches Meer erwartet, wie man es eben von Bildern aus der Luft kennt. Dem war leider nicht so, das Meer war sehr trübe und vor allem hatte es hohe Wellen und Strömungen. Alles andere als einfache Bedingungen schon gar nicht für Unerfahrene wie uns. An den ersten beiden Tauchspots habe ich dann auf das Tauchen verzichtet, weil es mir einfach zu gefährlich war. Stattdessen habe ich mir nur eine Maske und einen Schnorchel geschnappt und bin damit ins Wasser. Da weiss ich, das kann ich und bekomm das hin. Corinne hat direkt gesagt, dass es ihr zu heftig ist und sie ist an Board geblieben. Das Schnorcheln war schon sehr eindrücklich und das Reef einfach gewaltig. Da wir aber nicht so viel Sonne hatten, war das Meer aber eben auch ein wenig dunkel, so dass die Farbenpracht nicht so ausgeprägt war. Ich konnte auf der zweiten Tour ein paar Bilder machen, aber das kommt der Realität wirklich nicht nahe. Ich habe unterwegs aber zumindest eine wunderschöne Meeresschildkröte und auch einen Hai gesehen. Das neben unzähligen bunten und sehr schönen Fischen.

Im Anschluss sind wir mit dem Boot zu dem erwähnten grossen Schiff gefahren, eines mit 20 Kabinen und ca. 35 Meter Länge. Es gab eine kleine Bar und einen Speisesaal und unzählige Mitarbeiter, die sich um alles gekümmert haben.

Nach einem tollen Essen und einem Gespräch mit dem Dive-Master haben wir für den Nachmittagstauchgang nochmal einen privaten Guide bekommen, welcher uns alles nochmal ein wenig besser erklärte. Mit Ihr sind wir dann auch voll ausgestattet mit Flasche, Maske und Flossen ins Wasser. Für Corinne war es aber zu viel. Die Wellen waren zu hoch und wenn man sich am Vorbereiten ist, dabei noch am Boot festhalten muss und einem die Wellen über dem Kopf brechen, dann macht das keinen Spass. Da kann schon Panik aufkommen, wenn man das nicht gewohnt ist. Corinne hat es dann abgebrochen, weil sie merkte, dass sie an ihre Grenze kommt. Ich finde das gut, denn man darf sowas auch nicht erzwingen. Schade das es nach dem tollen Erlebnis in Mexiko jetzt so gekommen ist. Tut mir sehr leid für sie, weil das Tauchen an sich schon eine sehr grosse Herausforderung für sie war und sie das toll gemacht hat. Aber Hauptsache, es ist nichts passiert. Wir haben im Nachgang erfahren, dass die Bedingungen am Reef in der Jahreszeit nicht einfach sind, sondern eher im Oktober bis Dezember mit einer ruhigen See zu rechnen ist. Ok, hätten wir vielleicht vorher rausfinden können, aber nachdem man auf der Tour auch den Open Water schein machen kann, welchen wir ja auch haben, habe ich nicht mit solchen Bedingungen gerechnet. Es hat auch niemand nach der Anzahl Tauchgänge usw. bei der Buchung gefragt, sonst hätten wir ggfs. gar nicht gebucht. Corinne ist dann wieder zurück ans Boot und ich bin mit Anna in die Tiefe. Es war schon ein tolles Erlebnis, wenn man in 15 Meter Tiefe an einer mehr als 10 Meter hohen Wand entlang schwimmt, die einfach nur aus Korallen besteht. Das war schon anders als beim Schnorcheln, dafür war es aber auch noch etwas dunkler, weshalb die Farben nicht so schön waren. Da ich voll auf das Tauchen konzentriert war, habe ich keine Kamera mitgenommen. Nach 25 Min. war meine Flasche schon gut geleert, so dass wir zurück zum Boot sind. Es war eine heftige Erfahrung, aber irgendwie auch cool. Am Abend gab es dann ein tolles Abendessen und dann noch ein besonderes Programm. Man konnte auswählen aus Tauchen im Meer oder einem Erlebnis genannt Sharks in the Dark. Wir haben uns für das Zweite entschieden, wobei ich mich in einen Schutzanzug gegen Quallen geworfen habe, eine Maske und eine Brille aufgesetzt habe und mich dann mit anderen auf die Tauchplattform am Ende des Bootes gelegt habe. Diese Plattform kann man ablassen, damit sie leicht unter der Meeresoberfläche liegt. Eigentlich geht man von hier aus Tauchen ins Wasser. In dem Fall war die aber die Tribüne für eine besondere Show. Wir lagen dort auf dem Bauch und wurden langsam ins Wasser gelassen. Von oben hat ein Herr Fischfutter ins Wasser geworfen, was unzählige Fische angezogen hat. Diese Fische wiederum haben Haie angezogen und genau das war das Ziel. Wir lagen im Wasser und direkt vor unseren Augen waren die Haie. Nicht unbedingt riesige, aber mit so knapp 2 Meter doch recht ordentliche Tiere. Da kommt schon Adrenalin auf, wenn so einer auf einen zu schwimmt. Das Problem war, der Wellengang war leider etwas zu hoch, so dass wir uns krampfhaft an der Plattform festhalten mussten. Immer wenn eine Welle unter dem Boot hervorkam, wurden wir Richtung Meer und damit Fische gespült. Es war ein richtiger Kampf. Daher gibt es davon leider keine Bilder aus dem Wasser, nur von aussen. Wobei diese recht unscharf wurden, da einfach zu viel Bewegung im Wasser war.

Nach diesem Erlebnis gab es dann noch einen leckeren Nachtisch, eine heisse Dusche und dann ging es an die Bar. Wobei der Seegang immer heftiger wurde, so dass ich nach einem Bier doch lieber in die Kabine bin. Geschlafen haben wir in der Nacht nicht so viel, aber trotzdem ein tolles Erlebnis so direkt am Reef übernachtet zu haben. Immerhin haben wir einen tollen Sonnenuntergang erlebt.

Der Sonnenaufgang am nächsten Morgen war leider wieder mit vielen Wolken. Aber trotzdem irgendwie ein Erlebnis.

Nach dem Frühstück hiess es dann wieder, ab ins Wasser – wer will. Nöö, ich wollte nicht, das war mir einfach zu früh und ich wollte noch eine Runde schlafen. Das tat sehr gut und zum zweiten Tauchgang war ich dann auch fit. Ich bin nochmal mit Anna los und diesmal war es schon wieder besser. Einige Sachen kamen wieder mehr in den Sinn und auch das Atmen fiel leichter bzw. nicht mehr so hektisch. Wir waren an einem tollen Tauchspot, an welchem wir nicht so tief gehen mussten. Daher hat meine Luft auch länger gereicht und wir waren fast 40 Minuten unter Wasser. War wieder richtig schön und wir haben einiges gesehen. Bitte keine Fragen, was genau, ich kann mir diese Fischnamen einfach nicht merken. Aber schön waren sie. Auch die Korallen sahen super aus und ich hatte grosse Freude. Nach dem Tauchgang war es dann auch schon wieder Zeit unser Zeug zu packen und unsere Kabine zu räumen. Es gab noch ein super Mittagessen und dann kam auch schon das Tagesboot, welches neue Touristen brachte und uns wieder mit zurück nahm. Man kann hier nur eine Nacht bleiben, so wie wir, oder auch 2 -4 Nächte, je nachdem wie man will. Ich muss aber sagen, die eine Nacht hat uns absolut gereicht. Ich hatte jetzt doch 2 Schnorchelgänge und zwei Tauchgänge und war echt bedient. Wenn man länger bleibt, dann wird das irgendwie stressig, wobei es bei anderen Bedingungen vielleicht auch anders ist. Wir waren froh als das Tagesboot kam und wir wieder umgestiegen waren. Jetzt stand nur noch eine recht wellige Überfahrt vor uns und dann hatten wir wieder festen Boden unter den Füssen.

Zurück am Festland ging es mit dem Minibus wieder zurück ins Hotel und ab aufs Zimmer. Die Dusche tat vielleicht gut. Am Abend sind wir noch los etwas kleines Essen und dann auch schon ab ins Bett. Wir waren einfach zu müde.

Dienstag, der 15.05.2023 war ein komischer Tag. Irgendwie hatten wir nicht den richtigen Drive und ich war geschafft vom Tauchen. Ausserdem mussten wir noch einiges erledigen, denn morgen geht es schon weiter. Wir sind am Morgen aber zur Post und haben ein grosses Paket Richtung Heimat geschickt. Endlich sind wir die warmen Jacken und Pullis los, die wir jetzt mit uns rumgeschleppt haben. Im Van war das jetzt ok, aber da wir jetzt wieder mehr fliegen und mit dem Bus fahren, muss das nicht sein. Jetzt sind unsere Rucksäcke in Summe 9 kg leichter und wir haben wieder Platz. Vielleicht auch endlich für ein paar Souvenirs. Am Nachmittag hat Corinne gearbeitet und ich bin los und habe mir Cairns angeschaut. Ist schon eine tolle Stadt, vor allem so am Meer entlang und die Waterfront. 

Was aber der Hammer war, mitten in der Stadt, direkt am Meer, gibt es plötzlich einen Park mit einem riesigen Schwimmbecken. Von verschiedenen Seiten kann man einfach flach ins Wasser laufen und sich abkühlen. Das Ganze wird von Rettungsschwimmern bewacht und kostet nicht mal Eintritt. Jeder kann sich abkühlen und unter einem grossen Baum im Schatten entspannen. Vor allem während der Mittagspause war hier einiges los. Das würde mir zuhause auch gefallen. 

Wie ich weiter so durch die Stadt laufe, komme ich wie zufällig zu einer Brauerei, welche sehr einladend aussah. Ich also rein und gedacht, ein oder zwei Bier können nicht schaden. Ich habe Corinne dann einen Gruss aus der Brauerei geschickt und sie meinte, ich soll doch Jakob, den haben wir beim Tauchen kennen gelernt, fragen, ob er auch Lust hat. Gesagt getan und auch ein Österreicher lässt sich ein gutes Bier nicht entgehen. So sassen wir recht zeitnah zu zweit am Tisch und die Sache mit den zwei Bier war auch hinfällig. 

Wir hatten es aber sehr lustig und je später der Nachmittag wurde, desto grösser wurde der Hunger. Da Corinne ja auch noch was Essen musste, haben wir abgemacht, dass wir uns bei einem Griechen treffen, einer tollen Empfehlung von Jakob. Nach dem Bier tat das Essen richtig gut und da Jakob auch noch mit zum Essen ging, hatten wir nun zu Dritt noch einen coolen Abend. By the way, Jakob war am Vorabend schon im Restaurant und wurde vom Chef direkt wieder erkannt. Da er nun zwei weitere neue Gäste mitbrachte gab es für uns ein Dessert umsonst. Und das war der Hammer. Es gab einen gemischten Teller mit je einer kleinen Portion eines jeden Dessert der Karte. Es war so richtig gut und dann auch noch umsonst. Herrlich. Aber so kennt man die Griechen ja auch irgendwie, was Gastfreundschaft angeht macht denen keiner etwas vor. Corinne und ich sind dann nach Hause gelaufen und haben unser Zeug gepackt, stand uns eine kurze Nacht bevor.

Mittwoch, der 17.05.2023 startete bereits mit dem Klingeln des Weckers um 3.30 Uhr. Wir hatten auf 4 Uhr ein Taxi bestellt, welches uns zum Flughafen brachte. Unser Flieger nach Darwin startete pünktlich um 6 Uhr und nach 2.5 Stunden sind wir wieder sicher in gelandet. Es war aber eine recht rumpelige Angelegenheit. Das Wetter war zwar gut, aber wohl viel Wind und sonstige Turbulenzen. Kann man nichts machen, wir haben es überlebt. Und so langsam gewöhne sogar ich mich an dieses Gefühl und bekomm das besser in Griff. Nach der Landung sind wir direkt ins Hotel und da haben wir uns etwas Tolles ausgesucht. Wir haben ein schönes Zimmer und auch sonst, super Pool, freundliche Angestellte, alles perfekt. Leider war unser Zimmer noch nicht fertig, aber ok, um 9 Uhr am Morgen sollte man das auch nicht erwarten. Check-in war eben auf 14 Uhr. Wir konnten aber unsere Rucksäcke angeben und sind los auf einen Kaffee und dann durch die Stadt.

Der Blick über das Meer von Darwin aus ist super, aber die Stadt an sich, also das Zentrum hat uns noch nicht so begeistert. Irgendwie ist alles ein wenig verlassen und es hat zwar viele Läden, aber irgendwie nur Schrott und Billigware. Ist noch schwer zu beschreiben. Wir sind einige Strassen entlang und dann noch ein wenig in den Park an der Küste. So kann man die Zeit also auch rumbringen und zügig war es auch 14 Uhr. Wir haben unser Zimmer bezogen und dann war erstmal Pause. Wir haben beide eine Mütze Schlaf genommen und dann sah die Welt schon besser aus. Am Abend sind wir nochmal los und haben direkt gemerkt, der Sonnenuntergang in Darwin ist der Hammer. So einen tiefroten Himmel habe ich noch selten gesehen. Morgen wollen wir früh los und dann sicher ein paar Bilder machen. Jetzt war es etwas zu spät und wir sind weiter in einen Irish Pub. Es war mal wieder der Hammer. Live-Musik, tolles Essen und eine Stimmung wie an einem Samstag um 21 Uhr. Die Menschen haben gefeiert, gelacht, ordentlich gesungen und genauso getrunken. Es war eine richtige Party und das um 19 Uhr. Wir hatten richtig Spass. Gegen 20 Uhr wurde es dann schon wieder etwas ruhiger, denn die Menschen müssen ja morgen wieder früh raus. Und wer früher mit feiern anfängt, kann ja auch wieder eher aufhören. Wir haben auf dem Rückweg noch ein Eis genommen und damit war der Tag perfekt. Wobei das eigentliche Highlight fand, parallel zu unserem Essen, in der Heimat statt. Wir haben heute unsere neue Wohnung übernommen und die Schlüssel bekommen. Also Corinnes Papa war so lieb und hat das für uns gemacht. Dafür nochmals vielen Dank Markus. Wir haben jetzt also wieder 4 Wände, die tatsächlich auf uns warten. Die Übergabe erfolgte ohne Probleme und wir können uns jetzt darauf freuen.

Am Donnerstag haben wir uns am Morgen ein Frühstück im Hotel gegönnt. Es gab super Kaffee und ein ordentliches Buffet. Nach so langer Zeit mal wieder richtig schön, verschiedene Sachen zu Essen und einfach immer wieder ans Buffet gehen zu können. Ich habe es genossen und wir sind einige Zeit sitzen geblieben. Im Anschluss bin ich los und habe mir Darwin noch ein wenig weiter angeschaut. Ich bin an der Küste entlang zur Cullen Bay und hier wirkte die Stadt schon ganz anders. Hier wohnen wohl die Schönen und Reichen. Unterwegs konnte ich von verschiedenen Punkten noch den Blick auf das Meer geniessen.

Schon schön hier an der Cullen Bay und vor allem das Meer, ein Traum. Da kann man es sicher ein paar Tage aushalten.

Von der Cullen Bay ging es zum Mindi Beach, an welchem man wohl auch Baden kann. Komisch, weil ein paar Meter weiter weg, wird man noch vor Krokodilen gewarnt. Ich weiss nicht, ob ich hier ins Wasser gehen würde. Es war aber auch allgemein niemand im Wasser. Aber der Strand und das Meer sahen schon super aus.

Danach bin ich noch in den Botanischen Garten, was aber nicht der Hammer war. Ok, es gab schöne Palmen und Bäume, aber hat mich nicht so umgehauen. Ich bin wohl einfach zu verwöhnt nach über 1.5 Jahren Weltreise.

Ich war in Summe knapp 3 Stunden unterwegs und nach meiner Rückkehr echt durch. Es ist schon recht warm hier in Darwin, aber dafür ist die Luftfeuchtigkeit gefühlt nicht so hoch wie in Cairns. Mir gefällt das richtig gut. Aber den Nachmittag habe ich dann doch lieber am Pool verbracht und liege jetzt hier und schreibe an diesem Blog. Wie oben beim Einstieg zu den letzten 4 Tagen erwähnt, es ist einiges passiert und wir haben mal wieder so viel erlebt. Eine kleine Randbemerkung sei mir erlaubt. Kaum lieg ich am Pool kommen 2 weitere Paare, nicht zu überhören, aus Deutschland. Zwei davon mit einem Dialekt der mir nur allzu bekannt ist. Das breiteste Schwäbisch. Es stellt sich heraus, ein Paar war aus Böblingen, das andere aus Frankfurt an der Oder. Ich erkenne meinen Heimatdialekt also noch sehr gut und das nach 5 Monaten nur Englisch. 🙂 Ich weiss gar nicht, wann ich das letzte Mal 4 Stunden an einem Pool gelegen bin, aber es war herrlich. Am Abend sind wir nochmal los zum Sonnenuntergang und dann zum Essen. Es gab eine richtig italienische Pizza, endlich mal wieder.

Somit war auch dieser Tag wieder um und gleichzeitig ein voller Erfolg.

Freitag, der 19.05.2023, sprich heute, ist ein sehr seltsamer Tag. Es ist tatsächlich unser letzter Tag in Australien. Morgen fliegen wir weiter nach Singapur und damit sind dann 87 Tage von den erlaubten 90 Tagen um. Ja, wir werden die Aufenthaltsbewilligung nicht bis zur letzten Sekunde ausreizen. Es fühlt sich aber wirklich komisch an. Gefühlt sind wir doch erst gestern in Adelaide gelandet und nun ist schon wieder alles um. Wir haben aber immerhin extrem viel gesehen und erlebt, gehen also mit vielen Erinnerungen weiter. Wir haben aber gemerkt, Australien gefällt uns sehr gut, vor allem die Menschen und die Natur. Und da wir jetzt einige Regionen überhaupt nicht besucht haben, oder andere Regionen, die geplant waren, auch absagen mussten, werden wir ganz sicher wieder kommen. Wir haben sogar schon eine grobe Route im Kopf. Darwin ist ja bekannt für die Nationalparks Kakadu und Liitchfield, welche in der Region liegen. Also was man hier eben von «in der Nähe» versteht. Sind schon ein paar Stunden zu fahren. Trotzdem war es eigentlich der Plan, dass ich heute einen der Parks mit einer Tour besuche. Der gestrige Tag am Pool tat aber so gut und die Recherchen nach einer Tour waren auch nicht so erfolgreich, so dass ich es einfach hab sein lassen. Die Touren gingen ewig und waren recht teuer, darauf hatte ich keine Lust. Wir haben den Tag dann eher ruhig mit einem Frühstück begonnen und sind dann in die Stadt gelaufen. Wir wollten die andere Seite der Küste, die Waterfront, erkunden. Es war super, wir sind zuerst an die Küste mit einem Park, gekommen und dann in einen recht neuen Stadtteil. 

Hier gibt es unzählige Restaurants, Bars, usw. Auch kann man am Strand oder einem angrenzten Wellenbad baden. Richtung Meer gibt es einen Coastal walk über den man laufen kann und einen Blick auf den Hafen bzw. die Stokes Hill Wharf hat. An der Wharf gibt es einige Stände mit Essen und Trinken und ein kleines Riesenrad. Wir waren früh am Tag dort, aber ich glaube gegen Abend ist hier einiges los. 

Ich fand das ganze Areal einfach super. Es war richtig modern und trotzdem sehr gemütlich. Die Wharf war schon ein wenig in die Jahre gekommen, dafür aber einfach original. Darwin wurde 1942 von Japan sehr schwer bombardiert. Japan hatte zu dieser Zeit eine sehr aggressive Kriegspolitik und war auf Expansion aus. Die Japaner haben die Zeit genutzt, dass in Europa alle Kräfte gebunden waren und selbst Australien bereits Soldaten nach Europa geschickt hat zur Unterstützung Englands. Darwin war als nördlichste Stadt ein sehr wichtiges Ziel, vor allem weil Australien Mitte der 1930iger Jahre in Darwin riesige Öllager gebaut hatte. Hier wurde das Öl gelagert, welches aus Osttimor importiert wurde. Es war eine unfassbare Menge an Öl und damit eben auch ein strategisch wichtiger Punkt. Diese Bombardierung ist heute noch an allen Stellen in der Stadt ersichtlich. Überall gibt es Mahnmale und Gedenktafel für die unterschiedlichsten Opfergruppen. Wir hatten das schon im Vorfeld gehört, dass dieses Thema hier einfach sehr präsent ist, und wir können das jetzt wirklich bestätigen.

Nachdem wir dieses Areal ausführlich angeschaut hatten, ging es mit einem Aufzug wieder die Klippe hinauf auf das Level der Stadt. Von hier über eine Brücke und schon war man wieder in der Stadt. Ich habe mir dann noch einen Frisör gesucht, um meine Haare mal wieder ein wenig in Form bringen zu lassen. Die Suche war nicht ganz einfach, da man hier tatsächlich wieder einen Termin vorher vereinbaren muss. War ich so nicht mehr gewöhnt. Beim zweiten Anbieter hatte ich aber Erfolg und konnte direkt Platz nehmen. Ich glaube der Herr war aber bis vor kurzem noch Schaaf-Schärer. Ich habe keine Ahnung, was der mit der Haarschneidemaschine gemacht hat, aber das tat fast schon weh. Und immer mal da ein wenig, dann wieder auf der anderen Seite, dann wieder mit der Schere kreuz und quer… Ich weiss auch nicht, bin aber auch nicht ganz zufrieden. Mal schauen, wie es nachher aussieht wenn ich geduscht habe. Zumindest war es mit 30 Dollar sehr billig. Aber meine tolle Erfahrung mit dem Frisör in Sydney ist wohl zerstört. Dafür war ich nach 10 Minuten schon fertig und konnte gehen. Jetzt nur noch bezahlen und jetzt die Erkenntnis, der Laden nimmt keine Karte. Super, jetzt muss ich noch zum Geldautomaten und Australische Dollar beziehen und das am letzten Tag. Da meine eigentliche Karte an dem Automaten nicht ging, durfte ich noch meine Karte aus der Schweiz nehmen und damit kommen da noch ordentliche Gebühren obendrauf. Damit war der Besuch jetzt doch nicht mehr so billig. Da der Frust jetzt doch etwas vorhanden war, war das Nachmittagsprogram auch schnell definiert. Ich bin zurück zum Hotel und direkt an den Pool. Das wollte ich ja eh noch machen, jetzt eben schon früher. 🙂 Ich habe aber das Gefühl, von Darwin haben wir jetzt doch einiges gesehen und jetzt noch ein wenig Erholung, dann ist das ein toller Abschluss. Die Zeit am Pool habe ich noch genutzt hier am Beitrag zu arbeiten und ein wenig zu schwimmen. So herrlich. Am Abend sind wir nochmals kurz los für ein kleines Abendessen. Danach ging es aber schon recht früh wieder zurück ins Zimmer. Ich war irgendwie nicht richtig fit und recht müde. Hab mir wohl doch beim Tauchen eine kleine Erkältung eingefangen und langsam nervt die laufende Nase. Zudem muss ich ja morgen fit sein, wenn wir in Singapur einreisen möchten. Es gibt zwar auch dort keine Einreiserestriktionen mehr, aber Personen, welche krank wirken, können zu einem Test geschickt werden. Und darauf hab ich ja nun gar keine Lust. Also früh ins Bett, dann passt das sicher wieder.

Heute, Samstag, der 20.05.2023, begann richtig ausgeschlafen. Ich habe tatsächlich super und sehr lange geschlafen. Geht gleich schon wieder viel besser. Wir haben heute morgen noch unsere Sachen gepackt und ein kleines Frühstück im Hotel genommen. Heute ging zum Glück die Kaffeemaschine wieder, weshalb wir auch nochmal hier das Buffet genossen haben. Gestern war diese nämlich kaputt und wir haben das zu spät gemerkt. Und so ein Frühstück ohne Kaffee geht einfach gar nicht. Nach dem Frühstück haben wir alles fertig gemacht und ausgecheckt. Jetzt sitzen wir gemütlich in der Lobby und machen noch ein wenig Instagram bzw. die letzten Zeilen an diesem Beitrag. Ist doof, dass man immer schon um 10 Uhr auschecken muss und unser Flieger geht erst um 15.30 Uhr. Aber so nutzen wir die Zeit sinnvoll. Alternative wäre noch ein wenig laufen zu gehen, aber die Region um das Hotel kennen wir jetzt schon recht gut. Daher passt das auch so ganz gut. Wir haben beschlossen, dass wir um 12 Uhr ein Uber bestellen und dann zum Airport gehen. Dann können wir dort noch ein wenig rumlaufen und vielleicht noch ein paar Mitbringsel einkaufen. Jetzt ist es 11.30 Uhr und ich beende den Beitrag hochoffiziell. Sind doch mal wieder ganz schön viele Seiten geworden, aber wir haben auch einfach so viel erlebt. Ich hoffe, es hat trotzdem Spass gemacht zu lesen?! Australien ist einfach so ein grossartiges und erlebnisreiches Land. Wir kommen ganz sicher wieder. Wie unser Flug nach Singapur dann war und was wir dort erlebt haben, dann im nächsten Bericht.

Brisbane und das Great Barrier Reef

Am Montag, den 17.04.2023 ging es für uns dann weiter in einen Vorort von Brisbane, zu einer ganz besonderen Familie. Hierzu muss ich ein wenig ausholen. Wir haben bei unserem Abschiedsfest von der Cousine von Corinne, Sabina und Ihrem Partner Gino einen Gutschein für ein Rösti-Essen in Brisbane bekommen. Nämlich bei dem Patenkind von Gino, welches fast 30 Jahre ein Schweizer Restaurant in einem Vorort von Brisbane betrieben hat. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen und fahren voller Freude zu Monika und Herbert. Es ist ein komisches Gefühl so einfach zu fremden Menschen zu fahren, vor allem weil wir unseren Camper dort auch direkt im Garten parken und dort übernachten dürfen. Bevor wir aber los sind, sind wir noch ein wenig an den Strand vom Surfers Paradise. Leider war es heute etwas windig, so das der feine Sand ganz knapp über dem Boden so richtig heftig wehte. Wenn man auf dem Boden lag, tat das dann so richtig weh und man fühlte sich ruck zuck wie paniert. Das war uns dann doch etwas zu ungemütlich und wir sind stattdessen einfach ein wenig am Strand entlanggelaufen. Dabei haben wir noch die Promenade besichtigt und in einem Café ein leckeres Frühstück zu uns genommen.

Nach dem Mittag ging es dann nach Brisbane bzw. in den Vorort Mitchelton. Bevor wir bei unseren Gastgebern aufgeschlagen sind, sind wir noch kurz in die Mall für ein paar Besorgungen und natürlich auch einem kleinen Gastgeschenk. Mal wieder eine komplizierte Sache. Wir möchten ja gerne etwas mitbringen, aber wenn man die Menschen nicht kennt, echt noch schwer. Aber wir haben etwas Kleines gefunden und haben uns dann auf den Weg gemacht. Wir haben direkt vor dem Haus unseren Van parkiert und wie aus dem nichts stand plötzlich eine Dame neben dem Auto und wollte sich mit mir unterhalten. Ich habe das gar nicht kapiert und wusste zu dem Zeitpunkt auch nicht, wer das ist. Also dachte ich, ok, das muss Monika sein und hab tapfer mitgeredet. Erst nach ein paar Sätzen habe ich gerafft, dass die Dame eine Nachbarin war, die merkte das wir zu Monika wollten und sich dann einfach mit uns unterhalten wollte. Ich fand das so richtig lustig. Dann haben wir aber die richtigen Personen getroffen und wir haben uns sofort richtig wohl und willkommen gefühlt. Wir haben uns eine Zeit unterhalten und dann gab es auch schon Abendessen. Wir haben eine sehr leckere Rösti, wie in unserem Gutschein versprochen, bekommen. Und dazu sogar noch ein perfektes Lammfleisch. Das war so lecker, so richtig nach Schweizer Art und wir hätten in dem Augenblick auch irgendwo in der Schweiz sitzen können. Corinne konnte mal wieder richtig Schweizer-Deutsch sprechen und ich musste mich wieder konzentrieren um alles zu verstehen. 🙂 Nein Spass, es war super. Wir haben uns ewig unterhalten und sind dann völlig satt in unseren Van gekrochen. Wir konnten sozusagen in der Einfahrt parken und haben dann dort geschlafen. Es war super so und wir mussten nicht mehr fahren. Perfekt! 

Für den Dienstag haben wir uns dann mal wieder zu einer Free Walking Tour in Brisbane angemeldet. Mit dem Thema sind wir ja schon Experten, was uns heute aber erwartete hatten wir so auch noch nicht. Der Veranstalter der Tour nennt sich Brisbane Greeters und die Guides sind eher älteren Semesters, meist Rentner, die vom Council her unterwegs sind. Der grosse Vorteil ist, in diesem Fall sind die Touren wirklich «free». Wir hatten gar keine Möglichkeit ein Trinkgeld zu geben, sondern unser Guide hat sich am Ende einfach so schnell aus dem Staub gemacht. Aber er wollte auch gar kein Trinkgeld. Aber der Reihe nach. Wir haben unseren Guide um 10.30 Uhr an der Town Hall getroffen. Wir hatten also den Morgen recht entspannt und konnten bei Monika und Herbert noch einen Kaffee trinken. Dann sind wir zum Zug gelaufen und waren in 25 Minten in der Stadt. War also mal wieder genial. Wir haben uns noch ein wenig umgeschaut und sind dann zum Treffpunkt. Für diese Tour mussten wir uns im Vorfeld anmelden, denn die Plätze sind sehr begrenzt. Es gibt immer zwei Touren um 10.30 Uhr und es gibt jeweils 6 Plätze. Sind also sehr kleine Gruppen, was aber auch einen riesigen Vorteil hat. Wir waren wieder eine lustige Truppe und wir sind pünktlich los. Wobei jetzt «los» ziemlich weit hergeholt ist. Die ersten 40 Minuten sind wir fast an der gleichen Stelle geblieben, haben aber unzählige Infos über die Stadt, das Land, die Town Hall und die Kirche daneben bekommen. Uns wurde sehr schnell klar, Bruce unser Guide mag nicht viel laufen, aber sein riesiges Wissen los werden. Wir wurden förmlich erschlagen mit Infos, die ich mir gar nicht alle merken konnte.

Nach den Ausführungen an der Town Hall ging es quer durch die Stadt, vorbei an den Brisbane Arcaden, dem ANZAC Memorial, dem alten Post Office hin zur Kathedrale. Hier gibt es eine kleine alte Kathedrale, in welcher die einzige Heilige von Australien geehrt wird. Ja, in Australien hat es nur eine Person geschafft bisher, heiliggesprochen zu werden. Immerhin gab es unterwegs eine kleine Pause, in welcher wir uns mit einem Kaffee versorgen konnten. Das war bei den vielen Geschichten auch absolut notwendig.

Danach sind wir dann zum Fluss und konnten einen Blick auf die Story Bridge werfen. Diese ist vom gleichen Architekten wie die berühmte Harbor Bridge in Sydney. Eigentlich sollte das Layout der Brücke von Brisbane schon in Sydney zum Tragen kommen, man hat sich dort dann aber für die grossen Bögen der Brücke entschieden. Somit konnte der gute Herr einfach seinen Plan aus Sydney in Brisbane präsentieren und dort die Brücke bauen. Sieht aber auch noch schick aus. Hier im Hafen ging es dann auf eine Fähre, mit welcher wir 3 Stationen auf dem Fluss gefahren sind. Die kleinen Fähren in der Stadt sind hier tatsächlich kostenlos. Eine super Sache. 

Nach dem Aussteigen war unsere Tour auch schon beendet und der Guide hat sich verabschiedet. Somit waren auch schon wieder 3 Stunden um, gelaufen sind wir nicht viel, aber Informationen hatten wir ohne Ende. Ich war echt erschlagen. Wir sind dann noch ein wenig durch den botanischen Garten und vorbei am Parlamentsgebäude gelaufen.

Brisbane ist schon eine schöne Stadt, mit ihren knapp 2.5 Mio. Einwohnern zwar nicht sehr gross, aber alles ist modern und irgendwie ist auch alles vorhanden was man so braucht. Ich glaube hier kann man schon sehr gut leben. Nach einem kleinen Durstlöscher, ja es war ein Bier, um diese Frage gleich vorwegzunehmen, ging es mit dem Zug wieder zurück zu Monika und Herbert.

Unsere Gastgeber warteten bereits auf uns wir sind nochmal los zu einem kleinen Ausflug. Zuerst sind wir zu einem Staudamm gefahren, wo wir noch eine kleine Runde am Stausee gelaufen sind. Wir waren eigentlich noch fast in der Stadt, es fühlte sich aber komplett idyllisch und weit entfernt an. War richtig schön.

Danach ging es dann noch zu einem Aussichtspunkt über die Stadt und den Fluss. Ein herrlicher Blick über das ganze Umland und das bei Sonnenuntergang. War richtig schön anzuschauen und hat uns nochmal ein grösseres Verständnis über die Stadt gegeben. 

Danach ging es dann wieder nach Hause, wo wir ein zweites Mal mit einem tollen Abendessen versorgt wurden. Wir haben uns wieder ewig unterhalten, auch mit zwei der drei Kindern. Eine tolle und so symphytische Familie. Erschöpft, aber zufrieden sind wir dann wieder in unseren Van und waren schon bald im Reich der Träume angelangt.

Am nächsten Morgen, Mittwoch, haben wir uns von unseren Gastgebern Monika und Herbert verabschieden müssen. Es gab noch einen leckeren Kaffee und dann mussten wir auch schon los. Es war so schön bei den Beiden und wir haben die Zeit extrem genossen. Es ist so spannend, so viele Meschen unterwegs kennenzulernen und Zeit zu verbringen. Es gibt immer so viel zu erzählen, man erfährt so vieles und es ist einfach toll. Die Beiden haben sich richtig lieb um uns gekümmert und wir hoffen das wir die beiden wieder sehen, vielleicht sogar mal in der Schweiz. Auch an der Stelle nochmals vielen Dank für das feine Essen und alles andere. Wir machten uns dann auf den Weg nach Noosa, wo wir eine weitere Einladung hatten. Dieses Mal ging es aber zu einer typischen australischen Familie. Wir waren auf dem Weg zu Amy, welche Corinne vor 20 Jahren kennen gelernt hat. Amy war damals im Rahmen eines Schüler-Austausches für ein Jahr in der Schweiz und lebte bei Corinnes Eltern in Reinach. Seitdem sind die beiden in Kontakt und jetzt endlich können wir sie auch mal in Australien besuchen. Unterwegs haben wir noch eine kleine Wanderung in den Glass House Mountains gemacht. Das sind sehr alte Vulkanberge, auf welche man laufen kann und dann eine super Aussicht hat. Wir haben den Tipp noch von Monika bekommen und es war genial. Die Wanderung war nicht allzu lange, aber stellenweise recht steil. Wir waren aber zügig oben und konnten den Blick geniessen. Leider war die Fernsicht nicht ganz optimal, aber mal wieder jammern auf hohem Niveau. Randnotiz von Corinne: «ich bin da im Fall den Berg hinauf gesegglet wie ein Profi und ganz ohne Jammern».

Danach ging es dann weiter Richtung Noosa mit einem weiteren kurzen Stopp in Coolum Beach, wo wir noch ein wenig Zeit am Strand verbrachten. Irgendwie werden die Strände immer wie schöner. 🙂

Danach ging es dann weiter bis nach Noosa und zu Amy. Sie wohnt im Erdgeschoss im Haus ihrer Eltern zusammen mit ihrem Mann Pip und ihrem Sohn Willow. Wir haben Amy das letzte Mal vor 3 oder 4 Jahren in der Schweiz getroffen, jetzt haben wir auch ihren Sohn kennen gelernt. Ein lustiger Zwerg mit einem süssen Grinsen im Gesicht. 🙂 Die Freude über das Widersehen war gross und es wurde ein richtig toller Abend mit super gekochtem Essen von Amy. Eigentlich wollten Corinne und ich wieder in unserem Van übernachten, haben aber ein Gästezimmer mit eigenem Bad zugewiesen bekommen. Wir durften im Obergeschoss, der Wohnung der Eltern im Gäste Bereich einziehen. Was wirklich mega war. So sind wir mal wieder zu einer Nacht in einem richtigen Bett überredet worden, was im Nachhinein richtig gemütlich war. Nach unserem Essen und vielen Getratsche sind wir auch recht früh schlafen gegangen.

Donnerstag, 20.04.2023 war dann unser erster Tag mit Familie Amy. Wir wissen ja langsam, wie die Australier ticken mit ihrem Aufstehen mitten in der Nacht. Daher sind auch wir recht früh, also für unsere Verhältnisse, um nicht ganz so sehr aufzufallen. Es gab einen leckeren Kaffee und wir haben ein wenig mit Willow versucht zu spielen. Fand er jetzt nur mässig interessant. 🙂 Gegen 9.30 Uhr hat uns Amy dann in die Stadt gefahren, damit wir im Noosa Nationalpark eine Runde laufen können. So können wir den Küstenabschnitt entlang ohne nachher wieder zurück zum Auto zu müssen. Es waren in Summe knapp 10 km bis zum Noosa Beach und unterwegs gab es immer wieder verschiedene Aussichtspunkte, von welchen wir den Blick auf das Meer oder den Strand geniessen konnten. 

Besonders schön aber dafür auch umso stürmischer war der Blick über das Hell’s Gate. Hier mussten wir die Mütze ganz schön festhalten, so hat es gepfiffen. Aber der Blick war es mehr als wert.

Von einem anderen Punkt konnten wir sogar ein paar Delfine sehen und nachher dann die vielen Surfer am Noosa Beach bewundern.

Nachdem wir in Noosa Beach angekommen waren, hatten wir noch nicht genug sondern sind durch die Strassen des Dorfes geschlendert und noch ein wenig an den Strand. Es gibt so viele Surfer hier und fast jeder scheint ein Profi zu sein. Viele gehen wohl auch einfach über den Mittag zum Surfen, anders kann man es sich nicht erklären, warum manche im Sprint vom Auto bis ins Wasser gerannt sind. Man wollte einfach keine Zeit verlieren.

Nachdem wir uns noch ein kleines Eis gegönnt hatten, haben wir uns sogar noch auf den Weg nach Hause zu Fuss gemacht. War nochmal knapp 45 Minuten zum Laufen, aber tat sehr gut. Und ausserdem gefällt uns das Dorf und die Umgebung hier so gut, da läuft es sich gleich leichter. Zurück im Haus war aber eine Dusche notwendig, ehe es dann mit dem Rest leckere Würste vom Grill gab. So lässt sich doch ein toller Tag noch tollerer ausklingen. Wir haben einfach wieder ewig getratscht und viel gelacht.

Freitag, der 21.04.2023 brachte dann mal wieder eine neue Erfahrung. Aber der Reihe nach. Der Tag startete erstmal ein wenig frustrierend. Wir haben mal wieder unsere Pläne überdacht und vor allem geändert. Wir merken gerade, wie gross Australien einfach ist und wie viele tolle Plätze es gibt. Vor allem jetzt hier an der Küste gefällt es uns so gut, aber wir haben nicht mehr allzu viel Zeit, bis wir in Cairns sein müssen. Wir haben uns entschieden, unsere Etappe durch das Outback zu verschieben und haben versucht, unseren Camper, den wir jetzt haben, ein paar Tage länger behalten zu können. Damit haben wir 2 Wochen mehr Zeit für die Ostküste, müssen dann aber auf das Outback verzichten. War mal wieder eine bescheidene Sache, weil das Outback sehr gross auf unserer Liste stand. Aber es geht einfach nicht alles und wir müssen ja eh bald wieder nach Australien, da uns die gesamte Westküste noch fehlt. Dann werden wir das alles nachholen und uns jetzt auf die Ostküste konzentrieren. Vor allem ich bin gerade einfach oft müde und würde am liebsten an weniger Orten sein und dafür länger. Es ist das erste Mal, seit wir los sind, dass ich das so empfinde. Ist noch komisch. Der Vormittag war also so ziemlich für den Ars… Wobei jetzt haben wir eine Entscheidung getroffen, auch wenn es weh tut, aber jetzt wissen wir, woran wir sind, und können das Beste aus der noch verbleibenden Zeit herausholen bzw. uns auch noch auf das Leben nach dieser Reise vorbereiten. Vor allem ich habe da wohl noch einige Sachen, die ich erledigen muss. Den Nachmittag haben wir dann aber wieder am Strand verbracht. Eine Freundin von Amy, welche als Surflehrerin arbeitet, hat sich angeboten mir eine Surfstunde zu geben, was ich gerne angenommen habe. Da das Wetter recht windig war, hatte ich auch noch mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen. Ok, etwas muss ich ja die Schuld geben. Die Stunde war übrigens ein Geschenk von Corinne über das ich mich sehr gefreut habe. Ich wollte das schon immer mal probieren habe mich aber bisher nicht aufraffen können. Das ich das nun sogar im Surfer-Paradies Australien machen konnte, ist einfach nur genial. Vielen Dank dafür. Nach ein paar Trockenübungen am Strand ging es auch schon recht schnell ins Wasser. Vor allem die Strömung war heftig, so dass selbst das Laufen hinaus aufs Meer sehr anstrengend war. Nun ja, die ersten Versuche sahen schon sehr lustig aus und ich habe einige Schlucke Salzwasser abbekommen in der Stunde.

Es hat aber so viel Spass gemacht, dass wir für den nächsten Tag gleich nochmal eine Stunde ausgemacht haben. Nach der Stunde hat uns Amy wieder abgeholt und wir sind zurück nach Hause für eine kurze Dusche, ehe wir dann alle zusammen, sprich Amy und Pip mit dem Kleinen sowie Corinne und ich nochmal los sind. Unser Ziel war eine kleine Pizzeria, in welcher wir ein leckeres Abendessen hatten. Da sich jeder nicht für eine Pizza entscheiden konnte, haben wir einfach 3 verschiedene in die Mitte des Tisches bestellt und jeder konnte probieren. Und alle 3 waren sehr lecker. Danach ging es dann zurück nach Hause und auch schon wieder bald ins Bett. Ich war noch nie so früh im Bett wie gerade in Australien. Aber die Menschen stehen einfach sooo früh auf und gehen daher früh ins Bett. Ist so gar nicht mein Rhythmus, aber man gewöhnt sich daran.

Der nächste Tag startete dann zur Abwechslung mal traurig. Heute mussten wir wieder Abschied nehmen von Amy und ihrer Familie. Wir hatten so eine tolle Zeit zusammen und haben die Gastfreundschaft mehr als nur genossen. Es war wirklich schön und ein richtiger Luxus mal wieder drei Nächte in einem richtigen Bett zu schlafen und sogar ein eigenes Bad zu haben. Wir haben das so richtig genossen. Zum Abschied mussten wir natürlich noch ein paar Bilder machen und wir hoffen, dass wir die Drei sehr bald mal wieder sehen, sei es wieder in Australien, in Europa oder sonst irgendwo auf der Welt. Ich habe eigentlich immer gedacht die Welt ist so gross, was sie ja auch ist, aber wenn man ehrlich ist, in der heutigen Zeit ist man selbst in Australien schnell. Daher sind wir optimistisch, dass wir das Wiedersehen schaffen. Jetzt hiess es unser Zeug zusammenpacken, einen letzten Kaffee zu geniessen und dann tatsächlich Abschied nehmen. Da die Drei noch einen wichtigen Termin hatten, ein Freund von Willow wurde 2 Jahre alt, das muss gefeiert werden. Und ja, in Australien startet so eine Party morgens um 9.30 Uhr. 🙂 Also mussten wir auch früh los und habe uns dann auf den Weg nach Noosa Beach gemacht. Wir wollten das Dorf und den Strand noch ein wenig geniessen. Da auch meine Surflehrerin bei der erwähnten Party war, war die Planung der anstehenden Surfstunde eine recht spontane Geschichte. Wir haben einfach geschaut, wie lange die Party geht und ob Corinne und ich dann noch in der Gegend sind. Da wir es aber sehr gemütlich genommen haben, zuerst ein kleiner Spaziergang am Strand, dann ein leckeres Frühstück, dann ein wenig durch die Strassen bummeln, verging doch recht viel Zeit. Wir haben sogar noch ein wenig eingekauft, als Surfer brauch ich ja auch ein Surfshirt und Corinne hat noch einen tollen Badeanzug gefunden. Um es kurz zu machen, wir waren noch recht lange in Noosa, vielleicht auch einfach, weil es uns so sehr gefallen hat, hier. Schlussendlich hat sich Eliza gemeldet und gemeint, dass wir noch eine Stunde machen könnten. Wir waren ja noch da, also abgemacht. Wir haben uns 30 Min später wieder am Strand getroffen, ich mir ein etwas grösseres Board gemietet und ab ging es wieder ins Wasser. Das etwas grössere Board hat sich ausbezahlt, es war doch alles etwas stabiler und ich habe es tatsächlich geschafft ein paar Mal mehr oder weniger aufzustehen. Wobei wenn ich die Videos, welche Corinne gemacht hat anschaue, dann hat das schon etwas vom sterbenden Schwan gehabt. 🙂 Aber egal, es ist tatsächlich recht schwer das Ganze als Erwachsener zu lernen und ich denke ich habe das ganz gut gemacht. Aber das Wichtigste, ich hatte so viel Spass, so dass auch diese Stunde einfach nur so verflog. Danach habe ich das Board wieder abgegeben und dabei die restliche Mietzeit von 40 Min einfach verfallen lassen. Die Dame bei der Rückgabe war erstaunt das ich das Board nicht mehr wollte, obwohl bezahlt, aber ich war echt am Ende. Mir taten die Arme und die Beine einfach nur noch weh und ich war durch. Das gibt ein heftiger Muskelkater. (Und ja, jetzt wo ich den Bericht einen Tag später schreibe, kann ich bestätigen, es tut noch immer alles weh, was für ein Muskelkater.) Corinne und ich sind dann wieder zu unserem Van, haben eine kleine Pause gemacht und uns dann auf den Weg zu unserem nächsten Etappenziel. Wir fuhren Richtung Norden bis nach Rainbow Beach. Unterwegs haben wir nochmal unsere Vorräte an Nahrung und Trinken aufgefüllt, da wir die nächsten Tage etwas abseits vom Weltgeschehen übernachten. Wir haben einen tollen Campingplatz gefunden, liegt aber 3 km ausserhalb, dafür aber einer schönen Bucht des Meeres. Sozusagen auf der Rückseite des berühmten Rainbow Beach. Unser Einkauf führte uns mal wieder zu einem deutschen Traditionsunternehmen. Wir waren bei ALDI und haben einen richtigen Grosseinkauf gemacht. Auch in Australien lohnt sich der Weg zu ALDI, da einfach deutlich billiger. Am Abend haben wir dann mal wieder unseren Grill angeworfen und etwas Leckeres gezaubert. Danach ging es ins Bett und eine unruhige Nacht stand uns, bzw. mir bevor.

Sonntag, der 23.04.2023 war ein sehr langweiliger Tag. Wir waren den ganzen Tag an unserem Van, haben gewaschen, gekocht, geputzt, gearbeitet, an diesem Blog geschrieben usw. Zu sehr viel mehr war ich auch gar nicht fähig. Ich bin am Morgen kaum aus dem Bett gekommen, mir tat noch immer jeder Muskel weh vom Surfen und ich habe mal so richtig schlecht geschlafen. Bei anderen sieht das immer so leicht aus beim Surfen, ich muss wohl noch an meiner Technik arbeiten. Am Abend haben wir noch gekocht und dann noch eine Nachtschicht mit Arbeit eingelegt. Morgen wird es aber wieder spannend, da steht ein Ausflug nach Fraser Island auf dem Programm.

Am Montag, 24.04.2023 hiess es wieder früh aufstehen. Wir wurden bereits um 7:30 Uhr von einem Bus am Campingplatz abgeholt. Wir hatten eine Tagestour nach Frasier Island gebucht. Und da man auf die Insel nur mit einem Allradfahrzeug darf, was wir nicht haben, haben wir uns für eine Tour entschieden. Unser Bus war so auch kein Bus in dem Sinn, sondern ein LKW, welcher hinten eben einen Aufbau hatte, der wie ein Bus aussah und Menschen darin sitzen konnten. Es war aber ein recht rustikales Gefährt mit Allradantrieb.

Die Insel ist etwa 123 km lang und 22 km breit. 1992 wurde Fraser Island in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Im Jahr 2021 wurde die Liste aktualisiert, um den traditionellen Namen der Butchulla-Aborigines, K’gari, sowie den kolonialen Namen der Insel, Fraser Island, hinzuzufügen. Die Eintragung fand gerade einmal 7 Wochen nachdem Australien den Antrag eingereicht hat, statt. Diese Aufnahme als ein Weltkulturerbe wurde noch nie so schnell abgewickelt. Die Insel gilt mit einer Fläche von 1.840 km2 als die grösste Sandinsel der Welt. Sie ist auch die grösste Insel von Queensland, die sechstgrösste Insel Australiens

Die Insel ist seit mindestens 5’000 Jahren bewohnt. Der traditionelle Name der Butchulla, so hiessen die Ureinwohner auf der Insel ist K’gari oder Gari, was so viel wie Paradies bedeutet. Und damit lagen die Menschen damals genau richtig, es ist ein Paradies. Für kurze Zeit war die Insel als Great Sandy Island bekannt, bevor sie in Fraser Island umbenannt wurde, benannt nach James Fraser, der dort nach einem Schiffbruch auf einem nahen gelegenen Riff starb. Auf dieser Tour war es das erste Mal, dass wir so richtig etwas über die Ureinwohner und ihre Lebensweise gelernt haben. Durch diverse Entdeckungen konnte man das Leben, welches hier geführt wurde, sehr gut nachvollziehen. So war z.B. so, dass wenn ein Mann und eine Frau geheiratet haben, es keinen Ehering in der Form wie heute gab. Vielmehr wurde nach der Heirat am kleinen Finger über dem vordersten Gelenk ein Faden gebunden und fest verschlossen. Dieser Faden wurde jede Woche ein wenig enger gebunden, bis der Frau die Fingerkuppe des linken kleinen Fingers abgefallen ist. Das war das Zeichen, dass sie verheiratet ist. Andere Zeiten, andere Sitten. Wenn die frisch Vermählten jetzt eine Familie gründen wollten, dann war das nicht so einfach. Es wurde genau ermittelt, für wie viele Menschen ist Nahrung in der Umgebung vorhanden. War das Maximum an Menschen erreicht, musste gewartet werden, bis wieder eine Person starb und somit wieder ein Platz am Tisch frei wurde. Wenn aber jetzt verschiedene Frauen ein Kind haben wollten, dann wurde ermittelt, welche Frau mit ihrem Mann die Gesündesten und Fittesten waren und diese durften dann eine Familie gründen. Der Rest musste wieder warten. So gab es viele Frauen, die eine Familie haben wollten, nie aber eine gründen durfte.

Zurück zur Insel und ihren Besonderheiten. Die Insel besteht komplett aus Sand, der sich seit etwa 750’000 Jahren auf vulkanischem Grundgestein angesammelt hat, das ein natürliches Auffangbecken für die Sedimente darstellt. Diese werden von einer starken Meeresströmung nordwärts entlang der Küste getragen. Der Sand stammt dabei aus den Flüssen Hawkesbury, Hunter und Clarence in New South Wales und besteht zu 98% aus Quarz. Experten haben herausgefunden, dass der Sand ursprünglich aus den Wüsten im Westen von Australien stammen. Durch Winde wurden die einzelnen Sandkörner über viele Jahre nach Osten transportiert und dort durch Regen aus der Luft gespült und sie gelangten in die oben genannten Flüsse. Man kann sich das kaum vorstellen, wenn man heute über die Insel läuft. Im Gegensatz zu vielen anderen Sanddünen gibt es hier auf der Insel eine reiche Pflanzenwelt, was auf die im Sand natürlich vorkommenden Mykorrhizapilze zurückzuführen ist, die Nährstoffe in einer Form freisetzen, die von den Pflanzen aufgenommen werden kann. Ich lasse das mal so stehen, weil alles kapiert, habe ich auch nicht und musste das nochmal nachlesen, Alles, was darüber noch mehr ins Detail ging, war mir zu Hoch. Auf der Insel leben einige wenige verschiedene Säugetiere sowie eine Vielzahl von Vögeln und Reptilien. 

Alle Hügel auf Fraser Island sind durch Sandblasen entstanden. Sandblows sind Dünen, die sich durch den Wind über die Insel bewegen und keine Vegetation aufweisen. Im Jahr 2004 gab es schätzungsweise 36 Sandblows auf der Insel. Durch die ganzjährigen Winde aus Südost bewegen sich die Sanddünen auf der Insel mit einer Geschwindigkeit von 1 bis 2 Metern pro Jahr und wachsen bis zu einer Höhe von 244 Metern. Das älteste Dünensystem wurde auf 700 000 Jahre datiert und ist damit die älteste aufgezeichnete Abfolge der Welt.

Aber nun zurück zu unserem Tag. Vor lauter vielen wichtigen Infos habe ich ganz vergessen den Tag zu beschreiben. Nachdem wir abgeholt wurden, ging unsere Fahrt ein wenig durch den Ort Rainbow Beach um noch weitere Teilnehmer einzusammeln. Wir waren mal wieder eine gut gemischte Gruppe, aber irgendwie ist es anders als in Südamerika. Hier kommt man mit den anderen nicht so richtig ins Gespräch, weil irgendwie jeder einfach vor sich hin reisen tut. Da ist das Interesse an einem Austausch nicht so gross. Aber egal. Nachdem wir alle beisammen hatten, ging unsere Fahrt zum Strand, wo wir auf eine kleine Fähre warteten. Es gab keine Anlegestelle oder so, sondern die Fähre fuhr einfach auf den Strand zu und machte die Klappe vorne herunter, so dass es eine kleine Brücke auf en Strand gab. Darüber fuhren die Autos auf und von der Fähre. Spart extrem viel Zeit, weil so dauert der ganze Prozess nur ein paar Minuten. Wir also mit dem Bus auf die Fähre, zusätzlich noch ein paar Autos und ab ging es auf die Insel. Die Überfahrt dauert nur ein paar Minuten, von einem Schwimmen wird aber deutlich abgeraten. So langsam kommen wir in die Gegend, in welcher es auch ziemlich grosse Haie im Wasser haben kann. Da waren wir auf unserer Fähre schon sicher unterwegs.

Drüben angekommen, gleiches Spiel, einfach Klappe auf und zügig herunterfahren. Ich glaube die Fähre legt nie immer genau am selben Ort an, sondern eben da wie sie an den Strand kommt. Dann ging unsere Fahrt auch direkt los. Zuerst entlang des Strandes und dann auf eine Strasse im Inneren der Insel. Eigentlich wird der meiste Verkehr über den Strand abgewickelt, aber je nach Flut kann man manche Passagen nicht fahren. Dann gibt es die inländischen Strassen. Wobei Strasse ist hier jetzt nicht so zu verstehen wie normal. Ist einfach eine Sandpiste mit üblen Löchern und Rillen. Ohne Allrad keine Chance. Dafür ist hier auch nur 40 km/h erlaubt anstatt wie am Strand 80 km/h. Diese 80 gelten noch gar nicht so lange, bis dahin durfte man 100 km/h auf dem Strand fahren. Es gab aber einen schweren Unfall und dann hat man das reduziert. Immerhin. 

So nun aber zu unserem ersten Ziel. Fraser Island hat mehr als 100 Süsswasserseen, die zweithöchste Konzentration von Seen in Australien nach Tasmanien. Diese Seen gehören zu den saubersten der Welt. Der berühmteste See ist der Lake McKenzie, welcher auf einer Höhe von über 100m über dem Meeresspiegel auf kompaktem Sand und Pflanzenmaterial liegt. Als wir angekommen sind, waren schon ein paar Touristen da, aber wir konnten noch ein paar schöne Bilder machen und vor allem das Baden im See geniessen. Ich glaube ich bin noch nie in einem so tollen Wasser geschwommen. Unser Guide meinte, dass das Wasser im See eine verjüngende Wirkung hat. Ich weiss nicht, ob ich jetzt jünger aussehe, aber zumindest nicht älter. Hat also nicht geschadet. Der See besteht zu 100% aus reinem Regenwasser, welches sich im Sand staut. Es gibt somit keinen natürlichen Zu- oder Abfluss aus dem See. Daher ist es sehr wichtig, dass z.B. vorsichtig mit Sonnencreme und sonstigen, durch Touristen verursachte Verschmutzungen, umgegangen wird.

Unter der Insel verbirgt sich übrigens ein riesiger Speicher an Frischwasser. In Summe entspricht dieses Wasser ein Vielfaches, ich weiss nicht mehr wie viel Mal mehr, der Wassermenge, welche in Hafenbecken von Sydney ist. Es ist also sehr viel Wasser. Da es an mehr al 200 Tagen im Jahr auf der Insel regnet, sammelt sich das ganze Wasser unter dem Sand. Der Sand wirkt wie ein Schwamm. Gleichzeitig sorgt das Salzwasser rund um die Insel herum dafür, dass das Frischwasser nicht aus dem „Schwamm“ sprich dem Sand ins Meer läuft. Das Salzwasser ist schwerer als Frischwasser und übt so einen Druck auf den Sand aus. Kann man sich kaum vorstellen, aber ist so.

Unser nächster Stopp war dann ein kleiner Walk durch den Regenwald. Es war jetzt nicht wirklich spektakulär, aber trotzdem sehr schön. Vor allem wenn man bedenkt, dass die riesigen Bäume in nichts anderem stehen als Sand. Ich finde das schon beeindruckend, dass die alle so im Boden halten. Vor allem weil der Sand ja auch nicht so viele Nährstoffe bietet. Aber hier kommt die Natur eben wieder selber zum Tragen, in dem die abgestorbenen Bäume, bzw. Bäume, die von Termiten zerfressen werden, wieder neues Leben ermöglichen.

Jetzt war es aber auch Zeit für ein Mittagessen und wir fuhren in ein Ressort, in welchem wir ein tolles Buffet serviert bekommen haben. Das Essen war sehr gut und wir konnten uns ausgiebig stärken.

Der erste Stopp nach dem Essen führte uns zu The Pinnacles, wo wir den gefärbten Sand in den Klippen am Strand besichtigen konnten. Der Sand hat hier verschiedene Farbtöne, welche sehr schön leuchten. Wobei ich hier gestehen muss, dass haben wir auf Tasmanien, bzw. Maria Island schon besser gesehen. Aber egal, trotzdem eine coole Sache.

Zum Abschluss ging es dann entlang «75-Mile Beach» (120 km) welcher entlang des grössten Teils der Ostküste von Fraser Island verläuft. Der Strand ist offiziell als Hauptstrasse ausgewiesen und wird als Landebahn für Flugzeuge genutzt. Die Strassenverkehrsordnung besagt, dass Fahrzeuge den Flugzeugen Vorfahrt gewähren müssen, wenn sie ihnen entgegenkommen. War ein cooles Gefühl so nah am Wasser entlangzufahren. Entlang des Strandes befinden sich die Champagne Pools, Indian Head, das Maheno-Wrack und der Abfluss des Eli Creek. Die letzten beiden Punkte haben wir besucht, was sehr eindrücklich war. 

Die SS Maheno war ein Ozeandampfer der Union Company of New Zealand, der von 1905 bis 1935 in der Tasmanischen See zwischen Neuseeland und Australien als Luxusdampfer verkehrte. Während des Ersten Weltkriegs wurde das Schiff auch von den neuseeländischen Seestreitkräften eingesetzt, und zwar als Hospital Ship No. 1. 

Bei Kriegsende im November 1918 wurde die Maheno aus dem Militärdienst entlassen und das Schiff nahm seine ursprüngliche Route wieder auf. Am Ende ihres kommerziellen Lebens verliess die Maheno am 3. Juli 1935 Sydney im Schlepptau der Oonah, einer ehemaligen Fähre, die 1888 gebaut und zusammen mit der Maheno an eine Abwrackwerft in Japan, verkauft worden war. Die Schiffe waren durch ein langes und sehr dickes Stahlseil verbunden. Am Nachmittag des 7. Juli, etwa 50 Meilen vor der Küste, riss das Schleppseil in einem Wirbelsturm ab. Versuche, das Schleppseil wieder zu befestigen, scheiterten in der schweren See, und die Maheno mit einer Notbesatzung von acht Mann an Bord trieb ab und verschwand. Die Oonah, deren Ruderanlage vorübergehend ausser Betrieb war, sendete einen Funkspruch, in dem sie um Hilfe für die Maheno bat, deren Propeller entfernt worden waren und diese damit manövrierunfähig war. Die Maheno trieb Richtung Fraser Isalnd und strandete am Strand, von wo aus sie nicht mehr bewegt werden konnte. Trotz vieler Versuche. Man versuchte das Wrack zu verkaufen, fand aber keinen Käufer. Aus diesem Grund liegt das Wrack noch heute am Strand, zerbricht aber so langsam. Ich denke in ein paar Jahren hat der Rost seine Arbeit vollends verrichtet. Schade, weil es sieht sehr genial aus. 

Der Eli Creek ist mit einem Durchfluss von 80 Millionen Litern pro Tag der grösste Süsswasserbach an der Ostküste von Fraser Island. Das Wasser stammt wie oben beschrieben aus der Schicht Frischwasser unter der Insel. Auch wenn jetzt hier 80 Millionen Liter pro Tag herauslaufen, der Speicher der Insel ist so gross, das Wasser wird nicht ausgehen. Der Regen sorgt für Nachschub.

Danach ging es dann wieder zur Fähre und zurück aufs Festland. Auch dieses mal war die Überfahrt wieder etwas wellig, aber alles gut. Waren ja wieder nur ein paar Minuten. Wir wurden dann direkt zu unserem Campingplatz gefahren, wo wir den Abend sehr früh ausklingen haben lassen. So ein Besuch im Paradies macht einfach sehr müde. Wobei den Sonnenuntergang und den Sternenhimmel mussten wir einfach nochmal am Campingplatz geniessen.

Dienstag der 25.04.2023 war dann ein Feiertag in Australien. Heute ist der sogenannte ANZAC Day. Das ist der Tag, an welchem Australien und auch Neuseeland seinen in Kriegen gefallenen Soldaten und Mitmenschen gedenkt. Es werden kleine militärische Paraden abgehalten und an den verschiedenen Kriegsdenkmälern in den Städten gibt es kleine Feierlichkeiten. Wir wussten nicht genau, was uns an dem Tag erwartet und was alles geöffnet hat. Daher haben wir nicht so viel geplant, sondern wollten einfach ein wenig an den Rainbow Beach bzw. den Ort Rainbow Beach und ein wenig laufen. Wir sind also mit unserem Van los und haben einen tollen Platz am Strand gefunden. Leider war das Wetter recht stürmisch und regnerisch, so dass das Laufen jetzt nicht so viel Spass gemacht hat. Aufgrund der Flut konnten wir auch nicht ganz bis zum eigentlichen Rainbow Beach laufen. Der Strand hat seinen Namen daher, dass wenn am Morgen die Sonne aufgeht und die ersten Strahlen über den Horizont kommen, es viele kleine Regenbögen über den sich brechenden Wellen gibt. Heute glauben viele, dass der Name aufgrund der verschiedenen Sandfarben am Strand gewählt wurde, was aber tatsächlich falsch ist. Unser Guide vom Vortag hat uns das noch genau erklärt. Am Strand gibt es ebenfalls Klippen, welche unterschiedliche Farben haben, analog zu den Pinnacles von gestern. Unser Guide meinte, dass eine Mischung von Brauntönen einfach nie und nimmer ein Regenbogen gibt, womit er ja schon recht hat. Daher ist der Ansatz mit den Wellen und der Sonne am Sonnenaufgang schon naheliegender. Wobei wir haben es so oder so nicht gesehen. 🙂 Aber der Blick über den Strand haben wir trotzdem genossen. 

Danach ging es noch ein wenig in das Dorf für einen Kaffee und ein wenig Sightseeing. Nicht wirklich viel los, aber irgendwie trotzdem gemütlich hier. Wir sind dann zum Nachmittag wieder zurück auf den Campingplatz und haben dort noch den Rest des Tages mit Arbeiten, Musik hören und am Strand sitzen verbracht.

Am Mittwoch ging unsere Fahrt dann weiter nach Bundaberg. Die Stadt ist eigentlich nur bekannt durch eine riesige Rum-Destillerie und eine Brauerei die alkoholfreies Ginger Beer herstellt. Da die Stadt auf dem Weg liegt, haben wir gedacht, dass wir den Vormittag fahren und dann am Nachmittag eine Tour durch die Destillerie machen. Ok, Corinne hat sich dann lieber für einen Termin bei der Maniküre entschieden, aber ich wollte zum Rum. Wir sind schon recht früh am Morgen los und waren gegen Mittag in Bundaberg. Wir konnten unseren Stellplatz direkt beziehen. Ich glaube, das waren die bisher am freundlichsten Menschen auf einem Campingplatz hier. An der Rezeption war die Chefin und ihr Mann kam kurz nachdem ich das Büro betreten habe auch dazu, Innerhalb von Minuten hatte ich eine komplette Agenda für unseren Aufenthalt und auch sonst noch jede Menge Tipps. Waren so cool die Beiden. Nachdem wir unseren Van installiert hatten, bin ich mal los, um die Brauerei mit dem Ginger Beer zu besuchen. War nur 10 Minuten zum Laufen und es gibt ein kleines kostenloses Museum und einen Shop. Ich habe das Ganze angeschaut und war echt beeindruckt, was hier so alles hergestellt wird. Vor allem die Limonaden sehen noch gut aus, so dass ich direkt ein paar Flaschen gekauft habe. Und auch ein Ginger Beer habe ich mitgenommen, muss man ja probieren. Auch wenn ich Ingwer so gar nicht mag, aber wer weiss. 

Danach bin ich dann in die Destillerie gelaufen. Man muss 30 bis 40 Minuten vor einer Tour dort sein, damit man noch Zeit hat ein Museum zu besuchen. Das war sehr cool angelegt und die meisten Ausstellungsstücke waren in riesigen Holzfässern mit einem Fassungsvermögen von 75’000 Litern, in welchen der Rum nach dem Brennen gelagert wird. Ja, hier ist mal wieder alles eine Nummer grösser. Die Fässer werden vor Ort je nach Bedarf aus amerikanischem Holz gebaut. 

Nach dem Museum ging es in ein Kino, in welchem man auf den Guide wartet und so lange noch einen Film schauen kann. Meine Tour ging pünktlich um 15 Uhr los und wir waren nur 7 Personen plus einer sehr enthusiastischen Führerin. Sie war extrem begeistert von ihrem Arbeitgeber und dem Rum. Da habe ich die Erwartungen dann doch hoch angelegt. Die Tour an sich war sehr interessant, aber ich habe mich mehr in einem alten Stahlwerk als in einer Destillerie gefühlt. Leider durfte man keine Bilder machen, da vor Betreten der Anlage alle elektrischen Geräte abgegeben werden mussten. Alles aus Sicherheitsvorschriften, was natürlich schade war. Unser erster Stopp war eine Halle, welche wir über einen Balkon betreten konnten. Unter uns war der erste Ausgangsstoff für den Rum, welcher aus der angrenzenden Zuckerfabrik herüber gepumpt wird. Es ist die sogenannte Melasse, welche bei der Produktion von Zucker aus Zuckerrohr entsteht. Es ist eine braune sehr dickflüssige Sache, welche sich da unter uns ausbreitete. Und in dieser Halle gibt es Platz für 10 Mio. Litern dieser Melasse. Insgesamt kann auf dem Areal bis zu 20 Mio. Litern des Ausgangsproduktes gelagert werden. Danach ging es dann in die Destillerie und zu den riesigen Fässern, in welchen der Rum lagert. Das ganze Areal ist ein Hochsicherheitsgebiet geschützt mit meterhohem Elektrozaun. Wir haben gelernt, dass hier ein Warenwert von vielen Millionen Dollar lagert, welcher noch nicht versteuert ist und daher sehr gut geschützt werden muss, von Seiten der Regierung. Leider weiss ich nicht mehr genau, wie viel Liter pro Jahr hier produziert werden. Es waren aber einige Millionen Liter und jetzt kommt der Hammer, nur 4% der Produktionen gehen in den Export. 96% des hergestellten Rums verkauft die Firma nur in Australien und 55% davon sogar nur in Queensland. Die Menschen müssen also ordentlich trinken hier. Eine Zahl, welche ich online noch gefunden habe, war aus dem Jahr 2019. Damals wurden pro Tag über 50’000 Flaschen hergestellt, was knapp 20 Mio. pro Jahr ergibt. Damit kann man sich das ja mal ausrechnen, wenn in Australien knapp 28 Mio. Menschen leben. Nach der Tour gab es dann noch ein kleines Tasting, welches ich natürlich gerne in Anspruch genommen habe. Man muss wissen, dass die meiste Menge an Rum, die verkauft wird, der originale Bundaberg Rum ist. Kein sehr guter Rum, sondern ein Rum für Mixgetränke, so mit Cola oder Ginger Beer. Seit ein paar Jahren gibt es aber noch verschiedene Blends und mittlerweile auch Liköre. Mit diesen Blends und Likören hat man schon viele weltweite Auszeichnungen gewonnen. Und ich muss sagen, ich hatte einen sehr guten Rum, den ich probiert habe. Ich weiss den Namen nicht mehr genau, weil als ich eine Flasche kaufen wollte, mir 190 Dollar doch zu viel war und ich mir den Namen nicht weiter merken muss. Ich kann den Rum ja eh nirgends kaufen. Der Bundaberger Original war z.B. aber schon für 35 Dollar zu haben. Das zeigt dann doch einen grossen Unterschied. Die ganze Tour und alles war schon wieder ein tolles Erlebnis und im Vergleich zu meiner Rum-Tour in Panama schon eine ganz andere Hausnummer. Ich bin danach dann wieder zurück zum Campingplatz gelaufen, wo Corinne schon mit frisch lackierten Nägeln und froh gelaunt auf mich wartete. Den Abend haben wir dann genutzt, um mal früh zu kochen, um tatsächlich mal wieder vor unserem Van essen zu können.

Am nächsten Tag ging unsere Fahrt dann auch schon wieder weiter. Zuerst sind wir von Bundaberg aber direkt noch ans Meer nach Bargara um dort am Strand zu parken und dann zu frühstücken. Das war richtig schön und gemütlich. Eigentlich ist der Strand um Bargara und in Richtung Norden noch bekannt für Meeresschildkröten. Leider sind wir aber zur falschen Jahreszeit hier, da die meisten Schildkröten schon geschlüpft sind und so die allabendliche Parade zum Strand ausfällt. Wir hätten das gerne gesehen, aber die Leute am Campingplatz meinten, dass die Chancen sehr sehr gering sind. Und dann wollen wir jetzt keinen zweiten Abend hierbleiben, sondern lieber weiter.

Danach ging es dann weiter nach Agnes Water wo wir die nächsten Nächte verbringen werden. Den Rest des Nachmittags haben wir am Strand verbracht bzw. den nachfolgenden Tag zu planen. Ich möchte hier nochmal eine Surfstunde machen und dann wollen wir noch mit dem Kajak fahren. Dazu dann aber morgen mehr. Ansonsten kann man über den Tag nicht mehr viel erzählen, ausser dass wir es mal wieder sehr genossen haben heute einfach auf Reisen zu sein und zu machen, was wir Lust haben.

Wie schon erwähnt war Freitag, der 28.04.2023 durchaus ein sportlicher Tag. Wir sind aus Versehen bereits um halb 6 Uhr am Morgen aufgewacht und konnten nicht mehr schlafen. Also haben wir beschlossen, dass wir es endlich mal zu einem Sonnenaufgang schaffen müssen. Das haben wir zum letzten Mal in Zentralamerika geschafft, also sozusagen im letzten Jahr. Das müssen wir ändern. Also haben wir uns schnell fertig gemacht und ab an den Strand. Wir sind um kurz vor 6 Uhr los und wer denkt, wir waren die ersten Wachen auf dem Platz, der irrt sich. Es war schon richtig Betrieb und überall haben die Menschen schon gefrühstückt oder gerade zubereitet. Ein komisches Volk. Nun ja, wir sind dann die paar Meter an den Strand und diesen ein Stück entlanggelaufen. Der Blick in den Himmel war nicht ganz so vielversprechend, den am Horizont zeichneten sich schon ein paar Wolken ab. Wir werden also den eigentlichen Sonnenaufgang nicht sehen, aber dann, wenn die Sonne über die Wolken kommt. Also haben wir uns entspannt auf unsere Decke gelegt, ein paar Bilder gemacht und einfach mal gewartet. Und es hat sich gelohnt. Wie schnell die Sonne dann über den Wolken stand, unfassbar. Es sah richtig genial aus und die Farben dabei waren einfach super. Die Bilder zeigen die Stimmung oder Atmosphäre mal wieder nicht komplett, sind aber trotzdem glaube ich sehr gut gelungen.

Im Anschluss sind wir dann wieder zu unserem Camper und haben eine Kleinigkeit gefrühstückt. Ich brauchte noch ein wenig Energie, habe ich doch um 10 Uhr wieder eine Surfstunde gebucht. Dieses Mal eben an einem neuen Strand mit einem neuen Lehrer. Dieses Mal hiess meine Lehrerin Gemma, oder so ähnlich und sie war mal richtig motiviert. Andere würden vielleicht auch sagen abgedreht, aber ich fand es extrem lustig. Sie hat mir nochmals die Grundlagen erklärt und dann ging es auch schon aufs Wasser. Dieses Mal musste ich ein leuchtend gelber Trikot anziehen, anscheinend aus Versicherungsgründen. Ich glaube es war dazu da, dass mich jeder am Strand auch ganz sicher sehen konnte. 🙂 Egal, es hat direkt wieder tierisch Spass gemacht. Schade, haben wir daheim keine Wellen. Ok, wir haben nicht mal ein Meer, ausser der Klimawandel macht ein bisschen zügig, dann könnte das ja